Lunge

Die Lunge

 

Die Lunge (lat. Pulmo) ist ein paariges Organ, welches durch den Brustkorb geschützt, den Großteil des Brustkorbes einnimmt. Die Hauptaufgabe der Lunge besteht im Gausaustausch – sie nehmen Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab. Der gesamte Atemtrakt transportiert den lebenswichtigen Sauerstoff ins Blut, damit das Herz-Kreislauf-System ihn im gesamten Körper verteilen kann. Dadurch dass die Luft oft stark verschmutzt ist, leistet die Lunge Höchstleistungen um den Körper vor Mikroorganismen, Allergenen und krebserregenden Stoffen zu schützen. Alle diese Schadstoffe können den empfindlichen Atemtrakt reizen und in weiterer Folge zu Erkrankungen führen.

Was ist die Lunge?

 

Die Lunge ist für den menschlichen Organismus ein lebenswichtiges Organ. Ohne die Funktion der Lunge, kann der Körper nicht mit Sauerstoff versorgt werden und stirbt. Das Organ besteht aus zwei Lungenflügeln und liegt im oberen Bereich des Brustkorbes. Zusammen mit der Nase, dem Mund, der Luftröhre, dem Kehlkopf und dem Zwerchfell bildet sie den sogenannten Atemtrakt. Die Lungenflügel werden in den rechten und linken Lungenflügel unterteilt. Der linke Lungenflügel ist im Gegensatz zum rechten Lungenflügel kleiner, da auf der linken Seit das Herz liegt.

 

Ohne Lungen kann der Mensch nicht überleben, da sie für den Gasaustausch verantwortlich ist. Darunter versteht man den automatischen Mechanismus der Aufnahme von frischem Sauerstoff aus der Luft und der Abgabe des potenziell gefährlichen Kohlendioxids. Sauerstoff wird durch das Einatmen über das immer kleiner werdende Röhrensystem der Bronchien in die Lungen transportiert und dort über die kleinsten Lungenbestandteile, den sogenannten Lungenbläschen (lat. Alveolen) über Kapillaren in den Blutkreislauf aufgenommen. Das verbrauchte Kohlendioxid wird im Gegenzug beim Ausatmen aus dem Körper ausgeschieden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich dabei um einen automatischen Mechanismus des Körpers, d.h. wir müssen nicht bewusst über den Vorgang des Atmens nachdenken. Durch das Vorhandensein von Millionen von Alveolen hat das Lungengewebe einen schwammartigen Aufbau.

 

Funktion und Aufgaben der Lunge

 

Der Gasaustausch die elementare Aufgabe der Lunge. Da der Körper Sauerstoff nicht speichern kann, benötigt er eine ständige Versorgung. Des Weiteren fällt ständig Kohlendioxid ALS Abfallprodukt an. Ein Austausch beider erfolgt in den Lungen vor allem in dem entsprechenden Lungengewebe. Die eingeatmete Luft wird über die Luftröhre (lat. Trachea) in die Lunge transportiert um dort in den Kreislauf integriert zu werden. Die Trachea spaltet sich an ihrem Ende in zwei Abzweigungen, die Hauptbronchien. Die Hauptbronchien beginnen am Lungenhilus, auch Lungenwurzel genannt, und verzweigen sich zu immer kleiner werdenden Lappen- und Segmentbronchien.

 

Durch viele Teilungen entstehen schlussendlich die Bronchiolen (hierbei handelt es sich um die kleinsten Luftwege der Lunge). Diese Bronchiolen leiten die eingeatmete Luft weiter in die Alveolen. Bildlich ähnelt dieser Verzweigungsvorgang einen auf den Kopf gestellten Baum, bei dem die Bronchien den Stamm und die Bronchiolen zusammen mit den Alveolen die Blätter des Baumes bilden.

 

Doch wie funktioniert der Gasaustausch im Detail? Durch die Ausdehnung des Brustkorbes wird Sauerstoff in die Lungen gesogen. Sobald dieser bei den Alveolen angekommen ist, lagert er sich an den Flüssigkeitsfilm an den Alveolarwänden an und gelangt somit in den Blutstrom, der sich im ganzen Körper verteilt. Im Blutplasma bindet der Sauerstoff schnell an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Gleichzeitig diffundiert das Kohlendioxid aus dem Blutplasma in die Luft der Alveolen und wird ausgeatmet. Sauerstoffreiches Blut gelangt über die Aorta und deren Verzweigungen in den ganzen Körper.

 

Bei der Zielzelle angekommen, spaltet sich der Sauerstoff vom Hämoglobin ab und diffundiert durch die Kapillarwände in das Gewebe. Auch hier diffundiert das Kohlendioxid wieder zurüCK in Blutplasma und wird durch das Venensystem zurück in die Lunge transportiert. Durch diese „Zellatmung“ wird Glucose zur Energiegewinnung gespalten und das dabei entstehende Kohlendioxid an die Umgebungsluft wieder abgegeben. Der Gasaustausch findet durch Diffusion statt.

Elementare Aufgabe der Lunge ist der Gasaustausch

 

  • Körper kann Sauerstoff nicht speichern, daher ständige Versorgung notwendig
  • Trachea spaltet sich in zwei Hauptbronchien auf
  • eigentliche Atmung in den Alveolen
  • Verzweigung in Lunge ähnelt einem auf den Kopf gestellten Baum
  • Sauerstoff lagert sich an Alveolarwänden an und diffundiert durch Kapillarwände in Blutplasma
  • Kohlendioxid diffundiert durch Alveolarwände aus dem Blutplasma zurück in Alveolen und wird ausgeatmet

Anatomischer Aufbau der Lunge und deren Bestandteile

 

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln die ungefähr kegelförmig aufgebaut und mit der Luftröhre direkt verbunden sind. Sie dienen einerseits dem Gastransport, wozu die Bronchien mit ihren Verzweigungen zählen, und andererseits dem Gasaustausch, welcher im schwammartigen Alveolargewebe stattfindet. Die beiden Lungenflügel liegen in der oberen Brusthöhle. An ihren Außenseiten werden sie von den Rippen umgeben und an der Unterseite vom Zwerchfell begrenzt. Nach oben hin, ragen die Spitzen der beiden Lungenflügel etwas über das Schlüsselbein hinaus.

Zwischen beiden Flügeln ist das Herz, gut geschützt, eingebettet. Aufgrund der anatomischen Sonderstellung des Herzens, ist der linke Lungenflügel kleiner als der Rechte und besteht daher nur aus zwei Lungenlappen und nicht aus drei. Der untere Teil der Lunge, der auf dem Zwerchfell aufliegt, wird als Lungenbasis bezeichnet. Durch die Kontraktion des Zwerchfells bei der Einatmung, sinkt diese um bis zu 4 cm tiefer. Beim Ausatmen gelangt die Lunge wieder zurück in ihre Ausgangsposition. Wie bereits erwähnt, besteht der linke Lungenflügel aus zwei Lappen, nämlich dem Ober- und Unterlappen. Der rechte Lungenflügel wird indes in Ober-, Mittel- und Unterlappen eingeteilt.

 

Daraus erfolgt auch die Einteilung der Lappenbronchien. Auf der rechten Seite gibt es drei, auf der linken Seite zwei Lappenbronchien. Um zum Beispiel die Lage von Lungentumoren genauer beschreiben zu können, werden die Lungen weiter in Lungensegmente eingeteilt (rechts: 10 Segmente, links: 9 Segmente). Die gesamte Lunge wird von dem Brustfell (lat. Pleura) umgeben. Hierbei handelt es sich um zwei Membranen, die beide Lungenflügel komplett umschließen. Zwischen diesen beiden Membranen befindet sich ein mikroskopisch kleiner Spalt, der Pleuraspalt, der mit Pleuraflüssigkeit gefüllt ist. Erst durch diese Flüssigkeit können die beiden Membranen während der Atembewegung aneinander ungehindert vorbeigleiten.

 

Das viszerale Blatt (Lungenfell) liegt an den Lungen an und das parietale (Rippenfell) kleidet die Brusthöhle aus. Bei Entzündungen eine dieser Membranen kommt es zu sehr starken Schmerzen und dadurch zu Beeinträchtigungen des Atemvorganges. Die Lungenarterien sind stark verzweigt und führen sauerstoffarmes Blut vom Herzen weg, wohingegen die Lungenvenen sauerstoffreiches Blut zum Herzen führen.

Bronchien, Bronchiolen und Alveolen

 

Die Trachea teilt sich ungefähr auf der Höhe des 5. Brustwirbels in die beiden Hauptbronchien. Diese Abzweigungsstelle wird auch Carina genannt. Der rechte Hauptbronchus ist meist etwas weiter und verläuft steiler abwärts als der linke Hauptbronchus, da dieser sich an die Position des Herzens anpassen muss. Der rechte Hauptbronchus teilt sich weiter in drei Hauptäste für die drei Lappen, wohingegen sich der linke Hauptbronchus nur in zwei Hauptäste aufteilt.

 

Diese 5 Lappenbronchien teilen sich dann weiter in die Segmentbronchien auf, aus denen die kleinsten Verzweigungen, die Bronchiolen, entstehen. Diese haben in der Regel einen kleineren Durchmesser als 1 mm. Im Gegensatz zu den Bronchien, gibt es hier keine Knorpeleinlagerungen mehr, dafür bestehen die Bronchiolen zum Großteil aus glatter Muskulatur. Diese reguliert den Zu- und Abstrom der Atemluft. Durch eine letzte Verzweigung der Bronchiolen in noch feinere Ästchen, den sogenannten Bronchioli respiratori, entsteht das Lungengewebe, das eigentlich für die Atmung zuständig ist, die Alveolargänge mit den Alveolen.

 

Die Alveolen liegen traubenförmig um diese Alveolargänge angeordnet. In den Alveolen sind Blut und Luft durch die sogenannte Blut-Luft-Schranke voneinander getrennt. Durch das dünne Alveolarepithel und Kapillarendothel kann der frische Sauerstoff aus den Alveolen in das Kapillarblut übertreten, während das Kohlendioxid ausgetauscht wird. In der menschlichen Lunge befinden sich über 300 Millionen Alveolen. Diese bilden eine riesige Oberfläche, die ungefähr die 40-fache Körperoberfläche ausmacht.

 

Ein kurzer Überblick über die häufigsten Erkrankungen der Lunge

 

Da die Lunge kein alleinstehendes Organ, sondern zum Atemtrakt zugehörig ist, gibt es dementsprechend viele unterschiedliche Erkrankungen die den Atemtrakt betreffen können. Auch in der saubersten Luft ist eine Vielzahl an Erregern vorhanden, die eine potenzielle Gefahr für den Körper ausüben. Durch Zusammenspiel der einzelnen Organe des Atemtraktes, gelingt es dem Körper aber im Großteil der Fälle diese „Eindringlinge“ unschädlich zu machen. Krankheiten die nur die Lunge betreffen sind in erster Linie eine Pneumonie, die Legionärskrankheit, Tuberkulose, der Pleuraerguss, Asthma und der Pneumothorax.

 

Bei einer Pneumonie kommt es zu einer Entzündung der Bronchiolen und Alveolen. Eine Pneumonie kann mehrere Bereiche der Lunge betreffen. Bei einer Lobärpneumonie ist ein gesamter Lungenflügel betroffen, wohingegen sich bei einer Bronchialpneumonie einzelne Herde in einem oder beiden Lungenflügeln entwickeln. Die häufigste Ursache einer bakteriellen Infektion ist der Streptococcus pneumoniae. In seltenen Fällen können auch andere Mikroorganismen oder Pilze Auslöser einer Pneumonie sein. Typische Symptome sind Husten mit blutigem Sputum, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und hohes Fieber. Handelt es sich um einen bakteriellen Erreger, wird in der Regel mit Antibiotika behandelt.

 

Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung und wird durch das Bakterium Legionella pneumophilia ausgelöst. Zum ersten Mal wurde diese Erkrankung Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts beschrieben, als sie bei einem Kriegsveteranentreffen ausgebrochen ist. Die Bakterien werden über Aerosole übertragen und treten vor allem im Trinkwasser auf, wenn dieses nicht durch einen Boiler über 60°C erhitzt wurde. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Es treten die gleichen Symptome wie bei einer Pneumonie auf, jedoch können zusätzlich Bauchschmerzen, Durchfälle und Gelbsucht auftreten. Bei sehr schweren Verläufen, oder bereits geschwächten Patienten, kann die Krankheit tödlich verlaufen.

 

Bei einem Pleuraerguss kommt es zu einer zusätzlichen Flüssigkeitsansammlung zwischen den beiden Membranen der Pleura. Zwischen den Pleuramembranen ist physiologisch bereits Flüssigkeit vorhanden, die das reibungslose Atmen ermöglicht. Jedoch kann es bei bestimmten Krankheiten wie Krebs, Tuberkulose oder Herzinsuffizienz zu einer weiteren Flüssigkeitsansammlung von bis zu drei Litern kommen. Die zusätzliche Flüssigkeit drückt auf die Lunge und führt zu Atemnot und Brustschmerzen. Durch Absaugen der Flüssigkeit mit einer Hohlnadel kann Linderung verschafft werden.

 

Von einem Pneumothorax spricht man, wenn in den Pleuraspalt Luft gelangt, zum Beispiel nach einem Unfall. Gelangt Luft in den Pleuraspalt kollabiert die Lunge, da sich die Druckverhältnisse ändern. Das führt zu Brustenge, Schmerzen und Atemnot. Wenn weiterhin Luft in den Pleuraspalt strömt erhöht sich der Druck auf die Lunge, welcher lebensbedrohlich werden kann. Bei akutem Geschehen wird eine Pleuradrainage gelegt um den überschüssigen Sauerstoff zu entfernen. Bei geringeren Mengen Sauerstoff genügt oft Bettruhe in flacher Lagerung.

 

Chronische und Akute Bronchitis

Die chronische Bronchitis zählt zu den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, worunter man eine chronische Erkrankung mit fortschreitender Schädigung des Lungengewebes versteht. Diese chronische Entzündung der Bronchien wird in erster Linie durch Rauchen verursacht. In sehr seltenen Fällen kann aus einer akuten Bronchitis eine chronische werden. Bei der chronischen Bronchitis sind die Bronchien durch die ständige Reizung von Tabakrauch, wiederkehrenden Infektionen oder Umweltgiften entzündet, verschleimt und verengt.

 

Die entzündeten Luftwege produzieren viel zu viel Schleim, woraus der typische Husten resultiert. Zu Beginn der Erkrankung tritt dieser vor allem in den Wintermonaten, verschwindet dann aber wieder. In weiter fortgeschrittenen Stadien bleibt dieser Husten das gesamte Jahr über und zusätzliche Symptome wie Kurzatmigkeit, Heiserkeit und Keuchen entwickeln sich. Schlussendlich besteht sogar im Ruhezustand eine Kurzatmigkeit. Diese Patienten sind in der Regel auch noch anfälliger für Sekundärinfektionen, die den Krankheitsverlauf noch verschlimmern und beschleunigen.

 

Im Gegensatz zur chronischen Bronchitis entwickelt sich eine akute innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Typische Symptome sind ein hartnäckiger Reizhusten mit klarem Sputum. Manchmal kommt es zum Gefühl der Brustenge und Kurzatmigkeit. Außerdem klagen Patienten oft über Schmerzen beim Husten und leicht erhöhte Körpertemperatur. Auslöser sind meistens Infektionen der oberen Atemwege. In der Regel sind nur die großen und mittleren Bronchien betroffen. Bei gesunden Menschen verläuft die Infektion meistens milde und vergeht ohne Medikamentengabe innerhalb weniger Tage. Anders ist es bei älteren Patienten, oder bei Patienten mit bereits anderen Grunderkrankungen. Hier kann die Infektion bis in die Lungen ausbreiten und einen schweren Krankheitsverlauf haben und Sekundärinfektionen, wie eine Pneumonie, auslösen.

 

Typische und häufige Erkrankungen der Lunge

 

  • Chronische und Akute Bronchitis
  • Einfache Erkältung
  • Influenza
  • Atemwegsinfektionen
  • Tumore
  • Pneumonie
  • Legionärskrankheit
  • Pleuraerguss
  • Tuberkulose
  • Asthma
  • Pneumothorax

Fragen & Antworten

Wie entsteht Krebs in der Lunge?

Eine Hauptursache ist der Tabakrauch. Die giftigen Stoffe im Rauch können das Lungengewebe direkt schädigen, da sie krebserregend sind oder sie können eine bereits geschädigte Lunge weiter zerstören. 90% aller Lungenkrebspatienten sind aktive Raucher oder haben zumindest über einen längeren Zeitraum geraucht.

Was versteht man unter COPD?
Hierbei handelt es sich um eine chronisch obstruktive Erkrankung der Lunge. Typische Symptome sind Husten mit Auswurf und anfallsartiger Atemnot. Schlussendlich führt es zu einer schlechten Sauerstoffaufnahme aus dem Blut mit einer daraus resultierenden reduzierten körperlichen Belastbarkeit. Meistens entsteht diese Erkrankung durch eine chronische Raucherbronchitis.

Wie funktioniert der Gasaustausch?
Der eingeatmete Sauerstoff gelangt über das verzweigte Bronchialsystem in die Alveolen. Hier bindet der Sauerstoff an die Wände der Alveolen und diffundiert durch die anliegenden Kapillaren in das Blutplasma. Dort wird der freie Sauerstoff sofort an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen gebunden und zu den Zielzellen transportiert. Das Kohlendioxid diffundiert durch die Kapillaren in den Alveolen das Blutplasma und wird bei der nächsten Ausatmung aus dem Körper transportiert.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (73 Stimmen, Durchschnitt: 4,37 von 5)
Loading...
Top