Erste Hilfe bei Erfrierungen

Erste Hilfe bei Erfrierungen

Erfrierungen können im Winter leicht entstehen. Wer abgelenkt ist, vergisst oft die Kälte und spürt Symptome von Erfrierungen erst, wenn es bereits zu spät ist. In anderen Fällen, etwa beim Wintersport, ist es vielleicht nicht möglich, schnell in die rettende Wärme zu kommen.

Dennoch können Erfrierungen gefährliche Folgen haben. Wer sie nicht korrekt behandelt, riskiert langfristige Schäden an den Extremitäten. Im schlimmsten Fall besteht durch Erfrierungen sogar Lebensgefahr. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man sich im Falle von Erfrierungen richtig verhält.

Erste Hilfe bei Erfrierungen

Zunächst ist es bei Erfrierungen wichtig, dass man den Notruf betätigt. als Laie ist es schwierig zu erkennen, wie schwer die Erfrierungen tatsächlich sind. Danach können jedoch erste Maßnahmen getroffen werden.

Der Betroffene sollte zunächst an einen warmen Ort gebracht werden. Anschließend sollte die nasse Kleidung und Schmuck ausgezogen werden – Erfrierungen treten meist zunächst an Fingern und Füßen auf. Eben diese Körperteile sollten nun vorsichtig erwärmt werden. Dazu eignet sich ein Bad in warmem, nicht heißem Wasser. Die Temperatur des Wassers sollte beständig bleiben, man sollte also immer wieder neues Wasser nachfüllen und die Temperatur so langsam erhöhen. Das Bad kann beendet werden, wenn die betroffenen Stellen eine rosige Farbe annehmen. Spätestens nach 30 Minuten sollte das Bad auf jeden Fall unterbrochen werden, damit die Haut nicht zu sehr aufweicht.

Auch wenn man kein warmes Wasser zur Verfügung hat, sollte man die erfrorenen Stellen langsam erwärmen. Dazu kann man die eigene Körperwärme benutzen, etwa unter den Achseln. Sind die Erfrierungen im Gesicht, kann man sie mit warmen Händen aufwärmen. Die Haut sollte jedoch nicht massiert oder gerubbelt werden, da dies die Schädigung weiter verschlimmern kann. Auch eine Erwärmung durch Anhauchen oder in den Mund nehmen sollte vermieden werden. Durch die Feuchtigkeit entsteht Verdunstungskälte, die die Erfrierung weiter fördern kann. Bewegung und Gymnastik können helfen, die Erfrierungen zu behandeln, jedoch nur, wenn keine Unterkühlung besteht. Bei starken Erfrierungen sollte auf einen passiven Abtransport geachtet werden. Dabei wird die betroffene Person möglichst nicht bewegt oder in ihrer Position verändert. Ansonsten kann es zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen!

Das Aufwärmen der erfrorenen Extremitäten kann sehr schmerzhaft sein. Möglicherweise sind dabei Schmerzmittel nötig. Sind die betroffenen Stellen aufgewärmt, kann man sie mit einem lockeren Verband umwickeln. Außerdem können warme, gezuckerte Getränke verabreicht werden.

Da Erfrierungen häufig auch mit Unterkühlungen einhergehen, sollte man auch diese Warnzeichen sorgsam überwachen und gegebenenfalls behandeln.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Erfrierungen sollten generell vom Fachmann begutachtet werden, da medizinische Laien oft nicht genau einschätzen können, wie schwerwiegend die Erfrierungen sind. Spätestens bei einer Erfrierung zweiten Grads sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Erfrierung wird so klassifiziert, wenn sich Blasen bilden und die Haut sich blau-rötlich verfärbt. Für den Betroffenen bildet sich an der erfrorenen Stelle wieder ein Wärmegefühl, in Wirklichkeit ist die Stelle jedoch noch kalt und die Erfrierung schreitet fort. Wird jetzt nicht eingegriffen, läuft man in Gefahr, dass Gewebe abstirbt und langfristige Schädigungen möglich sind.

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