Rotavirus

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Das Rotavirus kommt vor allem bei Kindern unter 2 Jahren auf

Das Rotavirus ist ein höchstansteckender Krankheitserreger, der zu schweren MagenDarm-Beschwerden wie zum Beispiel Bauchschmerzen, wässriger Diarrhö (Durchfall) und Erbrechen führen kann.

Die Infektion tritt vor allem bei kleinen Kindern unter zwei Jahren auf. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis hin zum Ausbruch der Symptome vergehen meistens ein bis drei Tage.

Worum es sich beim Rotavirus genau handelt, wo es vorkommt, wie es sich verbreitet, welche Beschwerden und Krankheiten es genau auslöst und alle weiteren wichtigen Informationen, finden Sie nachfolgend.

Was ist der Rotavirus?

Der Rotavirus umfasst eine Gattung mehrerer Viren, die ein radähnliches Aussehen vorweisen. Von dieser Erscheinung leitet sich auch der Name des Virus ab, denn „Rota“ bedeutet auf Latein Rad. Die Viren wurden erstmals in den 50er Jahren als Auslöser des Durchfalls bei einer Maus identifiziert. Seither wurde der Rotavirus bei mehreren Vögeln und Säugetieren gefunden.

Die beim Menschen vorkommenden Erreger werden Humane Rotaviren genannt. Es gibt drei Spezies des für den Menschen relevanten Subtypen. Diese wurden 1973 während der Dünndarmbiopsien einiger erkrankter Kinder entdeckt. Heutzutage gelten die Viren als die häufigste Ursache für schwerwiegende Durchfallerkrankungen.

Die humanen Rotaviren sind 76 Nanometer große Riboviren mit einer doppelschaligen Kapsel ohne Virushülle. Ihr Genom ist aus 11 doppelsträngigen RNS-Segmenten mit einer Länge von 0,6 bis 3,3 Kilobase. Der genetische Code jedes Segments stellt ein Protein dar. Die Rotaviren gehören der Reoviridae-Familie an.


Vorkommen & Eigenschaften

Das Rotavirus ist weltweit verbreitet und die Infektion erfolgt klassischerweise fäkal-oral. Meistens sind unter fünfjährige Kinder, am häufigsten jedoch Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahren.

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Das Virus ist auf der ganzen Welt verbreitet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich jedes Jahr ca. 138 Millionen Menschen auf der Welt mit dem Rotavirus anstecken. In etwa 25 Millionen Fällen ist dabei ein Arztbesuch unabdingbar. Bei ca. 2 Millionen Kindern ist ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Somit gilt der Rotavirus als die häufigste Ursache für schwerwiegende Durchfallerkrankungen. Die Erreger sind bei klinisch relevanten DiarrhöErkrankungen mit einem Anteil von etwa 35 bis 52 Prozent vertreten. Mehreren unterschiedlichen Schätzungen zufolge verlaufen jährlich etwa 440.000 bis über 600.000 Infektionen tödlich verlaufen.

Die WHO geht hierbei von 527.000 unter fünfjährigen Kindern pro Jahr aus. Die letztendliche Todesursache ist eine durch den Durchfall verursachte Dehydration. Bei Kindern aus den Drittweltländern ist das Risiko am Rotavirus zu sterben besonders hoch.

Schätzungsweise sterben in den Ländern der Dritten Welt jedes Jahr mindestens 600.000 von den 100 Millionen infizierten Kindern an der Rotavirus-Infektion.


Deutschland & Europa

Der Rotavirus in Deutschland und Europa

Rotavirus-Erkrankungen sind gemäß dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Dem Roberst-Koch-Institur werden jedes Jahr um die 38.000 bis 67.000 Fälle gemeldet. In den Jahren 2004 und 2005 sind insgesamt zehn Kindern in Deutschland nachweislich am Virus verstorben.

Auch eine wiederholte Infektion ist nicht selten. In Europa werden diverse Virustypen beobachtet, allerdings ist es nicht möglich, einer bestimmten Region einen Typus zuzuordnen. Oft wird bei milden Krankheitsverläufen keine Erregerdiagnostik vom Arzt angeordnet, obwohl die Kinder trotzdem ansteckend sind.

Da viele Fälle erst gar nicht gemeldet werden, sind die tatsächlichen Fallzahlen deutlich höher. Den neuen nationalen und internationalen Datenerhebungen zufolge treten in Europa jedes Jahr mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Rotavirus auf.

Über 100.00 Kinder müssen aufgrund der Schwere der Erkrankung stationär behandelt werden. In Deutschland erkranken ca. 256.000 unter fünfjährige Kinder am Virus. Bei etwa 4700 davon ist eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig.


Das Virus bei Erwachsenen

Zwar erkranken deutlich mehr Kleinkinder an dem Rotavirus, es können sich jedoch auch erwachsene Menschen anstecken. Oft erfolgt die Infektion dabei über erkrankte Kinder.

Insbesondere bei älteren Menschen stellt die Erkrankung eine Gefahr dar. Daher sind die Rotaviren in Seniorenheimen besonders gefürchtet.

Wie auch bei den Kindern kann der Virus bei alten und geschwächten Personen durch den signifikanten Flüssigkeitsverlust zu Komplikationen führen und einen tödlichen Verlauf nehmen.


Verbreitung vom Rotavirus

Der Rotavirus kann von Mensch zu Mensch oder über verunreinigte Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden. Meist erfolgt die Verbreitung dabei über eine Kontaktinfektion. Infizierte Personen scheiden den Erreger beim Stuhlgang massenhaft aus Schon die kleinsten Spuren können dann beispielsweise über die Hände weitergegeben werden.

Auch betroffene Gegenstände wie Griffe, Toiletten, Handläufe oder Armaturen bieten den Viren eine gute Möglichkeit, um sich zu verbreiten. Befinden sie sich erst einmal an den Händen, gelangen sie sehr leicht über den Mund in den Verdauungstrakt.

Eher selten aber dennoch möglich ist eine Ansteckung über kontaminierte Lebensmittel und Flüssigkeiten. Der Rotavirus kann im trockenen Stuhl mehrere Tage lang überleben, im Wasser sogar mehrere Wochen lang.


Krankheiten & Beschwerden

Eine Ansteckung mit dem Rotavirus zeigt sich meistens nach ein bis drei Tagen. Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich ausfallen. Säuglinge, Kleinkinder, geschwächte Personen und Senioren zeigen in der Regel deutlich stärkere Symptome als gesunde Jugendliche und Erwachsene.

Das erste Anzeichen ist ein schnell wässrig werdender Durchfall. In diesem können sich möglicherweise Schleimspuren befinden. Hinzu kommen dann krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. In einigen Fällen kommt es auch zu Atembeschwerden.

Rotavirus

Das Rotavirus führt zu diversen Symptomen wie etwa Durchfall

Die Symptome im Überblick:

Wenn durch den wässrigen Durchfall zu viel Flüssigkeit verloren geht, besteht ein akutes Risiko der Dehydration (Austrocknung).

Symptome einer Dehydration:


Diagnose der Infektion

Da die Symptome einer Rotavirus-Infektion denen einer harmlosen Darminfektion stark ähneln, wird zunächst kein Verdacht geschöpft. Typischerweise kommt es jedoch bei mehreren Personen gleichzeitig zu schweren Symptomen.

In diesem Fall wird meistens direkt die Infektion mit dem Rotavirus vermuten. Der Verdacht kann jedoch nur mit einer Stuhluntersuchung in einem Labor bestätigt werden.

Was ist bei einer Infektion zu beachten?

Eine erkrankte Person sollte Bettruhe einhalten und nach Möglichkeit den Kontakt zu Mitmenschen einschränken. Wie auch bei anderen Durchfallerkrankungen ist ein häufiges Wassertrinken wichtig, um nicht zu dehydrieren.

Ist der Verlauf schwer, kann eine Infusion nötig sein. Auch bei Säuglingen und kleinen Kindern sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Diese sollte am besten in mehreren kleinen Portionen erfolgen. Neben Wasser eignet sich auch verdünnter Kräutertee sehr gut.

Bei einem sehr hohen Flüssigkeitsverlust sollten die Kinder ins Krankenhaus gebracht werden. Säuglinge können weiterhin gestillt werden. Da es zu einem Verlust von Salzen kommen kann, ist eventuell auch eine Gabe von sogenannten Elektrolytlösungen sinnvoll.

Diese Salze sind in der Apotheke erhältlich. Die eingenommene Nahrung sollte leicht verdaulich und mit genügend Salz angereichert sein.

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