Rollator

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Ein Rollator – pixabay/filmbetrachterin

Ein Rollator ist eine Gehhilfe, die Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen unterstützt. Der Rollator hilft dem Patienten, wenn er schwach ist oder Schmerzen hat. In vielen Lebenslagen bringt der Rollator dem Patienten deutlich Erleichterung beim Vorankommen.

Er ist eine gute Stütze im Alltag. Gleichzeitig benötigt man nicht ständig Hilfe von anderen bei kurzen oder längeren Erledigungen. Der Rollator kann sowohl in der Wohnung, als auch außer Haus genutzt werden. Oft genügt den meisten ein Rollator. Weil aber bereits sehr viele gut ausgestattete Rollatoren für wenig Geld angeboten werden, kauft man heute auch schon mal einen Zweit- oder Drittrollator.

Was ist ein Rollator?

Beim Rollator handelt es sich um ein medizinisches Produkt, welches das Gehen erleichtern oder gar ermöglichen kann. Die Gehhilfe besitzt in der Regel vier Räder und eine Stützstange, an der sich der Patient festhalten kann. Oft sind Rollatoren auch mit Körben versehen, welche Platz für Taschen, den Einkauf und ähnliches bieten.

Früher nutzte man gerne Gehstöcke, manchmal nutzte man auch eine Gehhilfe ohne Räder. Im Laufe der letzten Jahre wichen die einfachen Gehhilfen in Privathaushalten immer mehr dem Rollator. Rollatoren sind für Personen gedacht, die vielleicht schon etwas schwach sind oder auch körperliche Einschränkungen haben.

Mit diesen kann sich ein nicht mehr ganz so fitter Mensch weiterhin gut fortbewegen und muss nicht fürchten, an den ungeschicktesten Plätzen plötzlich schwach zu werden und in Not zu geraten. Außerdem macht ein Rollator den Besitzer wieder viel mobiler, denn mit dem Rollator sind längere Strecken ohne Hilfe von anderen Personen möglich.


Die Finanzierung

Wenn man einen Rollator benötigt und eine Verordnung dafür vom Arzt bekommt, dann zahlt diesen die Kranken- oder Pflegekasse. Häufig wird aber nur ein Standardmodell bewilligt. Genügt einem das schon, dann kann man ihn sich leihen oder für einen geringen Eigenanteil (bis maximal zehn Euro) kaufen.

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I. d. R. übernimmt die Krankenkasse die Haupt-Kosten – pixabay/ralfkothe05

Der Eigenanteil entfällt, wenn man von der Zuzahlung befreit ist. Wünscht man sich ein komfortableres Modell oder braucht man einen Zweit- oder Drittrollator, dann kauft man sich den meist selber. Genügt ein Rollator, zieht man aber ein komfortableres Modell vor, dann zahlt man die Preisdifferenz zum Standardmodell selbst.

Standardmodelle sind oft schwerer und schlecht zusammenlegbar. Auch ein Grund, warum man sich den Rollator heute meist schon komplett selbst kauft.

Je nachdem, wer die Finanzierung übernommen hat, werden auch Kosten für die Wartung übernommen. Warten lassen kann man den Rollator meist in einem Sanitätshaus. Dort werden das Profil der Reifen und die Bremsen überprüft.

Online oder in Inseraten gibt es immer mal Rollatoren preisgünstig aus zweiter Hand. Wenn man sich vor der Geldübergabe noch von der Funktionstüchtigkeit überzeugen kann, ist das sicher auch eine gute Möglichkeit um Geld zu sparen.


Formen, Arten & Typen

Das Standardmodell eines einfachen Rollators ist üblicherweise nicht so leicht im Gewicht und nicht besonders leicht in der Handhabung. Er ist mit den nötigsten Grundfunktionen ausgestattet, bietet aber wenig Komfort. Rollatoren der einfacheren Art werden von der Krankenkasse finanziert und fallen meist unter die Kategorie „erfüllt seinen Zweck“.

Leichtgewichtrollatoren

Leichtgewichtrollatoren sind wie der Name schon sagt deutlich leichter. Ein guter Rollator, den man gut ohne große Unterstützung nutzen kann, ist maximal 10 kg schwer. Das erleichtert ungemein die Anwendung, vor allem auch, wenn man Hindernisse überwinden muss. Leichtgewichtrollatoren sind wendig und können auch schnell zusammengefaltet werden. Sie überzeugen auch durch ihre einfache Handhabung. Es ist hilfreich, nicht bei jedem Handgriff auf andere Personen angewiesen zu sein.

Indoor Rollatoren

Rollatoren für drinnen sind schmaler als jene für draußen. Damit kommt man leichter durch die eigene Wohnung. Die Räder sind auch ein wenig anders beschaffen. Die Räder der Indoor – Rollatoren sind besser für die unterschiedlichen Bodenbeläge geeignet. Rollatoren für drinnen sind meist sehr leicht, aus Metall, Aluminium oder Holz. Man kann sie problemlos zusammenklappen und schnell verstauen, sodass sie nicht viel Platz verbrauchen. Ein kleiner Korb und ein Tablett ermöglichen es, kleinere Gegenstände in der Wohnung damit herumzuführen.

Outdoor Rollatoren

Der Outdoor Rollator besteht aus rostfreiem Material. Er hat ein Reifenprofil, dass für unterschiedliche Straßenbeläge außer Haus geeignet ist. Der Rollator ist robuster und hat gerade bei den Hinterreifen eine breitere Spur. Dadurch steht er stabiler und lässt sich nicht so leicht zum Kippen bringen. Die richtigen Reifen sorgen für den optimalen Halt in der freien Natur. Die Taschen der Rollatoren sind meist größer, sodass man mehr Platz hat, wenn man unterwegs mehr mitnehmen möchte. Durch das breitere Reifenprofil ist auch die Sitzgelegenheit meist breiter. Dadurch kann man sich gleich noch viel komfortabler erholen.

Spezial Rollatoren

Nicht nur Senioren brauchen Rollatoren. Auch stark übergewichtige Menschen benötigen Rollatoren, die auch mit mehr Gewicht zurecht kommen. Oder Schlaganfallpatienten. Diese haben spezielle Bedürfnisse, brauchen andere Bremsmöglichkeiten und müssen manchmal auch den Arm besser stützen können.

Auch Kinder brauchen Rollatoren. Neben denselben Bedürfnissen wie einfache Handhabung und Sicherheit und flexibler Größeneinstellung, ist Kindern ein farbenfroher Rollator lieber als ein trister, schwarzer Rollator.

Weitere Spezialrollatoren gibt es für sehr große Menschen. Auch diese werden mit den herkömmlichen Modellen kaum glücklich sein, da ab einer bestimmten Körpergröße die Einstellungen nicht mehr so optimal anzupassen sind.
Wer an Arthritis leidet, der benötigt ebenso ein spezielles Modell.

Bei einem solchen Rollator kann man die Unterarme auf einer Auflage abstützen. Dadurch wird die Handhabung des Rollators für Arthritis-Patienten erheblich erleichtert.

Elektrorollatoren

Es gibt auch elektrische Rollatoren. Mit diesen muss man nicht so viel schieben, was sich vor allem bergauf durchaus lohnt. Preislich sind diese Rollatoren jedoch deutlich teurer (rund 2500-3000 Euro). Die Rollatoren kann man an der Steckdose aufladen. Der Akku läuft je nachdem 8 bis 10 Stunden.


Aufbau, Funktion & Wirkung

Der Rollator ist eine Gehhilfe auf Rädern. Man hat mehr Stabilität, weil man ihn nicht vom Boden abheben muss. Dadurch werden Stürze eher vermieden. Ein Rollator soll kranken Menschen dabei helfen, mobil zu werden bzw. zu bleiben.

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Ein Rollator gewährleistet Stabilität – pixabay/moritz320

Der Rollator muss einfach in der Handhabung und leicht im Gewicht sein. Er sollte möglichst viel Komfort bieten, da kleine Pausen der Erholung dienen und auftretende Beschwerden nicht noch zusätzlich verstärkt werden sollen. Ist man übergewichtig, sollte man sich nicht scheuen, auch nach einem XXL Rollator zu fragen. Diese bieten oft bessere Sitzmöglichkeiten.

In den meisten Fällen besteht ein Rollator aus folgenden Teilen:

  • bequemen und anatomisch gut geformten Griffen mit Handauflage
  • Feststellbremse
  • in der Höhe verstellbaren Griffen
  • schwenkbaren Vorderrädern
  • einer Tasche zur Aufbewahrung kleiner Artikel wie Schlüssel, etc.
  • einem leichten Aluminiumrahmen
  • einer Sitzfläche mit oder ohne Rückenlehne

Medizinischer Nutzen

Ein Rollator kommt zum Einsatz, wenn man körperliche Beschwerden im Bereich der Gelenke hat oder wenn man schwach und nicht mehr gut zu Fuß ist. Da der Rollator heute schon vielerorts zum Schnäppchenpreis erhältlich ist, kauft man ihn schon eher, bevor man ihn überhaupt wirklich braucht.

Das ist manchmal eher nachteilig, als dass es wirklich etwas bringt. Man verlernt den normalen Gang und entwickelt ohne Rollator einen noch unsichereren Gang. Vernünftiger ist es, den Rollator erst zu erwerben, wenn er ärztlich verordnet wurde. Man sollte ihn auch nur so lange wie nötig nutzen und ihn nicht der Bequemlichkeit halber ständig vor sich her schieben.

Je mehr man sich auf diese Krücke verlässt, desto mehr verliert man die restliche Eigenständigkeit, die der Körper noch hat. Vertrauen Sie auf sich und ihre Ärzte. Physiotherapie und regelmäßige Gangschulung ist dem längerfristigen, unnötigen Gebrauch eines Rollators vorzuziehen.

Richtig nutzt man den Rollator, wenn man mit dem Rollator geht und nicht kraftvoll vor sich herschiebt. So ist die Funktion des Rollators gedacht.

Fragen & Antworten

Welchen Zubehör kann man für den Rollator erwerben?

Es gibt allerlei Zubehör für den Rollator. Regenschirme, Gehstockhalterung, Beleuchtung, Klingel, Reflektoren, Handschuhe an den Griffen, Rückenlehnen und vieles mehr. Derlei Zubehör gibt es in gut sortierten Sanitätshäusern.

Wie findet man den richtigen Rollator?

Wichtig ist, wofür man ihn verwenden will. Drinnen reicht schon ein ganz einfaches Modell. Im Außenbereich ist schon ein komfortabler Rollator wichtiger, damit man sich auch mal ausruhen kann. Sitzflächen und eine Tasche wären hier sinnvoll.

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Je nach Vorhaben kann ein anderer Rollator sinnvoll sein – pixabay/jplenio

Je nachdem, welche Wege man plant, sollte man beim Rollator auch auf das Gewicht und die Reifen achten. Ein kompliziertes Passieren von unmöglichem Gelände oder den Rollator ständig über Hindernisse heben zu müssen, ist bei gebrechlichen Menschen nicht hilfreich.

Worauf muss ich beim Rollator achten?

Beim Rollator ist es wichtig, dass er eine gewisse Stabilität bietet. Kippt er schnell oder klappt schnell zusammen, dann kann das zu gröberen gesundheitlichen Problemen führen. Der Rollator sollte vom Gewicht nicht zu schwer sein, denn manchmal muss man ihn auch heben können. Mehr als 10 kg sollte er nicht wiegen.

Der Rollator sollte gut in der Handhabung sein. Er sollte im Alltag jede Situation meistern und man sollte nicht zu viel Kraft aufwenden müssen, um ihn zu bedienen. Er sollte außerdem verstellbar sein, da nicht individuell auf die Größe des Patienten eingestellte Rollatoren zu Problemen führen können (Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, etc.).


Unser Fazit zum Rollator

Ein Rollator kann eine wichtige Stütze für Menschen mit körperlichen Gebrechen oder körperlicher Schwäche sein. Ist er vom Arzt verordnet und passt man ihn seinen individuellen Bedürfnissen an, dann ist der Rollator sicherlich ein gutes Hilfsmittel. Er fördert die Selbstständigkeit und kranke Menschen bleiben trotzdem mobil.

Der Rollator sollte nicht aus einem Gefühl der Hilflosigkeit einfach so gekauft werden. Dadurch verlernt man einiges, was dem Körper noch das letzte bisschen an Halt bietet. Nutzt man ihn richtig, ist er aber eine wertvolle und gute Unterstützung im Alltag.

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