Fruchtwasseruntersuchung

Eine Probe vom Fruchtwasser

 

Behandlung FruchtwasseruntersuchungEin gesundes Baby wünschen sich alle werdenden Eltern. Aber auch das Leben mit einer Behinderung ist nicht mehr unmöglich.

Allerdings gibt es im heutigen Zeitalter eine Methode schon in der Schwangerschaft eine Fehlbildung feststellen zu können und die werdenden Eltern darauf vorzubereiten.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Fruchtwasseruntersuchung

 

Was ist die Fruchtwasseruntersuchung?

 

Die Fruchtwasseruntersuchung ist auch ALS Amniozentese bekannt. Dabei wird durch eine Punktion über die Bauchdecke der Mutter eine kleine Probe Fruchtwasser aus der Gebärmutter abgenommen. In dieser Probe können sich sehr viele Informationen befinden, die Rückschlüsse auf die Gesundheit und den Zustand des Kindes zulassen.

In diesem Falle haben die Eltern die Möglichkeit, sich schon sehr früh Gewissheit zu verschaffen, wie es um ihr Kind steht und vor allem wie sie mit einer eventuellen Behinderung umgehen könnten.

Durch die Amniozentese können Fehlbildung, Gendefekte und auch der Zustand der Schwangerschaft festgestellt werden.

In diesem Falle geht es darum, dass ermittelt werden kann, ob es zu einer Frühgeburt kommen könnte. Dies ist besonders wichtig, da dann die optimale Behandlung des Kindes gewährleistet werden kann. Nach dem Stand der heutigen Technik ist es möglich bereits ab der 26. Schwangerschaftswoche ein Kind am Leben zu erhalten und ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist allerdings kein standardisiertes Verfahren. Bis heute ist diese Untersuchung freiwillig und wird nur dann angeraten, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Darunter zählen Frauen im höheren Alter und werdende Eltern mit einer genetischen Vorbelastung in der Familie.

 

Ursprung und Entwicklung

 

Im Rahmen der Planung einer Schwangerschaft und vor allem der optimalen Vorsorge bei Kindern und werdenden Müttern konnte die Entwicklung der Amniozentese einen entscheidenden Beitrag leisten.

Mit dem Erkennen, dass sich um Fruchtwasser sehr viele genetische Informationen befinden, können nun Fehlbildungen frühzeitig erkannt werden und die Zumutung der Schwangerschaft und die Folgerisiken können besser für die werdende Mutter und das Ungeborene abgewogen werden.

 

Funktion, Wirkung und Ziele – Behandlung und Therapie

 

Der Schnelltest der Amniozentese kann bereits in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden. Zwischen der 15. Und 18. Schwangerschaftswoche liegt dabei der optimale Zeitpunkt.

Nach der Untersuchung sollte keine Panik entstehen, denn ein leichtes Ziehen der Bauchdecke ist zu erwarten. Mit der Fruchtwasseruntersuchung können verschiedene Risiken oder Komplikationen der Schwangerschaft und des Ungeborenen erkannt werden.

 

  • Fehlbildung
  • Genetische Defekte ( Trisomie 21 – Downsyndrom )
  • Drohende Frühgeburt

 

Durchführung und Wirkungsweise

 

Die Fruchtwasseruntersuchung stellt einen kleinen Eingriff dar, der ambulant durchgeführt werden kann. Dabei wird die Probe steril über die Bauchdecke entnommen. Zunächst wird die Punktionsstelle örtlich betäubt.

Behandlung FruchtwasseruntersuchungNach Wirken der Betäubung wird eine sehr schmale Kanüle unter Sichtkontrolle, über einen Ultraschall, durch die Bauchdecke der Mutter in die Gebärmutter eingeführt und eine Probe des Fruchtwassers wird entnommen.

Diese Probe wird nach der Abnahme in ein Labor zur zytologischen Untersuchung gegeben.

Da sich im Fruchtwasser die körperlichen Zellen des Kindes befinden kann zunächst ein umfassendes Genprofil des Kindes erstellt werden.

Somit können Defekte oder Fehlbildungen frühestmöglich festgestellt werden. Weiterhin kann die Analyse des Fruchtwassers einen Aufschluss über dessen Qualität geben.

Somit lässt sich sehr schnell der Zustand der Schwangerschaft definieren und es kann prognostiziert werden, ob eine Frühgeburt wahrscheinlich ist oder nicht. Mit den gewonnenen Informationen können dann die Eltern und Ärzte entscheiden, ob die Schwangerschaft weitergeführt werden kann und vor allem können die Möglichkeiten der Weiterbehandlung nach der Geburt des Kindes abgeschätzt werden.

 

 

Hilft gegen:

 

  • Frühgeburten
  • Spätschäden
  • Blutgruppenunverträglichkeit von Mutter und Kind

 

Mit der Entdeckung des Blutgruppensystems konnte die Säuglingssterblichkeit bereits erheblich gesenkt werden. Da es unter Umständen dazu kommen kann, dass die Blutgruppe der Mutter sich nicht mit der des Kindes verträgt.

In diesem Falle bildet die Mutter Antikörper gegen ihr Kind aus. Durch eine frühzeitige Feststellung der Unverträglichkeit bereits im Mutterleib kann schon während der Schwangerschaft eine Behandlung erfolgen, die eine Bluttransfusion direkt nach der Geburt unnötig macht und das Überleben des Kindes sichert.

Auch im Falle einer Fehlbildung und Behinderung kann frühzeitig abgeschätzt werden, welche Probleme auf die Eltern und vor allem das Kind zukommen werden. In diesem Falle, sofern das Leben für ein Kind zu kurz oder auch kaum möglich wäre, kann nach Entscheidung der Eltern im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen noch ein Abbruch der Schwangerschaft vorgenommen werden.

 

Fördert und stärkt:

 

  • Bindung zum Kind
  • Gesundheit des Kindes
  • Bestmöglichste Vorbereitung der Maßnahmen nach der Geburt

 

Durch die Amniozentese kann eine umfangreiche Vorausplanung der Maßnahmen im Falle von Unstimmigkeiten und Erkrankungen des Kindes oder der Mutter erfolgen. Somit sind die Überlebenschancen des Kindes sehr hoch und auch die Mutter kann mit einem ruhigeren Gefühl die Schwangerschaft austragen.

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Die Amniozentese kann eine Chance für das Kind sein, allerdings ist sie nicht in jedem Falle einer Schwangerschaft angeraten. Besonders bei jungen und gesunden Müttern, die eine problemlose Schwangerschaft haben und auch keine erblichen Vorbelastungen aufweisen, ist diese Untersuchung nicht anzuraten, da sie immer noch Risiken bergen kann und einen Eingriff in die Schwangerschaft darstellt.

 

Eine Indikation einer Fruchtwasseruntersuchung besteht nur, wenn:

 

  • Die werdende Mutter älter als 40 Jahre ist
  • Die werdenden Eltern genetisch vorbelastet sind
  • Einer der Elternteile bereits mit einer Behinderung geboren wurde

 

Risiken und Nebenwirkungen:

 

  • Infektion von Mutter und Kind durch die Punktion
  • Frühzeitige Wehen
  • Fehlgeburt
  • Verletzung des Fötus
  • Verlust von Fruchtwasser

 

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit der Risiken sehr gering ist, so können sie dennoch auftreten. Ein leichtes Ziehen im Bauch nach der Punktion kann auftreten, sollte aber schnell wieder verschwinden. Wenn diese Beschwerden anhalten oder auch die werdende Mutter Veränderungen wahrnimmt, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen:

 

 

Sobald die Schwangerschaft bereits durch andere Probleme gefährdet ist, sollte auf die Fruchtwasseruntersuchung verzichtet werden, damit die Schwangerschaft erhalten werden kann.

 

Wer behandelt?

 

 

Diese Form der Untersuchung kann bei jedem Gynäkologen erfolgen. Allerdings ist es oftmals so, dass ansässige Ärzte auf die Kliniken in der Umgebung verweisen, damit optimale Bedingungen für die Entnahme geschaffen sind und das Risiko minimal gehalten wird.

 

Unser Fazit

 

Die Fruchtwasseruntersuchung kann sehr aufschlussreich sein, aber es muss nicht in jeder Schwangerschaft durchgeführt werden. Durch einen Eingriff wird die Schwangerschaft dennoch gefährdet, daher gilt es, dass die Notwendigkeit sorgfältig abgewogen wird.

Die Ergebnisse der Untersuchung können zwar Gewissheit bringen, dennoch ist es richtig, dass sie nicht als Standardvorsorge zur Anwendung kommt.

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