Atmung

Ein lebenswichtiger Prozess

Die Atmung ist einer wichtigsten Reflexe des Menschen und ohne sie sind Menschen nicht lebensfähig. Im Folgendem Artikel erfahren Sie alles über die Atmung des Menschen. Es wird erklärt, wie Atmung funktioniert und welche Funktion die Atmung und das Atmungssystem besitzen. Außerdem wird die genaue Anatomie des komplexen Systems der Atmung beschrieben. Des Weiteren erfahren Sie welche Krankheiten die Atmung beeinflussen und welche Folgen diese mit sich bringen.

Was ist die Atmung?

Ohne die Atmung sind Menschen nicht lebensfähig. Wenn wir atmen, nehmen wir Luft in den Blutkreislauf auf und versorgen dadurch den Körper mit Sauerstoff. Man unterscheidet grundsätzlich die innere und die äußere Atmung. Die innere Atmung beschreibt den Prozess der Zellatmung und dient der Energieversorgung der Zellen. Die sogenannte äußere Atmung bezeichnet den Gaswechsel, der in der Lunge stattfindet. Hierbei nimmt der Körper Sauerstoff auf und gibt Kohlendioxid ab.

In dem folgendem Artikel wird speziell die äußere Atmung behandelt. Das Hauptorgan der Atmung ist die Lunge, aber auch das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln sind an dem Vorgang beteiligt. Die Luft wird durch Mund und Nase eingeatmet und strömt in die Lunge. Die Atmung ist ein angeborener Reflex und kann von der Person selbst nur vorübergehend angehalten werden. Trotz dem Reflexes gibt es verschiedene Atemtechniken, die sich auf den Körper auswirken. Denn je besser die Atemtechnik, umso besser wird der Körper mit Sauerstoff versorgt.

Funktionen und Aufgaben

Die wichtigsten Funktionen der Atmung sind Folgende:

  • Sauerstoffversorgung des Körpers
  • Abgabe von Kohlendioxid

Funktion der Atmung generell

Hauptaufgabe der Atmung ist es, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Außerdem muss die Verbrauchte Luft wieder aus dem Körper ausströmen. Atmung ist also ein ständiger Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper. Die Aufgaben der sogenannten äußeren Atmung hängen mit der inneren Atmung zusammen. Die Zellen nutzen den von uns eingeatmeten Sauerstoff um den in den Zellen enthaltenen Zucker aufzuspalten. Durch diese Spaltung wird Energie freigesetzt, die der Körper zum leben benötigt. Durch diese Energiefreisetzung entsteht Kohlendioxid, welches durch den Blutkreislauf zurüCK in die Lungen geleitet, und von dort durch die Atmung wieder ausgeschieden wird.

Funktion von Lunge und Muskeln

Um die Sauerstoffreiche Luft einzuatmen und die Kohlendioxidreiche Luft auszuatmen benötigt der Körper spezielle Organe. Die Lunge hat bei der Atmung die Aufgabe, die Luft, die wir einatmen von möglichen Krankheitserregern und Keimen zu befreien. Nachdem die Luft durch den Körper geflossen ist, strömt sie wieder in die Lunge und wird ausgeatmet. Damit genug Atemluft in die Lunge passt, muss sie sich beim Einatmen ausdehnen können. Dazu sind Muskeln nötig, die das Ausdehnen ermöglichen. Durch die Brustmuskeln hebt sich die Brust und das Zwerchfell, der sogenannte Atemmuskel, macht Platz, damit sich die Lunge dehnen kann. Wird die Luft wieder ausgeatmet, entspannen sich die Muskeln wieder.

Anatomie, Aufbau und Kreislauf des Atmungssystems

Das System der Atmung ist sehr komplex. Die Luft, die uns umgibt, wird durch Mund und Nase eingeatmet. In der Nase werden durch Nasenhärchen und den Schleim erste Bakterien und Krankheitserreger abgefangen. Die Luft gelangt dann weiter in die Luftröhre. Die Luftröhre ist ein elastisches Rohr. Sie beginnt am Kehlkopf und leitet die Atemluft in die Lunge.

Die Lunge besteht aus zwei Flügeln: dem linken und dem rechten Lungenflügel. Beide Lungenflügel werden mittels Furchen in Lungenlappen unterteilt. Der rechte Lungenflügel teilt sich in den oberen, mittleren und unteren Lungenlappen, der linke lediglich in den oberen und den unteren Lungenlappen. Dies hat zur Folge, dass der linke Lungenflügel ein geringeres Volumen hat, ALS der rechte Lungenflügel. Grund dafür ist, dass das Herz zum großen Teil auf dem linken Lungenflügel lastet. Die einzelnen Lungenlappen unterteilen sich in mehrere Segmente. Im rechten Lungenflügel 10, im linken 8-10. Weiter verzweigt sich die Lunge, in dem sich die einzelnen Segmente in sogenannte Läppchen weiter unterteilen. Die gesamten Elemente, die Atemluft durch die Lunge transportieren, sind die Bronchien.

Auf der Innenseite des Atmungssystems befinden sich Flimmerhärchen und Becherzellen, welche Schleim produzieren. Dieser Schleim und die Härchen haben die Aufgabe, die eingeatmete Luft von Schmutz und Krankheitserregern zu befreien. Am Ende des Verzweigungssystem der Bronchien befinden sich die Bronchiolen, welche wesentlich kleiner sind als die Hauptbronchien, die schlussendlich in die Lungenbläschen übergehen. In diesen Lungenbläschen wird die Luft, die in der Lunge aufgenommen wurde, in den Blutkreislauf übergeleitet.

Die Lungenbläschen sind von dünnen Kapillaren umgeben. Das Blut fließt durch diese dünnen Blutgefäße und nimmt den Sauerstoff auf. Das passiert dadurch, dass sich die Sauerstoffmoleküle an die roten Blutkörperchen hängen. Ein Blutkörperchen kann bis zu eine Milliarde Sauerstoffmoleküle aufnehmen. Durch den Blutkreislauf wird der Sauerstoff nun in die Körperzellen geleitet. Gleichzeitig wird das Kohlendioxid ins Blut zurückgegeben. 80% des Abfallstoffes befinden sich beim Abtransport im Blutplasma, lediglich 20% werden über rote Blutkörperchen wieder zurück in die Lunge transportiert. Dort wird die verbrauchte Luft wieder ausgeatmet.

Brust- und Bauchatmung

Wie bereits erwähnt, zieht sich das Zwerchfell, welches unterhalb der Lunge liegt und Brust- und Bauchraum trennt, beim Einatmen zusammen, um genügend Platz für die Ausdehnung der Lunge zu bieten. Dabei entsteht eine Art Kuppel an dem Zwerchfell und diese schmiegt sich an die Unterseite der Lunge an. Die Lungenflügen dehnen sich nach unten aus und verursachen somit, dass sich die Bauchdecke hebt, da die Eingeweide ebenfalls nach unten verlagert werden müssen. Diesen Vorgang nennt man die Bauchatmung.

Bei der Brustatmung dagegen spannen sich die Zwischenrippenmuskeln an. Durch diese Anspannung heben sich Rippen und somit der gesamte Brustraum. Speziell in Angstsituationen wird die Brustatmung aktiv, da Sauerstoff schneller ins Blut gelangen kann.
In der Realität sind Bauch-und Brustatmung kombiniert. Im jungen Alter spielt die Brustatmung eine größere Rolle, im Alter hingegen die Bauchatmung, da der Brustkorb zunehmend an Elastizität verliert.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

Krankheiten des Atmungssystems sind besonders ernstzunehmend, da der Körper ohne die nötige Sauerstoffzufuhr nicht lang überleben kann. Im Folgenden sind die häufigsten Erkrankungen des Atmungssystems beschrieben.

Asthma (Asthma bronchiale)

Asthma tritt bei Kindern doppelt so häufig auf wie bei Erwachsenen. In Deutschland sind ca. 5% der Erwachsenen und 10% der Kinder von der chronischen Atemwegserkrankung betroffen. Die Beschwerden der Krankheiten treten in Form von Anfällen auf. Dazu zählen unter anderem Husten und pfeifender Atem. Die Beschwerden von Asthma können von selbst, oder durch Einnahme von Medikamenten gelindert werden.

Die Betroffen spüren oft ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Ausgelöst werden Asthmaanfälle durch verschiedene Faktoren. Das sogenannte „allergische Asthma“ wird durch verschiedene Allergene ausgelöst, beispielsweise Hausstaub. Aber die Anfälle können auch nicht Allergene Ursachen haben.

Bronchitis (Akut und Chronisch)

Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialschleimhäute. Die Häufigsten Beschwerden der Betroffenen sind Husten und Auswurf. Als chronisch wird die Bronchitis bezeichnet, wenn die Symptome länger als ein Jahr andauern, denn ab diesem Zeitpunkt besteht die Krankheit meist ein Leben lang. Eine Akute Bronchitis wird in der Regel durch Viren ausgelöst. Sie bildet sich in den meisten Fällen binnen mehrerer Tage von selbst zurück. Hauptauslöser der chronischen Bronchitis ist in vielen das Rauchen.

Lungenentzündung (Pneunomie)

Bei einer Lungenentzündung ist das Lungengewebe entzündet. Kleinkinder, alte Menschen sowie Menschen mit schwachem Immunsystem leiden häufiger an dieser Atemwegserkrankung. Ursache der Krankheit sind meist Bakterien, besonders häufig gelten die Pneumokokken als Hauptursache einer Lungenentzündung. Die Krankheit beginnt meist mit Schüttelfrost. Hohes Fieber, Husten und Auswurf folgen. Seltener wird eine Lungenentzündung durch Viren ausgelöst. Hier leiden die Betroffenen an Kopf– und Gliederschmerzen und Husten. Auswurf selten bis gar nicht auf. In seltenen Fällen kann eine Lungenentzündung sogar tödlich enden.

Lungenemphysem

Die Lungenbläschen, die für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd im Körper notwendig sind, überdehnen sich im falle eines Lungenemphysems. Sie sind so zerstört, dass die innere Oberfläche verkleinert ist. Die Folge davon ist eine Überblähung der Lunge. Die Sauerstoffzufuhr nimmt ab, da die Lunge nicht mehr voll leistungsfähig ist.

Atemnot ist die Häufigste Folge eines Lungenemphysems. Betroffene im Endstadium sind auf ein Beatmungsgerät angewiesen.
Tritt ein Lungenemphysem in Verbindung mit einer chronischen Bronchitis auf, so kann es zu einer sogenannten COPD kommen.

COPD (chronic obstructive pulmonary disease)

Oft als „Raucherhusten“ bezeichnet, ist COPD eine lebensgefährliche Lungenkrankheit, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. Weltweit gesehen ist dies die am häufigsten auftretende, chronische Erkrankung der Lunge. Die Betroffenen leiden unter Husten, Auswurf und Atemnot. Hauptursache von COPD ist das Rauchen. 80%-90% der Betroffenen sind oder waren Raucher. Durch diese systemische Krankheit ist das Immunsystem stark geschwächt, wobei es häufig zu Folgeerkrankungen kommen kann, beispielsweise zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Auch Psychischen Erkrankungen können eine Folge der Krankheit sein.

Mukoviszidose (zystische Fibrose)

Mukoviszidose ist eine Stoffwechselkrankheit, die vererbbar ist. Der Schleim, der sich in wichtiges Organen, unter anderem auch in der Lunge, befindet, ist zähflüssiger als bei gesunden Menschen. Durch die dicke Konsistenz des Schleims, kann dieser trotz starkem Hustens nicht abgehustet werden. Das führt dazu, dass das Sekret in der Lunge festhängt und sich als Nährboden für diverse Krankheitserreger anbietet. Es kommt zu chronischer Bronchitis und Lungenentzündungen. Da der Schleim auch in der Nase nicht richtig abfließen kann, treten auch Entzündungen in der Nasennebenhöhle auf. Die Lungenfunktion nimmt aufgrund dessen nach und nach an Funktion ab, da die Lunge durch die wiederkehrenden Erkrankungen geschwächt und vernarbt ist.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Wenn sich Zellen in der Lunge unkontrolliert ausbreiten, verdrängen sie das gesunde Lungengewebe. Ärzte teilen die unterschiedlichen Arten der Krankheit zunächst in zwei Formen auf. Welche Form des Krebs bei Patienten auftritt, hängt von der Art der Zellen ab.

Zum einen wird das kleinzellige Bronchialkarzinom beschrieben. Diese Art des Lungenkrebs wächst sehr schnell und beginnt zentral in der Lunge. Die befallenen Zellen weiten sich manschettenartig um die Bronchien herum aus. Kranke Zellen können durch den Blutkreislauf weiter im Körper vordringen und gesunde Organe befallen (Metastasen). Bei dem kleinzelligen Bronchialkarzinom beginnt die Verbreitung der Metastasen relativ früh. Durch diese schnelle Ausbreitung der Krebszellen im Körper ist der Krebs oft in einem fortgeschritten Stadium, wenn er entdeckt wird.

Die andere Form des Lungenkrebs ist das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Diese Form umfasst mehrere Arten von Lungenkrebs zusammen. Man unterscheidet Adenokarzinome, Plattenephitelkarzinome, großzellige Karzinome und sonstige nicht-kleinzellige Karzinome.
Adenokarzinome wachsen am Lungenrand und entwickeln sich vorzugsweise in Narbengewebe. Diese Krebszellen entstehen aus schleimproduzierenden Drüsenzellen in der Lunge. Die kranken Zellen befallen schnell andere Organe.

Plattenphitelkarzinome bestehen aus Verbänden von Zellen, die zentral in der Lunge wachsen. Eine chronische Schleimhautentzündung führt zu der Entartung der Zellen.

Bei großzelligen Karzinomen sind, wie der Name sagt, die befallen Zellen größer als üblich. Diese Diagnose wird gestellt, wenn keine der oben genannten Krebsformen diagnostiziert werden kann.

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Besonders betroffen sind Menschen zwischen 60 und 70 Jahren. Der Anteil an Patienten unter 40 Jahren liegt bei knapp 5%. Neun von Zehn Patienten, die mit Lungenkrebs diagnostiziert werden, sind oder waren Raucher.

Typische & häufige Erkrankungen

 

Rauchen als häufige Ursache von Krankheiten

Tabakrauch schädigt nachweislich das Atmungssystem und gilt als Auslöser vieler Atemwegserkrankungen. Durch das Rauchen wird mehr Schleim in der Lunge produziert. Gleichzeitig werden durch den Tabakrauch die Flimmerhärchen, die in der Lunge Sitzen, zerstört. Diese Härchen haben normaler Weise die Aufgabe, Schadstoffe zu entfernen. Sind diese zerstört, dann können auch weniger Schadstoffe abtransportiert werden. Auch die Lungenbläschen, die den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper verantwortlich sind, werden zerstört. Auch die Giftstoffe, die im Tabak vorhanden sind, wie beispielsweise Teer, setzen sich in der ab und verringern ihre Leistungsfähigkeit.

Fragen und Antworten

Wie wichtig ist die Atmung für unsere Gesundheit?

Ohne Essen und Trinken kann der Mensch einige Tage überleben, ohne Luft aber nur wenige Minuten. Ohne die Atmung sind wir praktisch nicht lebensfähig. Die Atmung ist also einer der wichtigsten Reflexe überhaupt. Abgesehen davon, hat die Atmung viel Einfluss auf unsere Gesundheit. Je gesünder das Atmungssystem, desto gesünder der Mensch.

Was sind die typischen Krankheit und wie gefährlich sind sie?

Lungenkrankheiten können von einer akuten Bronchitis bis hin zur Tumorbildung reichen. Harmlose Atemwegserkrankungen klingen meist nach einigen Tagen wieder ab. Schwere Krankheiten sind oft chronisch und bleiben ein Leben lang. Oft können diese Krankheiten nicht vollständig geheilt werden. Meist werden nur die Symptome gelindert. In einigen Fällen können Lungenkrankheiten bis zum Tod führen.

Wie schütze ich mein Atemsystem vor Krankheiten?

Die wichtigste Regel lautet: nicht Rauchen. Rauchen ist meist eine der Hauptursachen von Lungenerkrankungen, da eine große Anzahl von Schadstoffen in die Lunge gelangen kann. Zur Prävention wird viel Flüssigkeit empfohlen, da die Atemwege dadurch geschützt werden. Auch regelmäßiger Sport hält die Lunge gesund.

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