Heilpraktiker

heilpraktiker akkupunktur globuliWer die Heilkunde ohne abgeschlossenes medizinisches oder psychologisches Studium ausübt, darf sich Heilpraktiker nennen, wenn die staatliche Genehmigung dafür erteilt wurde.

Um diesen Beruf zu schützen und klar zu definieren, gibt es das Heilpraktikergesetz, welches unter anderem die Voraussetzungen zur Ausübung des Berufes regelt.

Hier in unserem Ratgeber wird nun der Heilpraktiker vorgestellt..

Was ist ein Heilpraktiker?

Heilpraktiker betrachten Krankheiten ganzheitlich und verstehen diese als Störungen des seelischen und körperlichen Gleichgewichts im Menschen. Heilpraktiker analysieren und therapieren hauptsächlich mit Methoden der Naturheilkunde und wenden alternative Medizin an.

Um als Heilpraktiker tätig sein zu dürfen, bedarf es einer staatlich anerkannten Prüfung beim jeweiligen Gesundheitsamt, die es erfolgreich zu bestehen gilt. Hierbei gibt es einen schriftlichen sowie einen mündlichen Teil zu absolvieren.

Der schriftliche Teil besteht aus einer zweistündigen Überprüfung des Wissens durch sechzig Multiple-Choice-Fragen. Ist der schriftliche Teil bestanden, erfolgt ein bis drei Monate später, eine mündliche Prüfung. Dieser Teil kann eine halbe bis ganze Stunde in Anspruch nehmen. Inhaltlich werden medizinische, gesetzliche und naturkundliche Kenntnisse überprüft als auch Kenntnisse bezüglich der Hygiene in der Praxis.

Folgende Voraussetzungen sind nötig um die Heilpraktikerprüfung absolvieren zu dürfen:

  • Mindestalter von 25 Jahren
  • Hauptschulabschluss oder gleichwertige Schulbildung
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Ein Gesundheitszeugnis, dass die geistige und körperliche Gesundheit bestätigt.
  • ggf. Lebenslauf

Für die Prüfung durch das jeweilige Gesundheitsamt ist eine Gebühr zu entrichten. Wird die Prüfung bzw. ein Teil der Prüfung nicht bestanden, kann die gesamte Prüfung wiederholt werden. Es gibt keine Grenze, wie oft die Prüfung gemacht werden kann, lediglich die Gebühr ist erneut zu zahlen.

alternative medizin, heilpraktikerUm sich auf die Prüfung vorbereiten zu können, bieten verschiedene Schulen eine Ausbildung zum Heilpraktiker an. Pflicht ist diese jedoch nicht. Es ist nicht relevant, ob eine abgeschlossene Ausbildung im medizinischen Bereich o.ä. besteht. Die Prüfung kann jeder, der als Heilpraktiker tätig sein möchte absolvieren.

Es gibt außer dem Beruf Heilpraktiker auch „Heilpraktiker für Psychotherapie“ und „Heilpraktiker für Physiotherapie“. Hier ist zu unterscheiden, dass sich diese auf die Fachrichtung Psychotherapie oder Physiotherapie beschränkt und die Heilkunde nicht im Umfang eines staatlich anerkannten Heilpraktikers ausgeübt werden darf.

Behandlungen & Therapie

Heilpraktiker dürfen Diagnosen stellen und wenden symptomatische und ursächliche Therapien an um den Mensch ganzheitlich behandeln zu können. Heilpraktiker können sich auf einige Therapiemethoden spezialisieren und somit kann es unterschiedliche Therapieangebote bei verschiedenen Heilpraktikern geben.

Unter anderem werden folgende Therapieverfahren von Heilpraktikern genutzt:

Heilpraktiker dürfen nur beschränkt handeln. So ist die Geburtshilfe, der Verkauf von Arzneimitteln, die Vergabe von Betäubungsmitteln, das Ausstellen von amtlichen Attesten sowie Röntgen und Zahnheilkunde, Heilpraktikern nicht gestattet.

Heilpraktiker werden oft bei allergischen Beschwerden, wiederkehrenden oder anhaltenden Schmerzen, Schlafstörungen, Rückenproblemen, Magen-Darm-Beschwerden und zur Stärkung bei geschwächtem Immunsystem zu Rate gezogen. Aber auch bei anderen Erkrankungen kann ein Heilpraktiker helfen. Die Behandlung bei einem Heilpraktiker hat einen ganzheitlichen Ansatz und es wird sich bewusst ausreichend Zeit dafür genommen.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Heilpraktikern sind alle gängigen Geräte und Methoden zur Diagnostik zugänglich, die auch allgemein in der Medizin genutzt werden. Meistens verwenden Heilpraktiker jedoch die alternative Diagnostik. So gibt es die unterschiedlichsten Diagnoseverfahren wie beispielsweise die Irisdiagnostik, die Reflexdiagnostik oder die Bioenergetische Diagnostik.

Bei der Irisdiagnostik wird die Regenbogenhaut des Auges betrachtet um zu sehen, ob an bestimmten Stellen Hinweise auf Risse, Vertiefungen oder Unreinheiten bestehen. Dadurch können Erkrankungen weiterer Organe über die Regenbogenhaut gelesen werden.

Bei der Reflexdiagnostik wird durch Stimulation an Ohren und Füßen der Energiefluss gemessen um eventuelle Einschränkungen des Flusses zu erkennen.

Die Bioenergetische Diagostik befasst sich mit der Aura des/der Patienten/Patentin um zu erfassen, ob ein Ungleichgewicht besteht. Außer diesen speziellen Diagnoseverfahren, nutzt ein Heilpraktiker die Erkenntnisse der Labormedizin und untersucht das Blut oder den Urin der Patienten.

Worauf sollte der Patient achten?

In Deutschland gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Heilpraktikern. Je größer die Auswahl, desto schwieriger die Entscheidung. Hierbei ist darauf zu achten, dass die angebotenen Methoden des Heilpraktikers mit den Bedürfnissen des Patienten/der Patientin zusammenpassen. Zudem sollte ein persönliches Vorgespräch möglich sein um sich kennen zulernen. Eine vertrauensvolle, sympathische Ebene ist für eine gute Behandlung ebenso relevant wie die Berufserfahrung und Ausbildung des Heilpraktikers.

Die Leistungen eines Heilpraktikers werden von privaten Krankenkassen oder Zusatzversicherungen übernommen. In manchen Fällen wird ein Teil der Kosten auch durch gesetzliche Versicherungen übernommen. Diesbezüglich kann durch den Heilpraktiker ebenfalls eine Beratung im Erstgespräch erfolgen.

Auch, wenn für Heilpraktiker die Schweigepflicht rein juristisch nicht gültig ist, wurde in die Berufsordnung für Heilpraktiker eine Verschwiegenheitspflicht aufgenommen. Diese tritt mit einem abgeschlossenen Behandlungsvertrag zwischen Heilpraktiker und Patient/in ein. Verstöße können somit durch den Verband der Heilpraktiker angemahnt werden. Zu diesem Thema kann ein Heilpraktiker ebenfalls informieren.


Berufsbild des Heilpraktikers

Heilpraktiker

Ist man an Naturheilkunde interessiert, bereits in therapeutischen Verfahren ausgebildet, möchte im Gesundheitswesen neue Perspektiven anstreben, dann ist die Ausbildung zu diesem interessanten Beruf genau das Richtige! Man besitzt die staatliche Genehmigung zur Ausübung der Heilkunde und muss beim zuständigen Gesundheitsamt registriert sein.Außerdem muss man mindestens 25 Jahre sein, geistig und körperlich geeignet, nachweisbar durch ein ärztliches Attest.

Auch ein polizeiliches Führungszeugnis, ein einwandfreier Leumund ist eine wichtige Voraussetzung.Es ist ein ganzheitlicher Beruf und im Mittelpunkt steht der Mensch. In der Medizin gibt es starke Spezialisierungen, der Arzt konzentriert sich auf seinen Bereich. Der Heilpraktiker verschafft sich einen Überblick über den ganzen Patienten und trägt eine ähnliche Verantwortung wie der Arzt! Er empfiehlt eine Behandlungsmethode, die die Schulmedizin ergänzt, darauf kann nicht verzichtet werden, denn Arzt und Heilpraktiker müssen miteinander kooperieren!Der Heilpraktiker benötigt kein Studium, jedoch sehr fundierte Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Krankheitsbilder.

Ausbildung

Schulische Voraussetzung ist mindestens der Hauptschulabschluss. Eine amtliche Erlaubnis zur Ausübung der Naturheilkunde erhält man vom örtlichen Gesundheitsamt.

Auch ein Präsenzstudium an einer Tagesschule ist möglich sowie ein Fernstudium von zu Hause aus. Dies ist möglich zur Vorbereitung auf die Heilpraktikerprüfung für Naturheilkunde an der Deutschen Heilpraktikerschule.Heilpraktikerschulen sind Ausbildungsstätten für Praktiker der naturheilkundlichen Medizin und der Psychotherapie.Außerdem kann der zukünftige Heilpraktiker in ein bis drei Jahren in einem Teilzeitstudium an einer Abend- oder Wochenendschule alle Kenntnisse erlangen.Sie können ihre Ausbildung zusätzlich mit staatlich zugelassenen Fachrichtungen kombinieren. Dazu zählen Akupunktur, Ernährungsmedizin, Heilpflanzenkunde, klassische Homöopathie und Psychotherapie.

Bei der Amtsarztprüfung müssen Infektionskrankheiten unbedingt beherrscht werden, nicht nur auswendig lernen, sondern verstehen, wie und was im menschlichen Organismus abläuft! Für die Amtsarztprüfung sind weitere Themen wichtig. Dazu gehören Gesetzeskunde, Mikrobiologie, Allgemeine Pathologie, Blut, Herz-Kreislauf, Verdauungssystem, Atmung-Niere-Blase, Nervensystem, Bewegungsapparat.

Osteopathie

Bei der Osteopathie erkennt der Praktiker tatsächliche Bewegungs- und Funktionsstörungen des menschlichen Körpers.Dazu zählen: Funktionsstörungen der Wirbelsäule und der Extremitäten, Migräne, Schwindel, Kopfschmerzen, erhöhter Augendruck, Verdauungsstörungen.Mit den Händen hilft der Heilpraktiker in seiner Naturheilpraxis Funktionsstörungen zu beheben, Beschwerden zu lindern.

Homöopathie

Homöopathie ist die Lehre vom Gesundwerden und Gesundbleiben und basiert auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Das Ziel der Homöopathie ist die Anregung der selbstregulatorischen Heilkräfte und Arzneimittel werden in bestimmter Weise aufbereitet. Kranke werden mit Mitteln behandelt, die bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen würden. Homöopathie kann akute Erkrankungen verhindern, chronische Schmerzen lindern, Infektionen und seelische Verletzungen schneller heilen und unterstützt notwendige schulmedizinische Therapien. DachverbandIm Dachverband Geistiges Heilen e.V.(DGH) haben sich Heiler, Heilverbände, Ärzte und Heilpraktiker zusammengeschlossen. Ziel ist es, Heilung zu fördern, Selbstheilungskräfte anzuregen, Menschen zu ermutigen, zu unterstützen, auch geistig-spirituelle Heilbehandlungen werden durchgeführt.


Fragen & Antworten zum Heilpraktiker

Die folgenden Fragen werden erfahrungsgemäß vor jeder Suche nach einem Heilpraktiker und einer Heilbehandlung gestellt.

Informationen zu Behandlungen durch Heilpraktiker:

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