BRCA-2

Auch bekannt als:

BRCA, Brustkrebsrisikogen
Bezeichnung: Breast Cancer Gene (Brustkrebsgen) 1 und 2
Ähnliche Tests:


Auf einen Blick

Warum wird BRCA untersucht?

Zur Abschätzung des Risikos, einen Brust- oder Ovarialkrebs zu entwickeln. Nur etwa zehn Prozent aller Brustkrebs– und 15 Prozent aller Ovarialkarzinome (EierstockkrebsErkrankungen) sind erblich. Diese autosomal dominant erblichen Formen der Mamma- und Ovarialkarziome sind auf Mutationen in den BRCA1- und BRCA2-Genen zurückzuführen.

Bei welchen Erkrankungen sollte BRCA untersucht werden?
Bei einer Familienanamnese, die mit Brust- oder Ovarialkrebs belastet ist.

Aus welchem Probenmaterial wird BRCA durchgeführt?
Aus einer EDTA-Blutprobe aus einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

brca-1 und brca-2 sind zwei Gene, die mit erblichem Brust- und Ovarialkrebs in Verbindung gebracht werden. Man schätzt, dass 10-15 % aller Fälle von Brustkrebs und etwa 15 % alle Ovarialkarzinome erblich bedingt sind. Nur BRCA2-Mutationen wurden mit einem Risiko eines männlichen Brustkrebses in Verbindung gebracht.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Der Test auf BRCA-Mutationen wird aus einer EDTA-Blutprobe (Armvene) durchgeführt. Der Test erfordert keine Biopsie-Entnahme aus Brust oder Ovarien.

Allgemeine Erklärung der Beziehung zwischen BRCA-Mutation und Krebs
Frauen, die die typischen Mutationen im Bereich von BRCA1 oder BRCA2 tragen haben ein bis zu 80-prozentiges Risiko für Brust- und ein 20- bis 40-prozentiges Risiko für Eierstockkrebs. Die Genprodukte von BRCA1 und BRCA2 sind in DNS-Replikation und fehlerfreie Reparatur von Brüchen Doppelstrang-DNS im Komplex mit anderen Reparatur¬proteinen eingebunden. Das BRCA1-Gen liegt auf dem Chromosom 17, das BRCA 2-Gen auf Chromosom 13.  Beide greifen in die Regulation des Zellzyklus ein und schützen vor unkontrolliertem Zellwachstum. Es gibt mehrere hundert verschiedene Mutationen auf beiden BRCA-Genen. Die am häufigsten vererbten BRCA-Mutationen resultieren in verkürzten BRCA-Proteinen. Die mutierten Proteine sind nicht oder nur eingeschränkt zur Komplexbildung mit anderen Proteinen fähig. Die Folge ist, daß die Reparatur von  DNS-Doppelstrangbrüchen, wie sie spontan und besonders durch Röntgenstrahlung hervorgerufen werden kann, beeinträchtigt sein kann. Unkontrollierte Replikation und gestörte Reparatur der Doppelstrangbrüche als Folge der BRCA-Mutationen fördern die Entstehung von Krebs.
Für die Entstehung von Brustkrebs sind zwei Mutationen notwendig. Die erste Genveränderung tritt in den BRCA1- oder BRCA2-Genen der Keimzellen auf und wird daher an die Nachkommen weitergegeben (Keimbahnmutation), die das mutierte Gen in allen Körperzellen haben oder nicht haben können (Chance 50 %). Die Keimbahnmutation allein führt nicht zu einem Tumorwachstum, da in jeder Zelle noch ein normales BRCA1- oder BRCA2-Gen des anderen Elternteils vorhanden ist. Erst wenn in einer Körperzelle auch dieses Gen mutiert ist, entsteht ein Tumor. Nicht jede Frau, die ein verändertes BRCA1- oder BRCA2-Gen geerbt hat, erkrankt an Brustkrebs. Doch die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Mutation ist relativ groß.
Weitere Informationen: https://www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/fam_brustzentren.pdf


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Der Test gibt Auskunft darüber, ob bei dem/der Ratsuchenden Mutationen der zwei Gene vorliegen, die mit der Entwicklung von Brust- und Ovarialkrebs in Verbindung gebracht werden. Die dna für die Suche nach Mutationen in den BRCA-Genen wird dabei aus weißen Blutzellen gewonnen.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Häufig wünschen Ratsuchende mit belasteter Familienanamnese bezüglich Brust- und Ovarialkrebs diese Untersuchung. Die Testergebnisse können bei der Entscheidung helfen, ob weitere Schritte, die der Entwicklung von Brust- oder Ovarialkrebs entgegenwirken können, unternommen werden sollen. Da die Effektivität dieser Vorsorgemassnahmen bisher nicht genau bekannt ist, sollten sich Patienten, die diesen Test wünschen, unbedingt ärztlich beraten lassen. Eine generelle Testung aller Frauen wird nicht empfohlen, wohl aber eine Testung bei Frauen, bei denen das Risiko einer Mutation in einem für Brustkrebs verantwortlichen Gen größer als 10 % ist. Für die Berechnung des Risikos gibt es verschieden Verfahren. Hier zwei Beispiele (https://www.cancer.gov/bcrisktool/) (https://www.aafp.org/20061115/putting.html). Beachten Sie vor der Entscheidung für einen Test die Rubrik “Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?“
Was bedeutet das Testergebnis?
Da es mehr als 450 BRCA1 und mehr als 350 BRCA2 Mutationen, sowie Deletionen und Duplikationen von BRCA gibt, muß das Ergebnis im Zusammenhang mit der Familienanamnese interpretiert werden. Die genetische Beratung sollte die Bedeutung der Testergebnisse erläutern und den Ratsuchenden sowie dessen Angehörige zu einer Risikoverringerung beraten. Die Beratung sollte doppelt angeboten werden, vor und nach der Untersuchung.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Die Untersuchung auf Mutationen im BRCA-Gen ist kostspielig. Einige Versicherungsen werden nicht für die Kosten aufkommen. Andere zahlen zwar für die Untersuchung, nutzen das Testergebnis aber für eine Anpassung der Versicherungspolice: eine Erhöhung der Beiträge oder die Ablehnung einer Deckung. Vor der Durchführung der Untersuchung sollte man sich unbedingt über die Kosten und die Versicherungfolgen erkundigen.

Zusätzlich kann das Testergebnis auch andere Familienmitglieder betreffen. Wenn bei einem Familienmitglied ein positives Ergebnis auf BRCA-Mutationen vorliegt, treten häufig Fragen auf, ob die Informationen mit den Angehörigen geteilt werden sollten oder nicht. Über die Rechte der Familienmitglieder zur Entscheidung für oder gegen einen Test kann der genetische Berater Auskunft geben.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

EDTA-Blut zur Isolation der Nukleinsäuren, keine besonderen Anforderungen.

Referenzbereich
Normalerweise liegt keine BRCA Mutation vor.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Teilen Sie das Ergebnis Ihrer BRCA-Testung nie Verwandten mit, wenn dies nicht ausdrücklich gewünscht wird, denn sie könnten eventuell ihr genetisches Risiko daraus ableiten und verunsichert werden.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für die Bestimmung der BRCA-Gene gibt es derzeit keine externe Qualitätskontrolle entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK). Externe Ringversuche werden angeboten.


Häufige Fragen

1. Welche Behandlungsoptionen bestehen bei einem positiven BRCA-Test?

Bei einem positivem BRCA-Test umfassen die Behandlungsalternativen häufigere Vorsorge-Untersuchungen (z. B. Mammographie, Bluttests auf CA 125 oder transvaginalen Ultraschall), medikamentöse Verringerung des Risikos (wie mit oraler Kontrazeption oder Tamoxifen) oder die operative Entfernung der Ovarien (Eierstoecke) oder der Brust.

2. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem positivem Testergebnis an Brust- oder Ovarialkrebs zu erkranken?
Das jeweilige Risiko hängt von der familiären Vorgeschichte ab und sollte von einem genetischen Berater bestimmt werden. Forschungen zeigen, daß von je 1000 untersuchten Frauen mit einem positiven Testergebnis 330 bis 423 im Alter von 50 Jahren Brustkrebs und 70 bis 90 Frauen Ovarialkrebs entwickeln. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter.

3. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem negativen Testergebnis an Brust- oder Ovarialkrebs zu erkranken?
Die bereits unter 2. erwähnte Studie zeigt, dass von je 1000 untersuchten Frauen mit negativem Testergebnis 12 bis 45 im Alter von 50 Jahren Brustkrebs und 3 bis 4 Frauen Ovarialkrebs entwickeln. Das Risiko steigt mit dem Alter.

4. Wo kann man diesen Test durchführen lassen?
Der Test kann von jedem Arzt in ein dafür spezialisiertes Labor gesendet werden. Wir empfehlen dringend eine Beratung vor dem Test durch einen dafür kompetenten Arzt. Lassen Sie  die Blutprobe von diesem Arzt entnehmen und an ein Speziallabor zur Analyse senden. Dieser Arzt sollte dann auch das Ergebnis mit Ihnen besprechen.
Viele der Tests auf BRCA-Mutationen werden in Forschungszentren bearbeitet. Die Forschung soll angemessene Vorsorge- und Behandlungsstrategien für Träger dieser Mutationen entwickeln. Die Amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie und die Nationale Brustkrebsvereinigung ermutigen Frauen, die diesen Test durchführen lassen wollen, an Langzeitstudien teilzunehmen, um bei der Informationsgewinnung über die Effektivität der verschiedenen Vorsorgemaßnahmen und Behandlungsmethoden mitzuhelfen.

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