Zähne

Bei den meisten Wirbeltieren haben sich im Laufe der Zeit Zähne entwickelt. Die Zahl der Zähne kann dabei von 2 bis zu mehreren Hunderten reichen. Das menschliche Gebiss besteht in der Regel aus 32 Zähnen. Diese brauchen Pflege, können krank werden und Beschwerden entwickeln wie alles andere im Körper auch. In diesem Artikel soll es darum gehen, was man alles über die Zähne wissen sollte.

Was sind Zähne?

Zähne sind Hartgebilde innerhalb unserer Mundhöhle,welche aus mehreren verschiedenen Schichten bestehen. Sie sind außerdem der erste Teil unseres Verdauungstrakts, da die Verdauung bereits bei der Nahrungszerkleinerung beginnt.Es wird dabei grob zwischen den echten und den unechten Zähnen entschieden. Echte Zähne bestehen aus Hartsubstanzen wie Zement und Dentin. Unechte Zähne sind dagegen lediglich Hornzähne. Gelegentlich wird auch bei Menschen mit Zahnersatz von unechten Zähnen gesprochen. Das aussehen und die Zusammensetzung der Zähne kann sich, je nach Spezies, stark unterscheiden. So haben Menschen 20 Milchzähne, welche sich zu 32 bleibenden Zähnen erneuern, wärend Haie in der Lage sind ihre gesamten Zähne innerhalb weniger Wochen zu erneuern. So können sie riskieren an und an einen Zahn zu verlieren.

Der Mensch besitz zu seinen bleibenden Zähnen zusätzlich Milchzähne (Dentes Decidui). Damit sind die Zähne das einzige „Organ“, welches sich im Verlaufe des Lebens komplett selbst ersetzt. Das müssen sie aber auch sein, da das menschliche Gebiss bis zur Volljährigkeit deutlich wächst, und Platz für größere Zähne bekommt.

Der Mensch besitzt vier verschiedene Zahnarten, welche sich allen verschiedenen Aufgaben widmen. Die Schneidezähne (Dentes Incisivi) zum Schneiden von fester Nahrung. Die Eckzähne (Dentes Canini)zum Festhalten von Nahrung. Die Vormahlzähne (Dentes Praemolares) und die Mahlzähne (Dentes Molares) zum Zerkleinern besonders faseriger Nahrung.

Funktionen & Aufgaben

Die Zähne tragen die verschiedensten Aufgaben. Die Wichtigste ist natürlich das Kauen. Sie zerkleinern die Nahrung zusammen mit dem Speichel zu einem Nahrungsbrei, der leicht über die Speiseröhre in den Magen transportiert werden kann. Jeder Zahn trägt dabei eine verschiedene Aufgaben. Unsere Schneidezähne wirken wie eine Schere auf die Nahrung und zerteilern sie mit einer Kraft die pro cm² sogar höher, als bei einem Gorilla liegt. Die Eckzähne halten die Nahrung in Position und können große Brocken aus ihr heraußreißen. Die Mahlzähne zerkleinern die zerschnittene Nahrung zu einem Brei. Alle Zähne wirken dabei mit einer Kraft, die stark genug wäre, unsere eigenen Zähne zu zertrümmern, würde uns nicht unser Nervensystem davon abhalten.

Eine zweite, oft vergessene Aufgabe, ist die Hilfe zur Lautbildung. Gerade bei S- oder Zischlauten, sind wir auf unsere Zähne angewiesen. So sehr gar, dass Menschen mit Zahnersatz oft Probleme haben und Anfangen zu lispeln, weil sie es bei ihren alten Zähnen anders gewöhnt waren.

Letztlich haben die Zähne auch einen ästhetischen Effekt. Sie halten die Wangen straff und lassen sie vital, sowie jung aussehen. Deshalb kommt es oft vor, das ältere Menschen sich unwohl dabei fühlen ihr Gebiss nicht zu tragen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen die Zähne:

  • tragen auf verschiedene Weise zur Nahrungsverarbeitung bei und leiten damit den Verdauungsprozess ein
  • spielen eine Rolle bei der Kommunikation
  • Helfen dabei, dass das Gesicht jung aussieht

Anatomie & Aufbau

Ein menschlicher Zahn besitzt eine Zahnkrone (Corona Dentis). Die Zahnkrone ist mit Zahnschmelz, welches es vor Abnutzung schützt, überzogen. Zahnschmelz besteht zu etwa 95% aus anorganischen Materialien, wie Kalzium, und zu 5% aus organischen Materialien. Dann dem Zahnbein (Cervix Dentis), welches Zahnschmelz und Zement trennt. Er besteht aus Dentin, einem knochenähnlichen Gewebe. Dentin macht den größten Teil der Zahnsubstanz aus. Es ist zwar härter als Knochen, nicht aber härter als Zahnschmelz.

Die Zahnwurzel (Radix Dentis) wird vom Wurzelzement und den Sharpey-Fasern fixiert. Durch eine Spitze in ihrer Öffnung, können die kleinen Blutgefäße und Nerven in das Zahnmark gelangen. Es gibt, je nach Zahntyp, Zähne mit einer (Schneidezähne), zwei (Untere Backenzähne) oder drei (Obere Backenzähne) Wurzelarmen.
Die Zahnhöhle (Cavitas dentis), enthält das Zahnmark. Das ist der weiche Strang, der den inneren des Zahnhohlraums füllt.
Milchzähne dagegen sind in der Regel weicher und haben auch feinere, dünnere Würzeln als die bleibenden Zähne.

Wurzelzement
Es handelt sich beim Wurzelzement um eine mineralisierte Hartsubstanz, bestehend aus einer organischen Matrix und Wasser. Aufgrund der Lage werden zwischen verschiedenen Zementarten unterschieden. Es gibt das zelluläre Zement, welches durch eingemauerte Zementozyten gebildet wird. Das Eigenfaserzement, was nur durch Zementoblasten gebildet wird. Schließlich gibt es noch das Gemischtfaserzement, welches durch sowohl Fibroblasten als auch durch Zementoblasten gebildet wird.

Sharpey-Fasern
Sharpey-Fasern sind Kollagene (Heterogene Gruppe von Proteinen), welche sowohl in die Hartsubstanz von Knochen als auch die der Zähne einstrahlt. Sie stimulieren die Osteoblastenstimulierung, welche für die Produktion von Wurzelzement zuständig ist.

Krankeiten, Beschwerden & Störungen

Unsere Zähne sind ein komplexer Teil unseres Körpers und wie kaum ein anderer mit dem Kontakt zu Fremdkörpern konfroniert. Deshalb ist es kaum verwunderlich das unser Gebiss mit einigen Problem zu kämpfen haben kann.

Karies
Karies sind nicht nur die bekannteste Krankheit, von der unsere Zähne betroffen werden können, da 98% der Europäer von Karies betroffen sind, ist sie auch die häufigste Krankheit von der wir betroffen sind. Bakterien, wie Streptokokken, bilden als Abfallprodukt eine Säure, welche den Zahnschmelz angreifen und auflösen kann. Haben sich die Baktieren durch den Zahnschmelz gekämpft befallen sie das Dentin und können bis in die Zahnwurzel vordringen, wo sie eine Parodontitis auslösen können. Trotzdem, dass fast jeder davon betroffen ist, kann der Krankheit aber durch gute Zahnhygiene, regelmäßigen Kontrollen und gesunder Ernährung vorgebeugt werden.

Parodontitis
Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Zahnhalteapparats. Man unterscheidet zwischen einer apikalen Parodontitis und einer marginalen Parodontitis.

Apikale Parodontitis
Eine apikale Parodontitis entsteht durch eine Entzündung des Zahnmarks, etwa durch Karies oder eine Verletzung. Die Entzündung arbeitet sich tiefer in den Körper und kann über die Zahnhaut auch den Kieferknochen betreffen.

Marginale Parodontis

Eine marginale Parodontitis entsteht im Zahnfleischsaum. Von hier baut sich das Zahnfleisch schrittweise zurück, was die Zähne lockert und zu deren Verlust führen kann. Da die Entstehung einer Parodontitis noch nicht vollständig erforscht ist, ist es schwierig hier neben der selbstverständlichen Mundhygiene präventiv tätig zu werden.

Weißheitszähne
Die letzten Zähne, welche durchbrechen, sind die Weißheitszähne. Sie entstehen im Alter von 18-30 Jahren. Vor Millionen von Jahren waren sie sehr nützlich, weil die Ernährung der Urmenschen aus Pflanzen bestand, welche schwerer zu kauen waren. Inzwischen hat sich unsere Nahrung verändert und unser Gebiss ist kleiner geworden. Die meisten Menschen bekommen aber trotzdem noch Weißheitszähne, obwohl unser Gebiss keinen Platz mehr für sie hat. Das kann zu drückenden Schmerzen führen. Meistens wird hier empfohlen die Weißheitszähne zu ziehen, da wir keinen Bedarf mehr für sie haben.

Zahnfehlstellungen
Etwa 50% der Jugendlichen tragen einmal in ihrem Leben eine Zahnspange. Zahnfehlstellungen sind ein häufiges Problem, welches nicht ignoriert werden sollte. Es entsteht nicht nur ein unästhetisches Gebiss, es kann auch zu Zahnverschiebungen führen und das Gebiss anfälliger für Krankheiten wie Karies machen. Es ist daher ratsam, die Zahnfehlstellung auszugleichen. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren übernimmt die Krankenkasse hier fast die gesamten Behandlungskosten, aber auch Erwachsene stehen bei einer Zahnfehlstellung nicht alleine da.

Zahnverfärbungen
Eine äußerst nervige Beschwerde sind Zahnverfärbungen. Mangelhafte Mundhygiene kann die Zähne gelblich färben, aber auch Kaffe, Zigaretten und andere Genussmittel führen dazu, das die Zähne einen unerwünschten Farbton annehmen. Das wirkt aber unästhetisch auf andere Menschen. Der Zahnarzt kann hier beispielsweise ein Bleaching vornehmen, um die Zähne wieder aufzuhellen.

Mundgeruch
Viele Menschen sind von Mundgeruch betroffen. Aber was weit weniger Menschen wissen ist, dass Mundgeruch auch durch eine Erkrankung der Zähne entstehen kann. Sind die Zähne betroffen von Karies, kann ein verstärkter Mundgeruch auftreten. Deshalb ist es tatsächlich ratsam einmal den Zahnarzt aufzusuchen, falls man vermehrt von Mundgeruch betroffen ist. Häufig kann bereits durch die Inspektion des Mundraums eine Diagnose gestellt werden. Falls dies nicht der Fall ist, verfügt der Zahnarzt über genug Hilfsmitte, den Rachen zu inspizieren. Nur selten kommt es vor, dass Mundgeruch durch eine Erkrankung außerhalb des MundNase-Rachen Raumes entsteht. In diesem Fall, sollte ein Facharzt kontrollieren, woher die unerwünschte Beschwerde stammen könnte. Für dringende Fälle gibt es einige Mundauffrischer, welche den lästigen Geruch bekämpfen.

Andere Gründe für Mundgeruch
Falls Mundgeruch (Foeter Ex Ore) nicht von den Zähnen stammt, ist erstmal eine Entzündung im Mundraum zu vermuten. Hier kann beispielsweise eine Entzündung wie Mundsoor entstanden sein. Mundsoor ist eine Infektion mit dem Pilz der Gattung Candida, weshalb die Krankheit auch als Candidiasis bezeichnet wird. Eine Candidiasis sollte ernstgenommen werden, weil sie auch andere Organe, wie die Leber oder Niere, befallen kann. Sie ist zu erkennen an abstreifbaren, weißlichen Belägen an den Betroffenen Stellen der Mundschleimhaut. Mundsoor entsteht vorallem bei einem geschwächten Immmunsystem, etwa durch eine Diabetis oder HIV Erkrankung. Ein weiterer Grund für Mundgeruch kann eine Niereninsuffizienz sein.
Das ist eine gefährliche Beschwerde, bei der die Niere nicht mehr vollständig arbeiten kann. Sie macht sich meist noch durch andere Symptome, wie Krampfanfälle, Erbrechen oder Kopfschmerzen bemerkbar. Wer den Verdacht hat unter einer Niereninsuffizien zu leiden sollte umgehend zum Arzt. Eine seltene Erkrankung die zu Mundgeruch führen kann, ist das „Fischgeruch- Syndrom“ (Trimethylaminurie). Das ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die betroffenen Personen einen fischartigen Geruch entwickeln, weil die Leber gewisse Nährstoffe nichtmehr vollständig abbauen kann. Die Krankheit kann erblich sein, oder als Folgeerkrankung einer anderen Krankheit, wie einer Leberzirrhose entstehen.
Schlussendlich könnte Mundgeruch auch noch vom Lambert-Eaton-Syndrom herkommen. Das ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, welche jedoch äußerst selten ist.

Bevor man sich zu viele Gedanken über irgendwelche Krankheiten macht, sollte man jedoch zuerst einmal prüfen, ob der Mundgeruch nicht von etwas, das man gegessen oder eingenommen hat, herstammt. Knoblauch beispielsweise ist berühmt dafür einen penetranten Mundgeruch zu verursachen. Genau so könnte es sein, das man beispielsweise Medikamente eingenommen hat, die mit Schwefel versetzt sind. Dabei geht der Schwefel mit dem eingeatmeten Sauerstoff eine Bindung ein, welcher wieder ausgeatmet wird. Das kann einen unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Bleaching
Bei einem Bleaching wird Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid auf die Zähne aufgebracht. Je nach Stärke der Substanz können Verfärbungen auf der äußeren Schicht, bis hinein in innere Schichten aufgehellt werden. Zwar gibt es auch Bleaching-Streifen für Zuhause zu kaufen, diese sind jedoch schwach dosiert um Verletzungen vorzubeugen. Ein Zahnarzt kann weit stärkere Streifen auftragen, bei denen jedoch mit Kosten von 250-700 Euro zu rechnen ist.

Der Preis hängt dabei stark davon ab, für ein wie intensives Bleaching man sich entscheidet. Dazu kommen die Kosten von etwa 60-120 Euro für eine professionelle Zahnreinigung, welche vor dem Bleaching durchgeführt werden muss. Je nach Ernährungs- und Mundhygienegewohnheiten kann so eine Zahnaufhellung bis zu mehrere Jahre deutlich sichtbar halten. Vorraussetzung ist jedoch ein sauberes, möglichst kariesfreies Gebiss, aber auch ein gesundes Zahnfleisch ist wichtig.

Typische & häufige Erkrankungen

 

 

Fragen & Antworten

Wie kann ich Zahnerkrankungen vorbeugen?

Das wichtigste ist natürlich eine gründliche Zahnhygiene. Außerdem sind regelmäßige Zahnarztbesuche, eine gesunde Ernährung und das Vermeiden von zahnschädigenden Genussmitteln förderlich.

Was verursacht Zahnverfärbungen
Eine Zahnverfärbung entsteht durch Beläge, welche sich auf dem Zahnäußeren ablagern. Wenn diese Beläge stark färbend sind, wie etwa Kaffe oder Wein und dann von außen nach innen aufgenommen werden, kann sich sowohl der Zahnschmelz, als auch das Dentrin verfärben. Wer verfärbte Zähne hat, und sich davon befreien will, kann sich seine Zähne von einem Zahnarzt bleachen lassen, falls sie sonst gesund und in gutem Zustand sind.

Ich habe ein Loch in meinem Zahn entdeckt, was kann ich tun?
Falls das Loch durch Karies entstanden ist, wird ein Zahnarzt es wahrscheinlich aufbohren, um die Karies zu entfernen und dann mit einer Füllung versiegeln.
Grundsätzlich ist es danach wichtig, eine bessere Mundpflege aufzunehmen, um der Entstehung neuer Löcher vorzubeugen, da jedes Loch einen Risikofaktor für die Entstehung schwerer Schäden, wie einer Parodontitis, dastellt.

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