HIV Viruslast

Auch bekannt als:

hiv-Viruslast, hiv-p24 Antigen, aids – Screening, hiv-Serologie, CD4-Zallzahl
Bezeichnung: hiv Viruslast
Ähnliche Tests: hiv–Antikörper, CD4–Zellzahl


Auf einen Blick

Warum wird die hiv- Viruslast untersucht?

Gemeinsam mit anderen Labor- und klinischen Untersuchungen zur Überwachung der hiv Erkrankung und der antiretroiviralen Therapie.

Wann sollte man die hiv- Viruslast untersuchen lassen?
Bei Diagnosestellung einer hiv-Infektion, z.B. alle 2-8 Wochen nach Start einer antiviralen Therapie oder bei Veränderungen der medikamentösen Therapie, alle 3-4 Monate bei Langzeittherapien oder falls die Untersuchung von einem Arzt/ Ärztin empfohlen wird. Ist eine medikamentöse Therapie erfolgreich nimmt die Virenlast in der Regel binnen 4-6 Monaten ab.

Aus welchem Probenmaterial wird die hiv- Viruslast bestimmt?
Für die quantitative Bestimmung von hiv 1 oder hiv 2 wird Plasma verwendet. In Abhängigkeit vom Verfahren kommen meist Heparin oder EDTA-Plasma zum Einsatz. Eine Bestimmung aus Zitratplasma ist abhängig vom Verfahren ebenfalls möglich. Aus einer Blutprobe, die einer Armvene entnommen wird.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Der Test misst die Anzahl der hiv- Viren im Blut, Lymphknoten, Milz und anderen Teilen des Körpers. Die „Viruslast“ gibt die Menge an hiv- Partikeln oder Kopien des Virus im Blut an.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Durch Blutentnahme mittels einer Kanüle aus einer Armvene.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Die Bestimmung der Viruslast gemeinsam mit der CD4- Zellzahl gibt wichtige Informationen bei:

  • Überwachung der hiv- Infektion
  • Empfehlung der antiviralen Therapie
  • Vorhersage des Verlaufes einer hiv- Infektion.´

Eine hohe hiv-Viruslast korreliert mit niedrigen CD4 Zellzahlen, einem schnelleren Abfall der CD4-Zellkonzentration sowie einer schnelleren Progression der Erkrankung. Hält man die Viruslast solange als möglich niedrig, haben Studien gezeigt, dass sich die Zahl der hiv bedingten Komplikationen verringert und die Lebensdauer verlängert.

Die Aufrechterhaltung einer hiv-Viruslast von Wann wird der Test angefordert?
Die Viruslast Untersuchung wird bei der Diagnosestellung einer hiv Infektion durchgeführt. Das Testergebnis dient als Basiswert, welcher im Verlauf ermöglicht, die Aktivität und die Reproduktion/ Vermehrung des Virus anzugeben. In bestimmten Fällen kann so die Notwendigkeit einer antiviralen Therapie angegeben werden.

Wurde eine antivirale Therapie begonnen, sollte nach 2-8 Wochen die Viruslast und die CD4- Zellzahl bestimmt werden, um die Effektivität und den Erfolg der Therapie beurteilen zu können. Bei einer Langzeittherapie sollte man mindestens alle 3-6 Monate die Viruslast und die CD4- Zellzahl bestimmen.

Was bedeutet das Testergebnis?
Die Viruslast Untersuchung gibt die Anzahl an hiv Kopien in einem Milliliter Blut an. Eine hohe Viruslast spricht für die Vermehrung des HI- Virus und das Voranschreiten der Erkrankung. Eine hohe Viruslast beginnt bei ca. 5000-10000 Kopien, kann aber auch 1 000000 oder mehr erreichen.

Von einer niedrigen Viruslast spricht man, abhängig von der eingesetzten Testmethode, bei einer Anzahl von 200-500 Kopien. Dieses Testergebnis deutet darauf hin, dass sich das HI- Virus nicht vermehrt und wahrscheinlich die Infektion nicht oder nur langsam voranschreitet.

Ein Testergebnis „nicht messbar“ bedeutet nicht, dass man geheilt ist, sondern dass die Viruslast zu gering ist, um mit dem eingesetzten Test nachgewiesen werden zu können. In diesem Fall können ultrasensitive Untersuchungen durchgeführt werden, die 20-40 Kopien pro Milliliter Blut nachweisen können. Daneben können selbstverständlich andere, nicht im Testverfahren nachweisbare hiv-Subtypen (z.B. Subtyp A, E, F oder G) beim Patienten vorliegen. Um diese alternativen Subtypen auszuschließen müssen weitere Verfahren ggf. auch eine Sequenzierung des jeweiligen Virus erfolgen, um eine diagnostische Begleitung der Therapie zu ermöglichen.

Wird die antivirale Medikation nicht regelmäßig und wie verordnet eingenommen, wird die Viruslast nicht signifikant abfallen. Die Veränderung der Viruslast im Verlauf der Infektionserkrankung ist eine wichtige Messgröße. Eine steigende Viruslast weist auf eine Verschlechterung der Infektion hin, wohingegen eine abfallende Viruslast auf eine Besserung und Unterdrückung des HI- Virus hinweist.

Eine nicht infizierte Person hat keine zirkulierenden HI- Viren im Blut und deshalb ein negatives oder nicht- messbares Testergebnis in der Viruslast Untersuchung.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Der Viruslast Test soll nicht zur Diagnosestellung einer hiv Infektion eingesetzt werden. Der hiv Antikörper/Antigen Kombinationstest ist immer noch die Untersuchungsmethode der Wahl zum Nachweis einer hiv Infektion. Nach Diagnosestellung sollte eine initiale Bestimmung der Viruslast durchgeführt werden, um das Risiko der Progression abzuschätzen und darauf basierend die antivirale Therapiestrategie zu entwickeln.

Die Untersuchung der Viruslast mittels der PCR Methode liefert, bedingt durch ihre hohe Sensitivität, vermehrt falsch positive Testergebnisse (positives Testergebnis obwohl keine Infektion vorliegt).


Hinweise & Störungen

Stabilität und ProbentransportQuantitativer hiv Nukleinsäurenachweis

Der quantitative Direktnachweis von hiv kann mittels molekularbiologischer Verfahren (z.B. RT-PCR, branched-dna (bDNA)-Verfahren) erfolgen. Für den Nachweis der hiv Provirus dna wird in der Regel EDTA-Vollblut verwendet, die Probe ist bei Raumtemperatur für 7 Tage stabil. Der Nachweis von hiv-RNA erfolgt über EDTA-Plasma, die Probe ist bei Raumtemperatur für 1-2 Tage stabil, bei 4°C für 5 Tage. Die Bestimmung der hiv-Viruslast kann aus Heparin, EDTA oder Zitrat-antikoaguliertem Vollblut erfolgen. Die Halbwertszeit des Virus in diesen Materialien beträgt ca. 7-14 Tage.

Referenzbereich
Normalerweise werden keine hiv 1/ 2 Nukleinsäuren nachgewiesen.
Referenzbereich: Negativ

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Bei Vorliegen von Infektionen mit selteneren Subtypen oder Sequenzvariationen kann der Nachweis mit klassischen Verfahren negativ oder nicht interpretierbar ausfallen. Es ist möglich, daß auch der hiv-Antigennachweis negativ oder nicht interpretierbar ausfällt.

Für den molekularbiologischen Nachweis von hiv bei Blutspendern gelten gesonderte Bestimmungen und Nachweisgrenzen, siehe Richtlinien der Bundesärztekammer.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für die Bestimmung der hiv-Viruslast besteht entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden. Die quantitativen molekularbiologischen Nachweismethoden für hiv standardisiert, Qualitätskriterien sind definiert und können in verschiedenen externen Ringversuchen geprüft werden.


Häufige Fragen

1. Können Training, Ernährung und andere Veränderungen der Lebensgewohnheiten helfen die Viruslast zu senken?

Es gibt keine direkte Verbindung zwischen der Viruslast und der Ernährung, des Trainings und der Veränderung der Lebensgewohnheiten.

Gesunde Ernährung kann jedoch dazu beitragen, dass man körperlich gesund bleibt und genügend Energie zur Verfügung steht. Weitere Informationen zu diesem Thema können der homepage des Robert-Koch-Instituts oder der CDC Broschüre: Living with hiv (Leben mit hiv) entnommen werden.


Weiterführende Links zum Thema

 

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