Leukämie (Blutkrebs)

Leukämie

LeukämieUnter der Bezeichnung Leukämie (auch Blutkrebs) sind mehrere Krebserkrankungen zusammengefasst, die das blutbildende System betreffen. Eine Leukämie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich im Knochenmark nicht nur zu viele, sondern zumeist auch nicht funktionsfähige Leukozyten bilden. Diese nicht funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen verdrängen die gesunden weißen und roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Steckbrief: Leukämie

  • Name(n): Leukämie; Blutkrebs
  • Art der Krankheit: Krebserkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 300.000 Menschen pro Jahr
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Onkologe; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – C00-D48 – C00-C97 – C81-C96 – C90

Was ist Leukämie?

Die normale Blutbildung wird so gestört, dass allmählich ein Mangel an gesunden roten und weißen Blutkörperchen sowie an Blutplättchen herrscht. Im Vergleich zu anderen Krebsarten tritt Leukämie nur selten auf und moderne Therapieverfahren bewirken in vielen Fällen eine Heilung des Blutkrebses. Die Diagnose einer Leukämie erfolgt zumeist im Rahmen einer Blutuntersuchung. Darüber hinaus ist eine Knochenmarkbiopsie (Entnahme einer Probe des Knochenmarks) erforderlich, um die Erkrankung einer der vier Leukämiearten zuordnen zu können.

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) kommt am ehesten bei Kindern bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren vor. Es kommt unter anderem zu häufigen Infekten, zu vergrößerten Lymphknoten und zu Blutungen. Die akute myeloische Leukämie (AML) basiert auf unreifen Stammzellen der Leukozyten, die als myeloische Zellen bezeichnet werden. Indes kann eine akute myeloische Leukämie auch durch entartete Erythrozyten resultieren. Das Risiko, an AML zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu.

Die chronisch myeloische Leukämie (CML) setzt eine starke Vermehrung der Granulozyten (Unterform der Leukozyten) voraus. Im akuten Stadium einer CML ist eine sogenannte Blastenkrise festzustellen. Während einer Blastenkrise werden viele Blasten (Vorstufen der Granulozyten) ins Blut befördert. Eine für CML typische genetische Veränderung, das Philadelphia-Chromosom, lässt sich bei mehr als 90 Prozent aller CML-Patienten nachweisen. Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) wird den Non-Hodgkin-Lymphomen zugeordnet. In Mitteleuropa ist die CLL die am häufigsten vorkommende Leukämie. Sie betrifft vor allem ältere Menschen.

Es kommt im Verlauf dieser Erkrankung zu einer Häufung sogenannter B-Lymphozyten sowohl im Blut als auch im Knochenmark und in den Lymphozyten; betroffen sind zudem Milz und Leber. Das Immunsystem der Patienten ist stark geschwächt.

Welche Ursachen führen zur Leukämie?

Tatsache ist, dass sich in den wenigsten Fällen feststellen lässt, welchen Auslöser es für die Erkrankung gab. Deshalb sind im Fall der Leukämie leider keine vorbeugenden Maßnahmen zu nennen. An Leukämie Erkrankte haben sich dementsprechend auch keine falsche Lebensweise vorzuwerfen. Allerdings gibt es einige Risikofaktoren, die gemieden werden sollten. Als möglicher Auslöser einer akuten Leukämie kommt nicht zuletzt ionisierende Strahlung in Betracht. Wobei anzumerken ist, dass ein tatsächliches Risiko erst ab relativ hohen Dosen an ionisierender Strahlung gegeben ist.

Ein Beispiel für ausreichend hohe Dosen sind Strahlentherapien. Es gibt mehrere chemische Substanzen, deren Umgang oder Einnahme das Risiko erhöhen, eine Leukämie zu entwickeln. Unter anderem sind hier auch Medikamente zu nennen, die im Rahmen von Chemotherapien eingesetzt werden – sogenannte Zytostatika. Grundsätzlich haben Personen, die spezielle genetische Veränderungen aufweisen, ein höheres Risiko, Leukämie zu bekommen. Zum Beispiel gehören Menschen mit einem Down-Syndrom zu dieser Risikogruppe.

In der Vergangenheit wurden weitere mögliche Ursachen für Leukämie diskutiert und untersucht. Belegen lässt sich bisher keiner der vermuteten Zusammenhänge. Insbesondere lässt sich nicht nachweisen, dass die Art der Ernährung, das Maß an Bewegung oder das Körpergewicht darüber entscheiden, ob man an Leukämie erkrankt oder nicht. Lediglich im Fall einer chronisch lymphatischen Leukämie dürften auch diese Faktoren eine Rolle spielen. In der Vergangenheit war ein unzureichendes Training des kindlichen Immunsystems im Gespräch – ebenfalls ohne aussagekräftiges Resultat. Besonders intensiv wurde der Frage nachgegangen, ob Elektromagnetische Felder möglicherweise die Entwicklung von Leukämie begünstigen. Diesbezüglich geht es vor allem um die Auswirkung von Hochspannungsleitungen und Handystrahlung auf die menschliche Gesundheit.

Nach wie vor gilt: Ein direkter Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Strahlung und Leukämie-Erkrankungen ist nicht lelegbar. Heute vermuten viele Mediziner, die sich eingehend mit der Krankheit Leukämie beschäftigt haben, dass sich eine Leukämie in den meisten Fällen aus einem Fehler während der Zellteilung entwickelt.

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