Husten

Husten tussisEin Husten kann auf vielfältige Weise klassifiziert werden.

Dieser Vorgang ist zunächst als ein natürlicher Ablauf des Körpers zu betrachten, der sowohl willkürlich als auch unwillkürlich ablaufen kann.

So wird beispielsweise gehustet, wenn auf die Atemwege ein Reiz ausgeübt wird.

Unter dieser Voraussetzung bleiben diese frei, sodass eine ungehinderte lebensnotwendige Atmung gewährleistet wird.

Was ist Husten

In der medizinischen Fachsprache wird der Husten häufig auch als Tussis bezeichnet. Gemeint ist damit keine Erkrankung, die für sich allein auftritt, sondern die immer ein Begleitsymptom einer weiteren Krankheit ist.

Dem Husten liegt eine besondere Physiologie zugrunde. Durch einen Hustenreflex kommt es zu einem explosionsartigen Luftausstoß aus Richtung Lungen. Während diese Prozesses eröffnet sich die geschlossene Stimmritze. Das ermöglicht das Herausschleudern des Fremdstoffes aus den oberen Atemwegen. Der Husten ist daher ein spezieller Schutzmechanismus, der den oberen Luftwegen dient.

Das Herausschleudern wird zusätzlich durch die erstaunliche Geschwindigkeit der Luft erzielt, sodass auch hartnäckige Fremdkörper entfernt werden können. Unter dieser Bedingung reagiert der Organismus sofort auf bedrohliche Verlegungen oder Einengungen der Atemwege. Es kann ebenfalls passieren, dass feinste Substanzen in diese Areale gelangt sind. Auch dann findet ein Husten statt.

Ein Husten hält in der Regel so lange an, bis die oberen Luftwege wieder komplett frei sind.

Je nach Erscheinungsform und Anlass wird der Husten in verschiedene Formen unterteilt:

  • produktiver Husten (geht mit dem Auswurf von Schleimabsonderungen der Bronchien einher)
  • Reizhusten (Der durch die Abwehrfunktion des Körpers ausgelöste Reizhusten beziehungsweise der psychogene Reizhusten (Tritt meist als trockener Husten auf, bei dem keine zusätzlichen Schleimabsonderungen vorhanden sind.)
  • akuter Husten (Von einem akuten Husten wird gesprochen, wenn es sich nur um eine vorübergehende, etwa acht Wochen anhaltende Hustenphase handelt.)
  • chronischer Husten (Bei einem chronischen Husten hält dieses Symptom länger als acht Wochen an. Außerdem liegen hier andere Ursachen vor.

Es gibt darüber hinaus einen Husten, der als unphysiolgischer oder nicht durch den im Körper stattfindenden Selbstreinigungsprozess bedingter Husten in Erscheinung tritt. Husten ist grundsätzlich ein Symptom, das bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen von Bedeutung ist. Nicht selten ist ein Husten mit weiteren krankhaften Begleiterscheinungen verbunden.

Ursachen von Husten

Die kausalen Zusammenhänge zwischen Husten und anderen Krankheiten sind vielschichtig. Vordergründig ist auf jeden Fall der Husten, der beim Verschlucken oder beim Einatmen von Fremdkörpern zu erkennen ist. In der Medizin werden mehrere Beweggründe für Husten aufgelistet.
An dieser Stelle erfolgt ein kleiner Abriss davon:

Weitere chronische Krankheiten wie eine Herzschwäche wie die Linksherzinsuffizienz, ein permanenter Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, eine chronische Bronchitis und die Mukoviszidose tragen ebenfalls zu einem Husten bei. Bei Kindern können überstandene Virusinfektionen eine dauerhafte Überempfindlichkeit der Luftwege hinterlassen.

Diagnose und Verlauf bei Husten

Anhand der Anamnese, also der Erhebung der Krankenvorgeschichte und des Hustentons kann ein erfahrener Arzt schon teilweise feststellen, welche Hustenform vorliegt. Bei einem akuten Husten genügt es, die Anamnese zu erheben und den Patienten körperlich zu untersuchen. Innerhalb der Krankenvorgeschichte sind Informationen seitens der Patienten zu den Themen:

  • Wie lange dauert der Husten?
  • Wann tritt der Husten auf?
  • Gibt es zusätzlich Begleiterscheinungen wie Fieber, Auswurf, Schmerzen oder Atemnot?
  • Welche Risikofaktoren liegen vor?
  • Nimmt der Betroffene Medikamente ein?

Um bestehende Verdachtsmomente zu bekräftigen oder um eine Ausschlussdiagnose zu erstellen, sind weitere Maßnahmen unabdinglich.
Diese beinhalten:

  • Auskultation oder das Abhören des Brustkorbes mit dem Stethoskop
  • Anfertigen eines Abstriches vom Rachenraum, um eine Bakterienkultur anlegen zu können
  • Sputum beziehungsweise Auswurf wird untersucht, um für den Husten verantwortliche Erreger zu finden
  • Untersuchung des Blutes zur Abgrenzung zwischen Influenza oder grippalem Infekt
  • spezifische Tests wie eine Nasenspiegelung, ein Schweißtest, den sogenannten Prick-Test und ein Lungenfunktionstest
  • technische Verfahren wie die Bronchoskopie, das Röntgen, der Herzultraschall, die Computertomografie und die Magenspiegelung

Diagnosedaten und Häufigkeit von Husten

In den Krankenhäusern wurden im Jahre 2014 2.859, im darauffolgenden Jahr 2.766 Hustensymptome behandelt. Im Jahr 2012 ergaben statistische Auswertungen, dass die durch Husten bedingten Ausfalltage bei Berufstätigen etwa 15 Prozent betrugen. Husten gehört mit etwa 10 Prozent zu den häufigsten Anlässen, aufgrund eines akuten Symptoms den Arzt aufzusuchen.

Leider ist es auch so, dass Husten als Anzeichen von Keuchhusten immer mehr an Bedeutung zunimmt. Die Zahl der Erkrankungen stieg beispielsweise ab dem Jahr 2008 auf mehr als 100.000 erwachsene Personen. Ein Grund dafür ist das fehlende Auffrischen der Basisimmunisierung. 2015 mussten von 100.000 Einwohnern insgesamt 14 Patientinnen und Patienten mehr als 20 Tage im Krankenhaus wegen Keuchhusten therapiert werden.

Komplikationen bei Husten

Andauernder Husten ist nicht nur eine Belastung für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Umwelt. Tritt der Husten hauptsächlich nachts auf, dann kommen die Betroffenen nur schlecht in den Schlaf. Müdigkeit, eine reduzierte Leistungsfähigkeit und Abgeschlagenheit sind die Folge.

Da beim Husten eine starke Beanspruchung der oberen Atemwege vorliegt, ist bei längerer Dauer ein stechender Schmerz in der Brust nicht auszuschließen. Zu bereits anderen Krankheitszeichen kann sich durch den Husten als ein Symptom ein Kopfschmerz oder Nasenbluten entwickeln.

Des Weiteren sind unangenehme Komplikationen wie Heiserkeit und entzündliche Vorgänge im Rachenraum zu befürchten. Diese Entzündung wird auch als Pharyngitis bezeichnet. Frauen im fortgeschrittenen, reiferen Alter leiden durch Husten teilweise unter einem unkontrollierten Abgang von Urin, auch bekannt als Harninkontinenz.

In der Medizin werden zudem Zustände wie eine Hustensynkope beschrieben. Dahinter verbirgt sich eine hustenbedingte Ohnmacht. Weitere Komplikationen sind Brüche im Zwerchfell, Atemnot, eine Mittelfellentzündung oder ein Mediastenal-Emphysem.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Vorstellung beim Arzt bei Husten ist dann sinnvoll, wenn:

  • Atemnot eintritt
  • hohes Fieber bis über 39 °C gemessen wird
  • starke Ohren-, Hals- und Oberkörperschmerzen vorhanden sind
  • Grippesymptome beobachtet werden

Ist der Husten nach maximal sechs Tagen nicht abgeklungen, muss ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Behandlung von Husten

Wie bei allen Krankheitsanzeichen, so gilt auch beim Husten, dass zunächst alle Ursachen abgeklärt werden, ehe eine Therapie erfolgt. Tritt ein Husten als alleiniges Symptom auf, sind keine weiteren Begleiterscheinungen vorhanden oder haben kausale Therapiemöglichkeiten keine Wirkung, dann dann bezieht sich die Behandlung ausschließlich auf dieses gesundheitliche Beschwerde.

Bei Husten als Symptom können primär sogenannte medikamentöse Hustenstiller beziehungsweise Antitussikaverordnet werden. Damit auch eine eventuelle Basiserkrankung ausgeheilt werden kann, werden die Hustenstiller mit Antibiotika kombiniert. Erweitert werden kann die Therapie des Symptoms Husten durch Arzneimitteln mit Wirkstoffen, die einen Husten stillenden Effekt haben.

Hinzugezogen werden insbesondere bei Anzeichen auf einen produktiven Husten Schleim lösende Pharmazeutika, die der Gruppe der SekretolytikaBronchodilatatorenExpectoranzien und Mukolytika zugeordnet werden. Allerdings müssen die Patienten in der Lage sein, aus eigenen Kräften abzuhusten und den Schleim als Sputum abzugeben. Anderenfalls kann Erstickungsgefahr drohen.

  • Codein
  • ACC akut, Bromohexin akut und Guaifenesin
  • Beta-Sympathikomimetika

Bedeutsame Wirkstoffe gegen symptomatischen Husten sind derzeit:

Eine Hustenlinderung kann ebenfalls durch äußere Anwendungen wie Inhalationen und Brustwickel erzielt werden. In diesem Zusammenhang gibt es in der Naturheilkunde und im Rahmen von Hausmitteln zahlreiche nebenwirkungsfreie Varianten.

Weitere einfache Maßnahmen sind::

  • Rauchen einstellen, auch nicht Passivraucher sein
  • regelmäßiges sorgfältiges Waschen der Hände, um ansteckenden Infektionen präventiv entgegen zu wirken
  • trockene Zimmerluft mit mehr Feuchtigkeit anreichern
  • Grippeschutzimpfung wahrnehmen
  • Grundimmunisierung bei Säuglingen durchführen lassen
  • auf Allergene oder Allergien auslösende Substanzen achten

Vorbeugung eines Hustens

Um Husten vorzubeugen, sollte der Körper gesund erhalten werden. Das kann durch eine Erhöhung der eigenen Immunabwehr geschehen. Hilfreich sind hierbei eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung und Aufenthalte an der frischen Luft. Rauchen, trockene, staubige Luft und viel Flüssigkeit sind präventiv gegen Husten als Symptom ebenfalls angebracht. Ansonsten hilft es nur, die den Husten auslösende Erkrankung gut behandeln zu lassen.

Hausmittel und alternative Heilmittel gegen Husten

Die Natur liefert eine Fülle an Stoffen, die als Behandlung gegen einen Husten angebracht sind. Der Vorteil alternativer Heilmittel und vieler Hausmittel liegt vor allen Dingen in deren ausgezeichneter Verträglichkeit.
Um besser mit Husten als physiologische Reaktion des Organismus umzugehen, haben sich:

  • das Inhalieren
  • die traditionellen Wickel aus abgekochten Kartoffeln, Quark oder Zwiebeln
  • das Trinken von Zwiebelsaft
  • das Essen von Zwiebelbrei mit Kandiszucker
  • Erkältungsbäder

als bewährte Methoden durchgesetzt. Was eigentlich hinter der erstaunlichen Wirksamkeit steckt, kann so erklärt werden: In Zwiebeln sind beispielsweise antibakterielle, entzündungshemmende und wundheilende Substanzen wie Aminosäuren mit einem hohen Schwefelanteil, verschiedene ätherische Öle und Flavoide enthalten. Diese dämmen die Hustenbeschwerden schnell ein.

Weitere alternative Heilmittel gegen das Symptom Husten sind:

  • Brynia gegen trockenen Reizhusten mit Brustschmerzen
  • Silicea bei trockenem Reizhusten mit einem „Kloß“ im Hals
  • Lachesis bei krampfartigem Husten

Diese Zusätze sind sehr zu empfehlen.

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