Welche Bedeutung hat Fenchel als Heilpflanze?

Erst kürzlich wurde Fenchel vom Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2009 gekürt. Und das nicht zu Unrecht. Die zur Familie der Doldenblütler gehörende Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze ist häufig das erste Arzneimittel, mit dem der Mensch zu Beginn seines Lebens in Berührung kommt. Vielen Säuglingen wird während der Nahrungsumstellung Fencheltee gegeben, um die Blähungen zu lindern.

Herkunftsgebiet

Fenchel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, ist heute aber in ganz Europa, Asien sowie in Teilen Südamerikas beheimatet. Schon vor Jahrhunderten pflanzten Benediktinermönche die Pflanze nördlich der Alpen in ihren Klostergärten an. Auch die altchinesische Heilkunde schätzte die Wirkung von Fenchel bei Lungen-, Blasen und Nierenleiden.

Anwendungsgebiete in der Medizin
In der Medizin werden nur die reifen Früchte und die Rinde des Bitterfenchels sowie das daraus gewonnene ätherische Öl verwendet. Diese bestehen bis zu 70 % aus Anethol und anteilig aus Fenchon. Anethol wirkt krampflösend, appetitanregend, verdauungsfördernd und ist für den süßlichen Geschmack des Fenchels verantwortlich. Das Fenchon sorgt für den bitteren Geschmack und wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze.

Angewendet wird Fenchel besonders bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Atemwegserkrankungen, Husten und Erkältungsbeschwerden im Mund-, Nasen- und Rachenraum. Wegen seines aromatischen Wohlgeschmacks bereichert er Tee auch geschmacklich.

Bei der Anwendung von Fenchel sollte jedoch mit Augenmaß vorgegangen werden. Bei den in Fenchel enthaltenen Stoffen Estragol und Methyleugenol kann eine krebserregende Wirkung der Substanz nicht ausgeschlossen werden. Es wird deshalb zur Vorsicht geraten, wenn es zum Dauerkonsum von Fenchel kommt.“

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