Erste Hilfe bei Drogen Überdosierung

Drogen Überdosierung

Vergiftungen durch Drogen, sprich eine Überdosierung oder die Einnahme schlechter, bzw. gepanschter Rauschmittel, gehört leider für Ärzte und Polizei zum Alltag.

Besonders beim Konsum härterer und intravenös eingenommener Drogen kann es häufig zu Fehleinschätzungen bei der Dosierung kommen. Viele Fixer verloren beim Heroinkonsum schon ihre Leben oder schieden mit einer gezielten Überdosis, dem sog. „goldenen Schuss“ freiwillig ab.

Ein großes Problem beim Auffinden eines durch Drogen vergifteten Individuums ist das erhöhte Ansteckungsrisiko des Finders. Daher sollte man auf der Hut sein sich beim Leisten der ersten Hilfe nicht selbst mit einer Krankheit zu infizieren.

Wie leiste ich am sinnvollsten Erste Hilfe bei Vergiftungen mit Drogen?

Es gilt in Deutschland nicht als unterlassene Hilfeleistung, wenn man davon absieht einem hilfsbedürftigen Verletzten oder Vergifteten direkte Unterstützung zukommen zu lassen, insofern dieser offene Wunden hat oder blutet, da hierdurch die Ansteckungsgefahr für den potentiellen Helfer unkalkulierbar hoch sein könnte.

Das sollte man bedenken, wenn man eine Person auffindet, die klar zu viele Drogen genommen hat. Diese sind meist durch diverse Vorerkrankungen belastet, mit denen man sich nicht infizieren sollte.

Darum gilt es hier das eigene Verhalten sorgsam abzuwägen:

  • 1. Vorsicht ist besser als Nachsicht
    – Wie bereits oben erwähnt, ist die Ansteckungsgefahr durch direkten Kontakt mit Drogensüchtigen besonders hoch. Daher gilt es abzuwägen, ob man bereit ist dieses Risiko einzugehen oder schlecht den Krankenwagen ruft und wartet ohne Hilfe zu leisten.
  • 2. Welche Drogen waren im Spiel?
    – Ist die vergiftete Person noch ansprechbar lohnt es sich oftmals zur späteren Erleichterung der Behandlung, wenn man klären kann, mit welchen Drogen überdosiert wurde.
    Dies ist dahingehend wichtig, dass der Notarzt weiß wie er am schnellsten und effektivsten stärkere Komplikationen verhindern kann.
  • 2.2 Intravenös oder oral?
    – Auch ist es wichtig zu wissen, wie die Droge konsumiert wurde, um eine optimale Erstversorgung zu gewährleisten.
    Bei intravenös eingenommenen Drogen ist es z.B. vollends sinnlos den Vergifteten Erbrechen zu lassen usw.
  • 3. Erbrechen lassen
    – Ist der Vergiftete noch bei Bewusstsein kann es helfen, ihn, insofern er die Drogen oral konsumiert hat, erbrechen zu lassen. Bei einer Ohnmacht des Betroffenen hingegen sind solche Maßnahmen zu unterlassen.
  • 4. Vor Unterkühlung schützen
    – Kämpft der Körper mit einer starken Vergiftung, so kühlt er rasch aus. Durch das meist ohnehin schon geschwächte Immunsystem von Drogensüchtigen, kühlen diese meist noch schneller aus. Eine Jacke oder Decke zur Verfügung zu stellen hilft dagegen oft sehr.
  • 5. Gut zureden
    – Man sollte der Vergifteten gut zureden, selbst wenn dieser ohnmächtig ist. Es beruhigt einen oftmals auch unterbewusst eine freundliche Stimme zu hören. Zudem kann man so die Wartezeit bis zur Ankunft des Rettungswagens überbrücken.
  • 6. Nicht von falschem Mitleid leiten lassen
    – Wie bereits erwähnt ist die Gefahr einer Ansteckung mit einer Vielzahl von Krankheiten für den Helfer sehr wahrscheinlich. Darum muss man wider sein Gefühl sein Mitleid manchmal ausschalten und nur passive Hilfe durch Rufen eines Krankenwagens leisten.
  • 7. Wenn Erste Hilfe, dann nur sehr vorsichtig!
    – Die Wichtigkeit von Selbstschutz im Umgang mit Drogensüchtigen kann nicht genug betont werden! Will man aber doch direkte Hilfe leisten, so sollte man nach Möglichkeit vermeiden in offene Wunden des Vergifteten zu fassen und nicht in Kontakt mit seinem Drogenbesteck zu geraten. Auch sollte man aufpassen, dass der Leidende nicht in die Richtung von einem selbst hustet oder niest, da dies im Zweifelsfalle zur Ansteckung mit gefährlichen Viren führen kann. Denn diese nisten sich mit Vorliebe in den ohnehin schon geschwächten Immunsystem von Drogenabhängigen ein.

Wann ist professionelle Hilfe vonnöten?

Im Falle einer Drogenvergiftung ist sofort medizinisches Fachpersonal zu verständigen. Diese Menschen sind im Umgang mit Drogensüchtigen geschult und wissen mit ihnen umzugehen. Selbst während einer Vergiftung können selbige noch sehr unberechenbar sein.

Das birgt ein unkalkulierbares Risiko für potentielle Helfer. Darum sollte es für Außenstehende hier oft schon genügen nur passive Hilfe zu leisten, um sich selbst zu schützen.

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