Stimme

Gesang und auch die Möglichkeit zu Sprechen werden über die Stimme ermöglicht. Sie bildet ein individuelles Merkmal eines jeden Menschen und kann zudem Emotionen ausdrücken. In unseren Ratgeber Gehen wir genau auf die Thematik ein und behandeln unter anderem den Punkt Krankheiten & Beschwerden, welche die Stimme in bestimmten Fällen mit sich bringen kann. Im Anschluss sollten alle Fragen weitestgehend geklärt und ein guter Überblick über die Thematik ermöglicht worden sein.

Was ist die Stimme?

Die Stimme setzt sich aus dem Zusammensetzen mehrerer Komponenten zusammen und bildet ein einzigartiges sowie komplexes Gesamtkunstwerk. Die Primärstimme wird vom Kehlkopf produziert. Hörbar wird die Primärstimme jedoch erst, wenn sie im Mund– sowie Rachenraum Volumen bekommt und verändert wird. Auch die Nasennebenhöhlen spielen dabei einige wichtige Rolle. Die entstandene Stimme heißt Kopfstimme. In den einzelnen Bereichen findet man Resonanzräume, welche wie Lautsprecher funktionieren.

Umso lauter gesprochen wird, umso mehr Bereiche des Körpers beteiligen sich daran. Die einzelnen Resonanzräume sorgen also für eine optimale Verstärkung des Tons. Betrachtet man die Klangfarbe der Stimme, so kann man bei jedem Menschen Unterschiede entdecken. Dies liegt an der Anatomie jedes einzelnen. Das Zusammenspiel von der Lippenform, der Zahnstellung, den Resonanzräumen sowie der Zungengröße ist entscheidend.

  • Lautstärke wird durch die Resonanzräume erzeugt
  • Anatomisches Zusammenspiel von Zungengröße, Zahnstellung, Lippengröße und Resonanzräume für die Klangfarbe der Stimme

Um einzelne Konsonanten sowie Vokale zu formen, benötigt man die Bewegungen von Gaumen, der Unterlippe sowie der Zunge. Weist der Mensch einen kleinen Kehlkopf auf, so ist die Stimmlippe schmal und die Stimme recht hoch. Handelt es sich um einen größeren Kehlkopf, so wird auch die Stimme tiefer. Aus diesem Grund sprechen Männer oftmals deutlich tiefer als Frauen.

  • Konsonanten & Vokale werden durch Bewegungen von Zunge, Unterlippe sowie Gaumen geformt
  • Je größer der Kehlkopf, desto tiefer die Stimme

1,3 bis 2,5 Oktaven fasst im Normalfall die menschliche Stimme. Sind die Menschen und deren Stimmen trainiert, so umfassen diese bis zu 3 Oktaven mehr. In manchen Fällen ist ein noch größerer Stimmumfang möglich. Die Frequenz der Stimme liegt hingegen zwischen 80 Hz und 12 kHz. Die Tonhöhen variieren häufig beim Sprechen. Die entstehende Stimmmelodie kann oftmals die Emotionen eines Einzelnen ablesen lassen.

  • Stimmumfang meist zwischen 1,3 und 2,5 Oktaven
  • Geübte Menschen erreichen 3 Oktaven oder auch mehr
  • Die Frequenz der Stimme liegt zwischen 80 Hz und 12 kHz
  • Die Tonhöhe kann oftmals die Emotionen des Sprechenden verraten

Funktion & Aufgabe

Jeder einzelne Mensch weist eine unverwechselbare Stimme auf. Sie ist nicht nur ein von den Stimmlippen erzeugter Schall, sondern es entsteht Sprache, Gesang, Laute, Emotionen und auch andere Menschen werden von der Stimme jedes Einzelnen beeinflusst.

Es lässt sich sagen, dass die Sprache bereits in jenem Moment beginnt, wo das Baby den ersten Schrei erklingen lässt. Die Sprache kann einen Gemütszustand ausdrücken. Sie kann Unsicherheit, Depressionen, Freude, Zuneigung sowie Trauer vermitteln. Momentane Gefühlslagen werden durch die Stimme angezeigt.

In einigen Berufsfeldern nutzt man gezielt die Stimme, um gewisse Erfolgen erzielen zu können. Sie wird zu einer Art Darstellung, wenn man in den Berufsfeldern Sänger, Politiker, Moderator sowie Schauspieler unterwegs ist. Zudem können Inhalte akzentruiert werden, indem mit der Darstellung einige Eigenschaften ausgenutzt werden.

Die Gestaltung der Stimme

Sprachdynamik, Rhythmus sowie Tempo prägen die Stimme. Sie kann von den Zuhörern als angenehm, aber auch als sehr schmerzhaft und störend empfunden werden. Hier ist die Tonhöhe entscheidend, denn sie beeinflusst, ob ein Ton eher angenehm oder unangenehm für den Zuhöher gestaltet wird.

Erzeugung der Sprache

Strukturen in Kopf, Bauch, Brust sowie Hals müssen ideal koordiniert werden, um Sprache erzeugen zu können. Erst in jenem Moment, in dem Luftröhre, Lunge, Zwerchfell sowie Brustkorb mit dem Kehlkopf, dem Rachen, der Stimmritze sowie der Nasen- und Mundhöhlen zusammenarbeiten, kann die Stimme mit ihrem einzigartigen Klang entstehen.

  • Kelhkopf
  • Stimmritze
  • Rachen
  • Nasen- sowie Mundhöhlen
  • Luftröhre
  • Lunge
  • Zwerchfell
  • Brustkorb

Der Kehlkopf als wichtigster Stimmerzeuger

Der Kelhkopf stellt das wichtigste stimmbildende Organ dar. Er ist konstruiert aus einem Skelett mit einzelnen Knorpelstücken, welche flexibel miteinander verbunden sind. Zudem weist er eine äußere sowie innere Muskulatur sowie eine auskleidende Schleimhaut auf. Durch die äußeren Muskeln wird der Kehlkopf im Hals verankert. Die inneren Muskel hingegen sind dafür verantwortlich, die innere Knorpelteile miteinander zu verbinden.

Die Muskeln schieben die Knorpel zusammen und bilden somit stets neue Spannungen, Positionen sowie Formen der Stimmfalten. Der Kelhkopf selbst wird zudem auf und ab bewegt. Somit wird er wie eine Ziehharmonika gedreht sowie gestaucht. Hierdurch werden ebenfalls die Winkel zwischen den einzelnen Knorpeln verändert.

Die Gewebestrukturen am Kehlkopf

Auch die Gewebestrukturen, die den Kehlkopf auskleiden, gestalten sich als sehr komplex. Durch die Feuchtigkeit der Kehlkopfschleimhaut wird die Vibration der Stimmfalten beeinflusst. Somit verändert sich auch durch diesen Aspekt die Stimme. Die Stimmfalten bestehen zudem aus drei Bindegewebsschichten. Jede dieser Schichten weist eine andere mechanische Funktion auf.

Betrachtet man den wichtigsten Muskel in puncto Stimmbildung, so trifft man auf das Zwerchfell. Durch diesen Muskel wird der Brustkorb beim Einatmen nach oben gewölbt. Findet die Ausatmung statt, so werden viele Muskeln aktiviert und betätigt, welche auch für die Lautentwicklung verantwortlich sind.

Wissenswert: Bei der Atmung wirken neun einzelne Muskeln mit!

Krankheiten & Beschwerden

Wenn es um die Stimmbildung geht, so handelt es sich um einen sehr komplexen anatomischen Vorgang. Bereits kleine Beeinträchtigungen haben somit die Möglichkeit, die Stimme zu schädigen.

Stimmveränderungen beziehungsweise -probleme können oftmals auf Nervenveränderungen zurückgeführt werden, welche die Muskeln des gesamten Stimmapparates steuern. Auch durch Verletzungen sowie Operationen ist es möglich, die Stimme zu beeinträchtigen. Handelt es sich um eine Kehlkopfentzündung, so kann die gesamte Sprechfunktion versagen.

Risiko für Asthmatiker

Asthmatiker weisen eine erschwerte Ausatmung vor. Dieser Aspekt hat Einfluss auf die Stimme der Betroffenen. Versucht der Erkrankte, die Atmung zu kompensieren, so kann der Kehlkopf oftmals einer großen Belastung ausgesetzt werden. Dadurch können Schmerzen, Erschöpfung sowie Funktionsstörungen auftreten. Anatomische Veränderungen wie beispielsweise Knötchen an den Stimmfalten sind eine weitere mögliche Konsequenz.

Die Hirnrinde ist für die Lautäußerung zuständig. Von dieser geht ein Reiz aus, welcher über die Nervenbahnen zu den relevanten Muskeln der Stimme ausgesandt wird.

Überbeanspruchung vermeiden

Es ist wichtig, die Stimme nicht zu stark zu beanspruchen, um diese gleichzeitig vor Schäden bewahren zu können. Treten dennoch Stimmschäden durch die Überanstrengung auf, so kann ein gezieltes therapeutisches Training durchgeführt werden. Zudem können Techniken der Stimmschonung erlernt werden. Diese sollen den Kehlkopf ideal entlasten und somit für Linderung sorgen. Dieselbe Option kann für die Halsmuskulatur verwendet werden, um auch dort Entlastung zu schaffen. Treten organische Veränderungen im Kehlkopf auf, beispielweise an den Stimmfalten, so kann ebenfalls ein Training genutzt werden.

  • Stimme nicht zu stark beanspruchen
  • Therapeutisches Training bei Überanstrengung
  • Techniken für die gezielte Stimmschonung

Weitere Beeinträchtigungen der Stimme

Wird der Kehlkopf durch Medikamente ausgetrocknet, so sind auch diese verantwortlich für Stimmbeeinträchtigungen. Hierzu gehört beispielsweise Antihistaminika. Die Folge der Austrocknung sind Hustenanfälle sowie Heiserkeit. Zudem kommen Polypen und Zysten des Öfteren an den Stimmfalten vor, welche operativ entfernt werden müssen.

Wichtig: Wird die Stimme beruflich stark beeinflusst, so sollten Rauch und Schadstoffe in der Luft vermieden werden. Zudem ist es wichtig, den eigenen Stimmapparat stets feucht zu halten.

Das richtige Einsetzen der Stimme kann Wunder bewirken und beugt zudem oftmals einer Kehlkopfoperation vor. Zudem gibt es inzwischen deutlich bessere diagnostische Verfahren, die eine Operation umgehen können. Ist diese jedoch notwendig, so können neue Technologien glänzen, mit denen sie deutlich besser durchzuführen ist. Hierzu zählt beispielsweise die Lasertechnik.

Zwei weitere mögliche Stimmerkrankungen

Zwei weitere Formen stellen die hyperfunktionelle sowie die hypofunktionelle Dysphonie dar. Bei der hyperfunktionellen Dysphonie klingt die Stimme eher gepresst, angestrengt und oftmals sehr laut. Zudem ist die Sprechstimmlage oftmals erhöht. Störungen der Sprechatmung, Verspannungen im Halsbereich sowie ein erhöhtes Sprechtempo sind weitere mögliche Anzeichen. Weiterhin klagen die Betroffenen oftmals über ein sogenannten Kloßgefühl im Hals, den Drang sich zu Räuspern sowie eine akute Trockenheit.

  • Stimme klingt gepresst, angestrengt und oft zu laut
  • Stimmlage oft erhöht
  • Störungen in Sprechatmung
  • Verspannung in der Halsmuskulatur
  • Erhöhtes Sprechtempo
  • Kloßgefühl
  • Trockengefühl im Sprechapparat
  • Großer Drang, sich zu räuspern

Handelt es sich um die hypofunktionelle Dysphonie, so klingt die Stimme eher kraftlos, leise und behaucht. Die Muskelspannung ist im Großen und Ganzen herabgesetzt. Entsteht bei den Patienten eine vermehrte Stimmbelastung, so kann eine sekundäre, kompensatorische Hyperfunktion auftreten. Diese entsteht durch zu viel Spannung sowie Stimmanstrengung.

  • Stimme klingt leise, behaucht und kraftlos
  • Muskelspannung ist herabgesetzt
  • Oftmals geht eine sekundäre Hyperfunktion einher durch überhöhte Spannung und Stimmanstrengung

Fragen & Antworten zu der Thematik Stimme

 

Wieso wird durch das Einatmen von Helium die Stimme verändert?

In der Luft, welche wir ein- sowie ausatmen, breitet sich der Schall aus, welcher vom Kehlkopf kreiert wurde. Der Schall ist in einer Geschwindigkeit von 333 Meter pro Sekunde unterwegs. Hierbei handelt es sich um ein Gasgemisch aus rund 78 Prozent Stickstoff und gut 20 Prozent Sauerstoff. Handelt es sich nun aber um Helium, so ist dieses Gas erst einmal leichter als Luft. Der Schall hat somit die Möglichkeit, sich deutlich schneller auszubreiten, drei mal schneller, um genau zu sein. Es handelt sich um eine Geschwindigkeit von ca. 970 Meter pro Sekunde. Es lässt sich sagen, dass eine höhere Geschwindigkeit eine höhere Frequenz mit sich bringt, wodurch die Stimme bei Helium deutlich höher erklingt.

Achtung: Sauerstoff ist lebensnotwendig. Daher sollte Helium nicht zu oft und zu tief eingeatmet werden!

Kann man seine Sprechstimme verändern?

Sicher umfasst die eigene Sprechstimme mehrere Tonlagen, dennoch empfinden manche ihre Stimme zu hoch oder auch zu tief. Mit einigen Sprechübungen kann das Problem jedoch behoben werden, denn die Stimme ist keine feststehende Tatsache, sondern etwas, was trainiert werden kann. Es gibt an sich keinen ultimativen Trick, welcher die Stimme in die gewünschte Ebene hievt, jedoch können etliche Trainingsmethoden für eine Veränderung sorgen. Logopäden, Stimmprofis und etliche mehr können bei diesem Vorhaben hilfreich sein und den Werdegang der Stimme ideal unterstützen.

Weiterhin kann man durch ein angenehmes Summen, welches regelmäßig durchgeführt wird, den „Brustton der Überzeugung“ oder auch den „Eigenton“ kreieren. Hierbei handelt es sich um jene Stimmlage, in der sich die eigene Stimme am wohlsten fühlt. Summt man mehrfach, massiert dabei sein Gesicht und denkt an sein Lieblingsessen und kaut dabei, so kann man nach ungefähr einer Minute merken, dass die Stimme deutlich tiefer ist und eine Vibration im Brustkorb auftaucht. Diese ist sehr angenehm und kann gezielt trainiert werden, um den Eigenton in den Alltag integrieren zu können.

Unser Fazit zur Stimme

Die Stimme ist sehr komplex und setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Ist bereits eines dieser Teile gestört, so kann die Stimme beeinflusst werden. Auch Stimmkrankheiten sind keine Seltenheit. Wichtig ist es, die Stimme optimal zu schonen und niemals zu überanstrengen, um den Kehlkopf nicht zu belasten und damit zu schädigen. Wer seine Stimme oft benutzt, vor allem zu beruflichen Zwecken, der sollte Rauch und Abgase vermeiden und den Stimmapparat stets feucht halten.

Mit einem gezielten Training ist es weiterhin möglich, die eigene Klangfarbe zu ändern. Gerade Männer streben eine tiefe und dennoch angenehme Stimme an, welche durch bestimmte Übungen hervorgerufen werden kann und zudem optimal in den Alltag integriert wird. Somit wird man höchstwahrscheinlich eine Person, der man stundenlang zuhören kann, ohne dass die Stimme als nervig und störend empfunden wird.

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