Ohrenkerzen

Ohrenkerzen zur Entspannung und Entfernung von Ohrenschmalz

Ursprung & Entwicklung:
Ohrkerzen Ohrenkerzen behandlungOhrkerzen werden bei Naturvölkern schon sehr lange eingesetzt.

Vor allem im asiatischen Raum, sowie bei den Ureinwohnern in Mittel- und Nordamerika sind sie teilweise schon seit über 900 Jahren im Einsatz. Sie stellten Ohrenkerzen aus Naturmaterialien her, wie zum Beispiel Bienenwachs.

In Europa sind Ohrkerzen erst seit ca. 30 Jahre bekannt. Sie werden im naturheilkundlichen Bereich eingesetzt.

Durchführung & Wirkungsweise:
Ohrenkerzen selbst bestehen aus einem Röhrchen, welches mit Flachs oder mit in Bienenwachs getränkter Baumwollstoff gefüllt ist. Ätherische Öle oder Kräuter werden häufig mit in das Röhrchen gegeben. Wichtig ist, dass ein Tropfschutz im Ohr vorhanden ist. So kommt es zu keinen Beschädigungen durch das Wachs im Ohr.

Ohrenkerzen Ohrkerzen behandlungFür die Durchführung wird eine zweite Person benötigt. Der Patient legt sich auf eine Seite. Sein Kopf befindet sich bequem auf einem Kissen. Ein Badehandtuch kann ebenfalls verwendet werden. Nun wird die Ohrkerze von der zweiten Person auf den Ohrkanal „gestellt“. Die Ohrkerze sollte senkrecht nach oben stehen. Ein Drehen der Kerze ist nicht nötig. Bei einem Widerstand sollte die Ohrkerze nicht weiter eingeführt werden. Gewalt sollte niemals bei der Positionierung der Ohrkerze zum Einsatz kommen, denn sonst kann das Ohr des Patienten verletzt werden.

Ist die Ohrkerze richtig positioniert, wird sie angezündet. Die Ohrkerze brennt im Ohr ab, ohne dass der Patient dabei seine Position verändert. Der Vorgang dauert in etwa 15 bis 20 Minuten. Während des Abbrennens der Kerze ist es wichtig, dass der Patient ruhig liegen bleibt und die zweite Person aufpasst, dass es durch die Asche nicht zu Verbrennungen auf dem Gesicht des Patienten kommt. Die Behandlung ist abgeschlossen, wenn die heruntergebrannte Kerze die rote Markierung auf der Ohrkerze erreicht hat.

Sollte es bereits zuvor unangenehm warm für den Patienten werden, kann die Behandlung auch schon früher abgebrochen werden. Die Ohrkerzenreste werden aus dem Ohr genommen und mit etwas Wasser gelöscht. Nach der Behandlung sollte der Patient 20 Minuten ausruhen. Zu einer vollständigen Behandlung wird der Vorgang nach der vorgegebenen Ruhepause am zweiten Ohr wiederholt. Die Wirkung der Ohrkerze beruht auf dem Kamineffekt, also einem sich abwechselnden Unter- und Normaldruck.

Hilft gegen:

Wenn die Ohrenkerze im Ohr brennt, entsteht ein Kamineffekt. Dabei zieht die Flamme aus dem Ohr heraus Luft an, die es zum Verbrennen benötigt. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der zur Ohreinigung beiträgt. Das Ohrschmalz wird im Ohr gelöst und raustransportiert.

Gleichzeitig entstehen durch die brennende Flamme leichte Vibrationen. Diese Vibrationen wirken wie eine angenehme Massage auf das Trommelfell. Der Patient kann entspannen. Ohrkerzen haben also eine lösende Funktion und sind deshalb auch zum Stressabbau geeignet. Die Wärme der Ohrkerze kann außerdem positive Auswirkungen auf Schmerzen im Ohrbereich haben. Dies wird noch durch entsprechende Kräuter oder ätherische Öle unterstützt.

Fördert & stärkt:

  • Wohlbefinden
  • Entspannung

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Verbrennung
  • Trommelfellverletzung

Wenn die Ohrkerze brennt, kann es durch die entstehende Asche zu Verbrennungen kommen. Weitere Gefahren sind, wenn die Ohrkerze „umkippt“ oder Wachs in das Ohrinnere tropft. In beiden Fällen kommt es ebenfalls zu schmerzhaften Verbrennungen.

Wird die Ohrkerze mit Gewalt eingeführt, kann es zu Verletzungen im Inneren des Ohres kommen. Besonders gefährdet ist dabei das Trommelfell. Trommelfellverletzungen führen zu einer Verschlechterung des Hörvermögens.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • perforiertes Trommelfell
  • akute Ohrentzündung
  • Atembeschwerden
  • Fieber

Bei einem perforierten Trommelfell sollte in jedem Fall zuerst Rücksprache mit einem Ohrenarzt gehalten werden, denn ein perforiertes Trommelfell ist besonders empfindlich und kann leicht verletzt werden. Auch bei akuten Ohrentzündungen ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Bei Fieber sollte ebenfalls auf eine Ohrkerze verzichtet werden.

Sind bereits Atembeschwerden vorhanden, können diese durch Ohrenkerzen verstärkt werden. Treten während der Ohrkerzenbehandlung sehr starke Atembeschwerden auf, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden. Bei Hautrötungen gilt das Gleiche. Bei Hautrötungen im Bereich der Ohrkerze ist ebenfalls ein Abbruch der Behandlung zu empfehlen.

Wer behandelt?

Heilpraktiker bieten eine Behandlung mit einer Ohrkerze an. Auch Massagesalons führen diese Behandlung durch. Ohrkerzen gibt es außerdem im Internet zu kaufen. Der Patient kann die Behandlung auch selbst daheim durchführen. Dabei ist es aber unerlässlich, dass eine zweite Person anwesend ist und Hilfestellungen bei der Positionierung der Kerze sowie den Patienten vor Verbrennungen schützt. Führt der Patient die Behandlung selbst durch, sollte sich der Patient genau an die Gebrauchsanleitung halten.

Unser Fazit zu Ohrkerzen:
Es ist nicht nachgewiesen, dass Ohrkerzen zu einer Entspannung führen, oder dabei helfen, das Ohr vom Ohrenschmalz zu reinigen. Da die Verbrennungsgefahr bei einer Anwendung von Laien nicht zu unterschätzen ist, sollte die Behandlung nur von geschulten Personen durchgeführt werden. Entstehen bei der Anwendung von Ohrkerzen Komplikationen im Innenohr, ist unverzüglich ein Ohrenarzt aufzusuchen.

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