Dickdarm

Immunabwehr und Verdauung

 

Der Dickdarm gilt als der Schwerstarbeiter im Körper. Immerhin übernimmt er die Aufgabe, aus dem Speisebrei, welcher aus den Magen und Dünndarm kommt, das Wasser und das Salz herauszufiltern, dieses wieder in den Körper zurückzuleiten und den Rest, der als unverdaulich einzustufen ist, auszuscheiden. Der Muskelschlauch ist die Verbindung zwischen dem Ausgang des Dünndarms und dem After. Die Hülle des Dickdarms ist fünfschichtig. Bei der innersten Schicht handelt es sich um die Hülle der Darmschleimhaut. In Berührung kommt diese Hülle mit den Lebensmittelresten. Mit der Nahrung gelangen viele Krankheitserregen und schädliche Umweltstoffe vom Körper in dem Darm. Bis zu 80 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen liegen im Darm. Sie machen alle unerwünschten Eindringlinge unschädlich.

 

Was ist ein Dickdarm?

 

Der Dickdarm wird auch als Grimmdarm Colon) bezeichnet und beginnt als Blinddarm (Coecum) im rechten Unterbauch. Der vom Laien oft als Blinddarm bezeichnete Wurmfortsatz enthält reichlich Lymphgewebe, das dem Gewebe der Gaumenmandeln (Tonsillen) gleichkommt, weshalb man auch von einer Darmtonsille spricht. Der Dickdarm steigt nun bis zum rechten Oberbauch an, um hier in den Quergrimmdarm umzubiegen, der im linken Oberbauch in den absteigenden Teil des Dickdarms abbiegt. Den Übergang in das Endstück des Dickdarms, den Mastdarm, bildet eine S-förmige Darmschlinge, das sogenannte Sigmoid. Der Mastdarm (Rectum) durchsetzt die Beckenbodenmuskulatur und wird nach außen hin durch zwei SchließMuskeln, der innere dem Willen nicht unterworfen, der äußere unter dem Einfluss des Willens stehen, verschlossen.

 

Der Dickdarm besteht aus drei Abschnitten:

 

  1. Blinddarm (Caecum) mit Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  2. Grimmdarm (Kolon), bestehend aus einem aufsteigenden Teil (Colon ascendens), aus einem querverlaufendes Teil (Colon transversum), einem absteigenden Teil (Colon descendens) und einem sigmaförmigen Endabschnitt (Colon sigmoideum)
  3. Abschnitt zwischen Dickdarm mit dem After (Rectum)

Der Dickdarm besitzt im Vergleich zu dem Dünndarm keine Zotten (Ausstülpungen des Gewebes). Die Oberflächenvergrößerung erfolgt durch Haustren (Ausbuchtung der Dickdarmwad) und Krypten (eine Grube mit einer Ummantelung von Schleimhaut und Epithelgewebe), die durch das von Lumen eingestrahlte Falten, die Querfalten der Dickdarmwand entstehen lassen.

 

Funktion & Aufgaben

 

Zu den Aufgaben, die den Dickdarm betreffen, zählen die Verdauung der zu sich genommenen Nahrung durch den Entzug von Wasser und Salz, sozusagen die Elektrolyten (Mineralien, die in Wasser gelöst sind). Außerdem übernimmt der Dickdarm die Nahrungseindickung, wobei Kot entsteht von den allen nicht verdaulichen Endprodukten. Der Dickdarm funktioniert mit einer hervorragenden Bauweise, wovon ein gesunder Mensch nichts merkt. Dieser trägt zudem dafür Sorge, dass die Verdauungstätigkeit zum Stuhltransport bis zum Mastdarm angeregt. Der Dickdarm ist außerdem bedeutend im Zusammenspiel mit der Abwehr krankheitserregender Mikroorganismen, der Immunabwehr und der körpereigenen Bekämpfung von verschiedenen Erkrankungen.

 

Die gesunde und normale Besiedlung des Dickdarms mit Keimen ist notwendig, um eine Nahrungsbestandteilzersetzung zu garantieren. Darüber hinaus sorgen die vorhandenen Mikroorganismen dafür, dass die Darmbewegung (Peristaltik), die wellenähnliche Bewegungen muskelgestützt im Dickdarm angeregt wird.

 

Zusammenfassung
Unter Verdauung ist die Zerkleinerung und Aufteilung der Nahrungsmittel zu verstehen, die in ihre biologisch relevanten Bestandteile aufgespalten und vom Dünndarm aufgenommen werden. Das meiste an Mineralien und Wasser wird im unteren Dünndarm-Abschnitt (Ileum) vom Darminneren in das Blut aufgenommen. Die Hauptaufgabe liegt darin, den Nahrungsbrei dem Wasser zu entziehen und somit einzudicken. Durch die kräftigen Darmbewegungen formt sich der Darminhalt. Die Schleimhaut des Dickdarms stellt ausreichend Schleim her, damit die Darminhalt-Masse gleitfähig ist und auch bleibt. Der S-förmige Darm (Sigma) sowie der Mastdarm sammeln den Stuhl, bevor dieser über den After ausgeschieden werden kann.

Anatomie & Aufbau

 

Der etwa 1,5 m lange Dickdarm besteht aus einem Blinddarm (Caecum und Zökum) mit Wurmfortsatz (Appendix vemiformis) sowie dem Kolon, der Hauptbestandteil des Dickdarms. Dieser Bereich gliedert sich in vier Teilen wie querverlaufendes Kolon (Colon transversum, Querkolon), aufsteigendes Kolon (Colon ascendens), S-förmig gebogenes Sigma-Kolon (Sigmoid, Colon sigmoideum) und absteigendes Kolon (Colon descendes). Die Trennung des letzten Darmteils ist nicht deutlich zu erkennen, geht aber zu dem Mastdarm über.

 

Der Dickdarm wird hinsichtlich des Blinddarms dank einer Ileozäkalklappe (auch als Bauhinsche Klappe bekannt) voneinander getrennt, welche sich zwischen Blinddarm und Krummdarm befindet. Vergleichbar wie ein Rückschlagventil wird hier verhindert, dass sich bakterienreiche Inhalte wieder auf dem Rückweg in den Dünndarm machen. Der Dickdarm kann nichts verdauen. Seine Aufgabe besteht darin, den ankommenden Verdauungsbreit von Salze und Wasser zu lösen. So wird der Darminhalt bis zu 90 Prozent eingedickt.

Zusammensetzung der Darmflora

Der Darm ist von über 400 unterschiedlichen Bakterienarten und Mikroorganismen beherbergt, die gemeinsam die Darmflora bildet. Die höchste Bakteriendichte liegt im Dick- und Mastdarm. Die Darmschleimhaut wird durch eine gesunde Darmflora von der Ansiedelung pathologischer Keime geschützt. Diese sind beispielsweise an der Produktion körpereigener Vitamine wie beispielsweise Vitamin K beteiligt und baut die unverdaulichen Lebensmittelbestandteile ab, die nicht von den Verdauungsenzymen ambivalent werden können und aus diesem Grunde unbeirrt in den Dickdarm gelangen. Außerdem wird das spezielle Immunsystem dank des jeweiligen Kontakts der Darmflora mit den im Darm anwesenden Immunzellen trainiert, womit einst die Körperabwehr aktiviert wird.

 

Der Aufbau der Darmflora ändert sich durch Krankheiten und Antibiotika. Auch als Nahrungsergänzung können die zugeführten probiotischen Bakterien, die sogenannten Probiotika, kurzfristig eine Stuhlveränderung hervorrufen.

 

Das hochspezielle Abwehrsystem der Darmschleimhaut wird heutzutage nur zum Teil richtig verstanden. Es ist enorm wichtig, damit tagtäglich Tausende Allergene und Erreger keinen Schaden anrichten, die in den Darm gelangt sind. Daher funktioniert es offenkundig schon seit der Geburt an und bildet ein körpereigenes Antibiotikum, auch als Defensine bezeichnet.

 

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

 

Der mehrere Meter lange Dünndarm zwischen Dickdarm und Zwölffingerdarm macht kaum Probleme. Nur in den seltenen Fällen finden sich in diesem Bereich einmal Entzündungen oder werden Geschwulstbildungen oder Krebs beobachtet. Dagegen macht der letzte Darmabschnitt, der Dickdarm, dem Patienten häufig großen Kummer. Eine Blinddarmentzündung gehört zu den täglichen Eingriffen der Chirurgen, ist aber vergleichsweise eine harmlose Erkrankung gegenüber anderen Krankheiten.

 

Die Aufgabe des Dickdarms besteht vor allen Dingen in einer Eindickung des Darminhalts. Der Darminhalt wird in ganz dünnflüssiger Form vom Dünndarm in den Dickdarm abgegeben. Aus dieser Flüssigkeit saugt die Dickdarmschleimhaut in 24 Stunden etwa acht Liter Wasser heraus, sodass der Kot kurz vor dem After seine endgültige Beschaffenheit erhält. Darüber hinaus findet im Dickdarm die Vergärung von Zellstoff statt Der Dickdarm ist ungewöhnlich reich an Bakterien. Die Grenzen der Fantasien können noch so vielseitig sein, reicht aber nicht aus, die Billionen von Mikroorganismen sich bildlich vorzustellen. Der Dickdarm besteht aus dem Blinddarm mit Wurmfortsatz, dem aufsteigenden Dickdarm, dem Querkolon, dem absteigenden Dickdarm und dem Sigma, einer S-förmigen Darmschleife, die in den Mastdarm übergeht.
Die entzündlichen Erkrankungen des Dickdarms

Spricht man von Entzündungen im Bereich des Dickdarms, dann denkt man zuerst an eine Blinddarmentzündung. Dabei ist noch nicht einmal der Blinddarm, sondern vielmehr der Wurmfortsatz des Blinddarms erkrankt. Es handelt sich dabei um ein bleistiftdickes, maximal 10 cm langes Anhängsel des Blinddarms im rechten Unterbauch. Fachleute rätseln noch darüber, ob das weitgehend verkrümmte Organ bei den Vorfahren der Menschen noch eine besondere Funktion gehabt hat. Millionen Menschen, die bereits schon am Blinddarm operiert wurden, beweisen, dass man auf dieses „Anhängsel“ getrost verzichten kann.

Genauer gesagt, muss man bei einer Appendizitis von einer Wurmfortsatzentzündung Sprechen. Diese Wurmfortsatzentzündung ist die häufigste Ursache für die vorgenommenen Bauchoperationen. Generationen von heranwachsenden Kindern wurden hiergegen früher einmal beschimpft, wenn sie Obstkerne verschluckt hatten. Möglicherweise kann es sein, dass eine örtliche Stauung des Kotes über eine Bakterienvermehrung zu einer bakteriellen Entzündung des Wurmfortsatzes führen kann. Die Entzündung kann dann innerhalb von kürzester Zeit auf die tieferen Wandschichten und die umgebenden Gewebe übergreifen.

 

Gefürchtet ist die eiterige und zerfallende Entzündung des Wurmfortsatzes, bei der der Eiter in den Bauchraum durchbrechen kann und damit zu einem lebensbedrohlichen und dramatischen Ereignis wird. Die ersten Hinweise auf eine Entzündung des Wurmfortsatzes sind Temperaturerhöhungen, Frösteln, Übelkeit, Erbrechen sowie typische Schmerzen im rechten Unterbauch. Für den untersuchenden Arzt gibt es eine Reihe von weiteren Zeichen, welche die Diagnose einengen: Die Zunge des Patienten ist belegt, die weißen Blutkörperchen sind stark vermehrt und es findet sich eine sehr typische Abwehrspannung der Bauchdecken bei der Abtastung des Leibes.

Weiterhin ist der sogenannte Loslassschmerz typisch: Dabei legt der Arzt seine tastende Hand zunächst ganz sanft auf den rechten Unterleib des Patienten und verstärkt dann den Druck. Wenn er dann seine Hand ganz schnell hochhebt, dann bereitet dies dem Patienten starke Schmerzen. Sehr häufig kann auch der Loslassschmerz bei Druck auf den linken Unterleib ausgelöst werden. Schließlich ist noch ein weiterer Hinweis charakteristisch. Wird die Temperatur getrennt gleichzeitig in der Achselhöhle und im After gemessen, so ist der Temperaturunterschied häufig größer als 1 °.

 

Nachfolgend werden zwei Dickdarmentzündungen dargestellt, die zahlenmäßig zwar seltener sind als eine Entzündung des Wurmfortsatzes, die jedoch von der Schwere der Erkrankung sowie von der zeitlichen Dauer des Verlaufes entschieden schwerwiegend sind. Es handelt sich hierbei um die Kolitis ulcerosa sowie um die Chrohnsche Erkrankung. Die Kolitis ulcerosa, dass bedeutet die geschwürige Dickdarmentzündung, ist eine unspezifische Erkrankung, die zunächst nur die Schleimhaut eines Teils oder des kompletten Dickdarms befällt und mit Geschwürbildungen einhergeht. Die Chrohnsche Erkrankung ist ebenfalls eine chronische unspezifische Entzündung eines oder mehrerer Darmabschnitte. Sehr häufig sind die letzten Zentimeter des Dünndarms befallen.

Im Prinzip kann jedoch die Chrohnsche Erkrankung in jedem Darmbereich, also von der Speiseröhre bis hin zum After auftreten. Die Ursachen der Kolitis ulcerosa und der Chrohnschen Erkrankung sind unbekannt. Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren kommen wahrscheinlich nicht in Betracht. Man nimmt heute an, dass am ehesten sogenannte Immunreaktionen für Entstehung und chronischen Verlauf in Frage kommen. Unter Immunreaktionen verstehen wir eine allgemeine oder örtlich beschränkte Reaktion des Organismus auf einen bestimmten Reiz. Die Kolitis ulcerosa und die Chrohnsche Erkrankung treten am häufigsten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Bei der Chrohnschen Erkrankung gibt es noch einmal einen zweiten Gipfel um das 70. Lebensjahr herum.

 

Bei beiden Erkrankungen ist eine familiäre Häufung bekannt. Wie bei kaum einer anderen Krankheit ist die Persönlichkeit des Patienten mit dem entzündlichen Geschehen im Darm verbunden. Bei der Kolitis ulcerosa kommt es durch den ständigen Blutverlust bis hin zur Blutarmut, zum Gewichtsverlust und zur Leistungsminderung. Während bei dieser Krankheit 10 bis 20 blutig-schleimige Blutstuhlentleerungen am Tag typisch sind, so kommt es bei der Chrohnschen Erkrankung nur verhältnismäßig selten zum Durchfall. Folgende Krankheitszeichen sind charakteristisch:

 

  1. gelegentliche Temperaturerhöhungen
  2. Blähungen
  3. leichte Bauchschmerzen

Bei der Kolitis ulcerosa ist die Entzündung zunächst nur auf die Schleimhaut begrenzt. Bei der Chrohnschen Erkrankung durchdringt die Entzündung von vornherein alle Wandschichten des Darmes. Der Darm erhält dadurch die Beschaffenheit wie eine Sülze. Dies ist auch der Grund, weshalb bei der Chrohnschen Erkrankung so häufig Fistelbildungen zu finden sind. Manchmal sind sogar die Fisteln die ersten Krankheitszeichen überhaupt. Die Fisteln können blind enden. Manchmal bilden mehrere Fisteln untereinander ein regelrechtes Röhrensystem.

Bei Auftreten von Krankheitszeichen der Kolitis ulcerosa oder der Chrohnschen Krankheit muss die Diagnostik so ausgelegt werden, dass ein Dickdarmkrebs sowie bakterielle Entzündungen wie Typhus und Paratyphus ausgeschlossen werden. Dazu muss die Stuhlentleerung vom Arzt sowie Proben vom Stuhls zur bakteriologischen Untersuchung eingesendet werden. Die wichtigste Untersuchung ist jedoch die Darmspiegelung sowie die Röntgenuntersuchung des Dickdarms nach einem Kontrasteinlauf. Gerade bei Verdacht auf eine Chrohnsche Erkrankung muss der After sehr sorgfältig nach Fistelgängen abgesucht werden.

die richtige Dickdarmdiagnostik

Die meisten Internisten führen heute Enddarmspiegelungen durch, bei denen mit speziellen Geräte kleine Gewebeproben aus der Darmschleimhaut entnommen werden können. Die feingewebliche Untersuchung dieses Materials sichert dann meist die Diagnose. Die Röntgenuntersuchung des Dickdarms nach Einspülen einer schattengebenden Flüssigkeit hat nach wie vor bei der Dickdarmdiagnostik ihre Wertigkeit. Dabei ist das Vorgehen folgendermaßen:

 

Der Kontrastbreit wird eingespült und unter Durchleuchtungskontrolle bis zum Blinddarm vorgetrieben. Danach wird der Kontrastbreit zum größten Teil wieder abgelassen und dafür Luft in den Dickdarm eingeblasen. Der Beschlag des Kontrastmittels auf der Schleimhaut wird dann auf dem Röntgenbild so plastisch wiedergegeben, dass man selbst die kleinsten Veränderungen nachweisen kann. Voraussetzung für eine optimale Untersuchung des Dickdarmes ist die nicht einmal der Blinddarm, sondern vielmehr die einwandfreie Vorbereitung. Jeder Patient sollte sich gewissenhaft an die entsprechenden Empfehlungen halten.

 

Darmtuberkulose

Selten durch Nahrungsmittel, meist durch Verschlucken von Tuberkelbazillen, die durch den Auswurf bei bestehender offener Lungentuberkulose in den Mund gelangt sind, kann es zu einer tuberkulösen Infektion des Darms kommen (auch unter Tuberculosis intestini oder Darmschwindsucht bekannt). Blähungen, Bauchschmerzen und schwer zu beeinflussende Durchfälle sowie zunehmender Gewichtsverlust und allgemeiner Kräfteverfall werden für den Arzt ein Hinweis auf diese Erkrankung sein. Hauptsächlich sind dabei die Lymphknoten der unteren Dünndarmabschnitte erkrankt. Es bilden sich Knötchen, in denen das Gewebe abstirbt, käseartige Beschaffenheit abnimmt und schließlich abgestoßen wird. Es bleiben immer größer werdende Geschwüre zurück, die ineinander übergehen, wodurch zuletzt große Darmabschnitte von Geschwürflächen bedeckt sein können.

 

Die Darmtuberkulose kann auch im eigentlichen Blinddarm, also im aufsteigenden Teil des Dickdarms, Sitzen, wobei meist noch das letzte Stück des Dünndarms mitergriffen wird, die sogenannte Ileozökaltuberkulose. Die Krankheitszeichen sind zunächst unauffällig nur leichte Allgemeinbeschwerden, geringe Verdauungsstörungen und mäßige Bauchschmerzen. Erst allmählich kommt es zu einer Schwellung der Wand des Blinddarms und der näheren Umgebung, sodass auch von außen in der rechten Unterbauchgegend eine deutliche Geschwulst getastet werden kann. Diese Schwelllungen können auch zu einer Verengung des Darms führen. Besonders bei der Ileozökaltuberkulose kann eine rechtzeitig durchgeführte chirurgische Entfernung des erkrankten Darmabschnittes zur Heilung führen.

 

Darmkrebs

 

Von den bösartigen Darmgeschwülsten steht der Krebs (Karzinom) an erster Stelle. Die häufigste Form ist der Dickdarmkrebs. Männer sind öfter davon befallen als Frauen. Er tritt selten vor dem 40. Lebensjahr auf. Je nach der Wachstumsgeschwindigkeit kommt es mehr oder wenigster rasch zu Verengungen im betreffenden Darmabschnitt, durch teilweisen geschwürigen Zerfall zu Eiter- und Blutbeimengungen im Stuhl, in welchem manchmal auch Gewebsstücke zu finden sind. Wechsel von hartnäckiger Verstopfung und Durchfällen ist meist charakteristisch.

Da eine frühzeitige Operation mit Entfernung des krebstragenden Darmstückes die einzige Rettung bedeutet, kann nicht oft genug auf die Notwendigkeit einer ärztlichen Untersuchung schon bei den ersten Anzeichen hingewiesen werden. Solche ersten Anzeichen eines Dickdarmkrebses sind Durchfälle abwechselnd mit Verstopfung, Juckreiz im After, Rückenschmerzen; sind aber eher selten. Häufig kommt es auch zu Blutbeimengungen im Stuhl, der bandförmig sein kann. Wird der Darmkrebs nicht behandelt, so entstehen Tochtergeschwülste, die insbesondere die Leber befallen. Es kommt allmählichen und rapiden Kräfteverfall (Kachexie), unter Umständen auch zum Darmverschluss (Ileus) oder zum Durchbruch der Geschwüre in die Bauchhöhle mit folgender Bauchfellentzündung.

 

Darmverengung

 

Zu einer Darmverengung kann es durch abnorme Verdrehungen und Knickungen des Darms, durch Geschwülste – die auch von außen auf den Darm drücken können – und durch Entzündungen kommen, die die Schrumpfung eines Darmabschnittes zur Folge haben. Vor dem verengten Darmabschnitt staut sich der Darminhalt; Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen (Koliken) und hartnäckige Stuhlverstopfungen sind die Folge. Auch Blutungen aus dem Darm können Zeichen einer Darmverengung sein. Das Krankheitsbild entwickelt sich langsam und kann letzten Endes zum völligen Darmverschluss führen. Behandelt kann die Darmverengung nur auf chirurgischem Wege.
Typische & häufige Erkrankungen

  1. Appendizitis
  2. Colitis Ulcerosa
  3. Divertikel
  4. Divertikulitis
  5. Hämorrhoiden
  6. Infektionskrankheiten (z.B. Darmtuberkulose)
  7. Ischämische Darmerkrankungen
  8. Morbus Crohn
  9. Polypen
  10. Pseudomembranöse Colitis
  11. Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)
  12. Tumoren (Colonkarzinom, Rektumkarzinom)

Fragen & Antworten

 

Kann ein Dickdarm platzen?

 

Es kann zu einer Dickdarm-Platzung kommen. Das ist lebensgefährlich. Der Darminhalt „wandert“ in die Bauchhöhle und kann eine Bauchfellentzündung hervorrufen. Die Folge daraus: Blutvergiftung und multiples Organversagen.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Dünndarm und Dickdarm?

 

Der Dünndarm liegt unmittelbar am Magen und geht zum Blinddarm in den Dickdarm über. Die Aufgabe des Dünndarms liegt bei wichtiger Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette und Vitamine. Die Verdauungssäfte werden im Dickdarm ausgeschieden und wieder im Blut aufgenommen. Bei den unverdaulichen Bestandteilen kommt der Kot zustande und wird dann ausgeschieden.

 

Auf welche Speisen sollte man bei einer Dickdarmentzündung verzichten?

 

Zur Linderung der Darmbeschwerden bewährt sich eine ballaststoffreiche Ernährung. Ratsam sind insbesondere Getreideballaststoffe, die vor allem in Vollkornbrot, Müslimischungen und Kleie enthalten sind. Beispiele für erlaubte Nahrungsmittel:

 

  1. Zwieback
  2. Kekse
  3. Milchkakao
  4. leichter Tee mit Milch
  5. abgefettete Rindsuppen
  6. zarte Gemüsesorten
  7. Reis
  8. Kartoffelbrei
  9. Spiegelei / pochierte Eier
  10. mageres Schweine-, Kalb- und Rindfleisch, Hühnchen
  11. fettarme Fisch
  12. grüne Salate
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