Eierstockkrebs

Was ist Eierstockkrebs?

Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom genannt, zählt zu den gefährlichsten Krebsarten bei Frauen, da er sehr oft erst im Spätstadium entdeckt wird. Lange haben Betroffene keine Beschwerden und erkennen deshalb erst spät, dass etwas nicht stimmt und sie zum Arzt gehen müssen. Außerdem gibt es momentan keine Vorsorgeuntersuchungen für gesunde Frauen, um Eierstockkrebs im Frühstadium festzustellen. Deshalb sind die Heilungschancen auch geringer als bei anderen Krebserkrankungen, die früher entdeckt werden können.

Eierstockkrebs befällt, wie der Name schon sagt, die Eierstöcke. Nach dem Gebärmutterhalskrebs tritt das Ovarialkarzinom am zweithäufigsten auf, wenn es um Erkrankungen der Geschlechtsorgane bei Frauen geht. Jährlich erkranken 7000 – 8000 Frauen daran und die Wahrscheinlichkeit, diesen bösartigen Tumor zu bekommen, liegt bei 1,5%. Vor allem ältere Frauen nach den Wechseljahren sind betroffen. Bei Frauen unter 45 Jahren tritt Eierstockkrebs selten auf.

Meist sind beide Eierstöcke befallen. Man unterscheidet zwischen vier verschiedenen Stadien der Krankheit und teilt diese nach der sogenannten FIGO-Klassifizierung ein. FIGO I steht für ein frühes Stadium, bei dem nur das Eierstockgewebe befallen ist. Bei FIGO II haben sich Metastasen im Beckenbereich gebildet, FIGO III bedeutet, es gibt bereits Metastasen im Bauchraum und/oder in den Lymphknoten und am weitesten fortgeschritten ist der Eierstockkrebs bei FIGO IV, wenn Metastasen bereits außerhalb der Bauchhöhle zu finden sind, z.B. in der Lunge.

EierstockkrebsFrauen, die längere Zeit hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille verwendet haben und Frauen, die ein- oder mehrmals schwanger waren, erkranken seltener an Eierstockkrebs. Ähnliches gilt auch für Frauen, bei denen die erste Regelblutung erst spät einsetzte und die früh in die Wechseljahre kamen.

 

Ursachen

Vor allem Frauen mit einer genetischen Vorbelastung haben ein höheres Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Trat in der Familie bei Verwandten ersten Grades, also z.B. bei der Mutter, Eierstock-, Gebärmutterhals- oder Brustkrebs auf, steigt das Risiko einer Erkrankung an. Auch Frauen, die an Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs erkrankt sind oder waren, haben ein hohes Risiko, Eierstockkrebs zu bekommen.

Je älter Frauen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einen Tumor der Eierstöcke zu bekommen. Die meisten Betroffenen sind zwischen 60 und 70 Jahren alt, wenn sie erkranken.

Ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung haben Frauen, die eine Hormonersatztherapie machen, um die Begleiterscheinungen während der Wechseljahre zu mildern. Oft werden Frauen zu Beginn der Wechseljahre von ihrem Frauenarzt Hormonpräparate verschrieben, die sie über einen längeren Zeitraum einnehmen. Diese können Eierstockkrebs begünstigen.

Kinderlose Frauen, die nie schwanger waren, haben ein höheres Erkrankungsrisiko als Frauen, die Kinder bekommen haben. Sowohl gewollte als auch ungewollte Kinderlosigkeit sind Faktoren für eine Erkrankung. Wer im Rahmen einer Hormontherapie zur Behandlung bei Kinderwunsch Medikamente nehmen muss oder musste, um den Eisprung zu stimulieren, kann leichter an Eierstockkrebs erkranken.

Ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht und Fettleibigkeit. Frauen, die vor dem 12. Lebensjahr ihre erste Regel hatten, und Frauen, deren letzte Regel nach dem 50. Lebensjahr zum letzten Mal auftrat, sind ebenfalls einem höheren Risiko einer Erkrankung ausgesetzt.

Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor und sollte vermieden werden.

Symptome

Eierstockkrebs ist besonders tückisch, weil er zu Beginn der Erkrankung keine größeren Beschwerden macht und deshalb lange nicht bemerkt wird. Außerdem treten oft Symptome auf, die auch Anzeichen für Probleme im Magen-Darmbereich sein können.

Ein Druckgefühl im unteren Bauchraum kann ebenso vorkommen wie Übelkeit und Verdauungsbeschwerden. Auch Völlegefühle, Blähungen und Appetitlosigkeit sind mögliche Symptome. Verstärkter Harndrang kann ein Anzeichen sein, wenn der Tumor auf die Harnblase drückt.

Müdigkeit und Erschöpfungsgefühle sowie ein Abfall der Leistungsfähigkeit können genauso auftreten wie Verstopfung.

Manchmal vergrößert sich der Bauchumfang, weil der Körper Bauchwasser einlagert, und der Bauch wirkt größer, obwohl die Betroffenen genauso viel wiegen wie sonst oder sogar abnehmen.

Bei vielen Patientinnen treten Blutungen zwischen der eigentlichen Regel auf. Seltener sind wieder auftretende Blutungen bei Frauen nach den Wechseljahren.

Bei Eierstockkrebs im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Fieber und Schweißausbrüchen in der Nacht kommen.

Ist das Karzinom weiter fortgeschritten und befindet sich in FIGO III, können sich in den Lymphknoten Metastasen bilden. Die Lymphknoten schwellen daraufhin stark an und lassen sich gut ertasten. Oft wird erst durch dieses Anschwellen eine Erkrankung mit Eierstockkrebs erkannt.

Im Stadium FIGO IV siedeln sich Metastasen außerhalb des Bauchraumes an und Symptome wie Bluthusten, Lungenentzündung oder Hustenanfälle können auftreten, wenn die Metastasen in die Lunge gewandert sind. Bei Befall der Leber sind Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gewichtsverlust möglich.

Da zu Beginn der Erkrankung der Tumor nur die Eierstöcke befällt und viel Platz im Unterbauch hat, um sich auszubreiten, fällt Patientinnen lange nichts auf, sie leiden nicht unter Beschwerden. Oft wird erst im Spätstadium Eierstockkrebs erkannt.

Therapie

Besteht der Verdacht auf Eierstockkrebs, wird der Gynäkologe zunächst den Bauchraum abtasten und mit Hilfe von Ultraschall die Scheide untersuchen, um eventuelle Tumore zu erkennen. Erst bei einer konkreten Diagnose wird ein CT oder MRT durchgeführt, um eine Operation und weitere Behandlungsmaßnahmen planen zu können und festzustellen, in welchem Stadium sich der Tumor befindet.

Wird bei einer Ultraschalluntersuchung nicht eindeutig festgestellt, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, entnimmt der Arzt eine Probe und lässt diese untersuchen, um dann zu entscheiden, ob und wie operiert werden muss.

Bei einer Operation wird je nach Stadium der Tumor entweder ganz herausgenommen oder nur teilweise. In manchen Fällen werden außerdem die Gebärmutter und weitere Organe wie Teile des Darms oder auch die Lymphknoten entnommen, die befallen sind. Danach erfolgt in den meisten Fällen eine Chemotherapie, um Metastasen zu zerstören und die Neubildung von Krebszellen zu bekämpfen. Ist der Krebs noch im Frühstadium, kann oft auch auf Chemotherapie verzichtet und nur eine Operation durchgeführt werden.

Wird Eierstockkrebs in den Stadien FIGO I und II erkannt, sind die Heilungschancen gut. Bei einer Erkrankung in Stadium III und IV sinken die Chancen auf Genesung, da der Krebs bereits sehr weit fortgeschritten ist. Im Endstadium IV liegt die Lebenserwartung ab Diagnose bei durchschnittlich 14 Monaten. Die Rate der Frauen, die 5 Jahre nach Auftreten der Krankheit noch leben, liegt bei 41%. Ist der Krebs nur auf die Eierstöcke begrenzt, leben viele Patientinnen auch noch 15 Jahre nach der ersten Diagnose.

Eierstockkrebs ist heimtückisch und verursacht lange keine Beschwerden. Deshalb zählt er zu den gynäkologischen Krebsarten, die die schlechtesten Heilungschancen haben.

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