Akupunktur

Akupunktur – Yin und Yang im Einklang

Ursprung & Entwicklung:Akupunktur behandlung

Die Akupunktur ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und mehrere Tausend Jahre ALT. In dem komplexen System der TCM beruht alles Leben auf dem „Qi“. Dies kann mit „Lebensenergie“ übersetzt werden.

Jeden Menschen durchströmt das „Qi“, welches aus den beiden Polen Yin und Yang besteht, die stets in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen müssen. Krankheiten entstehen aus einem Ungleichgewicht. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von negativen Lebensweisen bis hin zu äußeren Einflüssen.

Bei der Akupunktur werden dünne Nadeln in die Haut gestochen.

Durchführung & Wirkungsweise:

Die ersten schriftlichen Hinweise zur Akupunktur werden auf den Zeitraum 1100 Jahre v.Chr. datiert. Anfangs wurden noch mit Steinnadeln gearbeitet. Charakteristisch für die Akupunktur, ist das Einstechen von Nadeln in die Haut zu Heilzwecken. In der ältesten medizinischen Schrift über Akupunktur, ca. 200 v.Chr., werden erstmals 160 Punkte am Körper des Menschen zur Akupunkturbehandlung beschrieben. Hier wurden bereits verschiedene Nadeln aus Metall verwendet.

Eine ausführlichere und umfangreichere Schrift ist „Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker“ von Huangfu Mi aus den Jahren 215-282. Hierin werden erstmals ausführlich Fachbegriffe und die räumliche Anordnung von Zellen und Organen aufgeführt. Die Schrift erweitert die Akupunkturpunkte auf 349 und gibt systematische Hinweise auf deren Wirkung. Nach der Jahrtausendwende entstehen weitere Schriften, die die Anwendung der Akupunktur weiter voranbringen. In ihnen werden zum Beispiel die 14 Meridiane (12 Hauptleitbahnen + 2 Leitbahnen) auf denen sich die Akupunkturpunkte befinden, aber auch die Verbindungskanäle, Gefäße und Sehnen, die Sondermeridiane und Wasserbahnen beschrieben.

Im 16. Und 17. Jahrhundert erwähnten erstmals portugiesische Jesuiten die Nadeltherapie. Bekannt wurde sie in Europa aber erst im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert durch Ärzte der niederländischen Ostindien-Kompanie.

Heute werden sterile Einmalnadeln millimetergenau in die Haut bzw. in die Akupunkturpunkte eingestochen um Krankheiten zu lindern und zu heilen.

Zu Beginn einer Behandlung findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem die Beschwerden und die Krankheitsgeschichte des Patienten erfragt werden. Daneben stehen die Persönlichkeit und die Lebensumstände des Patienten im Fokus. Der Akupunkteur wird auf dieser Basis die Anzahl der Sitzungen festlegen. Je nach Anwendungsgebiet und Schwere der Beschwerden sind in der Regel 6 – 30 Sitzungen üblich. Aber auch weniger, etwa bei Suchtverhalten, können der Fall sein.

Grundsätzlich werden zunächst ca. 5 Sitzungen fest vereinbart. Je nachdem wie der Patient auf die Behandlung anspricht werden anschließend weitere Sitzungen abgesprochen.

Die eigentliche Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Hierzu wird der Patient in eine entspannte Position gebracht. Diese kann sitzend oder liegend sein. Während einer Sitzung werden möglichst wenige Punkte gestochen. Durchschnittlich sind das 4 – 10 Nadeln. Eine Maximalanzahl von 16 Nadeln oder mehr ist nur in schweren Einzelfällen nötig. Die Nadeln bestehen aus rostfreiem Edelstahl und dringen nur wenige Millimeter in die Haut ein. Die Behandlung ist in der Regel fast schmerzfrei. Nach 10 bis 30 Minuten werden die Nadeln entfernt und die Behandlung ist abgeschlossen.

Hilft gegen:

Die Akupunktur deckt grundsätzlich alle Bereiche der Medizin ab. Darunter fallen auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, von Bluthochdruck bis Herzrhythmusstörungen und Beschwerden im kompletten Bewegungsapparat, einschließlich HWS-Syndrom und LWS-Syndrom. Hilfe verspricht die Akupunktur dabei auch bei der Behandlung nach Operationen der Hüfte, des Knies und dem Rücken.

Unter den neurologischen Krankheiten findet sich der Stumpfschmerz, Auswirkungen nach Schlaganfällen und Entwicklungsstörungen im Kindesalter die behandelt werden können.

Akupunktur wird ebenfalls in der Kinder- und Frauenheilkunde sowie in der Dermatologie eingesetzt.

Fördert & stärkt:

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit
  • Blutungen
  • Hämatome
  • Infektion der Einstichstelle
  • Schwindelgefühl
  • Taubheitsgefühl
  • Ohnmacht

Bei sachgemäßer Handhabung und fachgerechter Anwendung treten jedoch selten Nebenwirkungen auf. Nicht empfohlen wird die Akupunktur für Kleinkinder, Schwangere, Stillende und Bediener von Fahrzeugen und Maschinen.

Bei unsachgemäßer Behandlung aufgrund fehlendem Wissen kann es zu Behandlungsfehlern kommen. Hierunter fallen die Verletzung der Lunge oder andere Organverletzungen.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • Verschlimmerung der Symptome
  • Epileptischer Anfall
  • Krankheitsausbreitung
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Die Akupunktur ist in der Regel gut verträglich und bewirkt wenig Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Die genannten Punkte betreffen spezielle Gruppen, für die eine Akupunktur nicht angeraten wird. Darunter fallen Menschen, die Erkrankungen an den einzustechenden Hautstellen oder Nervenkrankheiten der Haut haben. Patienten die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen und auch für Epileptiker wird die Akupunktur nicht empfohlen. Weiter sind ein schlechter Allgemeinzustand, bestimmte Tumorarten, akute Entzündungen oder Brüche ein Kriterium um die Akupunktur nicht anzuwenden.

Dagegen ist es für Patienten mit niedrigem Blutdruck oder Neigung zum Kreislaufkollaps kein Problem sofern die Behandlung liegend stattfindet.

Wer behandelt?

Auch wenn die Nadeln nur wenige Millimeter in die Haut gesteckt werden, erfordert die Behandlung ein fundiertes Fachwissen. Mangelnde Kenntnisse über den menschlichen Körper können ernsthafte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Um Akupunktur anwenden zu dürfen bedarf es einer speziellen Ausbildung. Die Kenntnisse werden von einer Fachgesellschaft oder der Ärztekammer geprüft. Erst damit darf ein Arzt oder Heilpraktiker den Zusatz „ Arzt für Akupunktur“ führen. Qualifizierte Ärzte werden zudem begleitende Untersuchungen vornehmen um sicherzustellen, dass weitere Krankheiten erkannt und behandelt werden.

Bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und den Kniegelenken übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Bei allen anderen Indikationen müssen die Leistungen selbst bezahlt werden.

Unser Fazit:

Die Wirksamkeit dieses alternativen Behandlungsverfahrens ist wissenschaftlich in vielen Fällen nicht bewiesen. Studien zeigen auch, dass eine sogenannte Scheinakupunktur ebenso wirksam ist ALS die traditionell durchgeführte Akupunktur. Dagegen spricht die hohe Anzahl an europäischen Ärzten (ca. 80.000), die Akupunktur bei ihren Patienten anwenden.

Wir kommen zu dem Schluss, dass die Akupunktur bei einigen Beschwerden wie chronischen Schmerzen hilfreich eingesetzt werden kann. Ernsthafte Erkrankungen sollten dagegen nur begleitend mit Akupunktur behandelt werden.


Akupunktur

Die Akupunktur (lateinisch: acus = Nadel, pungere = stechen) ist eine Behandlungsmethode der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), die auf einem ca. 3000jährigen Erfahrungswissen beruht. Die Energieleitbahnen des Körpers werden an bestimmten, festgelegten Punkten mit feinen Nadeln ca. 1 mm angestochen. Die Einstichtiefe ist abhängig vom Widerstand an diesem Punkt. Durch diese Einstiche werden u. a. Energieblockaden gelöst. Eine bessere Versorgung aller Organsysteme im Körper wird damit erreicht, wenn die Energie wieder frei fließt. Die Akupunktur als Teil der TCM dient der Anregung der Selbstheilungskräfte, sie hilft akute Schmerzen zu lindern und chronische Krankheiten zu heilen.

Bei einer Behandlung liegen Sie ca. 20 Minuten mit eingestochenen Nadeln auf einer Behandlungsliege. Die Häufigkeit der Behandlungen richtet sich nach Ihren Beschwerden und wird Ihnen von Ihrem Heilpraktiker mitgeteilt.

Akupunktur WHO Liste

Von der Weltgesundheitsorganisation WHO werden diverse Krankheiten und Erkrankungen aufgelistet, bei welchen die Akupunktur durchaus sinnvoll eingesetzt werden kann und Wirkung zeigt.

Erkrankungen der Atmungsorgane:

  • Asthma bronchiale
  • Bronchitis
  • Hyperreagibles Bronchialsystem
  • Pseudokrupp

Herz Kreislauf Erkrankungen:

Gynäkologische Erkrankungen & Krankheitsbilder:

  • Dysmenorrhoe
  • Fertilitätsstörungen
  • Frigidität
  • Geburtseinleitung
  • Geburtserleichterung
  • Geburtsvorbereitung
  • Klimakterisches Syndrom (Wechseljahrsbeschwerden)
  • Mastopathie
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)
  • Zyklusstörungen

Neurologische Erkrankungen:

  • Atypischer Gesichtsschmerz
  • Fazialisparese
  • Interkostalneuralgie
  • Lähmungen
  • Migräne
  • Parästhesien
  • Phantomschmerz
  • Polyneuropathie
  • Spannungskopfschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Vegetative Dysfunktion
  • Zosterneuralgie

Erkrankungen des Verdauungstraktes / Verdauungssystem:

 

Erkrankungen des Stützsystems & Bewegungssystems:

  • Arthralgien
  • Arthritis
  • Arthrosen
  • BWS-Syndrom
  • Epikondylopathien
  • Gonarthrose
  • HWS-Syndrom
  • Ischialgie
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Koxarthrose
  • Lumbago
  • LWS-Syndrom
  • Myofasziale Schmerzsyndrome
  • Periarthritis
  • Pseudoradikulärsyndrome
  • Radikulärsyndrome
  • rheumatoide Arthritis
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tendinopathien (Achillessehnenentzündung, Erkrankungen der Sehnen, z.B. Tennis-Ellenbogen

Psychische & psychosomatische Störungen:

Entgiftungsbehandlung & Therapie Begleitung bei Suchterkrankungen:

  • Adipositas
  • Alkoholabusus
  • Bulimie
  • Nikotinabusus

Urologische Erkrankungen:

  • Cystitis
  • Enuresis nocturna
  • Funktionelle Störungen des Urogenitaltraktes
  • Harninkontinenz
  • Impotenz
  • Prostatitis
  • Pyelonephritis
  • Reizblase

Hauterkrankungen und Hautkrankheiten:


Weitere Informationen zur Akupunktur:

bei der bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionell Chinesische Medizin e. V.: https://www.agtcm.de/index.asp?ID=10&Sort;=V01
Freie Enzyklopädie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur

Fachverbände:
bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionell Chinesische Medizin e. V.: www.agtcm.de

Ausbildungszeiten:
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
ca. 3 Jahre Theorie und Praxis

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