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Der „gute“ oder der richtige Arzt

by joe

Checkliste zur Beurteilung ärztlicher Leistungen

 

Ihr Wohlbefinden beim Arzt

  • Begegnet Ihnen Ihr Arzt mit Akzeptanz, Achtung und menschlicher Wärme, nimmt er Sie als Individuum wahr?
  • Achtet er auf die Wahrung Ihrer Intimsphäre?

Aufklärung über Diagnose und Therapie?

  • Respektiert er Ihr Recht auf Information und Selbstbestimmung?
  • Akzeptiert er, wenn Sie eine zweite Meinung von einem anderem Arzt einholen?
  • Verträgt er Ihre Kritik?

Qualität der Diagnostik und Therapie

  • Nimmt Ihr Arzt Ihre Krankheit vor dem Hintergrund Ihrer Lebensumstände wahr?
  • Kennt Ihr Arzt seine eigenen Grenzen und überweist Sie ggf. an einen Facharzt?
  • Legt Ihr Arzt auch Wert auf die Meinung anderer Berufsgruppen zu Ihrem Fall (z.B. Krankengymnasten, Psychologen, Sozialarbeiter)?
  • Berücksichtigt Ihr Arzt die Zusammenhänge von Körper, Seele und Geist in seiner Untersuchung und Behandlung?
  • Ist er über „alternative Heilmethoden“ informiert?
  • Kontrolliert Ihr Arzt das Ergebnis der vorangegangenen Therapie?
  • Empfiehlt er Ihnen vor wichtigen Entscheidungen Bedenkzeit?

Nutzen Sie die Chance für einen guten Arzt-Kontakt

Was Sie tun können

  • Rechtzeitig die Suche nach dem guten Arzt beginnen.
  • Merkzettel: Fragen und Anliegen vorbereiten.
  • Schildern Sie genau Ihre Krankengeschichte, Beschwerden und Lebenssituation.
  • Notizen machen, evtl. Begleitperson mitnehmen.
  • Tun Sie das, wovon Sie überzeugt sind. Wenn die Absprache mit dem Arzt über Behandlung oder Medikamenteneinnahme von Ihnen nicht eingehalten wurde, sprechen Sie darüber.
  • Sprechen Sie ggf. auch Konflikte an. Suchen Sie die Verständigung mit dem Arzt. Wechseln Sie den Arzt erst, wenn Sie hier erfolglos waren.
  • Bei wichtigen Entscheidungen noch andere Ärzte konsultieren und offen darüber sprechen.
  • Vorhandene Untersuchungsergebnisse mitbringen: Mehrfachuntersuchungen werden so vermieden.

 

Wie schaffen Sie einen partnerschaftlichen Arztkontakt?

  • Bringen Sie Ihrem Arzt mitmenschliche Achtung entgegen, so wie Sie es von ihm auch wünschen?
  • Respektieren Sie, daß Ihr Arzt Zeit und Ruhe für Untersuchung und Beratung braucht?
  • Erwarten Sie keine Wunder von Ihrem Arzt. Wie jeder andere Mensch hat auch er seine menschlichen und fachlichen Grenzen.
  • Termine einhalten oder rechtzeitig absagen.
  • Achten Sie auf Hygiene vor körperlichen Untersuchungen.

Der „gute“ oder der richtige Arzt: Wo finde ich ihn?

Was ist für Sie ein „guter Arzt“?

Diese Frage wird jeder Patient ein bisschen anders beantworten. Besser wäre die Frage:

Was ist für Ihre Krankheit und für Sie der richtige Arzt?

Die Kriterien für die Auswahl müssen Sie selber bestimmen. Hier nur einige Anregungen:

 

Die ersten Entscheidungen

Mann oder Frau?

Sie müssen entscheiden, ob diese Frage eine Rolle spielt. Manchmal ist sie unbedeutend – ein gebrochenes Bein muss eben schnell versorgt werden. Aber in anderen Lebenssituationen wissen Sie genau: Diesmal muss es eine Frau sein!

Wo liegt die Arztpraxis?

Für gehbehinderte oder schwerkranke Patienten, die häufig zum Arzt müssen und vielleicht auch auf Hausbesuche angewiesen sind, können Lage und Verkehrsanbindung der Praxis den Ausschlag geben.

Günstige Sprechzeiten?

Genügt das Angebotene Ihren Bedürfnissen, wie z.B. offene Sprechstunde, Terminpraxis, Spätsprechstunde, Notfallsprechstunde, vielleicht auch Hausbesuche oder Erreichbarkeit am Wochenende?


Der „gute“ oder der richtige Arzt – Der erste Besuch

Das erste Treffen

Sie machen sich auf den Weg – eine gute Gelegenheit, Ihre Entscheidung zu prüfen.

  • Erreichen Sie die Praxis so, wie Sie es sich gedacht haben?
  • Konnten Sie telefonisch erfahren, auf welche Wartezeiten Sie sich einstellen müssen?
  • Haben Sie starke, akute Beschwerden und werden nach Möglichkeit sofort untersucht?

Angekommen, stellen Sie fest: Sie sind nicht die oder der Einzige!

  • Können Sie die Wartezeit noch zufrieden stellend für sich nutzen?
  • Gibt es Zeitungen, Getränke oder Spielzeug und ein angenehmes Wartezimmer?
  • Gefällt Ihnen der Umgangston in der Praxis?
  • Hält sich die Wartezeit in Grenzen?

Sie sitzen ihr oder ihm gegenüber und sollen sagen, was los ist.

Fühlen Sie sich verstanden und gut aufgehoben?

Wie Sie beide miteinander ins Gespräch kommen, beeinflusst die Qualität der Behandlung. Ärzte sind keine Halbgötter in Weiß. Sie sollten ihr Handwerk verstehen, können aber auch Fehler machen.

Die zwischenmenschliche Seite spielt für viele Menschen eine ebenso große oder gar größere Rolle als die fachliche Kompetenz. Wie in jeder Partnerschaft kann es falsche Erwartungen auf beiden Seiten geben.

 

Die Basis für Vertrauen zwischen Arzt und Patient

Sie haben gefunden, wonach Sie suchten: Einen Arzt, der sich auf Ihre Beschwerden konzentriert und Sie mit den Mitteln behandelt, zu denen Sie Vertrauen haben; der Sie über Diagnose und Therapie aufklärt, wobei er auf Nachfragen eingeht, Denkpausen lässt und Fachchinesisch vermeidet; einen, der für schwierige und aufwendige Behandlungen einen Termin am Ende der Sprechzeit für Sie reserviert; oder eine Ärztin, die auch Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele in ihrer Therapie berücksichtigt und alternativen Heilmethoden aufgeschlossen gegenübersteht; vielleicht auch einen Arzt, der sich einen mündigen Patienten wünscht und froh ist, seine traditionelle Vaterrolle ablegen zu können, und Sie bereitwillig in die Behandlung mit einbezieht.

Auf einer solchen Basis kann das notwendige Vertrauen zwischen Arzt und Patient wachsen. Ihre Mitarbeit kann dem Arzt richtungweisende Hilfe bei der Suche nach einer Diagnose sein, und sie ist die Voraussetzung dafür, dass er bei der Wahl von Therapievorschlägen Ihre Biographie, Ihre Lebenseinstellung und Ihre Lebenssituation berücksichtigt.

 


Der „gute“ oder der richtige Arzt – Vertrauenskrise

Ihr gutes Gefühl ist getrübt. Die gewählte Behandlungsform bringt nicht den erhofften Erfolg. Sie fühlen sich missverstanden. Der Arzt hat keine Zeit für Sie, vielleicht denken Sie sogar, er schaue nur auf seinen finanziellen Vorteil. Äußern Sie Ihre Kritik. Eine falsche Behandlung kann nicht rückgängig gemacht, wohl aber gestoppt werden. Versuchen Sie gemeinsam, eine Lösung zu finden.

Ihr Arzt kann sich Rat bei Kollegen holen, Sie an andere Ärzte überweisen, mit anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten – oder auch einen Fehler zugeben und versuchen, ihn wieder gutzumachen. Ärzte sind auch nur Menschen.

Sie haben das Recht, Ihre Krankenakte einzusehen (siehe weiter unten). Sie dürfen bei wichtigen Entscheidungen von sich aus einen zweiten und notfalls auch dritten Arzt befragen und dieses Vorgehen mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Zwar sollen Sie möglichst keinen Arztwechsel im laufenden Quartal vornehmen; Sie sind jedoch nicht gezwungen, bei einem Arzt zu bleiben, zu dem Sie kein Vertrauen mehr haben. In diesem Fall dürfen Sie sich einen neuen Behandler aussuchen. Sind aber für den bisherigen Arzt besondere Behandlungspläne von der Krankenkasse genehmigt worden (z.B. für Akupunktur, Zahnersatz), sollten Sie den Arztwechsel und seine Konsequenzen für diese Behandlungen vorher mit der Kasse besprechen.

Achten Sie beim Arztwechsel darauf, dass Sie den zweiten Arzt über bisherige diagnostische Maßnahmen informieren. Er kann dann die Befunde bei seinem Kollegen anfordern, oder Sie lassen sie sich schon vor dem neuen Arztbesuch vom vorbehandelnden Arzt aushändigen. Hatten Sie Ihren Arzt schriftlich bevollmächtigt, Ihre Daten weiterzugeben, müssen Sie sich um nichts weiter kümmern: Ihre Behandlungsunterlagen werden problemlos an den weiterbehandelnden Arzt gesandt.

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