Seniorenresidenz

Die Seniorenresidenz – Das gehobene Pflegeheim?

Wenn Menschen langsam älter werden, benötigen sie in vielen Bereichen ihres Leben Unterstützung. Wo es vielleicht eine zeitlang noch ausreichte, wenn die eigenen Kinder hin und wieder einen Großeinkauf erledigen, so kann dennoch bereits ab dem Alter von 60+ das Bedürfnis entstehen, sich dauerhaft in einer „sicheren“ Umgebung aufzuhalten.

Die so genannte Seniorenresidenz ist aber viel mehr als ein schöneres als für „Pflegeheim“, denn gepflegt werden müssen die Bewohner meist überhaupt nicht. Viel eher können sie diese Dienste annehmen, wenn sie sie brauchen, genießen aber unabhängig davon ein Leben in Freiheit und unter Gleichaltrigen.

Für wen lohnt eine Seniorenresidenz und profitieren davon auch die Angehörigen?

Worum geht bei der Seniorenresidenz?

Senioren, die in einer Residenz leben: Klingt königlich, aber ist es das auch? Je nachdem, wofür man sich entscheidet und wie viel Geld jemand monatlich dafür gerne ausgeben möchte. Von einer Seniorenresidenz kann im Prinzip schon gesprochen werden, wenn ein Bauträger sich für den Bau von mehrere ebenerdigen und barrierefreien Wohnungen im Stadtgebiet entscheidet und sich direkt nebenan ein Ärztehaus und eine Apotheke befindet. Sobald die Unterkunft für Senioren geeignet ist und von diesen auch hauptsächlich genutzt wird, ist es eine Residenz für Senioren. Meist sind die Anlagen auch mit einer kleinen Parkanlage ausgestattet, die zu Spaziergängen einlädt.

Was die eigentliche Lage der Unterkünfte angeht, so gibt es keine Richtlinien: Es gibt schöne Kurorte, die dank ihrer Umgebung schon ein angenehmes Ambiente versprühen. Aber auch Großstädte mit direktem U- und S-Bahn-Anschluss in die City haben Angebote an Seniorenresidenzen. Es gibt auf dem Markt im Prinzip alles: Naturbelassen, modern, ländlich, groß, klein und so weiter. Das Angebot hängt aber auch stark von der jeweiligen Region ab, in dem die Senioren leben. Tatsächlich gibt es Gebiete, die kaum etwas anbieten, während es in großen Städten fast in jedem Stadtteil eine entsprechende Unterkunft gibt. Pauschal lässt sich nicht sagen: Wo viele alte Menschen leben, da gibt es die meisten Seniorenresidenzen. Viel eher ist die Sache so: Wo es die meisten zahlkräftigen Kunden gibt, dort werden die meisten Seniorenresidenzen gebaut. Für Angehörige kann das im Notfall bedeuten, dass eine angehörige Person nun weit entfernt eine entsprechende Unterkunft umziehen muss, weil es in unmittelbarere Umgebung nichts zu finden gibt.

Das soll die Seniorenresidenz bieten

Grundsätzlich geht es bei der Seniorenresidenz darum, den Menschen im Alter eine Unterkunft ihrer Wünsche zu bieten. Sie möchten nicht mehr ohne Aufzug in den vierten Stock gelangen müssen oder schwere Einkäufe schleppen. Sie möchten es gerne bequem haben, Apotheken, Ärzte, kleine Läden direkt um die Ecke wissen. Eine Seniorenresidenz bietet das alles im besten Fall. Aber die Realität vereint natürlich nicht immer alles. Manche Seniorenresidenzen liegen eher ungünstig und sind auch alles andere als modern. Es gilt allgemein: Je moderner und luxuriöser die Anlage, desto mehr kostet die Seniorenresidenz also auch pro Monat. Grundsätzlich kann es allerdings trotzdem möglich sein, dass die Kosten in etwa so hoch sind wie die für eine „normale“ Wohnung.

Die Mietpreise der jeweiligen Region entscheiden über die Kosten. Was die Residenz am Ende wirklich bieten muss, hängt sicher von den Erwartungen des Einzelnen ab. Wer sich Luxus wünscht, muss dafür bezahlen. Wer viel Pflegeleistungen in Anspruch nehmen muss oder möchte, wird ebenfalls etwas stärker zur Kasse gebeten. Auch stellt sich die Frage, wie individuell sich dort leben lässt. Auch das ist sehr speziell geregelt und die einzelnen Träger haben exakte Vorschriften. Nicht überall darf beispielsweise der eigene Geschirrspüler genutzt oder die Waschmaschine einfach im Apartment aufgestellt werden. Wer sehr viel Wert auf individuelles Wohnen legt, sollte also vorab mit dem Träger klären, was in dieser Hinsicht überhaupt gestattet ist.

Unterschiede bei den Anbietern für Seniorenresidenzen

Es gibt Träger, die interessieren sich für das fortgeschrittene Alter ihrer Bewohner rein gar nicht – weil die sich selbst auch überhaupt nicht alt fühlen. Einige Seniorenresidenzen sind so modern und luxuriös, dass sie viel eher einem gehobenen Hotel gleichen. Von Rolllator und Handicap ist weit und breit keine Spur. Viel eher lockt dann das eigene Fitnessstudio, das SPA oder gar der Golfplatz die Bewohner. Und die profitieren doppelt davon, denn diese Angebote erhöhen das Maß an Beweglichkeit im Alltag und sie machen zufrieden. Abgeschoben und gebrechlich fühlt sich dann keiner mehr. Viel eher eben jung geblieben trotz erhöhtem Alter und irgendwie auch sehr wert geschätzt. Das ist schön, aber auch ziemlich teuer und sehr speziell. Denn außer barrierefreien Wegen erinnert recht wenig daran, dass hier eigentlich überwiegend Senioren leben.

Aber nicht alle Menschen sind gleich. Manche benötigen im Alltag eben einfach Unterstützung, müssen häufig Ärzte besuchen und sind froh, dass ihnen eben doch ein Rolllator zur Verfügung steht. Das hängt auch stark vom Alter ab. Senioren können erst 60 Jahre alt sein, aber zwischen dieser und einer Person, die 85 Jahre alt ist, liegen eben viele Lebensjahre, in denen die Selbstständigkeit Stück für Stück nachlässt. Viele Rentner sehnen sich umgekehrt nämlich kaum nach sportlicher Betätigung, sondern benötigen Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags. Da rücken Interessen und Hobbys sehr schnell in den Hintergrund. Natürlich sieht Luxus von außen immer schön aus, aber jeder Bewohner muss sich ganz individuell fragen, ob er diesen wirklich in Anspruch nehmen wird.

Das kann die Seniorenresidenz für die Angehörigen leisten

Die Situation kann heutzutage mehr als nur erzwickt sein: Die Kinder leben alle nicht (mehr) dort, wo Mutter oder Vater leben und diese bräuchten so langsamer aber sicher Unterstützung in ihrem Leben. Ob es nun das Einkaufen ist oder andere Besorgungen: Es fehlt einfach immer jemand, der hilft. Für Angehörige kann es auch emotional eine wahnsinnige Belastung sein, wenn sie immer wissen, dass sie am anderen Ende irgendwo fehlen und dort etwas zu tun hätten und einen geliebten Menschen einfach auf sich alleine gestellt leben lassen.

Die Entscheidung für eine Seniorenresidenz kann also auch für eine gesamte Familie eine erhebliche Erleichterung sein. Oft genügt es schon, wenn man weiß, dass Mutter oder Vater nur einen Knopf zu drücken bräuchte und selbst mitten in der Nacht Hilfe bekäme. Wichtig ist nur, dass immer die Person der Hauptentscheider sein muss, die am Ende auch in der Residenz leben soll. Für Angehörige mag etwas sehr vorteilhaft erscheinen, was die betreffende Person vielleicht aber schlicht ablehnt. Das muss akzeptiert werden, solange keine Grundsätzlichkeiten dagegen sprechen. Nicht immer kann hierfür auch ein waschechter Grund erwartet werden. Oft stören sich Menschen auch an einem gewissen Ambiente und fühlen sich einfach nicht wohl; da ist es schwer handfeste Gründe gegen die Seniorenresidenz zu verlangen. Jedem Menschen steht frei, etwas auch abzulehnen, wenn das Gefühl nicht stimmt.


Das sollte eine gute Seniorenresidenz anbieten

Ob die Angebote nun individuell auch wirklich in Anspruch genommen werden oder nicht: Es gibt einige Dinge, die eine gute Seniorenresidenz einfach leisten können muss und auf die bei der Entscheidung großen Wert gelegt werden sollte.

Hier einige Grundüberlegungen, die in die Wahl der Unterkunft einbezogen werden sollten.

  • Lage (zentral oder weit ab vom Schuss?),
  • monatliche Kosten (denn schließlich muss es irgendjemand ja auch bezahlen),
  • Rahmen der Pflege, die im Notfall geleistet werden kann (Rundumbetreuung bei Bedarf möglich oder dann Umzug in ein Pflegeheim?)
  • Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (Schwimmbad, Fitnessraum, Kurse, etc.)
  • Größe des Apartments / Zimmers (Genügen ca. 20 bis 25 qm wirklich? Eventuell große Umstellung bei Umzug aus einem Haus)

Aber nicht nur die Frage nach den äußeren Umständen sollten Betroffene in ihre Entscheidung mit einbeziehen. Es gilt auch sich grundsätzlich Gedanken darüber zu machen, wie das Leben in einer Seniorenresidenz ablaufen kann.

  • Möchte die betroffene Person wirklich nur von alten Menschen umgeben sein?
  • Kann die Person regelmäßig von Angehörigen besucht werden?
  • Genügt das Einkommen (evtl. auch das der Angehörigen), um die Kosten möglicherweise auch 10 oder 15 Jahre lang aufzubringen?
  • Wie groß wird die Umstellung sein? (Umgebung, Kontakt zu Freunden, Entfernung zur Familie etc.)
  • Kann bei Bedarf auch ein Haustier mitgenommen werden, an dem der Bewohner/die Bewohnerin sehr hängt? (meist ist das möglich, aber nicht immer)

Ob eine Seniorenresidenz die richtige Wahl ist, hängt ganz sicher auch davon ab, wie wohl man sich auf Anhieb dort fühlt. In jedem Fall muss vorab ein längerer Besuch vor Ort gemacht werden, vielleicht ist auch zweiter Termin nötig um sich sicher sein zu können, ob es passt oder nicht passt. Dabei spielt sicherlich auch eine Rolle, welcher „Menschenschlag“ sich dort aufhält und ob man das Gefühl hat, dort schnell Anschluss zu finden (sofern dieser gewünscht ist). Eine Person, die ihr Leben lang immer aktiv war und täglich Sport treiben möchte, wird sich einfach nicht wohl fühlen können in einer Unterkunft, in der fast nur bettlägrige Gleichaltrige zu finden sind. Viel eher sollte es sich dort auf den ersten Blick anfühlen wie ein kleiner Urlaub – Denn es ist eben wie es ist: Die Seniorenresidenz ist kein Pflegeheim.

Ein Pflegeheim ist das, was der Name bereits deutlich ankündigt: Es dient der Pflege. Wer also wirklich umzieht und eine Unterkunft sucht, die täglich Aufgaben wie Waschen und Anziehen übernimmt, sollte tatsächlich lieber ein echtes Pflegeheim wählen. Ein Pflegeheim allerdings ist nicht zwingend qualitativ schlechter als eine Seniorenresidenz, es ist anders. Und es gibt auch luxuriöse Pflegeheime, die sich ordentlich etwas kosten lassen. Wer sich was am Ende leisten kann, hängt immer davon ab, was auch benötigt wird. Wer natürlich seinen Tag alleine gestalten kann, sich selbst versorgt, kocht und wäscht und überhaupt keine Unterstützung von Pflegekräften benötigt, kommt weitaus günstiger weg als jemand, der ohne Hilfe überhaupt nicht zurecht kommt.

Je höher am Ende die Pflegestufe ist bzw. je mehr Hilfe in Anspruch genommen werden muss, desto rasanter steigen also auch die Kosten. Für Angehörige, die einen Teil der Kosten mit tragen möchten oder müssen, stellt sich also immer die Frage, ob auch stark steigende Kosten noch getragen werden können. Je älter der Mensch wird, desto größer wird auch sein Bedarf an Unterstützung. Und wenn Angehörige bereits heute wissen, dass sie diese selbst nicht leisten können oder möchten und die angehörige Person in jedem Fall nicht zu Hause gepflegt werden und dort auch nicht leben soll, so ist immer auch die finanzielle Situation in 5 bis 10 Jahren fest vor Augen zu führen.

Natürlich gibt es aber auch andere Fälle: Manche Menschen können nur kurz in den Genuss einer Seniorenresidenz kommen. Manchmal geht es den Bewohnern auch innerhalb kurzer Zeit wesentlich schlechter und sie müssen aufgrund der erhöhten Pflegestufe in ein Pflegeheim umziehen, eventuell sogar in einem Krankenhaus medizinisch fast rund um die Uhr versorgt werden. Was die Zukunft bringt ist immer ungewiss. Aber dennoch: Auch wenn es heute noch unrealistisch erscheint, so ist es für alle Beteiligten am Ende die angenehmere Variante, wenn bereits früh besprochen wurde, was passiert, wenn Fall X oder Y eintritt – Und vor allem die hauptsächlich betroffene Person sollte in diese Überlegungen eingeschlossen und ihre Wünsche respektiert werden, sofern sie umsetzbar sind.

Vielleicht findet man als Angehöriger etwas wunderschön und kann sich nicht ausmalen, wie jemand im fortgeschrittenen Alter dort nicht leben möchte. Geschmäcker aber nicht unterschiedlich. Das Bauchgefühl entscheidet am Ende, ob die Unterkunft passend ist oder nicht. Niemand sollte überredet werden, denn dann ist der Aufenthalt sicher nur von kurzer Dauer und ein erneuter Umzug erhöht auch wieder die Kosten – Von den Umständen ganz zu schweigen. Zusätzlich ist es manchmal auch gar nicht so einfach aus dem Vertrag wieder heraus zu kommen. Manchmal werden Verträge bereits für ein Jahr im Voraus angefertigt, sodass dieser nur gekündigt werden kann, wenn die Bewohnerin/der Bewohner sehr krank wird, verlegt werden muss oder gar verstirbt. Daher ist ein vorschneller Schuss, womöglich geblendet von der äußeren Erscheinung oder überredet von den Angehörigen, keine gute Wahl. Niemand entscheidet sich auch einfach so spontan für den Kauf einer Eigentumswohnung. Ein paar Nächte darüber schlafen schadet auch bei der Unterbringung in der Seniorenresidenz sicher nicht.

Fragen & Antworten zu Seniorenresidenz

 

Gibt es auch günstigere Seniorenresidenzen?

Die gibt es im Prinzip schon, je nachdem was man selbst günstig findet. Wenigstens mit 1000 Euro monatlich ist zu rechnen, nach oben aber sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt durchaus Unterkünfte, die sogar 3000 Euro und mehr pro Monat kosten. Geeignet sind diese demnach nur für Besser- bis Spitzenverdiener. Wer allerdings Wert legt auf einen Golfplatz und eine Sauna, muss hierfür auch das nötige Kleingeld mitbringen. Je schlichter die Unterkunft, desto günstiger sind die monatlichen Kosten.

Was unterscheidet eine Seniorenresidenz von einem Pflegeheim?

Die Seniorenresidenz kann ein Pflegeheim sein oder werden. Viele Residenzen bieten auch noch Hilfe bis Pflegestufe II. Aber außen herum bieten sie meist sehr viele Möglichkeiten für die fitten und gesunden Bewohner. Es gibt oft sogar Fitnessangebote und Kurse aller Art. Wer also wirklich schon pflegebedürftig ist, wird in einer Seniorenresidenz kaum mehr auf seine Kosten kommen können, wenn er die meisten Angebote gar nicht nutzen kann. Das wäre insofern schade als dass jeder Bewohner für diese Leistungen ja auch mit bezahlt. Wer das schicke Hallenbad oder die Sauna nie nutzen kann, wird vielleicht schnell frustriert sein.

Kann man auch als Ehepaar in eine Seniorenresidenz ziehen?

Natürlich ist das möglich. Es gibt auch Apartments oder Zimmer, die grundsätzlich für 2 Personen geeignet und damit etwas geräumiger sind. Es gibt viele Ehepaare, die diese Unterkünfte für sich nutzen, weil sie sich dort wohl und unter Gleichaltrigen fühlen, aber natürlich dennoch nicht getrennt leben möchten. Privatsphäre ist vorhanden. So kann auch in einer Seniorenresidenz so gelebt werden als sei man als Paar in einer eigenen Wohnung – Nur eben etwas kleiner.

Wo findet man eine geeignete Seniorenresidenz?

Überwiegend findet man die Unterkünfte direkt beim Träger. Dabei handelt es sich meist um private Träger. Mit diesen ist ein Vertrag abzuschließen, in dem beispielsweise auch geregelt ist, was die Bewohner dürfen und unter welchen Umständen ein Vertrag gekündigt werden kann. Genauso wie auch in einer Mietwohnung ist es nicht gestattet die anderen Bewohner zu stören durch beispielsweise unverhältnismäßige Lautstärke. Im Vertrag ist darauf zu achten, wofür die Bewohner im Schadenfall haften müssen. In einigen Fällen finden sich hier unzulässige Vertragsklauseln.

Unser Fazit zu Seniorenresidenzen

Wer sich für die eigene Wohnung und völlig alleine einfach etwas zu alt fühlt, für das Pflegeheim aber noch viel zu jung, für den ist eine Seniorenresidenz die ideale Wahl. Allerdings ist sie alles andere als günstig. Durch die Annehmlichkeiten kann durchaus mit 1500 Euro Miete pro Monat gerechnet werden – So viel Geld haben sicherlich nicht alle Pensionierten monatlich zur Verfügung. Damit ist auch klar: Die gehobene Seniorenresidenz ist sicherlich nichts, was sich jeder leisten kann. Wer es allerdings kann, muss sich nicht vor einem eintönigen Leben im hohen Alter fürchten.

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