Rauchen

Rauchen

RauchenTabakrauch enthält neben Nikotin, einer stark süchtig machenden Substanz, zahlreiche weitere gesundheitsschädliche und teils krebserregende Inhaltsstoffe wie Teer, Blei, Arsen, Nitrosamine, Stickoxide und Radon.

In Deutschland sind etwa 44% der Erwachsenen Raucher. Aber wann wird Rauchen zur Sucht?

Anzeichen für Sucht sind starkes Verlangen nach einer Zigarette, Kontrollverlust über das Rauchen, Entzugserscheinungen, die durch Rauchen gelindert werden und Rauchen trotz bekannter schädlicher Folgen. Viele Raucher versuchen immer wieder, mit dem Rauchen aufzuhören, doch die Rückfallquote ist sehr hoch.

Tabak ist neben Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 42.000 Menschen an gesundheitlichen Folgeschäden des Rauchens sowie etwa 3.000 Menschen an Folgen des Passivrauchens.

Steckbrief: Rauchen

  • Name(n): Rauchen; Paffen; Quarzen
  • Art der Krankheit: Suchterkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Frühes 16. Jahrhundert
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: zwischen 1 und 2 Billionen Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; HNO-Arzt; Psychologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – F00-F99 – F10-F19 – F17

Was versteht man unter Rauchen?

Rauchen ist nicht gleich Rauchen. Es gibt viele verschiedene Arten, auf die man Tabak konsumieren kann. Darüber hinaus muss es auch nicht immer Tabak sein, den man sich zu Gemüte führt. Zwar assoziiert man heutzutage hauptsächlich den Konsum von Tabak mit dem Wort „rauchen“, aber das war nicht immer der Fall. Die Tabakpflanze kommt ursprünglich aus Südamerika und war damit den Europäern und dem Rest der Welt vollkommen unbekannt, bis europäische Entdecker, Abenteuer und Seefahrer dieses neue Gewächs aus der alten in die neue Welt brachten.

Der Methoden, die man sich in der Jetztzeit bedient, um dieses Gewächs zu konsumieren sind recht mannigfaltig. Man findet Pfeifen, Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Wasserpfeifen (Shishas). Des Weiteren konnte man in den letzten Jahren den Trend hin zur sog. „E-Zigarette“ beobachten, auch gemeinhin als „Vape“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch nicht im klassischen Sinne um ein Tabakprodukt, da die für die mechanischen Rauchwaren benötigten Öle nicht zwingend Bestandteile der Tabakpflanze beinhalten müssen. Das ihnen zugesetzte Nikotin kann entweder aus künstlich erzeugt sein oder ganz und gar fehlen. Wobei letzteres eher selten bis gar nicht der Fall ist. Nichtsdestoweniger handelt es sich hierbei um eine Art des Rauchens.

Überhaupt kann man sich merken, dass man immer dann vom „Rauchen“ spricht, wenn man ein pflanzliches Produkt in getrockneter oder verflüssigter Form mittels durch Brand oder Verdampfung erzeugten Rauch, bzw. Dampf inhaliert. Andere Formen der Nikotinaufnahme umfassen unter anderem auch Schnupftabak sowie Kautabak. Hierbei handelt es sich aber, trotz der Weitergabe von Nikotin an den Organismus mittels der Tabakpflanze, nicht um Rauchen. Ebenso wenig spricht man von Rauchen, wenn man sich ein Nikotin beispielsweise mittels eines Pflasters zuführt, wie es häufig im Rahmen eines Entzugs geschieht.

Alles in allem also ist die Welt des Tabakrauchens sehr groß, bunt und darüber hinaus über Jahrhunderte hinweg kultiviert worden.

Geschichte des Rauchens

Wie bereits gerade erwähnt, war der Welt, abgesehen von Südamerika, die Existenz der Tabakpflanze bis zu dessen Entdeckung im ausgehenden 15. Jahrhundert unbekannt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Europäer, Afrikaner, Asiaten und Araber auch schon zuvor „geraucht“ haben. Allein es war kein Tabak, den sie konsumierten. Es handelte sich in der Regel um Gewürze oder Duftpflanzen. In seltenen Fällen jedoch rauchte man auch tierische Produkte oder Abfälle. Es hab diesbezüglich viele regionale Unterschiede. Auch Tee, der etwas früher nach Europa kam, als der Tabak, war beispielsweise im 17. Jahrhundert ein beliebter Rauchstoff.

Darüber hinaus unterschied sich nicht nur die Art dessen, was man rauchte von unserem heutigen Verständnis, sondern auch das Wie. Zumeist inhalierte man den Rauch nasal und nicht oral, wie es heute der Usus ist. Es gab sog. „Rauchteller“ – hierbei handelte es sich um metallene und / oder getöpferte Schalen oder Tellern, auf die man diverse Kräuter legte und sie mithilfe von Glut aus einem Herd oder Ofen zum Schwelen brachte. Die dadurch freigesetzten Dämpfe, bzw. den dadurch freigesetzten Rauch sog man tief in die Nase ein. Man versprach sich hiervon eine medizinische Wirkung oder benutzte den Vorgang auch zur Erzeugung eines Rausches.

Überhaupt fand Rauchen, komplett gegenteilig zur Jetztzeit, in der Medizin der Vergangenheit sehr häufig Anwendung. Insbesondere bei Erkrankungen der Lunge. Das mag abwegig erscheinen, ist es aber nicht unbedingt. Es war schwer, die Lunge medikamentös zu versorgen, somit half man sich diesbezüglich mit der Inhalation von Rauch oder Dampf weiter. Beispielsweise der Vorläufer des Asthmasprays war eine Pfeife, die mit den Blättern des Stechapfels zu füllen und anschließend zu rauchen war. Diese Pflanze entlastete die Lunge merklich und half oftmals dabei, das Asthma des Patienten im Zaum zu halten. Somit kam dem Rauchen eine medizinische, kultische, festliche und reinigende Wirkung zu.

Welche Ursachen führen zum Rauchen?

Nikotin wirkt im Gehirn und Nervensystem auf verschiedene Rezeptoren und wirkt daher gleichzeitig entspannend und stimulierend. Nikotin ist stark suchterregend und toxisch. Durch Rauchen werden vermehrt Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin und Endorphine gebildet. Rauchen vermittelt auf diese Weise ein Wohlgefühl. Zudem hat Rauchen noch immer – besonders bei Jugendlichen – ein „cooles Image“, was auch in der Zigarettenwerbung verstärkt zum Ausdruck kommt.

Nichtsdestoweniger muss man hierbei klar differenzieren. Viele der älteren Raucher waren sich schlicht nicht über die etwaig aus dieser Angewohnheit resultierenden Schäden bewusst. Tatsächlich begann die medizinische Aufklärung die Schadhaftigkeit des Rauchens betreffend erst relativ spät. Erst zu Beginn der 1960er Jahre äußerten sich zaghaft kritische Stimmen, die das Rauchen von Tabak in einen direkten Zusammenhang mit Lungenkrebs setzten. So unwahrscheinlich und das heute auch scheinen mag, davor war es dem Großteil der Bevölkerung tatsächlich nicht bewusst, dass Lungenprobleme und Rauchen direkt miteinander korrelieren. Diese Umstand sollte man nicht vergessen. Selbst Ärzte rauchten viel und empfohlen Zigaretten sogar bei Lungenkrankheiten – ähnlich dem weiter oben angeführten Beispiel. Vielen Personen, die in den 1950 oder 1960er Jahren oder davor zu rauchen anfingen wussten also oftmals schlicht nicht, was sich sich damit antun und hielten es mitunter sogar noch für gesund.

Zudem leisteten Werbung, Filme und Magazine ihr übriges dazu, das Rauchen populär zu machen. Alle Hollywood-Stars rauchten, ebenso die meisten Sportler, Sänger und sonstwie berühmten Personen. Überhaupt war die Anzahl der Raucher noch bis in die 1970er Jahre weitaus höher als die der Nichtraucher. Somit war es alles in allem eher absonderlich, wenn man nicht zum Klimmstängel griff. Diese geistige Haltung blieb noch lange, teilweise bis heute, in den Köpfen der Menschen zurück. Somit ist es nicht verwunderlich, dass immer noch Personen, trotz der guten Aufklärung zum Thema, immer noch anfangen zu rauchen.

Ist die Werbung wirklich schuld?

Man kann etwas, dass so lange schick, cool und Lifestyle war wie Rauchen, nicht binnen einiger weniger Jahrzehnte vollkommen unbeliebt oder gar vergessen machen. Also ja, die Werbung hat sicherlich ihren Teil zur Popularität des Rauchens im 20. Jahrhundert beigetragen. Illusionen über deren Einfluss sollte man sich dennoch nicht machen. Auch lange bevor es große Werbekampagnen für Erzeugnisse aus Tabak gab, rauchten viele Menschen oder konsumierten dieses nikotinhaltige Gewächs auf andere Art und Weise. Die ersten „Rauchclubs“ gründeten sich bereits wenige Jahrzehnte nach der ersten Einschiffung dieser neuen Pflanze nach Europa. Selbst ganze Hofgesellschaften wurden zum Teil von einem Monarchen dazu gezwungen, das Rauchen als Angewohnheit aufzunehmen. So hielt beispielsweise Friedrich Wilhelm I., Vater des berühmten Friedrich des Großen, tagein tagaus eine Tafel ab, bei der alle Anwesenden dazu gezwungen waren, Tabak zu rauchen und Bier zu trinken. Taten sie dies nicht, waren sie nicht länger willkommen.

Hiermit hatte sicherlich nicht die Werbung zu tun. Diese war im frühen 18. Jahrhundert nicht so weit verbreitet wie heute und ist daher in diesem Zusammenhang vollends außer Acht zu lassen. Erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstand nach und nach die Werbeindustrie, so wie wir sie heute kennen. Eines der ersten groß beworbenen Produkte waren tatsächlich Zigaretten. Vielleicht assoziiert man deswegen heutzutage oft, dass die Werbung hauptverantwortlich für dieses Laster sein. Allerdings ist das eher unwahrscheinlich.

Zur Jahrhundertwende gab es vielerlei technische Neuerungen, insbesondere auch in der Tabakindustrie. Diese sorgten für stark erhöhte Stückzahlen und somit für eine Verbilligung des Preises für Zigaretten und Zigarren. Das schaffte neue Absatzmärkte und man wollte die Arbeiterschicht als Kunden gewinnen. Darum vermarktete man Zigaretten und Co., die bis dato nur den reichen Bürgern zugänglich waren, als ein Luxusprodukt für den kleinen Mann. Der Plan ging auf und Rauchen wurde immens populär – bis heute.

 

Info: Unser Ratgeber zum Thema Rauchen ist auch erreichbar über Rauchen.de

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