Weniger ist mehr – auch beim Frühjahrsputz

Frühjahrsputz

Viele Menschen machen einmal im Jahr ihren traditionellen Frühjahrsputz. Auch, wenn keiner gern putzt, so lassen sich die Meisten den Frühjahrsputz nicht entgehen. Schließlich soll nicht nur in der Wohnung einer neuer Hauch wehen, auch die Seele will im Frühling gelüftet werden.

Viele Leute greifen beim jährlichen Frühjahrsputz leider immer wieder zu aggressiven Reinigungsmitteln und schaden damit nicht nur ihrer eigenen Gesundheit, sondern auch der Umwelt und ihrem materiellen Besitztümern.

Fenster und Gardinen

 

Fenster reinigen

Nach den dunklen und kalten Monaten mit viel Feinstaub durch Heizungsanlagen, Fahrzeugabgase und ähnlichem Schmutz, sehnen sich die Fenster nach einer kompletten Reinigung. Um wieder einen klaren Durchblick zu bekommen, sind nicht viele Mittel nötig. Als Utensilien werden lediglich ein kleiner Eimer, ein Mikrofasertuch, ein wenig Spülmittel, sowie ein gewöhnliches Spültuch benötigt.

Der erste Reinigungsdurchgang erfolgt mit lauwarmem Wasser, in das ein geringer Spritzer Spülmittel gegeben wurde, hierfür wird der Spüllappen verwendet. Die Innenseiten der Fenster werden reihum gereinigt, dann mit klarem Wasser und dem gut ausgespülten Lappen, nachgewischt. Erst dann kommt der Mikrofaserlappen zum Einsatz. Dieser dient schlichtweg dem Trockenvorgang. Die Fenster werden mit ihm getrocknet, so entstehen keine unschönen Schlieren.

Für die Außenseiten der Fenster wird der Vorgang schlichtweg wiederholt. Zu beachten ist, dass Fenster nicht bei direkter Sonneneinstrahlung geputzt werden dürfen. Durch die Sonneneinstrahlung bilden sich fast immer unschöne Schlieren auf den frisch gereinigten Fenstern, die nur mit Mühe wieder beseitigt werden können.

Wer auf Nummer sicher gehen will und seine Fenster in einem absolut streifenfreien Glanz erstrahlen lassen möchte, der gibt dem Wasser-Spülmittelgemisch noch einige Spritzer Spiritus hinzu. Auch hierbei ist zu beachten, weniger ist mehr, einige wenige Spritzer bzw. Tropfen des Mittels reichen völlig aus.

Gardinen waschen

Nicht nur in Haushalten von Rauchern erhalten die Gardinen nach einer gewissen Zeit eine unschöne Schmutzschicht, auch in Nichtraucherhaushalten tragen Staub und z. B. Ruß von Kerzen, Heizungen oder Öfen dazu bei. Ausdünstungen von Wasser und Fett sorgen vor allem bei Küchengardinen zu hartnäckigen Verschmutzungen. Gerade hier ist es wichtig, die Gardinen alle 3 Monate zu waschen.

Vor jedem Waschen sollten die Pflegehinweise auf dem Etikett an jeder einzelnen Gardine beachtet werden. Das ist besonders empfehlenswert, um verlaufende Farben oder andere Schädigungen des Stoffes zu vermeiden. Bevor die Gardinen und Vorhänge in die Waschmaschine oder in ein Bad zur Handwäsche kommen, sollten sie ausgeschüttelt und ggf. abgesaugt werden. Der grobe Staub ist somit schon einmal entfernt.

Zur Wäsche in der Maschine wird ein Wäschenetz benötigt. Diese gibt es meist in zwei unterschiedlichen Größen für ein paar Euro in jeder Drogerie. Vor dem Waschgang gilt es alle Metall- und Holzteile wie Ringe oder Nadeln zu entfernen, sonst können unschöne Rostflecken entstehen. Gardinenhaken und Ringe aus Kunststoff können in den meisten Fällen problemlos mitgewaschen werden.

Weiße Gardinen erhalten neuen Glanz, wenn zusätzlich zum normalen Waschpulver ein Päckchen Backpulver gegeben wird. Auch eine Salzwasserlösung hat sich für die Reinigung weißer Gardinen bewährt. Stark verschmutze Stoffe, können über Nacht in einer schwachen, bis mittelstarken Lösung aus Salzwasser eingelegt werden, bevor sie in die Waschmaschine kommen. Auch das Einlegen in eine Wasser-Backpulverlösung, ein bis zwei Stunden vor dem Waschgang hat sich bewährt.

Farbechte Gardinen können mit einem Schuss Essig, empfohlen wird Essig aus Obst beispielsweise Apfelessig, wieder zum Strahlen gebracht werden. Vor der Anwendung muss die Farbechtheit der Gardine geprüft werden. Dazu ein verstecktes Stück des Vorhangs mit Seifenlauge beträufeln und danach ein weißes Baumwolltuch dagegen pressen. Sind Verfärbungen am Tuch zu sehen, ist die Gardine nicht farbecht.

In der Waschmaschine brauchen Gardinen Platz und einen Schonwaschgang, um nicht zu verknittern. Es dürfen nicht zu viele Gardinen mit einem Mal in die Trommel gepackt werden. Ein Waschgang für Wolle, am besten ohne Schleudern, ist empfehlenswert. Nach der Wäsche werden die noch feuchten Gardinen wieder an ihrem Fensterplatz aufgehangen. So entstehen keine missgestalteten Falten und Knicke.

Die Küche

Bei der Reinigung der Küche werden nicht viele Reinigungsmittel benötigt. Um starke Fettverschmutzungen zu beseitigen, sollte immer zu Sodareinigern gegriffen werden. Diese lösen nach kurzer Einwirkzeit den groben Fettschmutz und werden in einem zweiten Wischvorgang mit klarem Wasser restlos entfernt. Sodareiniger finden sich mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt und auch in fast allen Drogeriemärkten.

Sodareiniger lassen sich auch sehr leicht mit Waschsoda und Wasser herstellen. Dafür einfach eine Mischung aus einem Viertel Waschsoda mit einem Dreiviertel Wasser vermengen und ggf. in eine leere und gut ausgespülte Sprühflasche geben.

Arbeitsflächen und Böden, die säurebeständig sind, können mit einem Gemisch aus Essig, Natron, natürlicher Zitronensäure (nicht zu verwechseln mit der künstlichen Variante Citronensäure, welche sehr aggressiv ist) und Wasser gereinigt werden.

Einen verunreinigten Backofen kann ebenfalls mit Zitronensäure gereinigt werden. Dafür mehrere Zitronen in einer ofentauglichen Schale auspressen, die Schalen mit rein geben, Wasser darauf und das Ganze bei 200 Grad Celsius auf die unterste Schiene auf den Grillrost in den Ofen stellen. Nach etwa einer Halben bis drei viertel Stunde den Ofen ausstellen, sobald er nur noch handwarm ist mit einem feuchten Tuch auswischen.

Das Bad

Vor allem Kalk setzt den Armaturen und anderen Konstruktionen im Badezimmer schwer zu. Als energischer Reiniger gegen Kalkablagerungen haben sich Säuren wie Essig oder Zitronensäure bewährt. Vor allem der Essig setzt dem Kalk im Bad ein jähes Ende.

Dafür einfach die zu reinigenden Stellen mit einer Essig-Wassermischung besprühen, etwa eine viertel Stunde einwirken lassen und mit der rauen Seite eines Küchenschwamms und klarem Wasser abwischen. Bei empfindlichen Oberflächen empfiehlt es sich, den Essigreiniger zunächst an einer unauffälligen Stelle zu testen. Auch sollte bei diesen lieber zu einem Spüllappen und nicht zu einem härteren Schwamm gegriffen werden.

Holzmöbel

Möbel aus Holz werden zunächst mit einem Staubtuch oder einem leicht feuchten Lappen von Staub und eventuellen Tierhaaren befreit. Feuchte Möbel nach diesem Reinigungsprozess mit einem Mikrofasertuch trocken reiben. Anschließend kann mit Leinenöl und einem sauberen Baumwolltuch ein neuer Schimmer auf die Holzmöbel gezaubert werden.

Teppiche, Matratzen und Polster

Teppiche, Matratzen und Polster immer gründlich absaugen. Dafür die Polsterdüse (außer bei Teppichen) des Staubsaugers verwenden. Matratzen können zusätzlich mit Backpulver behandelt werden. Für diesen Zweck die Matratze mit Backpulver bestreuen, einige Minuten einwirken lassen und dann sehr gründlich absaugen. Anschließend die Matratzen noch ca. eine Stunde auslüften lassen, bevor sie mit einem sauberen Lacken bezogen werden.

Für die feine Reinigung von Teppichen können sich Verbraucher in einigen Drogerien und Baumärkten sogenannte Nasssauger ausleihen. In diese wird lediglich Wasser gefüllt, welches im Sauger erwärmt wird, um es anschließend mit der Spezialdüse auf den Teppich zu sprühen. Nach kurzer Einwirkzeit schaltet man die Düse um und saugt das Wasser wieder ab. Durch das heiße Wasser werden Bakterien und Keim im Teppich abgetötet.

Soll der Teppich und der Raum während und nach dem Saugen gut duften, einfach etwas Waschpulver oder Kaffee einsaugen. Der Geruch der Substanz verteilt sich dann bei jedem Saugvorgang im gesamten Raum und sorgt für ein frisches Gefühl.

Allgemeine Empfehlungen

Generell sollten auch beim Frühjahrsputz mit biologischen Reinigern Handschuhe getragen werden. Essig, Zitronensäure, aber auch Soda kann empfindliche Haut angreifen. Zusätzlich gilt auch beim Frühjahrsputz die alte Faustregel, weniger ist immer mehr. Große Mengen an Putzmitteln, auch biologischer Art, sind nicht empfehlenswert, egal ob die Stoffe und Oberflächen empfindlich sind.

Regelmäßige Reinigung, mit ausschließlich biologischen Reinigungsmitteln, in einem überschaubaren Maß das ganze Jahr über verteilt ist immer noch der beste Frühjahrsputz.

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