Erste Hilfe

Hilfe die jeder kennen sollte

Behandlung erste hilfeErste Hilfe hat viele Gesichter und kann überall Anwendung finden. Egal ob nur ein Pflaster auf eine Schnittverletzung kleben oder den Notruf wählen.

Viele scheuen sich erste Hilfe anzuwenden, da sie Angst haben etwas falsch zu machen.

Wie sich erste Hilfe zusammen setzt, kann im nachfolgenden Text erfahren werden. 

Was ist erste Hilfe?

Erste Hilfe ist eine Sofortmaßnahme, die in dem Moment nach dem Eintreten der Verletzung, zur Geltung kommt. Das heißt, wenn etwas passiert ist, hilft eine andere Person in dem Moment bis zum Beispiel professionelle Hilfe, sei es durch einen Rettungswagen bzw. Notarztwagen eintrifft.

Erste Hilfe kann aber an sich selbst angewandt werden und wird dabei häufiger benötigt als man glaubt.

Jeder zweite Unfall passiert im Haushalt, daher ist es von Vorteil, wenn man sich selbst oder anderen helfen kann.

Erste Hilfe heißt aber nicht zwangsläufig, dass ein körperlicher Unfall passiert ist. Manchmal ist auch das Reden und Betreuung erste Hilfe, denn oft steht der Verunfallte lediglich unter Schock und sind nicht fähig logisch zu denken.

Es empfiehlt sich, den Kurs der ersten Hilfe, vor allem wenn man ein Kraftfahrzeug bedient, alle zwei Jahre zu wiederholen. Dieser Kurs beinhaltet mehrere Themen, die im nachfolgendem Text näher erläutert werden.

Wie entstand die erste Hilfe?

Die erste Hilfe hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert und ist eng mit dem Militär verbunden. 1767 gründete sich erstmals eine Wasserrettungsorganisation und einige Jahre später errichtete der Arzt von Napoleon einen Sanitätstrupp. Nach der Schlacht von Solferino wurde das Rote Kreuz gegründet, nachdem die Folgen so verherrend gewesen waren und es viele Verletzte gab.

Die ersten Lehrgänge im Bereich erste Hilfe wurden von Friedrich von Esmarch angeboten, der verschiedene Techniken erlernt und angewandt hat. 1872 kam der erste Krankenwagen im Vereinigten Königreich zum Einsatz, der von The Order of Saint John finanziert wurde.

Heute gibt es viele verschiedene Rettungsorganisationen, die ein Netz in den einzelnen Städten bilden und eine optimale Versorgung gewährleisten.

Funktion, Wirkung & Ziele der ersten Hilfe und die Rettungskette

In welchen Bereichen kann erste Hilfe angewandt werden?

Erste Hilfe kann in vielen Bereichen angewendet werden und kann in vielen Situationen erforderlich sein. Verletzte Personen trifft man meistens dann an, wenn man nicht damit rechnet. Sei es auf der Straße oder auch im Haushalt. Je nach Situation kann dies schnelles Handeln erfordern. Ein erste Hilfe Kurs unterteilt sich daher in folgende Teilbereiche:

Allgemeines

  • Welche Nummer wähle ich für den Notruf? – 110 für die Polizei und 112 für die Feuerwehr bzw. Rettungsdienst (in Deutschland)
  • Welche Fragen erwarten mich am Telefon? Wo ist etwas passiert? Was ist passiert?
    Wie viele Personen sind verletzt bzw. betroffen? Welche Art von Verletzung bzw. Schaden liegt vor? Warten auf Rückfragen und Wer meldet den Unfall?
  • Absicherung der Unfallstelle – zum Beispiel Warndreieck aufstellen, Strom wegnehmen

Sofortmaßnahmen

  • Feststellung einer Bewusstlosigkeit: Patienten in eine Stabile Seitenlage bringen
  • Feststellung eines Atemstillstandes bzw. kein Puls: Reanimation das heißt – bei Erwachsenen 30 x Drücken und 2 x Beatmen (wenn man sich nicht sicher ist, nur drücken
  • Feststellung eine Atemstillstandes: Ist die Zunge zurückgefallen? Hat der Patient erbrochen? – Dafür sorgen das die Atemwege frei sind z.B. Heimlich Manöver bei schwerem Verschlucken
  • Patient hat einen Schock (z.B. Blutverlust, Allergie): Beine hoch (Vorsicht jedoch bei einem kardiogenen Schock!)

Erkennen und Behandlung von Krankheiten – die Basis

  • Erkennen eines Schlaganfalls (Halbseitenlähmung, verwaschene Sprach)
  • Erkennen eines Herzinfarktes (Brustschmerzen, linker Arm schmerzt, Atmenot, panische Angst) – hat der Patient eventuell ein Nitrolingual Spray dabei?
  • Epileptischer Anfall (zuckende Gliedmaßen) – hat der Patient ein Notfallmedikament zur Bekämpfung der Anfälle dabei? Und dafür sorgen, dass der Patient sich nicht verletzen kann.
  • Erkennen von Vergiftungen (Übelkeit, Erbrechen) – eventuell Giftnotruf wählen
  • Erkennen von Verätzungen
  • Erkennen von Erfrierungen bzw. Unterkühlung (kalte Gliedmaßen, zittern, blaue Lippen) – Patient ins Warme bringen und langsam aufwärmen
  • Erkennen eines Sonnenstichs (rote heiße Haut, Schwindel, Übelkeit) – Patient in den Schatten bringen und mit nassen Handtüchern kühlen
  • Asthma (Pat. hat Probleme mit dem Ausatmen, rasselnde Geräusche) – hat der Patient ein Notfallspray dabei?
  • Hyperventilation (Pat. atmet zu schnell und daher eine zu hohe Kohlenstoffdioxid Abatmung) – Patient in eine Tüte aus- und einatmen lassen
  • Erkennen eines Unterzuckers (Kaltschweißigkeit, Heißhunger auf Süßes, Zittern, Blässe) – wenn der Patient ansprechbar ist Zuckerhaltiges verabreichen
  • Schnittverletzungen – Blutstillung einleiten, ggf. abbinden oder Druckverband
  • Bruch oder Prellung (Schmerzen, Fehlstellung, keine Bewegung möglich) – Ruhigstellung der Extremität, kühlen

Manchmal kann man jedoch nicht viel machen, außer den Notruf zu wählen und auf den Rettungsdienst zu warten bzw. den Betroffenen selbst zum Arzt zu bringen. Wichtig ist jedoch immer, den Verunfallten zu betreuen und mit ihm zu reden. Das beruhigt diesen etwas und er fühlt sich nicht alleine.

Was ist eine Rettungskette?

Eine Rettungskette ist das Vorgehen bei einem Unfall. Als erstes ist das Absichern der Unfallstelle zu erwähnen. Das heißt, man sorgt dafür, dass sich keiner mehr verletzen kann, sei es durch das Aufstellen eines Warndreieckes oder das Abstellen von Strom.

Die nächsten Punkte sind die Sofortmaßnahmen und weitere erste Hilfe (siehe oben). Der weitere Schritt ist der Rettungsdienst, der den Verunfallten in die Klinik bringt. Der letzte Punkt ist dann die Klinik, die den Patienten behandelt und wieder entlässt, wenn dieser genesen ist.

Gegenanzeigen bei der ersten Hilfe

Kann man bei der erste Hilfe etwas falsch machen?

Nein, schlimmer machen kann man es nicht. Ein Fehler ist es, nicht zu handeln. Selbst wenn man sich etwas nicht zutraut oder gerade selbst nicht helfen kann, kann man immer noch Hilfe holen oder selbst den Notruf wählen.

Behandlung Erste hilfeWenn man überfordert ist, sollte man Passanten gezielt ansprechen oder anhalten. (Zum Beispiel: Sie in der roten Jacke)

Viele haben Scheu anderen zu helfen, da „man sich ja etwas holen könnte“ oder „wer zahlt, wenn meine Kleidung voll Blut ist?“ Handschuhe befinden sich in jedem Verbandskasten und eine Mund zu Mund Beatmung muss nicht durchgeführt werden, wenn man Bedenken hat.

Es gibt jedoch auch kleine Beatmungstücher als Schlüsselanhänger, die den direkten Kontakt vermeiden. Wenn die Kleidung voll Blut ist, übernimmt das die Versicherung und man bleibt nicht auf den Kosten sitzen. Helfen sollte man immer, denn man weiß nie, ob man nicht selbst mal Hilfe benötigt.

Wann ist erste Hilfe kontraindiziert?

Erste Hilfe sollte nicht geleistet werden, wenn man sich selbst oder andere in Gefahr bringt. Das ist vor allem der Fall, wenn Gas oder Feuer im Spiel ist oder auch auslaufender Kraftstoff. Möglich ist auch ein Auto im Graben, das nur sehr schwer zu erreichen ist oder ein Absturz einer Person. In diesen Fällen ist es sinnvoll auf die Rettung zu warten und eventuell den Verletzten wissen zu lassen, dass er nicht alleine ist.

Wer kann erste Hilfe anwenden?

Helfen kann jeder, vom Kleinkind bis zum Senior. Oft werden schon erste Hilfe Kurse in den Kindergärten oder in Schulen angeboten. In Schulen gibt es oftmals sogar einen Schulsanitätsdienst, der sich um die Verunfallten kümmert. Erste Hilfe sollte alle zwei Jahre aufgefrischt werden, dass man immer Up-To-Date bleibt, es immer wieder aufgefrischt wird und man sich in einem eventuellem Notfall sicher fühlt.

Fazit

Erste Hilfe ist wichtig und können sollte es jeder, denn Notfälle können überall und immer auftreten. Wenn man sich in erster Hilfe einigermaßen sicher fühlt, wendet man sie lieber an, weil man ja etwas kann. Wegsehen ist hingegen keine Lösung, denn man wünscht sich ja, wenn man selbst oder ein Bekannter betroffen ist, dass jemand hinsieht und hilft.

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