Erste Hilfe bei einem Stromschlag / Stromunfall

Stromschlag / Stromunfall

Ein Stromunfall ist ein Unfall, bei dem eine Person über ein Medium, zum Beispiel ein elektrischer Leiter, in Kontakt mit elektrischem Strom kommt. Dies kann lebensgefährlich werden. Meist passieren diese Unfälle durch leichtinnigen Umgang mit elektrischen Geräten und unsachgemäße Reparatur- und Bastelarbeiten.

Wird der Kreislauf des Herzens durch einen Stromschlag gestört, können Herzrhythmusstörungen auftreten, welche auch in ein Kammerflimmern umschwenken können. Das Herz kann, durch zu schnelles Schlagen, nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen und es kann zum Herz-Kreislaufstillstand kommen. Die Schwere der Verletzung hängt von der Stromspannung, der Stromstärke, der Dauer des Stromflusses, aber auch von dem Alter der Verunfallten sowie dessen Gesundheitszustand ab. Man spricht von einem Hochspannungsunfall, wenn die Spannung über 1000 Volt erreicht.

Anzeichen

Besteht der Stromfluss noch, deuten die verkrampften Muskeln der Person auf einen Stromunfall hin. Der Betroffene kann sich in dem Falle nicht von der Stromquelle lösen. Unterbricht man den Kreis, kann der Betroffene ohne Bewusstsein bleiben. Brandwunden und Verletzungen finden sich an den Stellen, wo der Strom ein- und ausgetreten ist.

Erste Hilfe bei einem Stromunfall mit Niederspannung und Hochspannung

 

Notruf

Bei einem Stromunfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden, um schwere Schäden des Betroffenen zu verhindern. Bei Hochspannungsunfällen muss der Rettungsdienst mit dem Hinweis auf einen Hochspannungsunfall alarmiert werden.

Eigene Sicherheit

Die eigene Sicherheit steht hier an wichtiger Stelle, denn gelangt man selber zu nah an den Stromkreis, besteht die Gefahr, selber einen Stromschlag zu bekommen. Bei Hochspannungsunfällen muss ein Abstand von mindestens 10 Metern gehalten werden, um nicht selber mit dem Strom in Kontakt zu kommen, denn hier droht Lebensgefahr.

Stromkreis unterbrechen

Der Stromkreis muss unterbrochen werden. Die Sicherung oder der Netzstecker des Gerätes müssen ausgeschaltet oder gezogen werden. Gelingt dies nicht, sollte man den Betroffenen mit nichtleitenden Gegenständen, wie Decken oder einem Holzstiel, von der Stromquelle wegziehen und den Patienten dabei die ganze Zeit ansprechen, beruhigen und trösten. Bei Hochspannungsunfällen darf dies nur durch Fachpersonal geschehen.

Bewusstlosigkeit und vorhandener Atem

Ist der Patient nicht mehr ansprechbar, besitzt aber noch eine normale Atmung, sollte er sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden, um zum Beispiel ein Ersticken zu verhindern.

Bewusstlosigkeit und Atemstillstand

Ist der Betroffene weder ansprechbar noch ist die normale Atmung vorhanden, muss sofort die Reanimation durch die Herz-LungenMassage geschehen, um ein Überleben zu sichern.

Wundversorgung

Zuerst müssen Schutzhandschuhe angezogen und die Wunden dann keimfrei bedeckt, sowie die Verbrennung versorgt werden.

Überwachung

Der Betroffne sollte die komplette Zeit, bis zur Übergabe an den Rettungsdienst, beruhigt und überwacht werden, um weitere Verletzungen zu verhindern und um sicherzugehen, dass es nicht doch noch zu einem Atemstillstand oder einer Bewusstlosigkeit kommt.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei einem Stromunfall sollte immer der Rettungsdienst gerufen werden, da es auch noch Stunden später zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen kommen kann. Bei Hochspannungsunfällen ist es äußerst notwendig, denn die Rettung darf nur durch Fachpersonal geschehen.

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