Zahnerkrankungen

Zahnerkrankungen betreffen die Zähne und das umliegende Gewebe. Am Aufbau eines Zahns sind drei harte Gewebe beteiligt: der Zahnschmelz, das Zahnbein und der Zahnzement. Die Zahnkrone, der über das Zahnfleisch hinaus ragende Teil des Zahns, ist mit Zahnschmelz, der härtesten Substanz des Körpers, überzogen.

Das darunter liegende Zahnbein (Dentin) bildet die Hauptmasse des Zahns und umschließt das Zahnmark, ein weiches Gewebe mit zahlreichen Nerven und Blutgefäßen.

Schädigungen oder Entzündungen des Zahnmarks können starke Schmerzen hervorrufen. Karies (Zahnfäule) ist die häufigste Zahnerkrankung, die unbehandelt zum Zahnverlust führen kann.

Einteilung & Ursachen

Nach der Ursache kann man Zahnerkrankungen einteilen in entzündliche Zahnkrankheiten, in Neubildungen und in erblich bedingte Zahnschäden. Zu den entzündlichen Zahnerkrankungen gehört Karies, die durch eine Kombination aus mangelnder Mundhygiene und Mundbakterien verursacht wird.

Zahnbeläge mit milchsäureproduzierenden Bakterien führen zur Zerstörung des Zahnschmelzes und in der Folge des Zahnbeins. Eine Pulpitis entwickelt sich, wenn die Entzündung das Zahnmark erreicht. Bei Zerstörung des Zahnmarks infolge der Entzündung spricht man von einer Pulpagangrän.

Auch mechanische Verletzungen des Zahns können zu einer Pulpitis führen. Zu den Neubildungen gehören Odontome, gutartige und meist schmerzlose Tumore im Kieferknochen. Erblich bedingt können Fehlbildungen von Zahnschmelz und Zahnbein auftreten, z.B. die Hypodontie oder Hyperdontie. Bei Kindern stehen Karieserkrankungen im Vordergrund; bei Kleinkindern entsteht Zahnfäule durch stundenlanges Nuckeln an Fläschchen mit zuckerhaltigen Getränken.

Bei Erwachsenen treten häufiger Zahnbetterkrankungen auf, d.h. Erkrankungen des Zahnhalteapparats aus Zahnfleisch, Wurzelhaut und Wurzelzement. Paradontose (Zahnbettschwund) kann durch Fehlbelastungen der Zähne oder durch falsches Zähneputzen verursacht werden.

Symptome

Karies beginnt mit einer Entkalkung des Zahnschmelzes; im Zahnschmelz sind weißliche Flecke erkennbar. Bei Übergreifen auf das Zahnbein sind bräunliche Defekte (Löcher) im Zahn erkennbar.

Schmerzen können bei Kälte oder Zuckergenuss auftreten; bei fortgeschrittener Zahnfäule und bei Pulpitis starker, meist pulsierender, Dauerschmerz. Der Schmerz kann in andere Zähne und den Kieferknochen ausstrahlen und eine Lokalisation des Krankheitsherdes erschweren. Erkrankungen des Zahnhalteapparats sind durch Symptome wie wackelnde Zähne und sichtbare Zahnhälse gekennzeichnet.

Diagnose

Die zahnärztliche Diagnose erfolgt durch Untersuchung mit Mundspiegel und Sonde. Zur Beurteilung des Zustands von Zähnen und Zahnwurzeln werden Röntgenaufnahmen herangezogen. Zur Kariesdiagnose kann der Zahnarzt spezielle Pasten auf die Zähne auftragen; kariöse Stellen werden durch Verfärbung sichtbar.

Therapie

Bei Notfällen mit starken Zahnschmerzen und eventueller Schwellung von Zahnfleisch und Wange sollte unverzüglich ein Zahnarzt oder der zahnärztliche Notdienst aufgesucht werden. Bei Karies wird das befallene Zahnmaterial durch Bohren entfernt und durch Zahnfüllungen ersetzt. Bei größeren Zahndefekten erfolgt die Behandlung durch Zahnersatz wie Kronen und Brücken aus Metall/Keramik.

Fehlende Zähne können durch Zahnimplantate, künstliche Zahnwurzeln aus Titan, ersetzt werden. Teil- oder Vollprothesen sind vor allem bei älteren Personen verbreitet. Durch Prophylaxe können Zahnerkrankungen vermieden werden. Zahnärzte bieten Patientenschulungen zum Thema „richtiges Zähneputzen“ und professionelle Entfernung der Zahnbeläge an. Zur individuellen Prophylaxe gehören Zähneputzen nach jeder Mahlzeit, zuckerarme Ernährung und Fluoridzufuhr.

Durch Fluoridzufuhr in Form von Tabletten, Zahnpasta, Gels oder MundspüLungen kann der Zahnschmelz widerstandsfähiger werden. Für Kinder werden Fluoridtabletten mit Vitamin D empfohlen. Zweimal jährlich sollte eine Kontrolle in der Zahnarztpraxis erfolgen.

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