EHEC und was zu tun ist

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aren Sie heute schon beim Einkaufen? Mein Kühlschrank jedenfalls war reichlich leer und so besuchte ich heute den größten örtlichen Supermarkt am Ort.

Montags ist der ja immer ganz gut gefüllt, denn da kommt die erste Lieferung der Woche. In der Gemüse und Obstabteilung war es ruhig. Ein DIN A 4 Blatt erregte allerdings meine Aufmerksamkeit. Ganz in der Nähe der Salatgurken hing da nämlich ein Blatt auf dem sinngemäß u.a. stand, dass viele der Gemüse– und Obstsorten aus Holland kämen und die könnten ja wohl nicht kontaminiert sein, da sie aus dem Gewächshaus seien.

Gewächshausware als das Non-Plus-Ultra? Was für eine verkehrte Welt und tatsächlich: Gurken aus Spanien und Tomaten sah ich keine, dafür aber reichlich Grapefruits aus Spanien die werden jetzt wohl auch liegen bleiben, denn viele Verbraucher machen da keinen Unterschied. Auch mein Lieferant der Bio-Kiste konnte nicht umhin, in seinem Newsletter auf EHEC zu verweisen: Sicher ist auf jeden Fall, das es keinen Bio-Bauer hier gibt, der Gülle auf die vollen Gemüse- oder Salatfelder verstreut. Man muß wirklich nicht alles glauben, und allein von Vermutungen braucht man nicht in Panik geraten.

Was ist denn nun aber tatsächlich Sache? Tatsache ist, nach Meinung der Ärzte-Zeitung, dass es inzwischen Hunderte von EHEC-Fällen in Deutschland gibt, aber auch schon im benachbarten Ausland. Quelle dieser Erkrankung sollen verunreinigte Salatgurken aus Spanien sein, aber auch vor dem Verzehr von Tomaten und Blattsalaten wird gewarnt. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, sollte diese Lebensmittel vermeiden, auch wenn die Untersuchungen von Salaten und Tomaten bislang keine Ergebnisse erbracht haben. Im übrigen sei hier nochmals auf  eine umfassende Küchenhygiene verwiesen, die wirklich unverzichtbar ist.

Halten Sie sich aber auch immer vor Augen, dass eine Panik wirklich nicht angebracht ist. Frisches Obst und Gemüse per se nun einfach zu meiden, bringt für Ihre Gesundheit keinerlei Nutzen.


1.Nachtrag: Die Verursacher dieser EHEC-Epedemie sind nach wie vor nicht gefunden, zwischenzeitlich gerieten auch Sprossen unter Verdacht, der sich dann aber nicht bestätigt hatte. Seien Sie also bitte weiterhin vorsichtig und denken Sie vor allem daran, dass eine Entwarnung noch nicht gegeben ist. Falls sich Neues ergeben sollte, werde ich Sie hier weiter informieren.


2.Nachtrag: In der Zwischenzeit ist laut dpa auch Bockshornkleesamen unter EHEC-Verdacht geraten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät keine Medikamente, die Bockshornkleesamen enthalten, einzunehmen. Die EU hat einen Importstop für Bockshornkleesamen, Sojabohnen und Ölsamen aus Ägypten beschlossen. Inzwischen sind bis heute 51 Menschen im Zusammenhang mit EHEC gestorben. Derzeit werden dem Robert-Koch-Institut nur noch ca. neun Fälle pro Tag gemeldet.

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