Walter Krämer, “Die Angst der Woche”

Die Angst der Woche

Walter Krämer, Die Angst der Woche,

Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten, ISBN 3492054862, Piper Verlag, 320 S., 19,99 €

Natürlich kennen Sie das: Pressemeldungen über dioxinverseuchte Eier, verseuchte EHEC- Sprossen,  Gammelfleisch, Feinstaubhorror durch Drucker, Uran im Trinkwasser und vieles mehr. Jede Woche ein neuer Skandal, vor dem man Angst bekommen könnte oder sogar hat.

Der Autor, Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund und u.a. Autor des Lexikons der populären Irrtümer, das Sie vielleicht auch kennen.

Dieses Buch handelt von der Berichterstattung der Medien über immer alltäglichere Skandale und Skandälchen, die durch das teils mutwillige Verzerren statistischer Daten entstehen oder verkürzt dargestellt werden.  Praktisch jede Woche geistert also eine neue Angst durch die Presse, bis sie wiederum von einer weiteren Angst abgelöst wird. Walter Krämer ist  kein Superoptimist, der vor rein gar nichts Angst hätte, aber er meint, wir hätten schlicht und ergreifend vor den falschen Sachen Angst. Wer z.B. glaubt, dass alle Dinge natürlichen Ursprungs harmlos und gut sind, der wird eines anderen belehrt.

So befindet sich etwa giftige Blausäure in Bittermandeln, Avocados sind für Diabetiker gefährlich, weil die Mannoheptulose  die Produktion von Insulin hemmt, der Genuß von Rhabarber kann durch die darin enthaltene Oxalsäure zu Krämpfen oder gar einer Herzlähmung führen etc.etc. Es folgen interessante Zusammenhänge zwischen natürlichen Lebensmitteln und zugelassenen Zusatzstoffen in der Lebensmittelherstellung. Auch LeserInnen, die sich vor Asbest, Fluor, Leukämie durch Atomkraftwerke und natürlich den Gefahren des Tabakrauchens fürchteten bekommen hier vernünftige Informationen. Wußten Sie, daß z.B. die verkürzte Lebenserwartung eines Rauchers auch damit zusammenhängt, dass Raucher auch risikofreudigere Menschen sind?

Das Fazit des Autors lautet: Unsere Einstellungen zu Gefahren und Risiken sind Bauch– und nicht kopfgesteuert, ein Relikt aus der Zeit, ALS unsere Vorfahren noch im Urwald lebten. Zumindestens in diesem Punkt sehen Sie nach der Lektüre dieses Buches klarer. Dieses Buch ist geeignet für LeserInnen, die in Zukunft fundiertere Entscheidungen treffen möchten und sich nicht vor  jeder Angst der Woche einschüchtern lassen wollen.

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