Hirnhautentzündung (Meningitis)


HirnhautentzündungWas ist eine Gehirnhautentzündung?

Eine Gehirnhautentzündung, auch schlicht Hirnhautentzündung oder Meningitis genannt, ist eine akute Entzündung der sog. Hirn- und der Rückenmarkshaut, die zusammen sozusagen die Hülle des zentralen Nervensystems bilden.

Ursachen und Symptome sind vielfältiger Natur und bisweilen nur schwer zu eruieren. Auch die Brücke zwischen Symptomen und Ursache zu stellen, fällt Ärzten und medizinischem Fachpersonal oftmals schwer, weshalb Entzündungen der Hirnhaut manchmal erst recht spät ALS solche identifiziert werden können.

Das wiederum verzögert logischerweise eine sofortige und gezielte Behandlung des Krankheit.

Es ist daher von größter Wichtigkeit, eine Meningitis früh als eine solche zu identifizieren, damit sie angemessen behandelt werden kann.
Falsch behandelte oder zu spät diagnostizierte Hirnhautentzündungen führen oft zu bleibenden Schäden oder Exitus.

Deshalb ist ein Gang zum Arzt auch bei einem Eigenverdacht auf Meningitis stets die richtige Entscheidung,

Was verursacht eine Hirnhautentzündung?

Möglich Ursachen für eine Meningitis sind zahlreich und teilweise schwer zu definieren. Zudem gibt es eine ganze Reihe an möglichen Auslösern, u.a.:

  • Bakterien:
    Eine durch Bakterien (z.B. Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis usw.) ausgelöste Meningitis ist lebensgefährlich und bedarf sofortiger ärztlicher Fürsorge. Es gibt einige Impfstoffe, die dabei helfen zumindest gegen bestimmte Bakterien einen Schutz aufzubauen).
  • Viren
    Virale Meningitis ist oftmals zwar schwerwiegend in Verlauf und Risiko, aber im Vergleich zu einer bakteriellen Hirnhautentzündung relativ „harmlos“. Ausgelöst wird die beispielsweise durch Herpesviren oder tritt als Spätfolge einer Mumpserkrankung oder einer Influenza auf. Personen mit normalen Immunsystemen erholen sich oftmals ohne weitere Behandlung von einer viralen Meningitis. Ebenfalls sind Impfstoffe gegen eine virale Hirnhautentzündung bekannt.
  • Pilze oder Sporen
    Einer durch Pilze oder Sporen (bspw. Cryptococcus u. Histoplasma) ausgelösten Gehirnhautentzündung, geht meist das unfreiwillige Einatmen solcher in der freien Natur voraus. Sie ist zwar vergleichsweise selten, aber Schutz in Form von Impfstoffen besteht keiner – damit bleibt ein erhöhtes Restrisiko.
    Diabetiker, HIV-Infizierte und Krebskranke haben ein höheres Risiko, sich eine eine fungale Meningitis zuzuziehen.
  • Parasiten
    Es gibt eine Vielzahl von Bakterien, die theoretisch imstande wären, eine Meningitis oder andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems zu verursachen. Dennoch sind parasitäre Hirnhautentzündungen sehr selten.
  • Amöben
    Durch Amöben verursachte Hirnhautentzündungen sind besonders aggressiv und schwer zu behandeln. Sie werden durch frei lebenden Amöben (Naegleria Fowleri) ausgelöst, die in warmen Böden und Gewässern zu finden sind. Aber auch diese Form der Meningitis ist tendenziell sehr selten.
  • Nicht-infektiöse Meningitis (d.h. eine körperintern ausgelöste Hirnhautentzündung)
    In seltenen Fällen wird eine Meningitis körperintern, also ohne äußere Einflüsse ausgelöst. Dies kann der Fall bei bestimmten Krebsleiden sein, aber auch als Nebenwirkung einer Gehirn- oder Rückenmarks-OP auftreten, auch Lupus oder schwere Hirntraumata können mögliche Auslöser darstellen.

Was sind mögliche Symptome und Anzeichen für eine Gehirnhautentzündung?

Frühe Symptome einer Meningitis sind der einer gewöhnlichen Grippe sehr ähnlich und weshalb die beiden Krankheiten bisweilen schwer zu unterscheiden sind.
Die Inkubationszeit nach einer Ansteckung, welcher Art auch immer sie sei, kann zwischen einigen wenigen Stunden und einigen Tagen schwanken. Das ist individuell vom Immunsystemen des Patienten und der genauen Art der Infektion abhängig.
Die gezeigten Symptome nach einer Ansteckung mit Meningitis sind überdies stark vom Alter abhängig, so zeigen Babys und Kleinkinder teilweise stark abweichende Symptome von denen Erwachsener auf.

Typische Symptome bei Erwachsenen

  • Plötzliches hohes Fieber (kann sporadisch wechseln)
  • Steifer Nacken bis hin zur völligen Unbewegbarkeit
  • Außergewöhnliche starke Kopfschmerzen an stellen, an denen man sonst keine Kopfschmerzen hat
  • Kopfschmerzen so großer Intensität, dass sie Übelkeit und Erbrechen auslösen
  • Verwirrtheit und Konzentrationsschwäche
  • Krampfanfälle oder Anfälle mit starker Ähnlichkeit zur Epilepsie
  • Starke Müdigkeit und das Gefühl selbst nach ausreichend Schlaf nicht richtig wach werden zu können
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Kein Durst- oder Hungergefühl
  • Hautausschläge (teilweise sehr stark, meist von Rötungen begleitet)

Typische Symptome bei Neugeborenen und Kleinkindern

  • Durchgehend hohes Fieber
  • Konstantes Schreien und Weinen
  • Extremes Schlafbedürfnis gepaart mit extremer Reizbarkeit
  • Minimale Bewegungen, wirkt wie paralysiert
  • Geringe bis keine Nahrungsaufnahme
  • Ausbeulung der Fontanelle
  • Unbeweglichkeit des Kleinkindes

Diagnoseverfahren und Krankheitsverlauf

Es ist, wie bereits erwähnt, besonders in der Frühphase einer Meningitis äußerst schwer, eine solche korrekt zu diagnostizieren, da sie zunächst wie eine einfache Grippe wirken kann.

Selbst erfahrenen Ärzten fällt es deshalb bisweilen sehr schwer, die richtige Diagnose zu stellen und somit dem Patienten die Hilfe zukommen lassen zu können, derer er bedarf.

Deshalb ist es ratsam, wenn der Patient das Thema Meningitis von sich aus anspricht, um den Arzt eventuell auf den richtigen Pfad lenken zu können.
Zu den einfachsten diagnostischen Methoden gehört eine äußere Untersuchung an den normalerweise bei einer Hirnhautentzündung betroffenen Stellen, wie Kopf, Ohren, Wirbelsäule und Rachen.

Führt dies zu keinem endgültigen Ergebnis, stehen dem Mediziner noch einige andere Diagnoseverfahren zu Verfügung

  • Das Anlegen von Blutkulturen
    Hierfür wird eine Blutprobe des Patienten auf eine speziell präparierte Schale gegeben und beobachtet, ob sich daraus Mikroorganismus, vornehmlich Bakterien, bilden. Auch ist es möglich, ein relativ sicheres Ergebnis durch Beobachtung unter einem Mikroskop zu erlangen.
  • Imaging
    Dieser aus dem Englischen stammende Fachbegriff fasst bilderzeugende Diagnostikprozesse zusammen – beispielsweise MRT (Magnet Resonanz Tomographie) oder CT (Computer Tomographie). Auch Röntgenaufnahmen sind zu diagnostischen Zwecken Möglich, werden aber heutzutage weniger häufig durchgeführt.
    Manchmal zeigen die erstellten Bilder Schwellungen oder Entzündungen in Kopf oder Brust auf, die wiederum als eine Meningitis gewertet werden könnten.
  • Lumbarpunktion / Rückenmarksflüssigkeitsanalyse
    Für eine nahezu 100%ige sichere Meningitis-Diagnose, kommt man um eine Lumbarpunktion nicht herum. Das heißt, dass dem Patienten Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnommen und diese anschließend medizinisch analysiert wird. Oft werden bei betroffenen Patienten niedrige Blutzuckerwerte und eine hohe Konzentration von weißen Blutkörperchen und Proteinen festgestellt.
    Darüber hinaus lässt sich mit dieser Methode auch die genaue Ansteckungsart feststellen, was von immenser Bedeutung für die Planung einer effektiven Behandlung ist.

Wer sich nun mit einer Hirnhautentzündung infiziert ist, wird die oben bereits genannten Symptome verspüren, zudem wird er mit voranschreitender Zeit zusehends schwächer, bis er der Krankheit schließlich erliegt. – Das natürlich ist aber nur in Extremfällen so und das Ableben des Patienten ist, insofern er unter ärztlicher Behandlung steht, sehr selten.

Wie wird eine Gehirnhautentzündung Therapeutisch behandelt?

Es gibt keine generalisierte Heilformel für Hirnhautentzündungen. Es kommt immer auf die individuelle Infektion und deren Ursprung an.

Bakterielle Meningitis: Diese muss so schnell wie möglich nach ihrer Feststellung behandelt werden. Zu langsame Hilfe kann fatal werden.
Zur Behandlung werden intravenös Antibiotika verabreicht, die wiederum einen Heilungsprozess garantieren und ein Anschwellen des Gehirn verhindern sollen. Zudem wird hierdurch das Risiko auf Krampfanfälle verringert.
Teilweise ist es manchmal nötig, stärker betroffene Regionen „trockenzulegen“, d.h. die Wundflüssigkeit abzusaugen.

Virale Meningitis: Diese kann nicht durch Antibiotika geheilt werden. Meistens jedoch verbessern sich die Symptome nach einigen Wochen von selbst.
Dem Patienten wird hierzu empfohlen das Bett zu hüten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und bei allzu großem Unbehagen meist freie Schmerzmittel einzunehmen.
Bisweilen werden noch andere Medikamente gegen Hirnschwellungen verschrieben, falls diese eine Bedrohung darstellen.

Andere Formen von Meningitis: Es ist nicht zu klären, welchen Kurs der Arzt in seiner Behandlung der vielfältigen Meningitisformen einschlagen wird, wenn diese weder bakterieller noch viraler Natur sind. Dies liegt vollends im Ermessen des Arztes und kann je nach Infektionsart stark variieren.

Wie schützt man sich gegen eine Hirnhautentzündung?

Das ist eine schwierige Frage. 100 Prozentigen Schutz gibt es gegen eine Meningitis nicht. Das sollte man wissen. Dafür sind die potentiellen Auslöser zu zahlreich.
Wer aber gesund lebt, ein gutes Immunsystem hat und sich regelmäßig impfen lässt, der kann das Risiko an einer Gehirnhautentzündung zu erkranken stark minimieren.

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