Enterobacter

Enterobacter bakterien

Enterobacter lösen in eher seltenen Fällen Krankheiten aus

Enterobacter gehören zu der Familie der Enterobakterien, welche aus einer hohen Artenvielfalt besteht. Sie sind Teil der natürlichen Darmflora und leben aus diesem Grund auch dort. Es handelt sich um stäbchenförmige, anaerob lebende, begeißelte Bakterien.

Einige dieser Arten sind jedoch auch pathogen. Das heißt, sie rufen Krankheiten hervor. In Ausnahmefällen kann es zu Erkrankungen wie Meningitis, Harnwegs- sowie Atemwegsentzündungen kommen. Dies ist aber nur selten der Fall, zum Beispiel bei Personen, die ein geschwächtes Immunsystem vorweisen.

Unser Ratgeber über Entereobacter soll aufklären und informieren.

Was sind Enterobacter?

Mit der Vergesellschaftung anderer Bakterien bilden die Enterobacter einen Teil der gesunden Darmflora im Menschen. Jedoch macht ihr Anteil lediglich 1 Prozent der gesamten Darmflora aus. Dennoch sind sie von großer Bedeutung.

Ihre Energie beziehen die Bakterien aus organischen Stoffen. Diese bauen sie ab und nutzen sie unter anaeroben Bedingungen zur Energiegewinnung. Auf aeroben Wege hingegen können sie Energie über die Oxidation organischer Stoffe gewinnen.

Auch der Abbau von Wasser und Kohlenmonoxid der organischen Stoffe ist sehr gewinnbringend für die Enterobacter. Charakteristisch für die Enterobacter ist, dass bei den Stoffwechselwegen keine Säuren wie Milch- oder Essigsäuren entstehen.

Einige der Enterobacter sorgen nicht für die gesunde Darmflora, sondern wirken pathogen. Sie sind Verursacher für Atemwegs- sowie Harnwegsentzündungen.

Sehr selten können sie auch dafür verantwortlich sein, dass eine Meningitis (Hirnhautentzündung) eintritt. Dies geschieht, wenn sie auf irgendeinem Weg erreichen, in den Blutkreislauf oder in bestimmte Organe zu gelangen.

Auch ein geschwächtes Immunsystem kann behilflich sein, dass diese Bakterien negativen Einfluss auf den Mechanismus einnehmen können.

Achtung: In den letzten Jahren sind Enterobacter immer häufiger in Krankenhäusern als Mitverursacher einiger Krankheiten identifiziert worden.

Das Vorkommen

Inzwischen gibt es viele Lebensräume, in denen freilebende Bakterien dieser Art überdauern können. In erster Linie sind sie in Pflanzen, in Gewässern und in Böden anzutreffen. Aber auch im menschlichen Darm sind Enterobacter vorhanden. Dort leben sie in einer Vergesellschaftung mit einer Vielzahl anderer Bakterien. Der Anteil dort an Enterobacter liegt bei ungefähr 1 Prozent. Zudem tragen sie zu einer gesunden Darmflora bei.


Die Verbreitung

Enterobacter sind fast allgegenwärtig. Somit sind sie fast überall antreffbar. Dazu gehört nicht nur die Umwelt mit ihren Pflanzen, Böden und Gewässern, sondern auch der menschliche Darm, in dem die Enterobacter zu einer guten Darmflora beitragen. Zudem sind sie ebenfalls in Tieren und Insekten sowie Milchprodukten vorhanden. Einfacher wäre wahrscheinlich zu sagen, wo sie nicht vorhanden sind und sich verbreiten.


Die Eigenschaften

Enterobacter sind sehr klein. Sie weisen Werte von 0,6 bis 1,0 Mikrometer in ihrem Durchmesser und 1,2 bis 3,0 Mikrometer in ihrer Länge auf. Die Begeißelung ist ein typisches Merkmal für Bakterien dieser Art. Diese ist am gesamten Körper der Enterobacter vertreten und ermöglicht, dass sie sich mit Hilfe dieser propellerartig und schnell fortbewegen können.

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Enterobacter sind Teil der natürlichen Darmflora

Die Geißeln werden auch Flagellen genannt und bestehen aus fadenähnlichen Gebilden. Zudem weisen die Flagellen bestimmte Antigene auf, welche das Immunsystem umgehen können. Mit Hilfe von Bindung ist es oftmals möglich, dass weitere Immunreaktionen hervorgerufen werden.

Einige Arten der Enterobacter besitzen die Fähigkeit, sich mit einer Kapsel aus schleimartigen Polysacchariden zu umhüllen. Somit können sie einem Angriff von Makrophagen und einer damit verbundenen Phagozytose (einer Einnahme, Umhüllung und Entfernung fremder Zellen und Stoffe) entgehen.

Auch die Stoffwechselprozesse sind bemerkenswert. Somit können sie aerob und anaerob Energie gewinnen. Stoffwechselprodukte im anaeroben Gärungsprozess sind beispielsweise Alkohole und Butandiol.

Weiterhin können sie Citrat als alleinige Kohlenstoffquelle verwenden. In puncto Darmflora erscheint die Bakterie leicht parasitär bis neutral für den menschlichen Organismus. Unverdaute Nahrungsreste im Dickdarm werden von Enterobactern verwertet. Das bestärkt die Annahme, dass sie dem menschlichen Darm keinerlei Schäden zufügen. Auch eine Nährstoffentziehung ist nicht sichtbar, da sie lediglich auf die Reste zugreifen.

Achtung: An sich werden sie in der Darmflora als unbedenklich eingestuft. Sobald das Immunsystem jedoch geschwächt ist oder die Bakterien in den Blutkreislauf oder in Organe einziehen, können sie pathologisch wirken.

Im Groben und Ganzen führen sie jedoch gesundheitsfördernde und relevante Aufgaben und Funktionen im menschlichen Darm aus. In erster Linie wird die Verdauung unterstützt, da bestimmte Nahrungsbestandteile enzymatisch aufgespalten werden.


Krankheiten & Beschwerden

Einige wenige Unterarten der Enterobacter können dafür verantwortlich sein, dass Infektionen begünstigt werden oder auch Krankheiten wie Atemwegs- und Harnwegsbeschwerden auftreten. Vertreter dafür sind Enterobacter aerogenes, cloacae und cronobacter. In einigen wenigen Fällen können sie sogar Verursacher von Hirnhautentzündungen sein. Voraussetzungen dafür sind in erster Linie ein geschwächtes Immunsystem.

Grund für eine Infektion können beispielsweise vernachlässigte Hygienevorschriften in Krankenhäusern sein. Gerade dort ist die Gefahr der Infizierung auch am Höchsten. Am Relevantesten ist die Grundhygiene. Damit ist vorrangig das Händewaschen nach dem Toilettengang gemeint. Auch die Bad- und Toilettenverhältnisse spielen eine große Rolle.

Achtung: Sollten Lebensmittel kontaminiert sein, so hilft die Erhitzung auf 70 Grad weiter. Bei dieser Temperatur werden Enterobacter abgetötet. Somit werden sie unschädlich gemacht.

Es ist nicht sinnvoll, diese Bakterienart grundsätzlich zu bekämpfen. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil für die Darmflora!

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