Drogensucht

Menschen nehmen schon seit jeher Drogen. Selbst einige Tiere nehmen Drogen, indem sie solange vergorene Früchte zu sich nehmen, bis sich bei ihnen ein Rausch einstellt. Nichtsdestoweniger kann man den Konsum dieser Rauschmittel nicht als ein natürliches Phänomen beschreiben.

Je nach Droge können die zu erwartenden Symptome gravierend sein. Die Lebenserwartung ist oftmals immens verkürzt und bereits vor dem vorzeitigen Ableben des Konsumenten stellen sich andere sehr starke Nebeneffekte ein, die die Lebensqualität immens senken können. Man sollte also gar nicht erst mit Drogen anfangen, sondern „Nein“ sagen, solange man noch die Chance dazu hat.

Steckbrief: Drogen

  • Name(n): Drogensucht; Abhängigkeit
  • Art der Krankheit: Suchterkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Frühgeschichte
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht festtellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Psychologe; Psychiater
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – f00-f99 – f10-f19 – F10
Besagte Schädigungen können bereits nach dem ersten Konsum eintreten und sind nicht immer nur eine Erscheinung, die erst nach Jahren der regelmäßigen Einnahme zum Vorschein kommen. Dieses Umstands sollte man sich als Konsument stets und stetig bewusst sein.

 

Inhaltsverzeichnis

Drogen & Drogensucht

Wen man etwas über Drogen liest, wenn von ihnen den Rede ist oder wenn man sich über die Thematik Gedanken gemacht, hat man zumeist ein sehr spezifisches Bild im Kopf. Verwahrloste Menschen in dunklen Seitengassen, die sich von erbetteltem Geld eine Dosis Heroin besorgen.

Abgehalfterte Prostituierte beiderlei Geschlechts, die allein ihrer Sucht wegen in das horizontale Gewebe geraten sind. Zahnlose Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen und sich wüst beschimpfen und auch körperlich angehen, wenn das Geld nicht für den nächsten Fix reicht.

Aber nicht alle Assoziationen, die man gemein hin mit Drogen in Verbindung bringt sind durchweg negativer Natur. Bisweilen sind sie sogar sehr positiv und darüber hinaus ein regelrechtes Markenzeichen eines gehobenen Lebensstils.

Reiche Geschäftsleute, die auf Yachten Kokain konsumieren. Freidenker. Künstler, Hippies und kreative Köpfe, die in freier Natur LSD zu sich nehmen und die Welt somit auf eine komplett andere Weise zu entdecken imstande sind.

Musiker und Schauspieler, die Inspiration uns Schaffenskraft aus Cannabis ziehen. Die Liste ist lang und die Gefälle zwischen den Arten und Weisen, auf denen die Gesellschaft Drogen wahrnimmt sind sehr unterschiedlich.

Des Weiteren üben psychotrope Substanzen aller Arten eine beinahe magische Anziehungskraft auf viele, zumeist sehr junge Menschen aus. Diese Anziehung kann, im Rahmen der falschen Umstände nicht selten in einer Lebenslangen Sucht oder in einem sehr frühen Tod enden.

Gleichwohl man innerhalb drogenfreundlicher Kreise das allgemeine Risiko dieser Substanzen eher abtut und für nicht allzu ernst nimmt, sollte man sich als klar denkendes Individuum keine Illusionen darüber machen, dass ausnahmslos alle süchtig machenden Stoffe den Organismus und den Körper des Anwenders schädigen können.

Was sind Drogen?

Nicht alle Drogen kommen in Spritzen

Wie bereits eingänglich erwähnt, verbinden die meiste Menschen ein sehr spezifisches Bild mit Drogen. Dieses Bild betrifft aber nicht nur das allgemeine Aussehen des Konsumenten und seiner Umgebung sowie seiner Lebensumstände, sondern auch die Drogen per se.

Zumeist geht man davon aus, dass Drogen etwas sind, das man lediglich und ausschließlich auf illegalem Wege beziehen könne. Der Hauch des Verbotenen umweht diese Substanzen. Alles in allem aber ist diese Einschätzung grundlegend falsch. Und dies gilt nicht nur für die reine medizinische, chemische oder biologische Betrachtung der Thematik.

Genussstoffe als Drogen

Drogen sind weitaus mehr als nur Heroin, Kokain, LSD und Haschisch. Selbst viele Genussstoffe des Alltags, die man sich nur schwerlich aus nämlichem wegdenken kann, sind sehr stark abhängig machend und darüber hinaus auch noch sehr schädlich für den Körper und des Organismus.

Nikotin Alkohol Giftstoffe Genussmittel Suchtmittel

Auch Tabak, Alkohol und Kaffee sind Drogen

Wer morgens nichts mehr ohne seinen Kaffee aus dem Bett kommt, der leidet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an einer Abhängigkeit Koffeein gegenüber. Wer in Phase der Trauer auf Schokolade zwecks Aufhellung des Gemütes zurückgreift, ist nicht weniger abhängig als ein Heroin-Süchtiger.

Sicherlich ist die potentielle Gefahr, die von Schokolade ausgeht, wesentlich geringfügiger als die, die der Gebrauch von Heroin mit sich bringt, aber das ändert nichts an dem Faktum, dass es sich bei beiden Substanzen um grundsätzlich eine Abhängigkeit befördernde Stoffe handelt.

Ähnliches gilt auch für raffinierten Zucker, also Glucose im Allgemeinen. Tatsächlich ist dieser Stoff nicht nur sehr schädlich für den Organismus, sondern kann zudem auch zu einer gewissen Sucht führen. Diese mag wesentlich schwächer sein, als eine solche, die von „typischen Rauschgiften“ ausgelöst wird, aber nichtsdestoweniger ist es eine Sucht, die das abhängige Individuum schädigt.

Alles in allem sollte man also nicht allzu schnell mit Urteilen gegenüber Suchtkranken um sich werfen und sich zuvörderst einmal an die eigene Nase fassen. Denn auch Drogen des Alltags sind Drogen.

Kurze Übersicht über „alltägliche Drogen“

  • Kaffee
  • Ritalin
  • Raffinierter Zucker (Süßigkeiten, Backwerk etc.)
  • Schokolade
  • Lösungsmittel
  • Klebstoffe
  • Tabakerzeugnisse
  • Alkohol
  • Tee (schwarz oder grün)
  • Energy Drinks

Drogen als Kulturgüter

Obgleich die Aufmerksamkeit auf den Umstand, dass es sich bei Alkohol und Tabak um zwei immens gefährliche Suchtstoffe handelt, in der Bevölkerung immer mehr ansteigt, sind diese beiden Drogen immer noch tief in der Gesellschaft verwurzelt und etabliert. Insbesondere der Alkohol.

Tabak & Alkohol

Zigaretten und Tabakerzeugnisse finden seit Jahren immer geringere Abnehmerzahlen. Tatsächlich gibt es weltweit kaum ein Land, in dem die Anzahl der aktiven Raucher in den letzten zehn Jahren nicht gesunken wäre. Nur einige wenige Schwellenländer weisen in der Tat leicht steigende Tendenzen auf, was das Rauchen betrifft. Dieser medizinische Erfolg ist zu großen Teilen auf die staatliche Kontrolle bei der Abgabe von solchen Produkten zurückzuführen, die es Abhängigen immer schwerer macht, sich mit Nikotin zu versorgen.

Darüber hinaus nehmen auch immer mehr Menschen den Fakt, dass es kaum etwas ungesünderes gibt, als zu rauchen, in ihren Wissensschatz auf fangen somit erst gar nicht damit an.

Bei Alkohol sieht es allerdings noch etwas anders aus. Dieser Suchtstoff ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst und durch alle Kulturstufen hinweg konsumierte Alkoholika verschiedenster Arten.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es sich auch bei Alkohol um eine Droge handelt. Er mag zwar eine legale Droge sein, aber das macht ihn alles in allem nicht weniger zu einer Droge. Die Langzeiteffekte eines überhöhten Alkoholkonsums sind landläufig bekannt. Jeder hat schon einmal einen Alkoholiker gesehen und weiß darum, was die Droge Alkohol aus einem Menschen machen kann.

Umso schlimmer ist es, dass Alkohol an sich immer und überall in rauen Mengen zur Verfügung steht. Ein Problem, mit dem viele Abhängige anderer Suchtstoffe, die beispielsweise einen Entzug planen, nicht kämpfen müssen. Darum ist es gerade für Alkoholiker sehr schwer, mit ihrer Sucht zu brechen und viele Entzüge scheitern mittelfristig. Selbst das regelmäßig getrunkene sog. „Feierabendbier“ ist bereits ein Zeichen der Alkoholsucht.

Drogen sind also alles in allem durchaus nicht immer nur Substanzen, die einen außergewöhnlich starken und veränderten Zustand des Gemüts oder der Psyche bewirken.

Suchtstoffe im Alltag

Auch sehr alltägliche Dinge wie Kaffee, Tee, Zucker und Co. sind nicht viel mehr als Suchtstoffe. Darum gilt es ganz klar zu unterscheiden, was man zu sich nimmt und was nicht.

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Arbeitssucht (Workaholism)
Pixabay/epicantus

Denn nicht jede Person, die stolz von sich behauptet, sie nehme keinerlei Drogen, berichtet damit die Wahrheit. Trinkt diese Person regelmäßig Kaffee oder isst Bonbons ist sie nicht weniger abhängig, als Menschen, die da nach den typischen Rauschgiften süchtig sind.

Natürlich gilt es hier abermals zu erwähnen, dass Kuchen und Tee nicht so schädlich sind wie Heroin und Meth, aber der Definition nach Drogen sind es nichtsdestotrotz.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Art von „Drogen“, die viele Personen bei Betrachtungen über diese Thematik außer Acht lassen. Hierbei handelt es sich nicht um physisch Stoffe, die auf eine oder die andere Art zu konsumieren sind, sondern um Tätigkeiten und Aktionen, die eine Person nicht unterlassen kann.

Hierbei gilt es jedoch ganz klar zwischen Abhängigkeiten und Zwangsstörungen zu unterscheiden. Bisweilen sind diese Unterscheidungen aber müßig und schwierig und kann man sie nicht genau umreißen.

Wer sich zum Beispiel krankhaft oft die Hände waschen oder desinfizieren muss, der leidet eher an einem Zwang und nicht an einer Abhängigkeit. Personen jedoch, die ohne Bodybuilding oder ihre Arbeit nicht leben können, leiden tendenziell eher an einer Abhängigkeit. Man spricht nicht umsonst vom sog. „Workaholic“. Bei diesem Neologismus handelt es sich um eine Kombination der englischen Worte „work“ und „alcoholic“. Also eine Person, die ihre tägliche Arbeit braucht, wie manch anderer den Alkohol.

Somit sollte man nicht Vergessen, dass nicht alle Drogen in Form von Pillen, Pulvern oder Flüssigkeiten kommen. Manchmal können Suchtstoffe auch als Nahrungsmittel oder Hobby auftreten.

Ursachen von Drogensucht

Welche Ursachen führen zum Missbrauch von Drogen?

Es gibt eine immense Anzahl potentieller Gründe, die ein Individuum dazu verleiten können, Drogen nicht nur auszuprobieren, sondern ihnen gegenüber auch eine dauerhafte Sucht zu entwickeln. Leider sind diese Gründe für Menschen, die nie oder nur auf sehr beschränkte Art und Weise mit Drogen in Kontakt gekommen sind, nur schwer nachzuvollziehen.

Dies schafft nicht selten eine Gewisse Kluft und viele Nicht-Süchtige Gehen grundsätzlich von einer Verderbnis des Charakters oder einer Schwäche des Willens der Person aus, die Opfer einer solchen Sucht wurde. Sicherlich ist das nicht grundsätzlich falsch und auf manch eine Person kann dies durchaus zutreffen, aber grundsätzlich ist eher davon auszugehen, dass Personen, die Opfer einer Sucht werden, andere Gründe dafür haben, als nur eine reine charakterliche Schwäche.

Mehrere Mechanismen

Zudem ist es selten nur ein einziger Grund, der zu einer Abhängigkeit führt. Es sind mehrere ineinandergreifende Mechanismen, die letzten Endes dazu führen, dass ein Individuum einer bestimmten Substanz gegenüber ein derartiges Verlangen entwickelt, dass sich die gesamte Lebensführung darauf ausrichtet.

Man sollte diese Personen also nicht allzu schnell abspeisen und versuchen, sie zu verstehen und ihre Gründe nachzuvollziehen. Dies bietet sich alleine schon deswegen an, weil ein persönliches Verständnis dahingehend, wie Sucht funktioniert, die Chancen mindert, selbst suchtkrank zu werden.

Konkret ausgedrückt ist es also nicht so simpel, dass es ausreicht, nur einen oberflächlichen Grund anzuführen, der schablonenmäßig auf alle Suchtkranken anzuwenden ist. Es ist in aller Regel wesentlich komplizierter als das und man sollte sich auch die Zeit nehmen, diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen. Süchtigen ist nur dann zu helfen, wenn man weiß, wie man mit ihnen umgehen soll.

Eine sich durch die gesamte Gesellschaft ziehende Abneigung gegenüber dieser Personengruppe hilft nicht dabei, das Problem zu lösen und damit die Ursachen zu bekämpfen und auszumerzen. Somit kann jeder Bürger seinen Teil dazu leisten, die Gefahr Sucht zu mindern.

Soziokulturelle Ursachen

Sehr häufig geht eine Suchterkrankung auf soziokulturelle Ursachen zurück. Tatsächlich dürfte dies für die meisten Betroffenen wahr sein. Das heißt aber nicht automatisch, dass die vorliegende Sucht auch auf gesellschaftlich Toleranz stößt.

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pixabay/kordspace

Hierbei gilt es jedoch klar zu differenzieren. Insbesondere was sog. „Kulturdrogen“ angeht und wiederum „Rauschgifte“. Jede Kultur und jede Zivilisation hat ihre Drogen. So ist es seit Alters her und so wird es vermutlich immer sein.

Während Menschen sich in der vorgeschichtlichen Zeit hauptsächlich aus der Natur bedienten, so dürften Tollkirschen und Co. wohl sehr beliebt gewesen sein, wurden die Methoden zur Herstellung von Drogen und Rauschmitteln immer feiner.

Und eine feine Kunst stößt allgemein immer auf großen Anklang. So galten und gelten die Einnahme bestimmter psychotroper Stimulanzen als schick oder nicht weiter verwerflich, wohingegen die Einnahme anderer ähnlicher Substanzen tabu ist. Die Trennlinie hier ist oftmals sehr fein und für kulturfremde Personen nicht immer nachvollziehbar.

So konsumieren beispielsweise viele indianische Völker sehr starke pflanzliche Drogen, die zum Teil wilde Halluzinationen und Rauschzustände verursachen. So etwas wäre in der westlichen Welt undenkbar.

Dagegen trinkt beinahe jeder Erwachsene in unseren Breiten regelmäßig Alkohol und erzeugt auch damit teil sehr gewichtige Rauschzustände. Ein solches Verhalten wäre beispielsweise wiederum auf der arabischen Halbinsel untragbar. Was für eine Personengruppe gilt muss nicht unbedingt auch für eine andere gelten.

Aus diesen Beispielen kann man sehr leicht ersehen, dass es bisweilen vorkommt, dass man bereits mit dem Konsum einer gewissen Droge aufwächst und dahingehend sozialisiert wird, dieselbe als vollkommen normal anzusehen.

Man sollte darum nicht alles für bare Münze nehmen, nur weil alle anderen es ebenso machen. Wer Ursachen einer etwaigen Drogensucht zu bekämpfen sucht, sollte mit jenen Substanzen beginnen, die in seiner korrespondierenden Umwelt am häufigsten vorkommen. Für unsere Breiten wären hier primär Alkohol und immer mehr auch Marihuana zu nennen.

“Falsche Freunde“

Viele suchtkranke Personen schieben ihre Sucht auf „falsche Freunde“ und Gruppendruck. Das mag zu gewissen Teilen gerechtfertigt sein, ist aber wohl alles in allem nur eine mehr oder wenige lausige Ausrede. Schließlich und endlich liegt die Entscheidung zum Einnehmen einer Droge immer beim Individuum selbst und es fällt nicht schwer „Nein“ zu sagen, auch wenn das Umfeld einen bedrängt.

Schlussendlich ließen sich auch die wenigsten Menschen zum Kauf eines Kilos fauler Äpfel überreden, nur weil drei Personen im Supermarkt ihnen wärmstens dazu raten und ihnen klarzumachen versuchen, wie gut und wohlschmeckend diese Früchte sind. Das Beispiel mag zunächst eher an den Haaren herbei gezogen wirken, trifft den Nagel aber auf den Kopf.

Man sollte sich als Mensch nicht von anderen Menschen zu etwas verleiten lassen, von dem man weiß, dass es schlecht für einen ist. Das ist auch beileibe nicht etwa „leichter gesagt als getan“. Manchmal muss man einfach genügend Selbstachtung aufbringen und sich von einer Situation entfernen, wenn sie es verlangt.

Gruppendruck ist sicherlich ein real existierendes Problem, sollte aber auch nicht zu überbewerten sein. Schließlich und endlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.

Insbesondere bei härteren Drogen sollte man darum auf sein Gewissen hören. Dies gilt vornehmlich dann, wenn der Freund oder der Bekannte die vorliegende Droge allzu stark anpreist oder man klar sehen kann, was das Suchtmittel bereits mit ihm angestellt hat. Das sind alles massive Warnsignale. Das beginnt beim Alkohol, pflanzt sich über Cannabis fort und hört bei „harten Drogen“, wie Heroin usw. auf.

Kurzum gesagt sollte man sich selbst treu bleiben und einen harten Kurs einlegen, auch wenn das im Zweifel bedeutet, dass man sein soziales Umfeld überarbeiten muss. Sicherlich ist es aber besser, sich neue Freunde und Bekannte zu suchen, als mittelfristig in die Beschaffungskriminalität abzurutschen, um sich seine Drogensucht zu finanzieren.

Psychologische Faktoren

Neben den hier angeführten doch eher äußerlichen Faktoren spielen natürlich auch psychologische Aspekte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Damit sind allerdings nicht die Veränderungen der Psyche gemeint, die beispielsweise auftreten, wenn Gruppendruck auf ein Individuum ausgeübt wird, sondern unabhängig von Drittpersonen auftretende psychologische Dispositionen.

Hierzu gehören eine horrende Vielzahl etwaiger geistiger Beeinträchtigungen, die dazu führen, dass das betroffenen Individuum eine grundsätzlich höhere Affinität gegenüber süchtig machenden Stoffen aufweist. Hierzu gehören in sehr vielen Fällen chronische seelische Missstimmungen, wie zum Beispiel Depressionen, bipolare Störungen usw.

Dieser Umstand ergibt sich insbesondere daraus, dass an solcherlei Leiden erkrankte Personen zumeist nicht in der Lage dazu sind, mit ihren Emotionen umzugehen. Der unfreiwillige Wechsel derselben und die damit einhergehenden Schwankungen im Befinden sind oftmals eine große Belastung. Daher versuchen viele Personen, diesem Schicksal zu entkommen, indem sie zu einer Droge greifen, die ihnen verspricht, ihr Leid zu lindern.

Krankheit als Ursache

Ähnliche Muster im Verhalten lassen sich darüber hinaus in Bezug auf viele andere psychologische Erkrankungen ausmachen. Tatsächlich gibt es sogar einige Erkrankungen des Geistes, die direkt und unweigerlich dazu führen, dass der Betroffene zu Drogen greift. Hierbei sind insbesondere die Impulskontrollstörung und die Schizophrenie zu nennen.

SchizophrenieBei Impulskontrollstörung hat der Leidende keinerlei Kontrolle, wie es schon im Namen steckt, über das, was er tut. Darum fällt es diesen Menschen sehr schwer oder es ist ihnen unmöglich, bei Drogen nicht zuzugreifen.

Bei einer Schizophrenie ist das Problem weitaus tiefgreifender. Im Rahmen einer solchen Störung kommt es nicht selten dazu, dass die Stimmen, die der Betroffene in seinem Kopf hört, ihm befehlen Drogen zu konsumieren.

Wie man also sehen kann, sind auch in der Psychologie sehr viele Ursachen für einen möglichen Missbrauch von Drogen zu verorten. Tatsächlich spielt eine psychologische Komponente, welcher Ausprägung sie auch sein mag, bei den meisten Suchterkrankungen eine ausschlaggebende Rolle.


Symptome & Anzeichen

Jeder Mensch ist sich über die allgemeinen Symptome bewusst, die eine Sucht nach Drogen nach sich ziehen kann. Zumindest sollte man davon ein mehr oder weniger klares Bild vor Augen haben. Nichtsdestotrotz sollte man bei allem nicht Vergessen, dass nicht jede Art von Drogenmissbrauch auch dieselbe Art von Symptomen nach sich zieht. Es gibt sowohl spezifische, als auch allgemeine Symptome, die stark von der primär konsumierten Droge abhängig zu machen sind. Des Weiteren wirken einige psychotrope Substanzen wesentlich stärker als andere. Das gilt nicht nur für den Rausch, sondern auch für die negativen gesundheitlichen Aspekte, also kurzum die Symptome.

Ein weiterer Faktor, den es bezüglich der Symptome zu berücksichtigen gilt ist außerdem das konsumierende Individuum per se. Schließlich hat auch die persönliche Psyche einen sehr starken Einfluss darauf, wie der Organismus speziellen Rauschgiften gegenüber reagiert. So kann es sein, dass eine Person selbst nach Jahren des Missbrauchs einer psychotropen Substanz geistig immer noch relativ klar und darüber hinaus auch körperlich nur wenig zerfallen ist. Eine andere Person dagegen ist kaum wiederzuerkennen und überdies ein physisches Wrack.

Bei den durch Drogen verursachten Symptomen gilt es also drei wichtige Faktoren zu beachten. Diese sind:

  1. Wirkstoff
  2. Individuum
  3. Zeitraum

Die wenigsten Drogen sorgen umgehend dafür, dass eine dauerhafte physische und / oder psychische Abhängigkeit entsteht. Diese bildet sich meist schleichend und nur im Laufe der Zeit aus. Nichtsdestoweniger sollte man sich keine Illusionen machen und von einer grundsätzlichen Überlegenheit des eigenen Organismus ausgehen. Viele Personen haften dem Irrglauben an, dass gerade sie immun gegen eine Sucht seien und Drogen „einfach mal probieren“ könnten. Das ist in den meisten Fällen falsch. Das Symptom Abhängigkeit kann jeden treffen – außer die Person, die abstinent und frei von Drogen lebt.

Somit bieten Drogen also ein breites Spektrum etwaiger Symptome, die im Folgenden näher beleuchtet werden.

Soziale Symptome

Die sozialen Symptome, die im Rahmen einer Drogensucht auftreten kommen sind zum Teil ebenso gravierend, wie die körperliche Symptome. Schließlich und endlich sollte man nicht vergessen, dass der systematische Missbrauch einer psychotropen Substanz einen meist an den Rand der Gesellschaft abdrängt.

Abbrechen von sozialen Kontakten

Drogen isolieren. Diese Aussage kann man grundsätzlich als gegeben annehmen. Sicherlich gibt es auch Rauschmittel, die man primär in Gesellschaft anderer Personen zu konsumiert, aber inwieweit es sich hierbei um eine gesellige Runde oder nur um eine zweckbedingte Ansammlung suchtkranker Individuen handelt ist eine andere Frage. Selbst bei Festen, auf denen man viel Alkohol konsumiert, beginnt dies zumeist in der Gruppe. Am Ende trinkt jeder für sich alleine. Hierauf kann man beim nächsten Kneipenbesuch durchaus einmal achten.

Nichtsdestotrotz ist es wirklich nicht zu unterschätzen, in welchem horrenden Maße soziale Kontakte und Beziehungen unter einem Drogenkonsum leiden können. Zu Beginn wenden sich die Personen von einem ab, die Drogen gegenüber grundsätzlich negativ und abwehrend eingestellt sind. Damit kann man zumeist noch leben und findet in seinem Rausch auch Mittel und Wege, dieses Verhalten ins Lächerliche zu ziehen. Obgleich das schon ein erstes Symptom einer sich anbahnenden Suchterkrankung darstellt.

Als nächstes bricht man selbst den Kontakt zu den Personen ab, die zu viel fordern. Man ist aufgrund des Konsums, der inzwischen an erster Stelle steht, nicht mehr dazu in der Lage, Termine und / oder Verabredungen wahrzunehmen. Darum schließt man solche erst gar nicht ab oder schlägt Einladungen kategorisch aus. Bisweilen vergisst man solche auch schlicht.

Die eigene Familie bleibt zumeist bis zuletzt für den Betroffenen da, wenngleich sich mit der Zeit auch immer mehr Mitglieder der eigenen Verwandtschaft von einem lösen, da sie, oftmals berechtigterweise, nichts mehr mit dem abhängigen Individuum zu tun haben wollen.

Es stellt weiterdings ein Kuriosum dar, dass meistens nicht die Eltern, sondern die Großeltern die letzte Bastion familiären Kontakts darstellen. Statistisch gesehen brechen Eltern den Kontakt zu ihren drogenkranken Kindern wesentlich häufiger ab, als eben die Großeltern. Es ist überdies nicht selten der Fall, dass Drogensüchtige temporär oder dauerhaft bei letzteren unterkommen.

Bloßstellung und Stigmatisierung

Personen, die „auf Drogen“ sind, legen oftmals ein sehr ungehemmtes Verhalten an den Tag. Es ist ihnen egal, was sie tun, wie sie es tun und vorallem wo sie es tun. Somit kommt es relativ häufig vor, dass stark suchtkranke Personen zur Erregung öffentlichen Ärgernisses beitragen. Insbesondere durch unverdeckten Konsum selbst oder durch direkt daraus resultierendes Verhalten. Insbesondere Drogen, die Halluzinationen und dergleichen hervorrufen, lassen Konsumenten zu Furien werden. In diesem Geisteszustand Sprechen sie wildfremde Leute an, verhalten sich allgemein negativ und auffällig und sind darüber hinaus auch nicht mehr in der Lage Richtig und Falsch voneinander zu unterscheiden.

Gerade bei Personen, die zusätzlich zu ihrer Drogensucht auch noch obdachlos sind, führt ein solches Verhalten darum zu einer regelrechten Brandmarkung durch die Gesellschaft. Entweder hat man Angst vor dieser Person oder meidet sie aus anderen Gründen – selbst wenn sie einmal nicht unter dem Einfluss der sonst konsumierten Droge stehen sollte.

Darüber hinaus sollte man auch das zu erwartende Echo eines solchen Verhaltens in Zeiten der Handykameras nicht unterschätzen. Oftmals werden diese Personen zu den unfreiwilligen Stars irgendwelcher Handyvideos, die nicht selten im Internet landen. Diesen Schaden wird man nie mehr los. Auch das sollte man als Konsument in Hinterkopf behalten. Denn in den Köpfen der Menschen heißt es häufig immer noch: Einmal süchtig, immer süchtig.

Ausstoß aus der Gesellschaft

Die beiden oben ausgeführten Punkte führen im Endeffekt unweigerlich dazu, dass die betroffene Person sich früher oder später nicht nur am Rande der Gesellschaft, sondern vollkommen außerhalb derselben wiederfindet. Der Zugang zu vielen Geschäften und Läden bleibt solchen Personen verwehrt, somit sie nicht mal in der Lage dazu sind, sich mit dem nötigsten einzudecken. Dasselbe gilt auch für den Besuch bei Ärzten, Frisören usw.

Stellt man Menschen dieses Status keinen professionelle Hilfe zur Verfügung droht, insofern nicht ohnehin schon eingetreten, Obdachlosigkeit. Obdachlose Drogenkranke verfügen oftmals nicht über genügend Geld, um sich ihren Fix finanzieren zu können. Daher rutschen sie nicht selten in die Beschaffungskriminalität ab. Besonders Frauen und junge Männer behelfen sich auch mit Prostitution unter zumeist fragwürdigen hygienischen Bedingungen.

Je nachdem wie lange Menschen sich in diesem Zustand befinden kann es vorkommen, dass sie „unter das Radar“ fallen. Ihre Akten auf den Ämtern Gehen verschütt und Freunde und Familie vergessen oder ignorieren sie. Sie leben nur noch für ihre Drogen und können keinen Halt mehr finden, egal was sie tun oder versuchen. Wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss, dass Menschen, die es in ihrer Drogenkarriere soweit gebracht haben, zumeist nichts mehr versuchen.

Kurzzusammenfassung der sozialen Symptome

  • Soziale Isolation
  • Ausstoß aus der Gesellschaft
  • Streichung von staatlichen Hilfeleistungen
  • Beschaffungskriminalität oder Beschaffungsprostitution
  • Obdachlosigkeit
  • Mittellosigkeit
  • Einsamkeit
  • Stigmatisierung als ewiger Drogensüchtiger

Physische Symptome

Natürlich bedingt sich aufgrund einer Drogensucht nicht nur eine soziale Abgrenzung, sondern auch ein physischer Verfall. Dieser ist ebenfalls sehr stark von der jeweilig konsumierten Droge abhängig zu machen. Einige allgemeingültige Symptome lassen sich jedoch durchaus beobachten.

Zahnschäden

Im Rahmen einer Abhängigkeit nach Rauschmitteln kommt es bei beinahe allen Personen früher oder später und unabhängig der konsumierten Substanz zu Schädigungen der Zähne. Dies muss nicht immer primär mit der Droge an sich zusammenhängen. Tatsächlich entstehen solcherlei Schäden auch oftmals dadurch, dass Personen die falschen Prioritäten setzen. Die Zahnhygiene rückt hinter den Konsum zurück. Somit ist dieses Symptom ein oftmals eher schleichender Prozess.

Besonders aber bei der Drogen Crystal Meth verfallen die Zähne der Abhängigen sehr schnell und vorallem irreparabel. Ein Gebiss ist in diesen Fällen die einzige Lösung.

Bedenkt man weiterhin die Tatsache, dass Personen mit stark angegriffenen oder gar keinen Zähnen oftmals nicht dazu in der Lage sind, Nahrung zu zerkauen, ohne dabei massive Schmerzen zu erleiden, ist es nicht weiter verwunderlich, weshalb verhältnismäßig viele Drogensüchtige sehr dünn, wenn nicht sogar untergewichtig sind.

Erhöhte Infektionsgefahr

Dass Drogen das Immunsystem stark angreifen sollte keine allzu große Überraschung sein. Dass sich hierdurch die Chance darauf, sich eine Infektion zuzuziehen massiv erhöht, sollte ebenso nicht weiter verwunderlich sein. Darüber hinaus ist das Immunsystem von Drogenabhängigen oftmals noch durch weitere Leiden geschwächt. Insbesondere hiv, bzw. aids, spielen hierbei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aber auch Erkrankungen wie Hepatitis usw. können sich infolge des Drogenkonsums einstellen. Insbesondere dann, wenn Süchtige spritzen mehrfach benutzen oder untereinander tauschen. Bei oral oder anderweitig konsumierten Drogen ist das Risiko minimal schwächer.

Alles in allem sollte man als Drogenabhängiger also davon ausgehen, dass man in wesentlich höherer Frequenz an einfach Krankheiten leidet als andere Personen.

Geschlechtskrankheiten

Wie bereits erwähnt, verdingen sich viele Starkkonsumenten als Prostituierte, um ihre Sucht zu finanzieren. Dabei sind sie bei der Wahl der Freier oftmals nicht sonderlich wählerisch. Es kommt also durchaus häufig vor, dass Personen, die dergestalt vorgehen, sich Geschlechtskrankheiten zuziehen.

Symptome nach Wirkstoff

Wie bereits mehrfach erwähnt, wirkt jede Droge anders und bedingt somit unterschiedliche Symptomatiken. Darum im Folgenden eine Übersicht über die Typisch auftretenden Symptome der gängigen Drogen.

Marihuana, Cannabis, Haschisch

Diese Art von Drogen ist oftmals eine klassische Einstiegsdroge. Zwar beinahe überall illegal, ist es dennoch keine allzu große Herausforderung, an diesen Stoff zu gelangen. Man kann sie Rauchen, oral aufnehmen oder als Dampf, seltener als Tinktur oder Tee. Darüber hinaus findet sie häufig Anwendung in Kombination mit anderen Drogen wie beispielsweise Alkohol.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

  • Allgemeine Euphorie oder das Gefühle „High“ zu sein
  • Verstärkung der Sinne (insbesondere Gehör und Geschmack)
  • Erhöhter Blutdruck und Herzschlag
  • Rote Augen
  • Trockener Mund
  • Geminderte Koordination
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Fressattacken
  • Stark geminderte Reaktionszeit
  • Paranoide Denkmuster

Langzeitfolgen:

  • Stark beeinträchtigte mentale Fähigkeiten (Verdummung)
  • Verminderung der erbrachten Leistung in Schule und Arbeit
  • Soziale Isolation und Wegfall allgemeiner Interessen

Synthetische Cannabinoide und Cathinone

Drogen, die diese Wirkstoffe enthalten sind in beinahe allen Staaten der Welt verboten. Die allgemeine Wirkung von derlei Substanzen ist nicht vorherzusehen und kann mitunter gravierende Folgen haben. Sie finden nicht selten in direkter Kombination mit Cannabis und Co. Anwendung, um deren Effekt zu verstärken. Teilweise sind diese Wirkstoffe auch in legalen Produkten, wie Badesalz, zu finden. Dadurch kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Personen Badesalz rauchen, um sich einen fix zu verschaffen.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

  • Allgemeine Euphorie oder das Gefühle „High“ zu sein
  • Verschlechterung der Sinne (insbesondere Geschmack)
  • Erhöhter Blutdruck und Herzschlag
  • Halluzinationen
  • Extreme Paranoia
  • Geminderte Koordination
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Erbrechen
  • Stark geminderte Reaktionszeit
  • Starke Verwirrung
  • Delirium
  • Schmerzen in der Brust
  • Krankhaft erhöhter Sexualtrieb
  • Gewalttätige und / oder neurotische Ausbrüche
  • Euphorie

Barbiturate und Benzodiazepine

Diese Drogen werden in der Schulmedizin eigentlich zur Heilung diverser Krankheiten eingesetzt. Nichtsdestotrotz gibt es einige Menschen, die diese Wirkstoffe missbrauchen und als Droge benutzen. Insbesondere um „abzuschalten“.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

Crystal Meth, Kokain und andere Stimulatoren

Drogen wie diese enthalten u.a. Methylphenidat, Methamphetamin oder Amphetamin. Sie dienen dem Konsumenten zumeist dazu, ein „High“ zu erreichen und / oder die Energiereserven aufzufüllen, bzw. zu erweitern. Darüber hinaus sucht man mit solchen Rauschgiften auch oftmals die allgemeine Leistung zu steigern oder das Gewicht zu regulieren.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

“Partydrogen“

Unter sog. „Partydrogen“ versteht man eine ganze Reihe von Substanzen, die insbesondere dazu dienen sollen, eine Party anders und zumeist intensiver wahrnehmen zu können. Prominente Beispiele hierfür sind u.a. Ecstasy, MDMA, Roofies und Ketamine, aber auch Speed und dergleichen.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

  • Halluzinationen
  • Paranoia
  • Schweißausbrüche
  • Muskelkrämpfe und Zähnefletschen
  • Ungehemmtheit
  • Verstärkte Wahrnehmung von Geruch, Geschmack und Tönen
  • Verminderte Koordination
  • Abfall der allgemeinen Wahrnehmung
  • Erweiterte Pupillen
  • Tremor (unfreiwilliges Zittern)

Halluzinogene

Für Halluzinogene fällt es besonders schwer Voraussagen zu treffen, da sie stets anders wirken. Daher sollte man die nachfolgende Liste nur als Richtlinie verstehen. Darüber hinaus kann es im Rahmen einer durch Drogen ausgelösten Halluzination auch zu einem sog. „Horrortrip“ kommen. Diese sind für die Betroffenen nicht selten schwer zu ertragen und können massive Psychische Langzeitschäden, sowie Selbstmord nach sich ziehen. Als Beispiele hierfür dienen LSD und PCP.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

  • Verdrehte und / oder übersteigerte Wahrnehmung der Wirklichkeit (beispielsweise die Empfindung Farben zu hören usw.)
  • Das Gefühl nicht mehr an seinen eigenen Körper gebunden zu sein
  • Plötzliche starke Stimmungsschranken von Euphorie bis Aggression
  • Unfreiwilliges Zittern (Tremor)
  • Erweiterung der Pupillen
  • Flashbacks
  • Wortfindungsstörungen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Apathie gegenüber lauten Geräuschen
  • Krampfanfälle und Koma

Inhalationsdrogen

Drogen, die man inhaliert sind bisweilen eine billige Alternative zu chemischen oder pflanzlichen Drogen. Sie beinhalten zumeist Lösungsmittel. Insbesondere Klebstoffe, Terpentin, Feuerzeuggas, Benzin usw. finden im Rahmen eines solchen Konsums Anwendung. Hierbei gilt es aber zu bedenken, dass diese Stoffe hochgradig toxisch sind und zu teils sehr schweren und dauerhaften Schädigungen des Gehirns führen können.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:

  • Kurz andauernde Euphorie oder ein kurzes „High“
  • Ungehemmtheit
  • Schwindel und Übelkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Augenzucken
  • Verlangsamtes Sprechen
  • Unfreiwilliges Zittern (Tremor)
  • Ausschläge rund um Mund und Nase
  • Verminderte kognitive Fähigkeiten
  • Inkontinenz

Schmerzmittel

Besonders häufig missbraucht werden Schmerzmittel. Insbesondere solche, die Opiate oder Morphine enthalten. Sie wirken sehr stark und sorgen für eine regelrechte Betäubung des Anwenders – daher auch der Name Betäubungsmittelgesetz. Zumeist bedient man sich hierzu Heroin, anderer Opiumprodukte oder Morphium. Die Varianzen sind aber sehr vielfältig.

Anzeichen für einen Konsum sind unter anderem:


Diagnose & Krankheitsverlauf

Es kann bisweilen sehr schwer sein zu evaluieren, ob eine Person tatsächlich physisch oder psychisch abhängig nach einem gewissen Suchtstoff ist oder nicht. Es bedarf daher in der Regel einer sehr tiefgehenden und gründlichen Analyse des potentiell Betroffenen durch einen Psychologen oder einen Psychiater. Zwar sollte man davon ausgehen können, dass die Diagnose „Sucht“ an sich sehr einfach zu stellen ist, aber dem ist oftmals nicht so. Sicherlich ist es sehr einfach festzulegen, ob eine Person zur Zeit der Untersuchung selbst unter dem Einfluss einer Droge steht oder nicht. Was allerdings nicht so leicht zu determinieren ist, ist der Umstand, warum es zu einer Sucht kam und ob diese überhaupt vorhanden ist. Es kommt zwar nur sehr selten vor, aber in gewissen Fällen kann es durchaus sein, dass eine Person sich eine Sucht nur einredet und imgrunde keine wirkliche Abhängigkeit besteht.

Eine Diagnose als solche ist zudem meist eine Kombination aus der soeben erwähnten psychologischen Analyse und einer schulmedizinischen, bzw. klinischen Vorgehensweise. Letztere dient dabei primär dazu festzustellen, welche Drogen und vorallem in welcher Anzahl im Blut oder in den Haaren nachweisbar sind. Ein solches Vorgehen ist insbesondere dann nötig, wenn es sich bei dem zu behandelnden Patienten um eine Zwangseinweisung handelt oder die betreffende Person, wieso auch immer, entweder nicht in der Lage oder nicht willens ist, Auskünfte über das vorliegende Problem zu erteilen.

Es steht dem behandelnden Psychologen oder Psychiater ein vorgefertigter und international zur Anwendung kommender Test zur Verfügung, der ihm dabei hilft zu determinieren, ob sein Patient ggf. drogenabhängig ist. Darüber hinaus kann dieser Test auch dabei helfen herauszufinden, ob man selbst ein Problem mit Drogen hat. Also eine Art Selbsttest. Sollte das Ergebnis positiver Natur sein, also stark in die Richtung einer Abhängigkeit deuten, dann ist es höchste Zeit, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Beispiel eines solchen Tests

  • Nehmen sie oftmals wesentlich mehr von der Droge über einen festgesetzten Zeitraum hinweg ein, als Sie eigentlich beabsichtigt haben?
  • Wollen Sie den Konsum reduzieren oder ganz damit aufhören, waren aber bis, trotz ernsthafter Versuche, jetzt außer Stande dazu?
  • Verbringen Sie den größten Teil ihrer Zeit damit, sich die Droge entweder zu beschaffen, sie zu konsumieren oder sich von den Folgen des Konsums zu erholen?
  • Haben Sie oftmals ein immens starkes Verlangen nach der Droge (Suchtdruck), das alle anderen Gedanken und Gelüste übertüncht?
  • Ist es Ihnen aufgrund Ihres Drogenkonsums nicht mehr möglich an Sie gestellte Anforderungen zu erfüllen?
  • Nehmen Sie die Droge weiterhin ein, obschon Sie wissen, dass der Konsum derselben nichts weiter als negative Effekte auf Ihr Leben hat?
  • Stellen Sie Hobbys, Freunde, Arbeit und sonstiges hinten an, um mehr Zeit für den Konsum der Drogen zu haben?
  • Nehmen Sie die Droge auch, wenn Sie wissen, dass es die Situation, in der Sie sich befinden, gefährlicher macht? Insbesondere während des Autofahrens oder der Bedienung schwerer Maschinen?
  • Sind Sie unfähig, die Droge nicht zu konsumieren, obschon Sie wissen, dass Sie durch die Substanz physische oder psychische Schäden davontragen können?
  • Entwickeln Sie nach und nach eine Toleranz gegenüber der Droge, die es notwendig macht, dass sie stets mehr und mehr davon konsumieren, um den gleichen Effekt erzielen zu können?
  • Leiden Sie unter psychischen und / oder physischen Entzugserscheinungen, wenn Sie die Droge über einen längeren Zeitraum hinweg nicht konsumieren oder eine ähnliche Droge zu sich nehmen?

Sollte man eine oder mehr der oben genannten Fragen mit „Ja“ beantworten legt dies sehr nahe, dass man entweder bereits Drogensüchtig ist oder sich auf dem besten Wege dahin befindet. Darum ist es immens wichtig, dass man sich dahingehend behandeln, bzw. untersuchen lässt, um schlimmeres bereits im Vorfeld verhindern zu können.

Verlauf der Krankheit

Wie man der Lektüre der vorangegangenen Ausführungen bereits entnehmen konnte, ist es sehr schwierig, einen allgemeinen Verlauf für eine Drogensucht zu definieren. Dies ist vorallem darum der Fall, da jede Sucht schlicht und einfach anders verläuft. Hierbei kommt es darüber hinaus nicht ausschließlich auf die konsumierten Drogen, sondern auch auf das konsumierende Individuum an. Denn gerade die Psyche spielt hierbei eine immens wichtige und nicht zu unterschätzende Rolle. Personen mit einer grundsätzlich sehr gefestigten und starken Psyche weisen weitaus geringere Chancen auf, an einer nachhaltigen Sucht zu erkranken. Vornehmlich aber ist dies der Fall, da Menschen mit einer starken Psyche und einem damit einhergehenden gesunden Selbstbewusstsein von Vorneherein „Nein“ zu Drogen sagen.

Sollte man irgendwie dennoch in den Sog der Sucht gerutscht sein, kann es sehr schwierig werden, demselben zu entkommen. Womit man rechnen muss ist, dass man nicht ohne Folgeschäden aus der Sache herauskommen kann. Hierbei ist es egal, ob es sich um sog. „leichte“ oder oder „harte“ Drogen handelt. Cannabis und Co. haben ebenso negative Langzeitfolgen, wie Heroin und Morphium. Das sollte man nicht vergessen. Gerade angesichts der Tatsache, dass viele Leute dazu tendieren, Marihuana und dergleichen zu verharmlosen.

In den meisten Fällen beginnt eine Sucht mehr oder minder schleichend. Zuerst nimmt man nur ein weniges der Droge und dies reicht einem auch. Der Körper bildet aber Resistenzen aus und es bedarf immer mehr des Wirkstoffes, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen, wie beim ersten Mal. Gleichwohl man den ersten Rausch in seiner Intensität nie mehr zu rekreieren imstande ist. Ist diese Phase erreicht, wird es zunehmend kritisch. Der Süchtige beginnt nur noch für die Droge zu leben. Nicht selten verliert er Haus, Familie, Freunde, Beruf und Geld und rutscht in die Beschaffungskriminalität ab. Erfährt er keine Hilfe durch staatliche Organisationen, ist es schwer diesem Kreislauf zu entkommen.

Leichter und schwerer Verlauf

Dass jedwede Art von Sucht schlecht und darüber hinaus zu vermeiden ist, ist ein indiskutables Faktum, an dem man nicht rütteln kann. Zumindest gilt dies von einem rein medizinischen Standpunkt. Darum ist es imgrunde auch nicht von allzu großem medizinischen Interesse, ob es sich nun um einen besonders schweren oder besonders starken Verlauf handelt. Verlauf ist Verlauf und Sucht ist Sucht. Sicherlich muss man die Behandlung dem Schweregrad angemessen anpassen und ggf. die Therapieansätze ändern, aber am Ende des Tages jeder Suchtkranker primär das, eben ein Suchtkranker. Es ist beinahe unmöglich dahingehende Abstufungen vorzunehmen. Das würde der Sache nicht gerecht.

Gerade bei Drogen wie Cannabis, Gras usw. kommt es vor, dass regelmäßige Konsumenten die Gefahren dieser Suchtstoffe verharmlosen. Auch der gegenwärtige Trend hin zur Legalisierung von Marihuana und Co. ist alles in allem eher bedenklich.Zwar attestieren viele Wissenschaftler diesem Suchtmittel, dass es weniger aggressiv macht, als beispielsweise Alkohol, aber das ändert nichts an dem Umstand, dass es eine Droge ist. Und auf solche sollte man generell verzichten und keine fadenscheinigen Gründe dafür suchen, warum und weswegen das eine Rauschgift besser und verträglicher ist als das andere. Denn gerade mit den vorliegenden Drogen verbinden nicht wenige Leute eine eher „leichte“ Sucht. Das mag auch stimmen, wenn man einen direkten Vergleich zu Heroin einstellt. Dennoch ist die Droge nicht harmlos. Gravierende Langzeitschäden können auch hierbei auftreten.

Besonders tragische Verläufe nehmen oftmals Süchte nach Heroin oder Crystal Meth. Diese Drogen wirken sehr schnell und darüber hinaus sehr destruktiv auf den menschlichen Körper ein. Sie zerstören die komplette Gesundheit und sparen dabei auch die Psyche nicht aus. So enden Dauerkonsumenten dieser Stoffe nicht selten als zombieähnliche Kreaturen, die unfähig sind zu denken oder sich selbst zu versorgen. Eine lebenslange Pflegebedürftigkeit stell sich infolgedessen ein. Alles in allem ist also jedwede Sucht grundsätzlich bedenklich.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Bei der Häufigkeit der Drogensucht gilt es abermals einige wichtige Faktoren voneinander zu unterscheiden. Hierzu gehören insbesondere der kulturelle und der gesetzliche Faktor. Denn, wie bereits erwähnt, nicht jede Droge wird mit Argwohn beäugt. Bisweilen kommt es vor, dass eine süchtig machende Substanz tief in der Kultur des jeweiligen Landes verwurzelt ist. Hierzulande ist dies etwa mit Alkohol der Fall. Unter solchen Umständen kommt es nicht selten vor, dass der Konsum der korrespondierenden Substanz sogar noch gefördert wird. Entweder durch Werbung oder durch Rituale. Natürlich entwickelt sich nicht für jeden Konsumenten dieser Kulturdrogen, sofort eine Abhängigkeit. Aber Abhängigkeit und Sucht sind in diesem Falle weniger ausschlaggebend als die reine Tatsache, dass man generell auf süchtig machende Stoffe verzichten sollten, ob sie nun kulturell verwurzelt sind oder ob man denkt seinen Konsum unter der Kandare halten zu können oder nicht.

Das macht es sehr schwer allgemeine Zahlen und Daten diesbezüglich zu erheben. Insbesondere auf internationalem oder globalem Niveau. Denn nicht nur weiß man um viele Suchtkranke nicht, weil sie sich nicht behandeln lassen und also auch nicht statistisch erfasst werden können und zum anderen färben sich einige Nationen ihre Zahlen von Drogenabhängigen sehr schön ein, um international gut dazustehen. Darüber hinaus muss man noch das nun bereits mehrfach erwähnte Faktum mit einbeziehen, dass es sich nicht bei jeder Droge um eine Droge nach juristischer Definition handelt. Der Konsum von Alkohol im Jemen ist beinahe ähnlich gravierend wie der Konsum von Heroin hierzulande. Das verzerrt nicht nur das Bild und die Statistiken, sondern schafft auf eine gewissen Intransparenz, was die allgemeine Prävalenz der Abhängigkeit nach Drogen angeht.

Allgemein lässt sich jedoch mit relativer Sicherheit feststellen, dass der Drogenkonsum in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen hat. Insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das ist eine bedenkliche Tendenz, vorallem deswegen, weil sie gleich zu den „harten“ Drogen wie Crystal Meth greifen und darauf hängen bleiben.

Diagnosedaten

Die aus einer Diagnose gewonnenen Daten sind in Bezug auf eine Drogensucht eher zu vernachlässigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht von Belang wären. Dies bedeutet einzig und allein, dass die Diagnose als solche in diesem speziellen Fall von nicht allzu großer Wichtigkeit ist. Dieser Umstand ergibt daraus, dass der Geschädigte selbst meist alle Informationen zur Verfügung stellen kann, derer es bedarf, um eine passende und probate Behandlung in die Wege zu leiten.

Lediglich wenn der Fall eintritt, dass das zu behandelnde Individuum nicht mehr selbstständig dazu in der Lage ist, dem zuständigen Mediziner mitzuteilen, welche Drogen eingenommen wurden und in welchen Mengen – dann ist es erforderlich, dass man sich klinischer Tests bedient. Hierbei entnimmt man in aller Regel Blutproben, die man wiederum nach den gängigen psychotropen Substanzen untersucht. In aller Regel sind diese Tests sehr erfolgreich und führen zum richtigen Ergebnis. Gerade wenn eine Person gegen ihren eigenen Willen in eine geschlossene Anstalt oder ein Krankenhaus eingeliefert wurde, sind diese Art von Untersuchungen unerlässlich. Zwangseingewiesene Patienten sind in aller Regel nicht besonders auskunftsfreudig, insofern sie überhaupt noch in der Lage sind zu Sprechen. Ähnliches gilt für bewusstlos aufgefundene Personen, die in ein Krankenhaus kommen.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass die klinischen Diagnosedaten, die zumeist im Rahmen eines Bluttests zu ermitteln sind, in aller Regel sehr genaue Auskünfte darüber liefern, welche Drogen der Betroffene konsumiert hat und wie lange. Sollte man, aus welchen Gründen auch immer, einen länger zurückliegenden Drogenmissbrauch feststellen wollen, so ist eine Probe der Haare zu entnehmen. Hierin lassen sich Drogen teilweise bis zu 100 Tagen nach der Einnahme noch nachweisen. Darüber hinaus liefert auch die psychologische Evaluation der Patienten zumeist wichtige Aufschlüsse über das Verhalten gegenüber Suchtmitteln und trägt damit dazu bei, die Lage aufzuklären bzw. Licht ins Dunkle zu bringen.


Komplikationen bei der Krankheit

Mit den etwaig im Rahmen einer Drogensucht auftretenden Komplikationen ließen sich ganze Bände füllen. Jedwede Droge bedingt eine andere Art von Komplikationen, wie auch jedwede Droge eine komplett andere Art von Rauschzuständen auslöst. Behält man dies im Hinterkopf weiß man, wie schwer es ist, allgemeingültige Aussagen zu dieser Thematik zu treffen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige Komplikationen, die entweder in besonders hoher Frequenz zu beobachten sind oder die bei nahezu allen Arten des Rauschgiftkonsums so oder so ähnlich vorkommen.

Alles in allem sollte man auch den Fakt nicht Vergessen, dass gerade der Mischkonsum von Drogen ein immenses und nicht vorhersehbares Risiko birgt. Überhaupt ist das Risiko des Drogenkonsums immer sehr schwer abzuschätzen. Man weiß oftmals schlicht nicht was man bekommt. Aufgrund der Illegalität der meisten Substanzen liegt natürlich keine staatliche Qualitätssicherung vor. Damit haben die Hersteller und Erzeuger der Drogen freie Hand, was die Inhaltsstoffe angeht. Tatsächlich konnte im Rahmen einer aus dem Jahre 2010 stammenden Studie nachgewiesen werden, dass die Qualität der meisten Drogen in den letzten 40 Jahren stark nachgelassen hat. Insbesondere Rauschgifte, die in pulverisierter Form darzureichen sind, beinhalten nicht selten extrem ungesunde und toxische Fremdkörper. Darunter u.a. Sägemehl, Backpulver, zerkleinerte CDs, Tierkot, chemische Salze usw. Dies in Kombination mit der ohnehin schon desaströsen Wirkung der Drogen sorgt dafür, dass Rauschmittel heutzutage ein wesentlich größeres Risiko für die Gesundheit des Konsumenten darstellen als noch vor einigen Jahrzehnten.

Dasselbe gilt übrigens auch für Cannabis und Co. Die heute zur Verfügung stehenden Pflanzen sind immens überzüchtet und haben nichts mehr mit denen zu tun, die während der Flower Power Bewegung populär waren. Sie sind wesentlich stärker und aggressiver. Dies gilt im übrigen für beinahe alle Drogen.
Zusammenfassend also ist zu sagen, dass sämtliche Rauschgifte ein grundsätzlich sehr großes Risiko dahingehend bergen, etwaige teils gravierende Komplikationen verursachen zu können.

Übersicht über spezifische Komplikationen

  • Methamphetamine, Opiate und Kokain
    Diese Drogen sind allesamt hochgradig abhängig machend und führen darüber hinaus zu einer Vielzahl etwaiger langzeitlicher oder kurzzeitlicher Folgeschäden. Insbesondere die Herausbildung psychotischer Züge ist hierbei zu erwähnen. Selbst Schizophrenien können sich im Rahmen eines Konsums dieser Substanzen einstellen. Des Weiteren kommt es auch nicht selten zu Krampfanfällen oder zu einer tödlichen Überdosierung.
  • GHB und Flunitrazepam
    da es sich hierbei primär um Sedativa handelt sorgen sie in erster Linie für eine Beruhigung und Betäubung des Organismus. Das wäre grundsätzlich nichts Schlimmes, wenn diese Stoffe im Rahmen einer schulmedizinisch verordneten Behandlung zum Einsatz kämen. Als Droge genommen jedoch, sind die Effekte auf den Körper zumeist durchweg negativer Natur. Darüber hinaus benutzt man diese meist in flüssiger Form vorliegenden Drogen als sogenannte „K.O.-Tropfen“, sprich man wendet sie im Rahmen einer Vergewaltigung an. Etwaige unmittelbare Folgen sind komatöse Zustände, Krampfanfälle oder das Eintreten des Todes. In Verbindung mit Alkohol erschweren sich die Komplikationen meist merklich.
  • Ecstasy und MDMA
    Diese Drogen Gehen nicht selten mit einer massiven Dehydration einher. Dies liegt zum einen daran, dass Konsumenten keinen Bedarf zur Aufnahme von Flüssigkeit verspüren und zum anderen daran, dass sie eine aufputschende Wirkung haben, die mit verstärkter Aktivität und also verstärkter Absonderung von Schweiß einhergeht. Weitere Komplikationen sind unter anderem noch Krampfanfälle und eine Minderversorgung des Körpers. Zusätzlich kommt es bei einem langanhaltenden Missbrauch dieser Substanzen zumeist zu starken Schädigungen des Gehirns.Darüber hinaus bieten die „Partydrogen“ noch ein weiteres immenses Risiko. Wie bereits erwähnt, kann man sich über die genauen Bestandteile dieser Drogen nicht sicher sein. Da sie meist direkt in der Diskothek oder dem Konzert angeboten werden, ist man darüber hinaus auch zumeist nicht mit dem Dealer vertraut und ist ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Somit ist es also möglich, dass man eine hochtoxische Substanz erwirbt und konsumiert.

Weitere lebensverändernde Komplikationen

  • Sich eine Infektionskrankheit zuziehen
    Wie bereits erwähnt, ist es für drogenabhängige Menschen weitaus einfacher, sich mit einer Krankheit zu infizieren. Dies liegt zum einen an deren geschwächtem Immunsystem und zum anderen an der Tatsache, dass man oftmals schlecht gereinigtes Besteck zum Konsumieren benutzt. Insbesondere hiv ist eine häufig anzutreffende Erkrankung in Drogenkreisen.
  • Unfälle
    Personen auf Drogen sind oftmals nur schwer berechenbar und nehmen ihre Umwelt nicht mehr korrekt wahr. Hierdurch stellen sie eine nicht kleinzuredende Gefahr für den Straßenverkehr dar. Sowohl als Autofahrer, wie auch als Fußgänger.
  • Selbstmord
    Die Selbstmordrate unter Drogensüchtigen ist immens hoch. Dies lässt sich auf viele verschiedene Gründe zurückführen. Zumeist ist ein drogenabhängiger Freitod eine mehr oder wenige spontane Reaktion in einem Moment der Klarheit. Sollte ein Betroffener, während er nüchtern ist, realisieren, was er sich selbst, seinem Umfeld usw. angetan hat, kommt es nicht selten zu spontanen Selbsttötungen.
  • Familiäre Probleme
    Probleme innerhalb der Familie bleiben bei einer Drogensucht oftmals nicht aus. Scheidungen und Sorgerechtsverfahren sind dabei häufig noch geringere Übel. Aggressivität und Gewalt sind weitaus gravierender.
  • Probleme am Arbeitsplatz
    Drogensüchtige funktionieren nicht mehr richtig und sind darüber hinaus wenig Leistungsfähigkeit. Dieser Umstand schlägt sich natürlich auch negativ auf deren Arbeit nieder. Sie können ihr zumeist nicht mehr korrekt nachkommen, was nicht selten in einer Entlassung endet.
  • Probleme in der Schule / Universität
    Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei Problemen am Arbeitsplatz. Süchtige sind nahezu niemals in der Lage dazu, eine konstant hohe und zufriedenstellende Leistung zu vollbringen. Darum nehmen die Noten stets ab und es kann sogar zu einem Ausschluss aus der Lehranstalt kommen.
  • Probleme mit dem Gesetz
    Die meisten Drogen sind illegal. Damit macht man sich meist strafbar, wenn man sie besitzt, erwirbt oder verkauft. Darüber hinaus kommt an dieser Stelle auch die bereits schon mehrfach erwähnte Beschaffungskriminalität ins Spiel. Also alles ein Teufelskreis.

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

Es ist keine Schande, aufgrund seiner Drogenabhängig einen Arzt zu konsultieren. Eher im Gegenteil. Es wäre eine Schande und ein Zeichen eines schwachen Charakters an dieser Stelle keinerlei Hilfe in Anspruch zu nehmen. Darum ist grundsätzlich jedem zu raten, einen Arzt aufzusuchen, selbst wenn sich nur die kleinsten Zeichen einer Sucht einstellen. Vorsicht ist hier, wie bei allen anderen Krankheiten auch, besser als Nachsicht.

Leider haben Drogenabhängige die grundlegende Tendenz dazu, sich bezüglich ihrer Sucht nicht helfen lassen zu wollen. Das ist zwar schade, aber leider ein Faktum. Tatsächlich kommt es nicht selten vor, dass sie, obschon sie alles verloren haben, noch immer der festen Überzeugung sind, sie könnten ihre Leben noch rumreißen und jederzeit aufhören. Diese Illusion bleibt oftmals bis ganz zuletzt erhalten. Darum kann es wichtig sein, dass Familienangehörige und Freunde den betroffen freundlich aber bestimmt auf seine Sucht aufmerksam machen und ihn dazu auffordern, eine Therapie anzustreben, mit deren Hilfe es ihm möglich ist, seine Sucht zu überwinden und von den Drogen frei zu kommen.

So etwas lässt sich beispielsweise im Rahmen einer sog. „Intervention“ bewerkstelligen. Diesem aus den USA stammenden Modell liegt die Idee zugrunde, dass sich alle besorgten Verwandten und Freunde bei dem Suchtkranken einfinden und ihm erzählen, wie sehr er sich aufgrund seiner Sucht verändert hat usw. Bisweilen lassen sich auf diese Art und Weise sehr große Erfolge erzielen. Insbesondere wenn es darum geht, den Willen im Abhängigen selbst zu entfachen, sich seinem Problem zu stellen. Denn einer erfolgreichen Therapie muss immer der eiserne Wille vorausgehen, diese auch wirklich durchhalten zu wollen. Alles andere endet zumeist in nichts von Dauer.

Alles in allem lässt sich also zusammenfassen, dass es absolut notwendig ist, einen Arzt zu konsultieren, wenn man selbst oder die Familie, bzw. das nähere Umfeld dazu eine Veranlassung sehen.

Mythos Zwangseinweisung

Viele Leute verlassen sich darauf, dass sie, falls alle Stricke reißen sollten, einen drogensüchtigen Bekannten oder Freund zwangseinweisen lassen können. Das ist tendenziell eher ein Trugschluss. Zumindest ist es nicht so einfach, wie viele Menschen es sich vorstellen. Es bedarf weitaus mehr, als nur einer einfachen Abhängigkeit, damit man eine Person in eine geschlossene Anstalt schicken kann. Um dies zu bewerkstelligen müssen einige Faktoren erfüllt sein.

Zunächst einmal ist es faktisch unmöglich als Nicht-Familienmitglied eine Zwangseinweisung zu erwirken. Und selbst hierbei ist es noch von essentieller Wichtigkeit, dass die Person näher verwandt ist. Selbst Cousins und Großtanten haben kaum eine Chance, was das angeht. Die größten Chancen haben Eltern oder Geschwister sowie Ehepartner und Kinder. Selbst feste Partner ohne Trauschein haben nur eine verhältnismäßig geringe Chance darauf, eine zwangsweise Unterbringung in einer Anstalt zu erwirken.

Des Weiteren müssen einige weitere Faktoren gegeben sein. Der Betroffene muss entweder anderen Personen oder sich selbst im Zustand des Drogenrausches Schaden zugefügt haben. Hierbei gelten in bedingtem Maße auch Sachbeschädigungen. Liegt eine solche Gefahr anderer oder eine Selbstgefährdung nicht vor und kann darüber hinaus kein Besitz von Drogen nachgewiesen werden, ist es beinahe unmöglich, eine Person gegen ihren Willen einweisen zu lassen. Das System mag seine negativen Seiten haben, alles in allem ist es aber gut. Schließlich und endlich könnte sonst jeder jeden nach seinem eigenen Gutdünken einweisen lassen.

Zusammenfassend lässt sich also bemerken, dass eine Zwangseinweisung , so vielversprechend si auch wirken mag, oftmals kein gutes Mittel ist. Erstens reagieren viele Abhängige sehr trotzig, wenn man sie in eine Anstalt zwingt und zweitens werden sie sehr schnell wieder entlassen, wenn keine Gefahr im Verzug ist und auch sonst wenig Wille zu einer Kooperation besteht. Eine Intervention nach amerikanischem Vorbild ist daher ein Mittel, das mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt.

Risikofaktoren

Darüber hinaus gibt es einige Risikofaktoren, die das Entstehen einer Sucht eventuell begünstigen können. Liegen einer oder mehrere dieser Faktoren vor, kann es nützlich sein, sie präventiv von einem Mediziner beraten zu lassen, was man selbst unternehmen kann, um diese Faktoren zu erkennen und auszumerzen oder zumindest zu minimieren.

  • Familiäre Vorbelastung
    In manchen Familien treten gehäuft Suchterkrankungen auf. Zwar sind die Mechanismen dahinter noch nicht komplett verstanden, man kann aber allgemein hin davon ausgehen, dass es genetische Gründe hat. Somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass es genetische Kombinationen gibt, die das Auftreten einer Sucht, gleichwohl welcher Ausprägung sie auch sein mag, wahrscheinlicher machen. Besonders betroffene Eltern oder Geschwister sind ein Indikator dafür, dass man selbst auch erhöhte Gefahr läuft, an einem solchen Leiden zu erkranken.
  • Geschlecht
    Den meisten Statistiken ist es unmissverständlich zu entnehmen, dass die Majorität von Suchterkrankten männlichen Geschlechts sind. Die genauen Gründe hierfür sind nicht bekannt, die Zahlen Sprechen aber für sich. Dennoch gibt es auch viele Frauen, die unter Drogenproblemen leiden.
  • Diverse psychologische Leiden
    Einige psychologische Störungen machen es sehr wahrscheinlich, dass der Betroffene zu Drogen greift. Hierunter zählen insbesondere Depressionen, adhs oder ptsd.
  • Gruppendruck
    Wie bereits erwähnt, kann auch Gruppendruck eine Rolle dabei spielen, wenn es um das Entwickeln einer Sucht geht. Hierauf sollte man sich allerdings nicht ausruhen. Denn schließlich und endlich hat jedes Individuum die Chance die ihm angebotenen Drogen nicht anzunehmen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung einer Drogensucht gilt es zunächst zu klären, welche Art der Sucht vorliegt und wonach der Betroffene süchtig ist. Nicht jede Drogensucht spricht gleich gut auf jede Art der Behandlung an. Die einzige Konstante, die jedoch jedem Therapieansatz innewohnt ist jene, dass der zu behandelnde Abhängige einen reellen Willen aufzeigt, mit seiner Sucht abzuschließen. Ist dieser dazu nämlich unterbewusst nicht bereit, so sollte es niemanden verwundern, dass die beste Behandlung nicht anschlagen kann. Die wichtigste Komponente, wenn es darum geht, eine Sucht zu überwinden, ist der eigene Wille dazu, dies auch wirklich zu wollen. Alles andere ist wenig nützlich und führt am Ende zu keinem nennenswerten oder dauernden Erfolg.

Darüber hinaus sollte man sich immer der Tatsache bewusst sein, besonders als Elternteil oder Ehepartner, dass eine Zwangstherapie meist nur sehr wenig nützt und äußerst selten von Erfolg gekrönt ist. Gleichwohl wie attraktiv diese Lösung für das geplagte Umfeld auch auf kurze Sicht wirken mag. Eine behutsame Hinführung des Individuums an eine Therapie ist hierbei wesentlich sinnvoller und verspricht zudem dauernde Erfolge, die über eine kurze Ruhigstellung der Symptome und Auswüchse der Sucht hinausgehen. Alles in allem also sollte man nichts überstürzen und versuchen, dem Erkrankten einen Spiegel vorzuhalten und sich selbst zu erkennen. Auch wenn dies nicht selten sehr kompliziert und wenig fruchtbringend erscheint.

Alles in allem also ist eine zunächst schonend beginnende Therapie wohl das beste. Das bedeutet allerdings nicht, dass der physische Entzug, der in den meisten Fällen alles andere als schonend ist, hierbei zu vernachlässigen sei. Mit Sicherheit ist dies nicht der Fall. Das schonende Moment der Therapie bezieht sich eher darauf, den Betroffenen langsam an die Änderung heranzuführen und ihn nicht zu überfordern. Überforderung bedeutet nämlich Stress und Stress wiederum führt zu Ablehnung und eine Ablehnung der Therapie ist gleichbedeutend mit einem Scheitern derselben.

Detox und Entzug

Wie gerade angeführt, sollte das Hauptaugenmerk einer Therapie zunächst darauf liegen, die Drogen aus dem System des Suchtkranken zu spülen. Hierfür ist es wichtig, dass er einen Entzug durchführt. Zumeist kann man einen solchen nicht auf sich allein gestellt durchhalten und braucht deshalb ärztliche Unterstützung und Betreuung. Entzüge können sehr fordernd sein und enden bisweilen sogar tödlich, obschon dies nur vergleichsweise selten vorkommt. Das Hauptaugenmerk eines Entzuges liegt darauf, die Drogen so schnell und so sicher aus dem System des Betroffenen zu bekommen als irgend möglich.

Des Weiteren unterscheidet man zwischen zwei grundlegenden Varianten, auf die man einen Entzug durchführen kann. Hierbei handelt es sich um eine graduale Variante oder um den sog. „kalten Entzug“, allgemein hin auch oftmals als „Cold Turkey“ bezeichnet.

Bei ersterem Vorgehen versorgt man den Patienten mit den Drogen seiner Wahl achtet aber darauf, dass dieselben immer in immer geringer werdenden Dosen gereicht werden. Hierdurch soll dem Patienten ein möglichst leichter und schonender Austritt aus der Sucht ermöglicht werden. Diese Methode hat zwar einige Vorteile ist aber alles in allem eher unbeliebt. Dies liegt vorallem an der immensen Länge dieses Ansatzes sowie an dem Umstand, dass er recht kostspielig ist. Darüber hinaus ist es auch nicht immer ethisch vertretbar, einen suchtkranken Menschen im Rahmen der medizinischen Versorgung mit teilweise doch sehr starken Drogen zu versorgen. Nicht zuletzt deswegen stößt man hin und wieder auch auf sog. „Methadon-Programme“. Bei dem Stoff Methadon handelt es sich um eine Ersatzdroge, die gereicht oder verschrieben wird, um die schlimmsten Entzugserscheinungen zu mindern, ohne dabei jedoch einen Rausch zu erzeugen.

Beim kalten Entzug reicht man dem Süchtigen schlicht keine Drogen mehr und hält ihn währenddessen unter strikter Beobachtung. Im Rahmen dieser Variante des Detox kommt es bisweilen zu schrecklichen Bildern. Krampfanfälle, Schweißausbrüche, Zuckungen und spontane Schmerzen sind hierbei an der Tagesordnung.

Psychologische Betreuung

Vor und nach sowie während des Entzuges ist es von essentieller Wichtigkeit, dass der Betroffene psychologisch betreut wird. Bleibt eine solche Betreuung aus, gefährdet dies nicht nur den Entzug selbst, sondern auch die Bemühungen von den Drogen wegzukommen im Allgemeinen.

Da viele Suchtkranke jedoch, wie bereits schon mehrfach erwähnt, sehr abweisend auf Bemühung ihnen zu helfen reagieren, ist es von ausschlaggebender Wichtigkeit, dass der zuständige Psychologe oder Psychiater, unter dessen Aufsicht die Therapie stattfindet, dem Erkrankten sympathisch ist. Sicherlich kann man sich das nicht immer aussuchen, aber insofern mehrere Personen zur Behandlung zur Verfügung stehen, sollte man durchaus hierauf achten. Ist dies nicht der Fall, muss man schlicht mit den Mitteln arbeiten, die man eben hat.

Eine Therapie ist meist auf eine Mindestlänge von drei Monaten konzipiert. So lange braucht man in aller Regel, um einen Entzug erfolgreich zu überstehen und sich darüber hinaus auch etwas zu stabilisieren. Schließlich nutzt es nichts, wenn man einige Tage clean ist, dann in die Freiheit entlassen wird und sofort die nächste Chance nutzt, um wieder zu konsumieren. Auch hierzu leistet die Therapie einen großen Anteil. Sie versucht dem Patienten zu vermitteln, warum es so wichtig ist, mit diesem Laster zu brechen.

Nicht selten bittet man auch Angehörige der engsten Familie, Freunde und Lebenspartner zu vereinzelten Therapiesitzungen. Dies dient zum einen der Aufklärung und zu anderen dazu, dass der Betroffene noch einmal vor Augen geführt bekommt, wie sehr er sein nächstes Umfeld durch seine beschädigt oder belastet hat. Hierbei handelt es sich um ein nicht zu unterschätzendes Mittel, das oftmals große Wirkung zeigt. Vorallem dann, wenn der Entzug bereits hinter dem Patienten liegt und selbiger wieder halbwegs klar denken kann. In solchen Fällen kann diese Art der Gruppentherapie der sprichwörtliche „Tritt in den Hintern“ des Patienten sein, dessen er so dringend bedarf.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Vorbeugung ist ein ein wichtiges Feld im Kampf gegen Drogen. Darum ist Drogenprävention auch ein weltweit und in jedem Staat der Erde auftretendes Phänomen. Jedoch verfolgt jedes Land andere Ansätze, wenn es darum geht, wie man einer Drogensucht am besten vorbeugen kann. Hierbei geht es allerdings nicht immer bloß um reine Prävention, bisweilen geht es auch einfach darum sicherzustellen, dass der Drogenkonsum in einem geordneten Rahmen stattfindet. Hierzu aber gleich mehr.

Zumeist beginnt die Präventionsarbeit schon sehr früh. Nämlich im Kindergarten oder in der Grundschule. Hier klärt man die Kinder bereits über die etwaigen negativen Folgen des Drogenkonsums auf und versucht eine grundlegend ablehnende Haltung gegenüber Suchtmitteln und Rauschgiften zu erzeugen. Diese hält aber zumeist nur bis zur Pubertät an. Während dieser Phase des Lebens sind viele Menschen besonders experimentierfreudig und versuchen sich in allen möglichen Dingen – darunter leider auch immer wieder Drogen. Gerade deswegen ist es sehr wichtig, dass man gerade diese Altersgruppe erneut effektiv darüber aufklärt, was Drogenkonsum aus einem machen kann. Diesbezüglich gibt es hierzulande aber bereits glänzende Programme und die Anti-Drogen-Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut.

Dass diese Art der Prävention erfolgreich ist, zeigt sich auch daran, dass die Zahlen junger Drogenkonsumenten seit Jahren rückläufig sind. Dennoch muss man der Fairness halber erwähnen, dass der Konsum harter Drogen oder Jugendlichen und Kindern jedoch stark zugenommen hat.

Auch private Aufklärung kann nützlich sein. Es ist beispielsweise empfehlenswert, Lesungen zu dem Thema zu besuchen, sich mit Fachliteratur einzudecken oder sich im Internet über das Thema Drogen zu informieren. Je mehr man weiß, desto sicherer ist man davor, selbst in eine Abhängigkeit zu geraten.

Das frankfurter Modell

Beim sog. „frankfurter Modell“ handelt es sich um ein aus der Stadt Frankfurt am Main stammendes Konzept hinsichtlich des Umgangs mit Drogensüchtigen. Um die Situation an sich zu verstehen, muss man zunächst eine gedankliche Zeitreise in den 1980er Jahre unternehmen. In dieser Zeit begann sich eine sehr große und relativ non-konform lebende Punk-Szene in Deutschland zu etablieren. Einer der Hotspots dieser Szene war neben Berlin eben auch Frankfurt am Main. Neben Alkohol konsumierten sehr viele Punks ebenso Heroin. Dieses wird bekannterweise zumeist intravenös, sprich mithilfe einer Spritze, zu sich genommen. Darüber hinaus ist es notwendig, das zunächst feste Heroin mit Wasser und einigen Zusätzen zu erhitzen, um es aufzulösen. Hierfür bedarf es einigen Gerätschaften. Diese blieben, damals wie heute, oftmals als Müll auf der Straße, in öffentlichen Parks oder auf Spielplätzen zurück.

Vorallem die benutzten Spritzen stellten eine kaum einzuschätzende Gefahr dar. Da sich das hiv-Virus wie ein Lauffeuer unter den heroinsüchtigen Punks dieser Zeit verbreitete, waren nicht selten auch ihre Spritzen damit verseucht. Stach man sich ausversehen an einer solchen, konnte man also ebenso Opfer von hiv werden.

Um dies zu vermeiden richtete die Stadt Frankfurt sog. „Drückräume“ ein. Hierbei handelt es sich um staatlich finanzierte und bereute Einrichtungen, in denen Abhängige unter Aufsicht Heroin und sonstige Drogen konsumieren können. Darüber hinaus ist es möglich, dort sauberes Spritzbesteck und weitere Notwendigkeiten zu erwerben, derer es bedarf, um sich einen „Schuss setzen“ zu können.

Dieses Angebot stieß auf sehr große Annahme seitens der Süchtigen und fand rege Benutzung. Die Parks, Spielplätze und Straßen waren seit der ersten Eröffnung der Drückräume weitaus weniger verschmutzt und die normale Bevölkerung konnte sich wieder freier bewegen. Dieses Modell hat weltweit viele Ableger gefunden und funktioniert gut und auf effektive Weise. In Städten ohne Drückräume, hat sich die Situation seit den 1980er Jahren kaum verbessert.


Prognose zur Heilung

Die Prognose ist, wie alles, sehr stark von der konkret konsumierten Droge abhängig. Handelt es sich um Drogen mit enormem Suchtpotential ist die Prognose dementsprechend düsterer. Alles in allem ist es aber, gleichwohl welcher Droge man verfallen ist, grundsätzlich immer möglich, von seiner Sucht loszukommen. Nichtsdestoweniger ist der Kampf bisweilen ungleich schwerer. So ist es beispielsweise wesentlich einfach von Nikotin und Zigaretten wegzukommen, als von Heroin und Opiaten. Dies dürfte aber an dieser Stelle nicht weiter verwundern. Darüber hinaus sollte man auch stets im Hinterkopf behalten, dass die Prognose nicht von der Güte der medizinischen Behandlung, sondern von einem selbst abhängt. Wer von vorne herein nicht genügend Willenskraft und Disziplin mitbringt, dem kann auch in der besten Klinik nicht geholfen werden.

Es gibt kein Wundermittel, das einen vom einen auf den anderen Tag clean sein lässt. Dennoch beginnen leider viele Suchtkranke mit dieser Einstellung ihre Therapie und scheitern darum letzten Endes auch daran. Man muss ich immer im Klaren darüber sein, dass es nichts bringt, sich Illusionen zu machen. Es ist wichtig mit genau definierten und vorallem realistischen Vorstellungen einen Therapie zu beginnen. Tut man dies, kann einem sicherlich geholfen werden. Tut man dies nicht, so ist der Versuch von vorne herein bereits zum Scheitern verurteilt.

Somit ist zusammenfassend zu bemerken, dass die Prognose im falle einer Drogensucht nicht so sehr vom behandelnden Arzt abhängt, sondern vielmehr vom Patienten selbst. Alles andere wäre reiner Selbstbetrug und führte am Ende zu nichts. Alles in allem also ist alles schaffbar, solange man selbst daran glaubt und es hinbekommt sich davon zu überzeugen, dass man die Sache durchziehen kann. Fehlt einem dieser Glaube, sollte man erst gar nicht damit anfangen, einen Therapeuten oder ähnliches zu konsultieren, da das Unterfangen früher oder später zum Scheitern verdammt ist.


Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Sicherlich gibt es Hausmittel, die dabei hilfreich sein können, eine Drogensucht zu überwinden. Diese sind jedoch mit Vorsicht zu genießen und können nicht den Willen ersetzen, dessen es bedarf, um diese Sucht wirklich zu überwinden.

Allgemein ist alles empfehlenswert, was einem dabei hilft, sich von der Sucht abzulenken und die Gedanken von den Drogen fernzuhalten. Insbesondere sei Personen, die gerade entziehen, empfohlen, dass sie sich viel Zeit und Ruhe gönnen. Darum sollte man einen Entzug am besten niemals auf eigene Faust vornehmen, sondern immer nur unter ärztlicher Betreuung. Alles andere könnte durchaus fatal enden und man fällt sehr leicht in seine alten Muster zurück, wenn niemand ein wachendes Auge auf einen wirft. Darüber hinaus sollte man sich nicht von Freunden und Kollegen entmutigen lassen, sondern stets sein Ziel im Hinterkopfe behalten. Das A und O heißt an dieser Stelle Disziplin.


Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Für die alternativen Heilmethoden gilt dasselbe wie für die medizinischen Heilmethoden und die Hausmittel. Sie sind allesamt nutzlos, wenn der Wille dazu wirklich mit seiner Sucht zu brechen nicht vorhanden ist. Es ist von immenser Wichtigkeit, dass man sich dieses Umstandes bewusst wird, bevor man einen Entzug beginnt.

Ansonsten stehen einem diverse Techniken zur Verfügung, die dabei helfen können, dass man nicht in alte Muster verfällt und bei seiner Entscheidung bleibt. Insbesondere solche die der Entspannung dienen sind hierbei zu nennen.


Behandlungen

Etwaige alternative Behandlungen sind u.a.:


Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Elder
  • Brennessel
  • Löwenzahn
  • Zitrone
  • Sarsaparilla
  • Ysop

Die gerade aufgezählten Heilpflanzen oder Heilkräuter sind besonders in Form eines Tees oder Aufgusses einzunehmen. Hierzu trockne man diese oder gebe diese gleich frisch in ein Glas oder eine Kanne und überbrühe sie mit heißem Wasser. Anschließend filtere man sie heraus und trinke den daraus entstandenen Tee oder Aufguss. Des Weiteren kann man sie aber auch in Form anderer Präparate anwenden. Es empfiehlt sich hierbei jedoch eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, um etwaige Allergien bereits im Vorfeld ausschließen zu können. Des Weiteren sollte man sich des Umstands bewusst sein, dass diese Mittel die allgemeine Gesundheit lediglich unterstützen können und keinen partiellen oder vollwertigen Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung darstellen.

Bezugsquellen und Dosierung erfragt man bei seinem Heilpraktiker oder Händler.


Ätherische Öle

Folgende Ätherische Öle können angewendet werden:

  • Basilikum
  • Salbei
  • Wacholder
  • Lavendel
  • Pfefferminz
  • Rosmarin

Ätherische Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie oder äußerlich sowie seltener auch innerlich anwendbar. Im Falle des Drogenentzuges sollte man jedoch lediglich von erster Form Gebrauch machen, also der Aromatherapie. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass diese Form der Anwendung am wenigsten belastend für die Gesundheit anzusehen ist. Hierzu gebe man die Öle in eine Duftlampe, entzünde eine Wärmequelle, am besten ein Teelicht und lasse die Öle in die Raumluft verdampfen. Die ätherischen Öle setzen auf diese Weise ihre Wirkstoffe frei und dienen zur Beruhigung der Patienten und bauen somit Stress und folglich Schmerz ab.


Homöopathie

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungskonzepte, die speziell gegen Drogenabhängigkeit helfen können. Nichtsdestotrotz ist eine gesunde Ernährung nicht nur für den Körper nützlich, sondern auch für den Geist. Darum bietet sich ggf. eine Überarbeitung der persönlichen Ernährungsgewohnheiten an, insofern ein Fachmann dieselben als unausgewogen oder einseitig ansieht.

Die Konsultation eines Diätologen oder Ernährungswissenschaftlers bietet sich darum im Besonderen an. Sollte man darüber hinaus im Rahmen des Entwöhnungsprozess eine Gewichtszunahme befürchten, so kann es hilfreich sein, dagegen bereits im Vorfeld zu intervenieren und die Ernährung entsprechend umzustellen.

Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

Alternative Behandlungen

Für einen genauen Überblick über alternative Behandlungen bietet es sich an, die oben schon angeführten abermals unter die Lupe zu nehmen.


FAQ – Fragen & Antworten

Sind alle Drogen gefährlich? Auch Marihuana?

– Nur weil Gras, Marihuana, Cannabis und Co. grade eine neue Renaissance erleben und viele Leute sich eine Legalisierung dieser Drogen wünschen heißt das noch nicht, dass sie nicht gefährlich sind. Sicherlich sind diese Rauschmittel weniger süchtig machend als etwa Heroin und Kokain und initial auch weniger gefährlich, aber auf lange Sicht sind die aus diesen Stoffen resultierenden Gesundheitsschäden ebenso schwerwiegend und einfach vermeidbar, wie die aus anderen Drogen auch. Darum sollte man sich dahingehend keine allzu großen Illusionen machen. Keine Droge ist gänzlich risikofrei zu konsumieren. Ob sie nun modern ist oder nicht.

Kann man auch alleine entziehen?
– Theoretisch ist alles möglich und sicherlich lassen sich in der einschlägigen Literatur auch fälle finden, in denen eine Suchtkranke Person alleine erfolgreich entziehen konnte, alles in allem aber sollte man davon ausgehen, dass ein solcher Versuch zum Scheitern verurteilt ist. Es ist besser, wenn man einen Entzug nur unter ärztlicher Aufsicht durchführt. Ein Arzt hat nämlich nicht nur ein Auge darauf, dass man die Sache auch wirklich durchzieht, sondern steht darüber hinaus auch dann zur Verfügung, wenn es zu allzu schlimmen Entzugserscheinungen kommt. Teilweise treten heftige Krampfanfälle und dergleichen mehr auf, die nicht selten tödlich für den Betroffenen enden können.

Wie helfe ein einem drogensüchtigen Angehörigen?
– Indem man ihn sehr vorsichtig und mit größter Ruhe darauf hinweist, dass er ein Problem hat. Wer eine suchtkranke Person überrumpelt bewirkt zumeist gar nichts. Womöglich zieht sich die angesprochene Person von einem zurück und man hat sie vollkommen verloren. Es kann auch sehr hilfreich sein im Vorfeld Rücksprache mit einem Psychologen zu halten und sich von diesem Tipps und Tricks zu dem Thema geben zu lassen. Diese können individuell beraten und somit sehr fallspezifische Auskünfte geben.


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