INR

Auch bekannt als:

inr, International Normalised Ratio, Prothrombin Zeit, Quick
Bezeichnung: inr, International Normalised Ratio
Ähnliche Tests: aPTT, Gerinnungsfaktoren, Fibrinogen, ACT


Auf einen Blick

Warum werden pt / Quick bzw. inr untersucht?

  • Zur Überprüfung der Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulatien), die der Bildung von Blutgerinnseln vorbeugen.
  • Zur Erkennung und Diagnosestellung von Blutungsstörungen.

Bei welchen Erkrankungen sollten pt und inr untersucht werden?

Unter Therapie mit antikoagulativen Medikamenten oder bei Verdacht auf eine Blutungsstörung.

Aus welchem Probenmaterial wird X durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene, manchmal auch aus der Fingerkuppe.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Prothrombinzeit (pt = prothrombin time)/ Quick-Test gibt die Dauer bis zur Bildung einer Blutverklumpung in einer Blutprobe an. Im Körper beinhaltet der Gerinnungsprozess eine Abfolge von chemischen Reaktionen. Einer der letzten Schritte ist die Umwandlung von Prothrombin in Thrombin. Prothrombin ist einer von mehreren Gerinnungsfaktoren, die in der Leber produziert werden. Der pt-Test bewertet die durchgängige Funktionstüchtigkeit dieser Faktoren und die Fähigkeit des Körpers, in angemessener Zeit ein Gerinnsel zu bilden.

Der pt-Test wird gewöhnlich in Sekunden gemessen und wird mit den Normalwerten von gesunden Personen verglichen. Weil die Reagenzien (Chemikalien), die bei dieser Untersuchung Verwendung finden, von Labor zu Labor und sogar in einem bestimmten Labor über eine Zeitspanne hinweg betrachtet differieren, zeigen auch die Normalwerte Schwankungen. In Deutschland werden die Ergebnisse meistens als Quicktest in Prozent der Ergebnisse von Normalpersonen angegeben (100% als „Normalwert“). Um die Werte in Deutschland und der ganzen Welt zu normieren, entwickelte und empfiehlt ein WHO- (World Health Organization = Weltgesundheitsorganisation) Komitee für Patienten unter Therapie mit oralen Antikoagulantien wie Marcumar die Anwendung der Internationalisierten Normierten Ratio (inr). Die inr ist ein berechneter Wert aus den Ergebnissen der Gerinnungsuntersuchung, der die Unterschiede der verschiedenen pt-Reagenzien und Gerätesysteme berücksichtigt und so die Ergebnisse zwischen den einzelnen Labors vergleichbar macht. Die meisten der Labors geben heutzutage sowohl die pt als auch die inr bei jeder Untersuchung der pt an. Die Verwendung der inr ist allerdings nur auf oral antikoagulierte Patienten beschränkt, bei Patienten ohne blutverdünnende Medikamente ist die Angabe der inr ohne Wert. Bei der Auswertung ist zu beachten, dass eine starke Hemmung der Gerinnung zu einem niedrigen Quickwert, zu einer verlängerten pt-Zeit und zu einer hohen inr führt.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Aus der mit Citrat antikoagulierten Blutprobe wird durch Zentrifugation Citratplasma gewonnen. Das Citratplasma wird für die Untersuchung verwendet.


Der Test

Wie wird der der pt-Test (die inr) eingesetzt? Wann könnte die pt/ inr-Bestimmung sinnvoll sein?
Bestimmungen der Prothrombinzeit (oder Quickwerte), die in verschiedenen Labors bestimmt wurden, sind nur begrenzt miteinander vergleichbar. Aus diesem Grund gibt man noch zusätzlich die so genannte „International Normalised Ratio“ (inr-Wert) an. Dieser Wert ist eine methodenunabhängige Größe, die auf einen Standard der Weltgesundheitsorganisation WHO bezogen ist. Die inr-Werte sind zwischen verschiedenen Labors vergleichbar (wichtig z.B. auf Reisen).

Eine gebräuchliche Fragestellung ist die Überwachung der Gerinnung unter der Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten wie Marcumar (Coumarin). Diese Medikamente unterstützten die Hemmung der Gerinnselbildung und werden zur Langzeittherapie bei Patienten mit einer überschiessenden Gerinnung, einschließlich Herzanfällen, Schlaganfällen und tiefer Venenthrombosen, verschrieben. Eine antikoagulative Therapie kann auch als vorbeugende Maßnahme bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder kurzzeitig bei Patienten nach operativen Eingriffen, wie beim operativen Kniegelenksersatz, angewandt werden. Die antikoagulative Therapie muss sorgfältig überwacht werden, um die Balance zwischen der Hemmung der Gerinnselbildung und überschiessenden Blutungen einzuhalten.

Bei Patienten mit einer gestörten Leberfunktion kann aus dem pt-Test (Quick) ein Hinweis auf die Syntheseleistung der Leber gewonnen werden und bei Patienten mit einer verminderten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie bei einer Reihe von Darm– und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen ist die Untersuchung sinnvoll. Die Untersuchung wird auch regelmäßig vor operativen Eingriffen durchgeführt, um Patienten mit einer gestörten Blutgerinnung zu erkennen. Hierzu gehören auch Patienten mit einem Mangel der Blutgerinnungsfaktoren FII, FV, FVII oder FX.

Vor einer Operation muss die pt bei Patienten, die nicht unter antikoagulativer Therapie stehen, angefordert werden, um eine Blutungsstörung auszuschließen und eine intakte Gerinnung zu bestätigen.

Was bedeutet das Testergebnis?
(Anmerkung: Für diesen Test steht kein Standard-Referenzbereich zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflusst werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrens-abhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.)

Das Testergebnis für die pt hängt von der verwendeten Methode ab und wird in Sekunden gemessen und mit den Durchschnittswerten gesunder Personen verglichen. Die meisten Labors berichten pt-Werte, die durch die inr normiert wurden. Patienten unter antikoagulativer Therapie sollten eine inr von 2,0 bis 3,0 für normale blutverdünnende Zwecke haben. Für einige Patienten mit hohem Risiko für eine Gerinnselbildung muss die inr höher sein- als Anhalt etwa 2,5 bis 3,5. Der behandelnde Arzt wird die inr zur Anpassung der jeweiligen Medikamentendosis verwenden, um die pt in den erwünschten Bereich zu verschieben. Eine verlängerte, Prothrombinzeit bedeutet, dass das Blut zur Bildung eines Gerinnsels länger als normal braucht. Bei Patienten, die nicht unter antikoagulativer Therapie stehen und trotzdem eine verlängerte pt aufweisen, können zusätzliche Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Ursache notwendig werden.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Einige Stoffe wie Alkohol und Antibiotika können die pt/inr-Untersuchung beeinflussen. Insbesondere bei Patienten unter oraler Antikoagulation gibt starke Einflüsse von Medikamente. Antibiotika, Aspirin und Cimetidin können die pt/inr erhöhen. Barbiturate, orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien und Vitamin K können die pt senken. Bestimmte Nahrungsmittel (wie Rinder- oder Schweineleber, grüner Tee, Brokkoli, Kichererbsen, Kohl, Rübengrün und Produkte aus Sojabohnen) beinhalten große Mengen an Vitamin K und können die pt-Ergebnisse beeinflussen. Es ist wichtig, dass dem behandelnden Arzt alle verordneten Medikamente bekannt sind und, ob eines oder mehrere der genannten Lebensmittel in größeren Mengen kürzlich verzehrt wurde, so dass die pt/inr-Werte dementsprechend interpretiert und korrigiert werden können.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur: 4h
-20°: 3 Wochen
-70°C: > 1 Jahr
Notwendig ist eine Zentrifugation des Citratblutes möglichst kurz nach der Blutentnahme

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Wie bei den meisten Gerinnungsuntersuchungen ist das genaue Verhältnis von Citrat zu Blut und eine möglichst atraumatische Venenpunktion notwendig. Hämolytische Proben oder ungenügend zentrifugierte Proben mit Thrombozyten führen zu falsch-kurzen Gerinnungszeiten.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Qualitätskontrolle für die Bestimmung von Quick/ inr/ pt muß entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) durchgeführt werden, die Teilnahme an externen Ringversuchen ist Pflicht. Durch die Vielzahl von Kombinationen von Reagenzien mit Geräten ist die Auswertung der Ringversuche sehr aufwändig und noch nicht befriedigend gelöst. Problematisch ist die Auswertung: Da sowohl Quick als auch die daraus berechnete inr angeben werden, ist ein Bestehen beim Quick und ein Nichtbestehen bei der inr denkbar.


Häufige Fragen

 


Weiterführende Links zum Thema

 

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