Desinfektion

Hygienemaßnahme gegen Bakterien, Keime und mehr

Behandlung Desinfektion

Die Desinfektion ist eine Hygienemaßnahme, die dazu dient Erreger, Keime oder Bakterien abzutöten oder zu inaktivieren.

Es können sowohl Objekte oder Flächen ALS auch biologisches Gewebe desinfiziert werden.

Bei einer Desinfektion wird ein Zustand angestrebt, bei welchem die vorhandenen/übrig gebliebenen Keime/Bakterien/Viren keine Infektion mehr ermöglichen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Desinfektion. 

Was versteht man unter Desinfektion?

Bei der Desinfektion wird entweder ein spezieller Stoff/Flüssigkeit eingesetzt oder auch Hitze oder Strahlung, um Keime jedweder Art zu eliminieren. Je nachdem zu desinfizierenden Objekt, wird ein anderes Medium genutzt um den desinfizierten Zustand zu erreichen.

Man kann die Haut oder auch Wunden desinfizieren. Wie etwa beim Händewaschen oder der regulären Wunddesinfektion, oder aber auch einen Raum, Lebensmittel, Wäsche oder medizinische Instrumente.

Da es in Deutschland, und auch vielen anderen Ländern, genaue Regeln und Gesetze zur Hygiene gibt, gibt es auch Listen mit zugelassenen Desinfektionsmitteln und deren Einsatzgebieten.

Die Desinfektion sollte nicht mit der Sterilisation verwechselt werden. Von Desinfektion spricht man, wenn von 1000000 Keimen nach der Anwendung maximal 10 überleben. Das entspricht einer Reduktion um den Faktor 10^-5, bei Wäschedesinfektionen ist sogar der Faktor 10^-7 das Mindestmaß.

Als Mittel zur Desinfektion werden oft Oxidationsmittel eingesetzt wie Oxide, Chlor, Alkohol, Ozon, Salze, Silber, Kupfer, organische Quecksilberverbindungen oder Iod eingesetzt. Doch auch Hitze, Kälte oder Strahlung können zum Einsatz kommen.

Diese besitzen Eigenschaften, welche vorhandene Keime/Sporen/Viren abtöten oder unschädlich/inaktiv machen. Nach ihrem Kontakt mit den entsprechenden Mitteln ist eine Infektion so gut wie ausgeschlossen.

Ursprung und Entwicklung der Desinfektion

Die Geschichte der Desinfektion ist die Geschichte der Hygiene. Erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde Desinfektion in der Medizin überhaupt erst als notwendig und relevant erachtet. 1847 gelang dem Arzt aus Österreich Ingnaz Semmelweis der Nachweis, dass die Desinfektion hilft Krankheiten vorzubeugen und die Ausbreitung einzudämmen.

Er wies seine Studenten an, Chlorkalk als Desinfektionsmittel einzusetzen. Dies hatte zum Ergebnis das die Sterblichkeitsrate in seiner Sektion von 12,3 % auf 1,3 % gesenkt wurde. 1867 benutzte dann der schottische Arzt Joseph Lister Karbol als Desinfektionsmittel.

Erst als Sprühnebel, da man davon ausging, das Infektionen von Bakterien aus der Luft kamen und später direkt. Man hatte nämlich erkannt, dass Infektionen und Keime von Händen und Gegenständen übertragen wurden.

Der erste Lehrstuhl in Hygiene in Deutschland hatte Max von Pettenkofer 1865, er gilt hier als Urvater der Hygiene und Desinfektion.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Ziel einer Desinfektion ist es sämtliche Erreger die zu Infektionen und/oder Krankheiten beim Menschen führen könnten, zu eliminieren oder soweit unschädlich zu machen, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können.
Dazu wird entweder ein Desinfektionsmittel auf das betroffene Medium aufgebracht, oder das betroffene Medium wird bedampft, bestrahlt oder besprüht.

Ziel bei der Desinfektion zur Wundbehandlung ist ein möglichst optimales Abheilen der Wunde, ohne Infektionen oder starke Narbenbildung.

  • Reinigen und desinfizieren von Oberflächen, Gegenständen oder organischen Geweben
  • Optimale Wundheilung und Heilungsverlauf
  • Eindämmung von Krankheitserregern und Keimen

Durchführung & Wirkungsweise

Es gibt unterschiedliche Methoden zur Desinfektion. Diese hängen von den zu desinfizierenden Medien ab. Das sind unter anderem die

  • Händedesinfektion
  • Hautdesinfektion
  • Wunddesinfektion
  • Wäschedesinfektion
  • Desinfektion medizinischer Instrumente
  • Raumdesinfektion
  • Lebensmitteldesinfektion

Um diese Dinge zu desinfizieren stehen ebenfalls unterschiedliche Methoden zur Verfügung.

  • Chemische Desinfektion
  • Physikalische Desinfektion
  • Thermische Desinfektion
  • Dampfdesinfektion
  • Strahlendesinfektion
  • Wischdesinfektion
  • Sprühdesinfektion
  • Scheuerdesinfektion

Man muss ebenfalls ganz klar die medizinische und die in Krankenhäusern und Arztpraxen stattfindende Desinfektion unterscheiden.

In den eigenen vier Wänden sind Desinfektionsmittel nicht allzu oft verwendet werden, da es sonst zu einer Überempfindlichkeit gegenüber normalen Haushaltskeimen kommen kann. Diese sind generell ungefährlich, doch wer nie Kontakt mit ihnen hat, kann keine Immunität entwickeln und wird sogar eher Krank als andere Menschen.

In Arztpraxen und Kliniken hingegen ist die regelmäßige Desinfektion unverzichtbar, da dort auch am offenen Körper behandelt wird und außerdem viele kranke und Keim-belastete Menschen an einem Ort versammelt sind. Hier gilt es Infektionen und Krankheiten einzudämmen.

In Betrieben, in welchen Lebensmittel produziert und verarbeitet werden, sind ebenfalls strenge hygienische Maßnahmen einzuhalten um die Sicherheit der produzierten Waren für den Konsumenten zu gewährleisten.

Ebenso für Wäschereien. Hier müssen Schmutz und Keime/Krankheitserreger gleichermaßen entfernt werden. Das gilt vor allem für Wäschereien von Krankenhäusern, Wohnheimen oder ähnlichen Einrichtungen.

  • Eindämmen von Infektionen und Krankheiten
  • Wundversorgung
  • Haushaltsreinigung
  • Saubere Lebensmittelherstellung
  • Wäschereinigung

Desinfektion hilft gegen:

 

  • Keime
  • Sporen/Pilze
  • Bakterien
  • Viren

Alle diese Mikroben können mit Hilfe einer Desinfektion weitestgehend beseitigt werden, oder zumindest unschädlich gemacht werden.

Eine Desinfektion fördert und stärkt:

 

  • Die Gesundheit
  • Die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln
  • Wundheilung
  • Die Eindämmung von Krankheiten/Infektionen

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Bei der Desinfektion unterscheidet man zwischen diversen Methoden. Bei der chemischen Desinfektion werden Mittel wie Ammoniumsalz, Alkohol, Quecksilber, Peroxyessigsäure, Formaldehyd oder Wasserstoffperoxid eingesetzt.

Behandlung DesinfektionDiese zerstören die Hüllen der Keime, indem sie bestimmte Fette aus ihnen herauslösen und sie so unschädlich machen.

Die Desinfektionsmittel können als Spray, als Gel, als Creme oder Flüssigkeit zum Wischen, Sprühen oder Cremen eingesetzt werden.

Zur physikalischen Desinfektion gehören zum Beispiel auch die Strahlendesinfektion mit UV-Strahlen oder die Desinfektion mit feuchter oder trockener Hitze, wie mit einem Dampfgerät.

Diese Arten kommen oftmals bei Dingen wie Matratzen, Kissen, Betten oder Möbeln zum Einsatz, die durch ihre Größe nicht gewaschen werden können.

Im Falle der Strahlen Desinfektion bei Räumen wie Operationssälen oder OP-Schleusen.

  • Chemische Desinfektion
  • Physikalische Desinfektion

Risiken & Nebenwirkungen:

 

Je nachdem welches Mittel zur Desinfektion eingesetzt wird, kann dieses auf der haut oder den Schleimhäuten zu Reizungen führen. Die Angaben der Hersteller zur Anwendung sind auf jeden Fall einzuhalten, da es sich auch um giftige Gefahrstoffe handeln kann. Wer Desinfektionsmittel unsachgemäß einsetzt riskiert gesundheitliche Schäden.
In seltenen Fällen weisen Menschen auch Allergien gegen bestimmte Stoffe in den Desinfektionsmitteln auf.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

 

  • Auf Art und Verwendung des Desinfektionsmittels achten

Es ist unbedingt notwendig auf das Einsatzgebiet des Desinfektionsmittels zu achten. Ein Flächendesinfektionsmittel ist unter keinen Umständen zur Anwendung auf der Haut geeignet. Genauso wenig für den regelmäßigen Gebrauch im privaten Haushalt. Die Bestimmung, der Einsatz und das Einsatzgebiet von Desinfektionsmitteln unterscheiden sich und können verheerende gesundheitliche Schäden mitbringen, wenn sie unsachgemäß und unzweckmäßig eingesetzt werden.

Wer kann desinfizieren?

Desinfizieren kann jeder Mensch. Vorausgesetzt er oder sie ist ALT und gebildet genug das Desinfektionsmittel zu verstehen und den Anweisungen der Hersteller zu folgen. Dann kann man daheim auch ein desinfizierendes Waschgel oder Spray verwenden oder auch einmal eine Schnittwunde desinfizieren.

Medizinisch desinfizieren kann nur medizinisch geschultes Fachpersonal wie Ärzte, OP-Reinigungskräfte, Gesundheits- und Krankenpfleger und ähnliche Berufsgruppen mit medizinischem oder hygienischem Background.
Auch Reinigungskräfte und Mitarbeiter aus der Lebensmittel produzierenden und verarbeitenden Industrie erhalten spezielle Schulungen zur Desinfektion und Hygiene.

Ein Fazit zur Desinfektion

Der Vormarsch der Hygiene und der Desinfektion in der heutigen Medizin, machte es überhaupt erst möglich die meisten Krankheiten und ihre Verbreitung einzudämmen.

Die Händedesinfektion, das Desinfizieren von medizinischem Besteck, als auch die Lebensmittel- und Wäschedesinfektion, trugen dazu bei, dass die Sterblichkeitsrate bei medizinischen Behandlungen und leichten und schweren Verletzungen mehr als extrem zurückging. Ein Hoch auf die Hygiene und die Desinfektion.

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