Bettwanzen? Ruhe bewahren!

Die kleinen, kaum sichtbaren Parasiten befallen heute auch zunehmend im deutschen Raum die Häuser und Betten der Bevölkerung. Dank der immer weiter steigenden Temperaturen fühlen sich die kleinen Blutsauger auch bei uns sehr wohl. Die kleinen Ungeheuer verursachen schmerzhafte Bisse die das Ausmaß eines Ausschlags annehmen können. Hier erfahren Sie, wie Sie sich gegen die Plagegeister zur Wehr setzen können.

Was ist eine Bettwanze überhaupt?

Bettwanzen gehören zur Familie der Plattwanzen. Diese dringen in die privaten Lebensräume der Menschen ein und nisten sich in deren Betten und Schlafplätzen ein. Grund dafür ist, dass Bettwanzen sich vom Blut ihrer Wirte ernähren und damit auch zur Familie der Parasiten zählen. Die entstehenden Hautreaktionen die durch die Bisse der Wanze ausgelöst werden bezeichnet man allgemein auch ALS Cimikose.

Woran erkenne ich Bettwanzen?

Bettwanzen lassen sich mit dem bloßen Auge gut erkennen. Sie werden in der Regel zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter groß – vollgesogen sogar bis zu 9 Millimeter. Sie besitzen eine leicht rötlich-rostbraune Farbe, sechs Beine und sind leicht oval förmig. Das rechtzeitige Erkennen der Plage kann hier entscheidend sein, da das Weibchen bis zu 12 Eier am Tag und über die gesamte Lebensdauer bis zu 200 Eier legt.

Können Bettwanzen Krankheiten übertragen?

Lange Zeit galt im Bereich der Forschung der Lebensweisen und des Übertragungspotenzials von Bettwanzen die Meinung, dass diese lediglich lästige Plagegeister sind, die im Großen und Ganzen aber keinen Schaden anrichten. Forscher der Universität von Pennsylvania haben nun eine neue Behauptung aufgestellt. Bettwanzen können „Trypanosoma cruzi“ übertragen – die Chagas Krankheit.

Chagas ist eine ernstzunehmende Krankheit. Sie kann tödlich enden, da der Erreger in die Muskelzellen des Herzens eindringt und sie beschädigt. Besonders gefährlich ist die Krankheit, da sie über mehrere Jahre hinweg unerkannt bleibt und nicht ausbricht, sich aber in der Zeit weiter ausbreiten kann.

Wie wird man Bettwanzen schnell wieder los?

Man kennt die vielen Horrorszenarien von leerstehenden Wohnungen die über mehrere Wochen komplett ausgeräuchert werden, da sich Bettwanzen generell in jedem Lebensraum ausbreiten können. Sie nutzen dafür unzählige Verstecke und heften ihre ausgebrüteten Eier an praktisch alles an.

Durch jahrelange Kämpfe gegen die Ausbreitung von Bett- und Raubwanzen besonders im lateinamerikanischen Raum, haben viele Arten heute eine enorme Resistenz gegen Insektengifte jeglicher Art aufgebaut. ES erfordert ein bestimmtes Know-how um diese Wanzen tatsächlich für immer aus dem Heim und Bett zu verscheuchen. Wer wirklich einen Erfolg erleben möchte, muss sich über die individuellen Umgebungsbedingungen und die speziellen Verhaltensweisen von Wanzen informieren.

Wichtig zu wissen ist: Bettwanzen mögen es zwar warm aber nicht zu warm. Ab einer Temperatur von 55 Grad denaturieren die Parasiten und sterben ab, da ihre die Stoffwechselvorgänge zusammenbrechen. Eine sinnvolle Bekämpfung besteht dabei in der Kombination von Hitze und einem wirksamen Insektengift. Ab einer Temperatur von 35 Grad fangen Wanzen an, sich aus ihren Verstecken zu winden. Wenn Sie ihre Wanderung nach einem kühleren Ort dann beginnen, lassen sie sich leicht töten.

Wo verstecken Bettwanzen sich?

Wie finde ich ihre Verstecke?

Wanzen nisten sich generell überall ein. Unter, auf, neben, über dem Bett spielt dabei keine Rolle. Um genaue Nist- und Lebensräume aufzuspüren können Sie Doppelseitiges Klebeband auslegen, hierfür sollten Sie spezielle um das Bett herum, am Kopf– und Fußende sowie in Schränken und im Bereich von Fußbodenöffnungen und Schlitzen „Fallen“ auslegen. Dabei sollten Sie bedenken, dass dies keine Methode zur Bekämpfung darstellt, lediglich die großen Nistplätze lassen sich damit in Bereiche einordnen.

Wanzen verstecken sich auch gerne in Matratzen, dem Bettzeug und in Schränken. Diese auf eigene Faust zu beseitigen ist daher fast unmöglich. Sie sollten einen Kammerjäger mit diesem Vorhaben beauftragen. Hausmittel wie Lavendelsträuche verteilen oder einzelne Gegenstände einfrieren machen auf lange Sicht nur wenig Sinn und versprechen nur wenig Erfolg.

Kann man präventiv gegen Bettwanzen vorgehen?

Um einem Befall frühzeitig entgegenzuwirken sollten Sie alle fünf bis acht Jahre Ihre Matratze und alle ein bis zwei Jahre den Bezug der Matratze austauschen. So können Sie zumindest gegen Milben und Wanzen vorgehen. Tägliches Lüften und regelmäßiges Bettwäsche wechseln ist auch sinnvoll. Sie sollten auch keine gebrauchten Möbel kaufen, bei denen Sie nicht ausschließen können, dass sich darin Wanzen tummeln. Auch nach einem Urlaub sollten Sie den Koffer zunächst ein paar Tage im Freien stehen lassen.

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