Pilze (Mykose)

pilze mykoseEine Pilzerkrankung wird auch ALS Mykose bezeichnet.

Pilze können zahlreiche Erkrankungen im menschlichen Körper auslösen. Besonders bei geschwächtem Immunsystem können sich Pilze schnell über den menschlichen Körper ausbreiten. Manche Pilzarten sind bereits im menschlichen Körper vorhanden, während andere Pilze erst über Verunreinigungen oder ähnliches Schaden im menschlichen Körper anrichten können.

Was sind Pilze?

Pilze gehören zu den eukaryotischen Lebewesen. Der Begriff „eukaryotisch“ beinhaltet, dass Pilzzellen einen Zellkern besitzen. Neben dem Zellkern sind auch Cytoplasma, Proteine und Mitochondrien vorhanden. Pilze sind eine eigene Gruppe, also weder Pflanzen noch Tiere.

Von den Pflanzen grenzen sie sich durch ihren Stoffwechsel ab. Denn im Gegensatz zu Pflanzen verfügen sie über kein Chlorophyll. Von den Tieren grenzen sie sich durch ihre Unbeweglichkeit, ihre Fortpflanzungstaktik und über ihre feste Zellwand ab. Der Hauptunterschied bei Pilzen ist die Zellenanzahl. Deshalb unterscheidet man einzellige und mehrzellige Pilze. Pilzinfektionen treten bei Menschen, Tiere und Pflanzen auf.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Es gibt viele verschiedene Pilzarten. Weltweit töten Pilzinfektionen bis zu 1,5 Millionen Menschen. Die Gefahr, die von Mykosen ausgeht, wird also oft unterschätzt. Unterschieden wird zwischen oberflächlichen Mykosen und systemische Mykosen.

Oberflächliche Mykosen

Oberflächliche Mykosen können auf der Haut oder auf den Schleimhäuten auftreten. Pilzerkrankungen auf der Haut werden als Dermatomykose bezeichnet. Typische Pilze dafür sind Anamorphe (Fungi imperfecti) oder Ascomyceten. Die Dermatomykose kann chronisch werden. Es erfolgt eine indirekte Übertragung zwischen zwei Menschen. Dies passiert über Hautschuppen.

Weitere Pilze, die eine Dermatomykose verursachen sind Sporotrichose sowie Malassezien und Kandidose, die zu den Hefe-Pilzen zählen.

Der bekannte Fußpilz wird oft in Schwimmbädern übertragen. Das feuchte Klima ist dabei für den Pilz sehr günstig. Hierbei handelt es sich um einen Fadenpilz. Geht man barfuß über eine kontaminierte Fläche, kann dies schon für eine Ansteckung ausreichen. Fadenpilze mögen jedoch keine trockene Umgebung. Deshalb ist ein gründliches Fußabtrocknen nach dem Schwimmbadbesuch Pflicht.

Bei den Schleimhaut Mykosen unterscheidet man zwischen einem Pilzbefall der Mundschleimhäute und einem Pilzbefall der Geschlechtsorgane. Bei gesunden Menschen mit einem intakten Immunsystem ist ein Pilzbefall der Mundschleimhäute sehr selten.

Ein Pilzbefall der Geschlechtsorgane kann jedoch auch bei ansonsten gesunden Menschen auftreten. Besonders häufig ist dabei eine vaginale Pilzinfektion. Auf Schleimhäuten finden sich häufig Pilze der Gattung Candida. Ca. 40.000 Deutsche sind jedes Jahr von einem Candida Befall betroffen.
Vaginale Pilzinfektionen können durch Geschlechtsverkehr und Küssen weitergegeben und übertragen werden.

Systemische Mykosen

Bei den systemischen Mykosen werden innere Organe von Pilzen befallen. Meist gelangen die Pilze über die Lunge in den menschlichen Körper. Über den Blutkreislauf gelangen sie zu den entsprechenden Organen. Systemische Mykosen sind die Art von Pilzerkrankungen, die zum Tod von Menschen führen können.

Gefährlich sind systemische Mykosen aber nur für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Dies betrifft Menschen, die zum Beispiel eine HIV-Erkrankung haben, frisch operiert wurden oder gerade eine Chemotherapie oder Transplantation abgeschlossen haben. Da die Mykose sozusagen „auf eine gute Gelegenheit“ wartet, spricht man auch von einer „opportunistischen“ Infektion. Typische Pilze für systemische Mykosen sind Aspergillen und Cryptococcus neoformans.

Doch es gibt auch systemische Mykosen, die für gesunde Menschen gefährlich sind. Dazu zählen Histoplasmose und Blastomykose.

Schimmelpilze im Alltag

Die meisten Menschen sind oft Schimmelpilzen und deren Sporen ausgesetzt. In Gebäuden entsteht Schimmel durch Rohrlecks, schlechte Lüftung, schlechte Isolierungen und undichte Wände. Der entstehende Schimmel gibt Sporen an die Luft ab, welche die Gesundheit stark beeinträchtigen können.
Auch auf Lebensmittel können sich Schimmelpilze bilden. Angeschimmelte Lebensmittel sollte man in keinem Fall mehr essen, selbst dann nicht, wenn die geschimmelte Stelle ab- oder herausgeschnitten wird. Denn der Schimmelbefall ist meist größer, als man mit dem bloßen Auge erkennen kann.

Welche Krankheiten & Beschwerden entstehen durch Pilze?

Pilze befinden sich auf und in jedem menschlichen Körper. Selbst im Darm sind Pilze bei Menschen ganz normal. Ein gesundes Immunsystem kann die vorhandenen Pilze gut kontrollieren und es kommt zu keiner Pilzerkrankung. Gefährlich wird es dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Antimykotika werden eingesetzt, um Pilzerkrankungen zu bekämpfen. Da Pilzerkrankungen sehr komplex sind, ist eine Behandlung daher sehr zeitintensiv und nicht immer erfolgreich.

Eine häufige Pilzerkrankung ist de vaginale Pilzinfektion.

Typische Symptome dafür sind:

  • Ausfluss aus der Scheide
  • weiße Beläge auf der Schleimhaut
  • Juckreiz

Gerade vaginale Pilzinfektionen sind sehr hartnäckig und häufig wiederkehrend.

Die Pilzform Candida albicans kann sich auf der Haut, den Schleimhäuten und sogar im Körper ausbreiten. Auf der Haut erkennt man den Pilz am Juckreiz und geröteten Stellen. Auf den Schleimhäuten bildet sich ein Belag, welcher eine weißliche Färbung hat und sich abwischen lässt. Ein oberflächlicher Befall lässt sich leicht behandeln. Sind jedoch die Organe betroffen, kann dies auch tödlich enden. Auf Intensivstation leiden ca. 14 Prozent aller Patienten an diesem Pilzbefall.

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