Fehlgeburt

Steckbrief: Fehlgeburt (Abort)

  • Name(n): Fehlgeburt; Abort; lat. Abortus; veraltet: Missfall
  • Art der Krankheit: frühzeitiges Ende einer Schwangerschaft
  • Verbreitung: Jede dritte Schwangerschaft endet mit einem Abort
  • Erste Erwähnung der Krankheit: unbekannt
  • Behandelbar: Nein
  • Art des Auslösers: Viele z. B. Infektionen; Missbildung der Gebärmutter; hormonelle Störung; defekte Spermien. genetisch bedingt
  • Wieviele Erkrankte: Ungefähr jede 3. schwangere Frau
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Frauenarzt (Gynäkologe)
  • ICD-10 Code(s): 000-008

Frühes Ende einer Schwangerschaft

Die Freude ist oft riesengroß wenn bei der Ultraschalluntersuchung die ersten Herzschläge zu sehen sind und der Frauenarzt die Schwangerschaft bestätigt hat. Doch leider verläuft eine Schwangerschaft nicht immer so glücklich, wie sich das die werdenden Eltern gerne wünschen.

Die Gefahr einer Fehlgeburt ist vor allem in den frühen Schwangerschaftswochen gegeben. Viele betroffene Mütter und Väter stellen sich nach einer Fehlgeburt viele Fragen wie z. B. Warum ist das passiert? Was haben wir falsch gemacht? Hätten wir die Fehlgeburt verhindern können?

Definition Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt (lat. Abortus) beschreibt eine frühzeitige Beendigung der Schwangerschaft innerhalb der ersten 24 Wochen auf Grund der Ausstoßung bzw. des Absterbens eines unter 500 g wiegenden Embryos bzw. Fötus im Mutterleib. Dies stellt die oder der betreffende Frauenarzt/In oft mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung fest, wenn keinerlei Lebenszeichen wie z. B. Nabelschnurpuls oder Herzschlag mehr erkennbar sind.


Was ist eine Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt bedeutet, dass innerhalb der ersten 24 Wochen auf Grund unterschiedlichster Ursachen z. B. Infektion, Gendefekt, Fehlbildung o. ä. der Fötus bzw. der Embryo auf natürliche Weise in der Gebärmutter der werdenden Mutter abstirbt und meist anschließend aus dem Körper ausgestoßen wird. Bei der Fehlgeburt wird nach unterschiedlichen Kriterien unterschieden.

Die Fehlgeburt nach dem Zeitpunkt des Auftretens:

  • Beim Frühestabort tritt die Fehlgeburt meistens auf Grund genetischer Defekte entweder vor der Einnistung oder kurz danach auf. Sie fällt meist zeitgleich mit der Menstruation zusammen, so dass viele Frühestaborte oft von den betroffenen Frauen nicht bemerkt werden.
  • Als Frühabort bezeichnet man eine Fehlgeburt, die vor der 13 Schwangerschaftswoche stattfindet.
  • Ebenso unterschieden wird der Spätabort, der ab der 13. Woche bis vor der 24. Woche eintritt.

Welche Ursachen gibt es?

Endet eine Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt, so stellen sich viele Frauen verständlicherweise die Frage: Wie konnte es dazu kommen? Aus welchen Gründen habe ich mein Kind verloren? Häufig ist es nicht einmal möglich, die Ursache einer Fehlgeburt zu klären. Denn es gibt eine Vielzahl an möglichen Faktoren, die dazu beitragen können, dass eine Schwangerschaft mit einem Abort endet. Die Ursache hierfür können sowohl auf Seiten der Eltern als auch seitens des ungeborenen Kindes liegen.

Genetische Ursachen

Die meisten Fehlgeburten sind darauf zurückzuführen, dass eine Chromosomenstörung beim Embryo vorliegt, also der Defekt bereits während der Befruchtung stattfindet. Bei der Verschmelzung von Samen- und Eizelle kommt es nicht selten zu einer überzähligen oder aber auch fehlenden Chromosomenzahl, so dass der Embryo in den meisten Fällen anschließend im frühen Stadium der Schwangerschaft abstirbt. Bei manchen Paaren, bei denen Fehlgeburten gehäuft auftreten

Infektionen

Bei 10 bis 30 % aller Schwangerschaften lassen sich lassen sich Streptokokken der Gruppe B feststellen, die der Körper der Schwangeren in den meisten Fällen selber bekämpfen kann, jedoch für das Ungeborene ernsthafte gesundheitlichen Folgen mit sich ziehen und eine Fehlgeburt auslösen kann.

Ebenfalls leiden 5 bis 10 % aller Schwangeren während ihrer Schwangerschaft an einer asymptomatischen Harnwegsinfektion. Da diese Bakterien keine Beschwerden verursachen wird der Krankheitsverlauf oft nicht bemerkt so dass die Erreger sich unbemerkt bis zu den Nieren ausbreiten und dort eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen können. Das Risiko einer Früh- bzw. einer Fehlgeburt erhöht sich infolge der beeinträchtigten Nierenfunktion der werdenden Mutter.

Besonders ernsthafte Komplikationen kann eine unbehandelte bakterielle Vaginose während der Schwangerschaft hervorrufen. Bei dieser Scheideninfektion steigt das Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs, da die Bakterien biochemische Reaktionen auslösen. Hierbei wird der hormonähnliche und Wehen auslösende Stoff Prostaglandin aufgebaut, der das Risiko einer Früh- bzw. Fehlgeburt steigen lässt. Zusätzlich besteht die Gefahr eines Amnioninfektonssyndroms, wenn die Bakterien in die Gebärmutter wandern und das Fruchtwasser und den Fötus infizieren.

Fehlbildungen der Gebärmutter oder Gebärmutterhalsschwäche

Einige Frauen besitzen eine Gebärmutter, die im Inneren durch eine Muskel- oder Faserwand getrennt ist. Diese Anomalie nennt man Uterus septus. Das Risiko einer Fehlgeburt ist bei einem Uterus septus höher als bei anderen Anomalien der Gebärmutter. Sie kann jedoch vor einer Schwangerschaft operativ korrigiert werden, so dass das Risiko einer Fehlgeburt deutlich verringert werden kann.

Myome

Myome sind Wucherungen, die sich bei jeder Frau entwickeln können. Sie treten in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) auf. Das Wachstum von Myomen kann bei einer Schwangerschaft durch die vermehrte Hormonproduktion stimuliert werden und eine Fehlgeburt auslösen.

Mögliche Ursachen im Überblick

  • Genetische Ursachen
  • Infektion während der Schwangerschaft
  • Fehlbildungen der Gebärmutter oder Gebärmutterhalsschwäche
  • Myome, Missbildungen und Verwachsungen
  • Hormonelle Störungen
  • Psychische Belastungen
  • Gestose
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Stoffwechsel- und Immunerkrankungen
  • Vorzeitige Wehen und Blasensprung
  • Schläge, Strahlung und Medikamente
  • Pflanzen und ätherische Öle
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch

Symptome und Anzeichen

Bei Frauen, die unter einer Gebärmutterhalsschwäche leiden verläuft die Fehlgeburt schmerz- und wehenlos, so dass sie keinerlei Anzeichen der Fehlgeburt bemerken. In vielen Fällen, bei denen die Fehlgeburt bereits in den ersten 10 Wochen nach Empfängnis eintritt, wird diese erst gar nicht als solche erkannt. Vielmehr wird sie bei den meisten Frauen als verspätete und besonders starke Menstruation empfunden.

Bei Schwangerschaften im fortgeschrittenen Stadium gehören als typische Symptome einer Fehlgeburt häufig mittlere bis starke vaginale Blutungen mit Gewebeanteilen. Ebenso sind ziehende und wehenähnliche Unterleibsschmerzen Anzeichen einer Fehlgeburt. Auch Temperaturen bis 38° Celsius sowie der Abgang von Fruchtwasser sind häufige Signale eines drohenden Spontanaborts bei denen dringend ein Gynäkologe aufgesucht werden muss.

Auch kann es vorkommen, dass es innerhalb des Schwangerschaftsverlaufs zu einem vorzeitigen Blasensprung kommt. Typische Symptome sind hierbei, das die Unterwäsche nass ist und das Fruchtwasser einen süßlichen Geruch aufweist, sowie ein klares bis milchiges Aussehen besitzt.

Symptome und Anzeichen im Überblick

  • Blutungen, auch wenn sie nur schwach sind
  • starke, krampfartige Schmerzen im Unterleib
  • starkes Ziehen im Unterbauch
  • starke Schmerzen im unteren Rücken
  • Fieber
  • eitriger Ausfluss
  • abgehendes Fruchtwasser

Diagnose und Krankheitsverlauf

Bei ersten Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Der Gynäkologe wird bei seiner Untersuchung feststellen, ob es bereits zu einer Fehlgeburt gekommen ist oder eine Fehlgeburt droht. Er prüft bei der gynäkologischen Untersuchung die Gebärmutter, den Öffnungszustand des Muttermunds, die Stärke der Blutung sowie durch Ultraschalluntersuchung, ob ein Herzschlag des Kindes zu erkennen ist. Ebenfalls kann er durch eine Blutuntersuchung die Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG bestimmen.

Sind die Herzschläge bei der Ultraschalluntersuchung noch zu erkennen verordnet der Frauenarzt normalerweise bei Blutungen Bettruhe und die Einweisung in ein Krankenhaus zur Überwachung. In jedem Fall sollte die Schwangere weder arbeiten noch Sport treiben und sollte unbedingt psychische Belastungen vermeiden. Bei einer Öffnung des Muttermundes auf Grund einer Bindegewebsschwäche, wird mit Hilfe eines operativen Verschlusses mit einer Zerklage versucht, den Muttermund geschlossen zu halten. Kurz vor der Geburt wird diese dann wieder entfernt.

Oft sind nach einer Fehlgeburt noch Rückstände der Schwangerschaft vorhanden, die operativ entfernt werden müssen. Bei der sogenannten Ausschabung (Abrasio, Kürettage) wird die Gebärmutterschleimhaut abgetragen, Gewebe, die sich in der Gebärmutter befinden sowie noch vorhandene Teile von Mutterkuchen (Plazenta) entfernt.

Ungefähr jede 10. Schwangerschaft endet mit einem frühzeitigen Blasensprung. Der Gynäkologe erkennt im Gebärmutterkanal, ob Fruchtwasser abgegangen ist. Ebenso zeigt der ph-Wert, ob es sich bei der abgegangenen Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt.

Bei einem Blasensprung vor der 24. Schwangerschaftswoche wird der Schwangeren, wenn keine Infektion vorliegt, strenge Bettruhe im Krankenhaus verordnet. Dort wird das Blut alle sechs bis 24 Stunden kontrolliert und die Schwangere erhält Antibiotika, um sie vor Infektionen zu schützen. Die Gesundheit des Kindes und auch die Fruchtwassermenge werden ständig kontrolliert.

Tritt der Blasensprung in der 24. bis 34. Woche ein, so erhalten die Mütter oft zusätzlich Wehenhemmer, damit das Kind möglichst lange ausgetragen werden kann. Bei einem Blasensprung nach der 34. Schwangerschaftswoche wird die Geburt, wenn keine Infektion vorliegt 12 Stunden nach dem Blasensprung eingeleitet.


Häufigkeit und Diagnosedaten

Bei der Erstellung von Diagnosedaten in Bezug auf die Fehlgeburtsrate werden unterschiedliche Faktoren herangezogen. Diese betreffen zum einen das Risiko in Abhängigkeit des Zeitpunktes der Schwangerschaft sowie das mütterliche Alter während der Schwangerschaft als auch das Risiko in Abhängigkeit von der Zahl bereits vorangegangener Fehlgeburten.

Zeitpunkt der Schwangerschaft

Die Gefahr einer Fehlgeburt ist am Anfang am größten und reduziert sich mit fortgeschrittener Schwangerschaft. Es sind ungefähr 15 % aller klinischen Schwangerschaften, die mit einer Fehlgeburt enden. Die häufigsten Fehlgeburten finden in der 4 bis 5 Schwangerschaftswoche statt.

Sie können nur biochemisch nachgewiesen werden und betrifft ungefähr 50 % aller Fehlgeburten. Das Risiko liegt in der 6. bis 8 SSW bei etwa 18% und ab der 17 SSW sinkt es auf 2 bis 3 %. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 80 % der Fehlgeburten in den ersten 12 SSW stattfinden.

Mütterliches Alter als Risikofaktor für Fehlgeburten

Ebenfalls ist das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der eintretenden Schwangerschaft ein weiterer unabhängiger Prognosefaktor, der in die Gruppe der Risikofaktoren einbezogen werden sollte.

Anomalien der Chromosomenstruktur sind die weitaus häufigste Ursache bei frühen Fehlgeburten. Sie steigt mit dem Alter der Mutter rapide an.

Bei den 20 bis 30-jährigen Frauen liegt das Risiko für einen Spontanabort zwischen 9 bis 17 %, bei den 30 bis 35-jährigen liegt das Risiko bei 17 bis 23 %. Bei den 35 bis 40 -jährigen Frauen steigt das Risiko bereits auf 23 % bis 45 %, 42 jährige gehen bei einer Schwangerschaft ein Risiko von 54,5 % ein und die bei Frauen, die ein Alter von 48 Jahren aufweisen ist die Gefahr eine Fehlgeburt zu erleiden bereits größer als 80 %.

Mütterliches Alter als Risikofaktor für Spontanaborte

Mütterliches Alter Risiko für Spontanabort

  • 20 – 30 Jahre neunzehn bis siebzehn Prozent
  • 30 – 35 Jahre siebzehn bis 23 Prozent
  • 35 – 40 Jahre dreiundzwanzig bis fünfundvierzig Prozent
  • 42 Jahre vierundfünfzigeinhalb Prozent
  • 48 Jahre über achtzig Prozent

Risiko in Abhängigkeit von der Zahl vorausgegangener Fehlgeburten

Ein sehr wichtiger Prognosefaktor für künftige Schwangerschaften ist die Vorgeschichte der jeweiligen Patientinnen.

Die Gefahr bei Frauen, die in ihrer ersten Schwangerschaft eine Lebendgeburt hatten ist mit 11-13 % deutlich geringer als Frauen, die bei ihrer ersten Schwangerschaft eine Fehlgeburt erlitten haben. Gemäß Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit nach einer Fehlgeburt eine weitere Fehlgeburt zu erleiden bei 14 bis 21 %. Liegt die Zahl vorangegangener Fehlgeburten bei 2 so steigt das Abortrisiko auf 24 bis 29 %, liegt sie bei 3 Fehlgeburten so liegt die Gefahr eines Spontanaborts bei 31 bis 33 %.

Abortrisiko in Abhängigkeit von der Zahl vorausgegangener Fehlgeburt

Zahl vorausgegangener Fehlgeburten Abortrisiko in erneuter Schwangerschaft

  • Keine: 11 bis 13 Prozent
  • Eine: 14 bis 21 Prozent
  • Zwei: 24 bis 29 Prozent
  • Drei: 31 bis 33 Prozent

Komplikationen bei der Krankheit

Einige Frauen erleiden nach einer Fehlgeburt eine gefährliche Infektion im Uterus, die als septischer Abort bezeichnet wird. Sie macht sich durch hohes Fieber, Unwohlsein, starken Schmerzen, vaginalen Blutungen, unangenehmen Ausfluss und Schüttelfrost bemerkbar.

Da der septische Abort (Abortus febrillis) für die Mutter sehr gefährlich ist, muss sie umgehend im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Beim spontanen Abort innerhalb der ersten 6 bis 8 Wochen wird in der Regel der Fötus durch starke Blutungen vom Körper durch natürliche Ausstoßung ausgeschieden. Geschieht dies nicht, kann dies zu erheblichen Komplikationen führen. Nach einer Fehlgeburt können sich durch den Verbleib von Resten des Fötus sowie des Mutterkuchens in der Gebärmutter vermehrt Bakterien und Keime ansiedeln und eine Gebärmutterentzündung zur Folge haben.

Leider führen auch manchmal Ausschabungen zu Verwachsungen und Narbengewebe, wenn während des operativen Eingriffs mit einem scharfen Instrument ausgeschabt wird. Da die Gebärmutterwand nach einer Schwangerschaft sehr empfindlich ist, führt ein solcher fehlerhafter Eingriff zu Verwachsungen, dem sogenannten Asherman-Syndrom. Dies bedeutet, dass die Patientin unfruchtbar wird und auch keine Regelblutungen mehr hat.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sobald eine Schwangere merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist, sollte sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Nachfolgende Beschwerden zeigen mögliche Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt bzw. eines spontanen Aborts an:

Frühzeitigen Blasensprung

Bei Verdacht eines frühzeitigen Blasensprungs sollte jede Schwangere unverzüglich ihren Arzt aufsuchen, da in 50 bis 65 % aller Fälle ein vorzeitiger Blasensprung innerhalb von 48 Stunden zu einer frühzeitigen Geburt bzw. Fehlgeburt führt.

Blutungen

Blutungen, egal ob schwache, mittlere oder starke, sie sind immer ein Anzeichen dafür, dass irgend etwas nicht stimmt. Setzen während einer Schwangerschaft Blutungen ein, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Starke Schmerzen oder Ziehen

Während in den ersten 12 Wochen meist eine Schwangerschaft mit Blutungen in einer Fehlgeburt endet, so kommt es meist nach der 12. Woche eher zu wehenähnlichen Schmerzen. Bei starken krampfartigen Schmerzen oder starkes Ziehen im Unterbauch sowie bei starken Rückenschmerzen im unteren Bereich, sprechen diese Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt, so dass ein Gynäkologe unbedingt eingeschaltet werden sollte.

Eitriger Ausfluss und Fieber

Auch sprechen eitriger Ausfluss in Verbindung mit Fieber für eine Infektion, der einen spontanen Abort herbeiführen kann. Durch das Aufsuchen eines Frauenarztes kann je nach Befund durch die Einnahme von Medikamenten ein frühzeitiger Abort verhindert werden.


Behandlungsmethoden und Therapie

Wenn der Arzt feststellt, dass eine Fehlgeburt stattgefunden hat oder der Embryo tot ist, müssen, um Infektionen in der Gebärmutter vorzubeugen, Gewebereste entfernt werden.

Dies ist zum einen mit Hilfe von Tabletten möglich, über die eine Ausstoßung stattfindet oder mittels einer Ausschabung (Kürettage), bei der es sich um einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose handelt. Die Gewebereste werden dann operativ entfernt. Auch wenn der Embryo vom Körper der Mutter ausgestoßen wurde, können sich noch Reste der Plazenta in der Gebärmutter befinden.

Ebenfalls werden nach einer Fehlgeburt verschiedene Blutuntersuchungen vorgenommen. Mütter, die die Blutgruppe Rhesus-negativ besitzen, müssen als Prophylaxe nach der Fehlgeburt eine Spritze mit Rhesus-Antikörpern erhalten.

Verstirbt das Kind im Mutterleib so wird das Kind nicht per Kaiserschnitt geholt, sonder die Geburt wird künstlich eingeleitet. Dies ist zum einen notwendig, damit die Gebärmutter sich schneller zurückbilden kann, andererseits werden ausgetragene Schwangerschaften psychisch besser verarbeitet als Geburten mit Kaiserschnitt.

Schwangere und deren Partner können, sofern sie dies möchten psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Ebenso gibt es die Möglichkeit in Selbsthilfegruppen das Erlebte mit anderen Betroffenen auszutauschen, um mit dem Verlust des Babys besser umgehen zu können. Unterstützung bieten auch Internetforen. Dort hat man die Gelegenheit, sich mit Frauen auszutauschen, die das gleiche oder ein ähnliches Schicksal erlebt haben. Eine große Hilfe ist, wenn die betreffenden Frauen wissen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind.

Therapien im Überblick

  • Ausschabung
  • Tabletten
  • Blutuntersuchungen
  • künstlich eingeleitete Geburt
  • Psychologische Hilfe

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Die häufigste Ursache während einer Schwangerschaft eine Fehlgeburt zu erleiden liegt an Chromosomen- und Entwicklungsstörungen beim Embryo, so dass die Vorbeugung gegen einen spontanen Abort nicht möglich ist. Liegen keine dieser Störungen vor, so kann die werdende Mutter durch gesunde Lebensweise, der ausreichenden Zufuhr wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen sowie das Vermeiden von Stress vorbeugend einer möglichen Fehlgeburt entgegenwirken.

Vorbeugen durch die Einnahme von Magnesium

Für die Bildung der Knochen und für den Stoffwechsel des Kindes ist eine erhöhte Zufuhr von Magnesium erforderlich. Oft ist es schwierig, diesen Bedarf mit der normalen Ernährung zu decken. Ein Mangel an Magnesium führt oft zu Wadenkrämpfen und verursacht frühzeitige Wehen, weshalb viele Frauenärzte daher auch vorbeugend Magnesiumpräparate verschreiben.

Vorbeugen durch die Einnahme von Folsäure

Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folsäure enorm, die besonders wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung des heranwachsenden Kindes ist. Um einen Mangel an Folsäure zu vermeiden und einer Fehlgeburt vorzubeugen, werden Schwangeren oft zusätzlich Folsäurepräparate durch ihren Gynäkologen verschrieben.

Hormonbehandlung

Das Gelbkörperhormon Progesteron ist für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich. Ist der Progesteronspiegel in den ersten Schwangerschaftswochen zu gering, kann dieser Mangel eine Fehlgeburt auslösen. Hauptursache für einen zu niedrigen Progesteronspiegel ist vor allem Stress. Harte körperliche Arbeit wie z. B. schweres Heben und auch geistige Überforderung, nicht ausreichender Schlaf und zu wenig Entspannung können Stress auslösen. Stellt der Gynäkologe einen Mangel fest, verschreibt er das Gelbkörperhormon um einer Fehlgeburt entgegenzuwirken.

Verzicht auf Genussmittel

Der Genuss von Alkohol, Zigaretten, Drogen und auch übermäßiger Koffeinkonsum kann zu schweren körperlichen und geistigen Schäden des Ungeborenen führen und ebenfalls eine Fehlgeburt auslösen. Deshalb ist es besonders wichtig, während der gesamten Schwangerschaft auf Alkohol, Tabak und Drogen zu verzichten.

Impfung gegen Influenza

Eine Grippeerkrankung (Influenza) kann während der Schwangerschaft erhebliche Komplikationen mit sich ziehen. Für die werdende Mutter besteht die Gefahr einer Lungenentzündung, beim Ungeborenen treten je nach Schwere des Verlaufs Wachstumsverzögerungen auf und ebenfalls besteht die Gefahr einer Fehlgeburt. Eine Grippeimpfung kann Schwangere sowie deren Ungeborenes vor diesen Gefahren schützen.

Das Legen einer Cerclage

Beim Wachsen des Kindes nimmt die Gebärmutter zu und der obere Gewebeabschnitt des Gebärmutterhalses verkürzt sich, so dass manchmal die Verschlusskraft des Gebärmutterhalses nicht mehr ausreicht, um den Fötus zu halten. Dies nennt man dann Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz).
Bei einer Gebärmutterhalsschwäche kann sich der Muttermund während der Schwangerschaft auch ohne Wehen öffnen, so dass die Gefahr einer Früh- bzw. Fehlgeburt extrem groß ist. Durch das Legen einer Cerclage wird der Gebärmutterhals verschlossen und eine Fehlgeburt kann hiermit evtl. verhindert werden.


Prognose zur Heilung

Eine Fehlgeburt lässt sich bei einer Chromosomen- oder Entwicklungsstörung des Fötus bzw. Embryos nicht vermeiden, sie wird durch den natürlichen Schutzmechanismus des mütterlichen Körpers eingeleitet. Der genaue Grund kann jedoch bei den meisten frühen Fehlgeburten nicht festgestellt werden. Jedoch geht man davon aus, dass in etwa der Hälfte der frühen Fehlgeburten die Chromosomen nicht richtig angelegt wurden und sich das Baby nicht richtig entwickeln konnte.

Wenn jedoch festgestellt wird, dass eine bestimmte medizinische Vorerkrankung vorliegt, die für eine Fehlgeburt verantwortlich ist, lassen sich weitere Fehlgeburten möglicherweise durch die frühzeitige Behandlung der Erkrankung (z. B: durch Medikamente oder Operation) verhindern.

Ist nach einer Fehlgeburt die Ursache bekannt und hätten diese evtl. vermieden werden können, dann lassen sich bestimmte Risikofaktoren bei einer erneuten Schwangerschaft deutlich reduzieren oder ganz vermeiden.


Medikamentöse und operative Behandlungen

Zur Vermeidung einer Fehlgeburt ist es ratsam, sich vor einer möglichen Schwangerschaft von einem Gynäkologen auf mögliche Risikofaktoren hin untersuchen zu lassen. Je nach Befund lassen sich einige Erkrankungen sowohl vorher als auch während der Schwangerschaft medikamentös behandeln oder aber auch operativ beseitigen.

Medikamentöse Behandlung

Bei manchen Paaren mit unterschiedlichem Rhesusfaktor besteht die Gefahr einer Rhesusinkompatibilität.

Besitzt die Mutter den Rhesusfaktor negativ und der Vater den Rhesusfaktor positiv besteht für das Kind, wenn es den Rhesusfaktor vom Vater, also ebenfalls positiv geerbt hat, die Gefahr, das die Mutter Antikörper gegen das Blut des Babys entwickelt.

Diese Antikörper vernichten die Rhesus-positiven Blutzellen des Kindes, weshalb es beim Ungeborenen zu einer Anämie (Blutarmut), Gelbsucht und zu Gehirnschäden kommen kann.

Bei vielen ersten Schwangerschaften verläuft diese normal und das erste Kind ist gesund. Erst ab der 2. Schwangerschaft gibt es, da sich dann Antikörper gebildet haben solche Probleme, die zu einer Fehlgeburt führen. Damit dies nicht eintrifft wird bei jeder Erstuntersuchung die Blutgruppe der Frau bestimmt. Hat die werdende Mutter die Blutgruppe Rhesus-negativ, erhält sich noch während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt Anti-D-Immunglobulin, damit die Bildung von Antikörpern verhindert wird.

Operative Behandlung

Myome sind gutartige Tumore, können jedoch starke Schmerzen verursachen, eine Schwangerschaft verhindern oder aber auch verantwortlich für Fehlgeburten sein. Die Wucherungen verstärken sich oft während der Schwangerschaft, da der erhöhte Östrogenspiegel das Wachstum der Myome steigert. Wenn ein Myom die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert, weil sie unter der Gebärmutterschleimhaut sitzt oder die Gefahr besteht, dass während der Schwangerschaft Myome eine Fehlgeburt auslösen ist ein operativer Eingriff oft unumgänglich.

Um Myome zu entfernen gibt es die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall. Die Myome werden mit hochfrequenten Schallwellen bei über 60° Celsius erhitzt, wodurch diese dann absterben. Dieses Verfahren ist sehr schonend für die Gebärmutter und deshalb für Frauen mit Kinderwunsch sehr geeignet.


Alternative Behandlungsmethoden

Viele Menschen schwören auf die Heilkunst der Chinesen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beinhaltet verschiedene therapeutische Verfahren, die vor allem nach einer Fehlgeburt für die Frau eine wichtige Stütze darstellen kann, um anschließend mit der Situation besser umgehen zu können und sich zu erholen. Ebenfalls werden Kuren empfohlen, um wieder neu aufzutanken und innerlich zur Ruhe zu kommen.

Akupunkturtherapie
Eine von ihnen ist die Akupunkturtherapie. Mit der Akupunkturtherapie lassen sich erfolgreich viele Beschwerden lindern und Krankheiten beheben. Untersuchungen haben ergeben, dass bei Frauen, die eine Akupunkturtherapie besuchten, die Erfolgschance einer Schwangerschaft um 65% sowie die Fortsetzung der Schwangerschaft (Verhinderung einer Fehlgeburt) um 85 % gesteigert wurde.

Arzneimitteltherapie
Ebenfalls konnte bei vielen Schwangeren, die bestimmte Arzneikräuter rechtzeitig einnahmen, nachdem sie Blutungen in der Frühschwangerschaft mit drohender Fehlgeburt erlitten hatten, die Blutungen stoppen und der Erhalt der Schwangerschaft erheblich verbessert werden.

Tuina-Therapie
Bei der Tuina-Therapie handelt es sich um eine beliebte Heil- und Energiemassage, die vor allem nach einer Fehlgeburt durch ihre vielfältigen Techniken bei erschöpften, angespannten und nervösen Frauen zu einem tiefgehenden Wohlbefinden führt und ihr hilft, mit dem Erlebten besser umgehen zu können.

Qigong
Qigong ist eine alte chinesische Selbstheilungsmethode, die sich mit der Lebenskraft des Menschen beschäftigt. Die in Qigong angewandten Atem- und Bewegungsübungen dienen der Harmonisierung und Stärkung der geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte. Die Energie soll dorthin fließen, wo sie gebraucht wird, um Verspannungen zu lösen, die Blutzirkulation anzuregen und Muskeln zu dehnen. Auch dient Qigong zur Stress- und Angstbewältigung und fördert die innere Ruhe, was besonders nach einer Fehlgeburt für die Frau sehr hilfreich sein kann.

Kur
Frauen sind nach einer Fehlgeburt erschöpft und ausgelaugt. Kuren kombinieren Erholung und Therapie in einem. Durch einen individuell erstellten Behandlungsplan werden der Frau gezielt Therapien verordnet um ihre körperlichen Beschwerden zu heilen bzw. zu lindern und vor allem in therapeutischen Gesprächen psychologische Unterstützung zu geben.

Alternative Behandlungsmethoden im Überblick

  • Akupunktur
  • Arzneimitteltherapie
  • Tuina
  • Qigong
  • Kur

Welche Hausmittel können helfen?

Wehenschmerz lindern
Amerikanische Hebammen schwören darauf, dass bei Einnahme eines Glases Milch mit 2000 mg Kalzium bei Einsetzen der Wehen, der Schmerz deutlich gemildert wird.

Wadenkrämpfe
Die meisten leiden während und nach der Schwangerschaft an Wadenkrämpfen. Verursacht werden können diese durch Magnesiummangel oder durch Durchblutungsstörungen. Hier empfiehlt es sich, die Beine so oft wie möglich hochzulegen, morgens und abends im Wechsel kalt/lauwarm abzubrausen, magnesiumreiche Lebensmittel zu essen und viel zu trinken. Bei akuten Krämpfen sollte die Muskulatur gedehnt werden.

Übelkeit
Gegen Übelkeit werden als Hausmittel oft gerne Melissen- Himbeerblätter- Ingwer-, Kamillen- oder Pfefferminztee genannt sowie. Ebenfalls sollen bis zu 6 Mandeln über den Tag verteilt oder aber auch an einer aufgeschnittenen Zitrone oder frischen Pfefferminze riechen helfen.

Sodbrennen
Frauen, die unter Sodbrennen leiden sollten als Hausmittel einen Löffel trockene Haferflocken oder ein Stück Brot zu sich nehmen, die dazu dienen, die Magensäure aufzusaugen. Auch soll ein Teelöffel Senf nach dem Essen helfen bzw. helfen ebenfalls einige Schluck warmes Wasser vor dem Essen.

Verstopfung:
Durch das Hormon Progesteron leiden viele Frauen nach einer Fehlgeburt unter Verstopfung.
Durch eine erhöhte Einnahme von Magnesium kann einer Verstopfung entgegengewirkt werden. Auch ist es ratsam, sich möglichst ballaststoffreich zu ernähren und sich regelmäßig sportlich zu betätigen. Geschrotete Leinsamen und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, am besten mit Wasser, fördert die Verdauung und helfen gegen Verstopfungen.

Müdigkeit
Oft sind Frauen nach einer Fehlgeburt sehr müde und abgeschlagen. Als Hausmittel helfen z. B. sich strecken, viel Sauerstoff tanken sowie Sport wie Yoga oder Schwimmen, dass den Blutdruck in Schwung bringt.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Es gibt eine Reihe von Heilkräutern, die besonders in der Schwangerschaft Linderung bei den unterschiedlichsten Beschwerden verschaffen und die werdende Mutter sowie ihr im Körper wachsendes Baby vor einer eventuell drohenden Fehlgeburt schützen:

Ackerhellerkraut
Das Ackerhellerkraut hilft bei einer entzündeten Gebärmutter oder bei einer Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Ebenfalls kann diese Heilpflanze bei Scheidenentzündungen über ein Sitzbad Linderung verschaffen.

Beifuß
Die Heilpflanze Beifuß hilft Frauen, schneller schwanger zu werden, sie stärkt die weibliche Fruchtbarkeit. Auch hilft der Beifuß bei Pilzinfektionen im Vaginalbereich durch Spülungen und Waschungen. Bei Unterleibsschmerzen hilft er krampflösend und ist angenehm wohltuend.

Brennessel
Die Brennessel ist bekannt für ihre spezielle Heilkraft durch ihren hohen Gehalt an Kalzium, Kieselerde, Eisen und Magnesium. Die enthaltenen Mineralstoffe der Brennessel haben eine ausschwemmende und entschlackende Wirkung und helfen Ödeme und Wassereinlagerungen abzubauen. Das in der Brennessel enthaltene Eisen hilft neues Blut zu bilden, was besonders nach einer Geburt mit starkem Blutverlust hilft, dem Körper neue Kraft zu geben.

Eisenkraut
Ebenfalls zu empfehlen ist während der Schwangerschaft das Eisenkraut. Es löst Krämpfe und sorgt dafür, dass wieder neues Blut gebildet wird. Außerdem hilft Eisenkraut gegen das prämenstruelle Syndrom (PMS) und wird ebenfalls während der Stillzeit empfohlen.

Färberginster
Frauen, die während der Schwangerschaft unter einer Blasenentzündung leiden sollten Färberginster trinken, da er die Harntätigkeit anregt und Krankheitserreger ausspült werden. Ebenfalls sorgt dieser Effekt auch bei Nierensteinen oder Blasengrieß.

Frauenmantel
Ein besonders wirksames Kraut ist der Frauenmantel. Er hilft während der ersten Zyklushälfte den Eisprung zu fördern, in der zweiten Zyklushälfte fördert der Frauenmantel die Produktion der sogenannten Gelbkörper, was für die Einnistung des befruchtetem Eis hilft. Auch stärkt es die Gebärmutter, hilft bei Stimmungsschwankungen und soll ebenfalls einer Neigung zu Fehlgeburten entgegenwirken.

Kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse hat eine antiseptische Wirkung und wird gerne bei einer Pilzinfektion an der Scheide verwendet. Ebenso ist der Knoblauch dafür bekannt, dass er Bakterien und Pilze abtötet und vor allem bei Scheidenentzündungen hilft.

Wiesenknopf (Pimpernelle)
Der Wiesenknopf, auch Pimpernelle genannt, wird vor allem bei Gebärmutterblutungen verwendet wie z. B. bei Beschwerden durch Zysten oder bei der Menstruation. Eine weitere Wirkung des Wiesenknopf ist die stimmungsaufhellende Wirkung,

Heilkräuter und Heilpflanzen im Überblick

  • Ackerhellerkraut
  • Beifuß
  • Brennessel
  • Eisenkraut
  • Färberginster
  • Frauenmantel
  • Kapuzinerkresse
  • Wiesenknopf (Pimpernelle)

Ätherische Öle

Bereits die Ägypter schätzten die duftenden Aromastoffe von Pflanzenölen und nutzten Sie als Heilmittel. Auch heute werden ätherische Öle in der Arzneikunde aber vor allem in der Aromatherapie eingesetzt. Die Duftstoffe wirken positiv auf Körper, Seele und Geist und lösen nervliche, hormonelle und psychische Reaktionen aus.

Der Eukalyptus wirkt antiseptisch, befreit die Atemwege und fördert die Konzentration, während der Fenchel die Nerven beruhigt und wohltuend für den Magen ist. Die Fichtennadel wirkt beruhigend bei Stress und Nervosität, der Ingwer hilft bei Muskelverspannungen und Bauchschmerzen. Das ätherische Öl aus der Bergamotte hat einen fruchtig süßen Duft, wirkt beruhigend und hellt die Stimmung auf.

Homöopathie und Globuli

Nach einer Fehlgeburt ist es für jede Frau wichtig, ihr emotionales Gleichgewicht zu erhalten und körperliche Beschwerden zu lindern. Mit Hilfe homöopathischer Mittel können psychische Angespanntheit wie auch körperliches Unwohlsein deutlich gemildert werden. Homöopathische Arzneimittel werden oft in Form von Kügelchen, die sogenannten Globuli eingenommen, die nicht heruntergeschluckt werden, sondern auf der Zunge zergehen, so dass sich ihre Wirkung im Mund entfalten kann.

Aconitum

Die homöopathische Arznei Aconitum C 30 hilft nach einer Fehlgeburt, zur Ruhe zu kommen. Es wird oft nach einem Schock oder bei Angstzuständen aber auch als Schmerzmittel angewandt.

Opium C 30

Opium wirkt vor allem auf das Gemüt, die Wahrnehmung, den Geist und die Stimmung. Mit der Einnahme von Opium C 30 können emotionale Erinnerungen an schreckliche Ereignisse gemildert werden, so dass Patientinnen nach einer Fehlgeburt besser zur Ruhe kommen kann.

Arnica C 30

Häufig wird Arnica bei Schwangeren eingesetzt, um bei der Geburt die Wehenschmerzen zu lindern, den Geburtsschmerz zu verringern und die Nachgeburt zu erleichtern. Nach der Ausstoßung hilft Arnica C 30 beim Verheilen offener Gefäße. Auch helfen sie bei einer Grippe mit Gliederschmerzen sowie vor und nach Operationen sowie bei Zerschlagenheitsgefühlen.

Cuprum C 30

Treten während der Fehlgeburt starke Schmerzen auf, so kann das homöopathische Heilmittel Cuprum C 30 die Krämpfe lindern. Zudem hilft es bei einem Sauerstoffmangel während der Geburt als auch bei Waden- und Zehenkrämpfen.

China D 6

Frauen sind nach einer Fehlgeburt durch den hohen Blut- und Wasserverlust oft sehr stark geschwächt und zeigen extreme Erschöpfungszustände. In dieser Situation wird oft die Einnahme von China D 6 empfohlen, so dass die Patientin schnell wieder zu Kräften kommen kann.

Homöopathische Mittel im Überblick:

  • Aconitum C 30
  • Opium C 30
  • Arnica C 30
  • Cuprum C 30
  • China D 6

Schüssler-Salze

Durch die Einnahme von Schüsseler Salzen kann nach einer Fehlgeburt der Mineralhaushalt schnell wieder optimiert werden. Schüsseler Salze werden in Tablettenform eingenommen und haben eine heilende sowie helfende Wirkung auf verschiedene körperliche Bereiche. Schüsseler Salze erhält man in 12 verschiedenen Variationen.

Nach einem Abort hilft z. B: das Salz Nr. 1 Calcium fluoratum D 12 gegen Venenschwäche, bei schwachem Bindegewebe und festigt die Knochen.

Das Schüsseler Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum D 12 kräftigt das Immunsystem und bringt Linderung bei einer Blasenentzündung. Das Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum D 6 ist besonders für das Nervensystem und die Psyche hilfreich und wirkt äußerst positiv bei Schlaf- und Konzentrationsproblemen. Salz Nr. 6 Kalium sulfuricum D 6 stärkt in besonderem Maße die Leber, entschlackt und entgiftet den Körper und macht die Schleimhäute gegen Virenangriffe widerstandsfähig.

Das Schüsseler Salz Nr. 9 Natrium phosphicum D 6 hilft bei Wasseransammlungen im Körper und bringt den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht. Für den Abtransport von Giftstoffen aus den Zellen ist das Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum D 6 zuständig. Das Salz Nr. 11 Silicea D 12 stärkt ebenfalls das Bindegewebe und beschleunigt den Heilungsprozess bei Verletzungen.

Die Schüsseler Salze im Überblick

  • Schüssler Salz Nr. 1 – Calcium fluoratum D 12
  • Schüssler Salz Nr. 3 – Ferrum phosphoricum D 12
  • Schüssler Salz Nr. 5 – Kalium phosphoricum D 6
  • Schüssler Salz Nr. 6 – Kalium sulfuricum D 6
  • Schüssler Salz . 9 – Natrium phosphicum D 6
  • Schüssler Salz Nr. 10 – Natrium sulfuricum D 6
  • Schüssler Salz Nr. 11 – Silicea D 12

Diät und Ernährung

Nach einer Fehlgeburt ist es für jede Frau vor allem wichtig, wieder zu Kräften zu kommen. Sie sollte nun besonders auf eine vitamin- und ballaststoffreiche Nahrung achten sowie aussreichend Wasser zu sich nehmen. Nach dem Abort ist der Körper sehr geschwächt und hat durch den Blutverlust viel Eisen verloren.

Deshalb sollte nun jeden Tag Lebensmittel mit einem besonders hohen Eisengehalt verzehrt werden. Besonders reich an Eisen sind die Nahrungsmittel Fleisch, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte sowie Nüsse. Für die Regeneration des Gewebes sind nun außerdem essentielle Fettsäuren wichtig, die in pflanzlichen Ölen, Fisch und Nüssen zu finden sind.

Z. B. sollte täglich ein Esslöffel kaltgepresstes Rapsöl (nicht gekocht) mit der Nahrung aufgenommen werden sowie Fisch mindestens einmal wöchentlich. Durch den hohen Calciumverlust muss auch der Calciumspeicher wieder aufgefüllt werden. Calcium befindet sich in Käse, Milch, Joghurt, Quark sowie in Broccoli und Grünkohl. Hier ist ratsam, sowohl morgens als auch abends eine Milchmahlzeit zu sich zu nehmen.


Fragen und Antworten

Ist das Risiko einer Fehlgeburt nach einem vorangegangenen spontanen Abort erhöht?

Das Risiko erhöht sich leider mit zunehmender Anzahl an vorausgegangenen Fehlgeburten. Je mehr Fehlgeburten eine Frau hatte, umso höher ist der prozentuale Anteil für eine weitere Fehlgeburt.

Darf man nach einer Fehlgeburt sofort wieder schwanger werden?

Soweit sich eine Frau psychisch und körperlich dazu in der Lage fühlt spricht nichts dagegen sofort nach einem Abort schwanger zu werden. Mit dem ersten Eisprung ist es nach einer Fehlgeburt möglich erneut schwanger zu werden. Für viele Frauen ist es jedoch sinnvoll, zwei bis 4 Monate zu warten. Auf der einen Seite kann sich die Gebärmutter besser erholen und auf der anderen Seite kann es psychisch helfen, etwas Zeit verstreichen zu lassen.

Sollten sich Schwangere gegen die Grippe impfen lassen?

Ja es wird Schwangeren unbedingt empfohlen, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Bei einer Infektion mit der echten Grippe kann es bei schweren Verläufen zu einer Lungenentzündung kommen und bei Ungeborenen zu Wachstumsverzögerungen sowie zu Fehl- bzw. Frühgeburten führen.

Wo gibt es psychologische Unterstützung nach einer Fehlgeburt?

Betroffene können nach einer Fehlgeburt einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen, der ihnen bei der Verarbeitung des Erlebten helfen kann. Ebenfalls ist es möglich in Selbsthilfegruppen Hilfe zu finden, bei denen Betroffene sich gegenseitig unterstützen in dem sie ihre Erfahrungen austauschen. Vielen Menschen helfen diese Gespräche und die Gewissheit, mit ihrem Schicksal nicht alleine zu sein sehr.

Wie kann ein frühzeitiger Blasensprung während der Schwangerschaft vermieden werden?

Durch eine gesunde Ernährung, der völlige Verzicht auf alkoholische Getränke und Tabak sowie eine ausreichende Bewegung während der Schwangerschaft sorgt jede werdende Mutter in bester Weise für ihr Kind und kann das Risiko eines frühzeitigen Blasensprungs mit dieser Lebensweise minimieren, jedoch auch nicht völlig ausschließen.

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