Verband

Ein Verband zur sicheren Wundheilung

Behandlung Verband

Hier legt ein Arzt seinem Patienten einen Verband an
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Offene Wunden oder Blutungen müssen sorgfältig gegen Keime und Bakterien geschützt werden.

Je nach verletzungsgrad muss der Verband mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.

Ein richtig angelegter Verband kann Infektionen verhindern und trägt gleichzeitig zur besseren Wundheilung bei.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Anwendunggebiete für ein Verband. So gibt es unter anderem Stützverbände oder aber Druckverbände.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Verband.

Was ist ein Verband?

Ein Verband dient der augenscheinlichen Wundversorgung, wobei man hier je nach Verletzungsgrad sorgfältig unterscheiden sollte. In der äußerlichen Anwendung wird der Verband unmittelbar über die Wunde gelegt und anschließend straff umwickelt. Dabei soll der Verband die Wunde schützen.

Bei der Materialbeschaffenheit des Verbandstoffs achten die Hersteller auf keimfreie Materialien, damit eine bessere Wundheilung ohne weitere Infektionen gewährleistet werden kann.

In der Regel erfolgt die Anwendung über noch offene Wunden oder gar in Verbindung mit einer Operation. Bakterien und Keime können so gezielt von der Wunde ferngehalten werden. Es entsteht eine Wundheilung in einem abgeschirmten Bereich, wodurch eine deutlich schnellere Genesungsphase erreicht werden kann.

In Anlehnung an die vorhandene Verletzungsart können unterschiedliche Verbandsmethoden zum Einsatz kommen. Mit einem Druckverband kann man z.B. eine Blutung schneller Stillen. Stützverbände hingegen dienen zur Stabilisierung und Ruhigstellung von Körperteilen und werden unmittelbar mit einer zusätzlichen Schiene angebracht. Diese Form der Verbandart soll dauerhaft sein und kann bei einer stärkeren Verletzung über mehrere Monate zur Anwendung kommen. Vorteilhaft ist in diesem Fall ein wasserdichter Verband, damit man bei der Körperhygiene keine Abstriche machen muss.

Ursprung und Entwicklung:

Wann der Verband als Wundheilungsmittel erfunden wurde, lässt sich leider nicht genau zurück datieren. Trotzdem geht man davon aus, dass selbst zu Urzeiten schon Verbände angelegt wurden. Natürlich nahm man hier vorrangig natürliche Materialen um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Danach entstanden Wundverbände aus Textilien, vorzugsweise aus Leinen und Baumwolle. Das lag insbesondere daran, dass sich diese Materialien gut sterilisieren ließen. Der Wundverband erfolgte trocken ohne weitere medizinische Lösungen.

Mit Anbruch des 20.Jahrhunderts gab es einen Durchbruch bei der Herstellung unterschiedlicher Stoffe. Es wurde gleichzeitig ein dauerelastisches Gewebe erfunden, dass sich perfekt als Verbandsmaterial eignete. Gleichzeitig wurde ein Wundklebstoff erfunden, der es den Medizinern ermöglichte, kleinere Wunden ohne Nähte sicher zu verschließen. Die Verbände waren teilweise atmungsaktiv und ließen eine feuchte Wundbehandlung zu.

Funktion, Wirkung und Ziele – Behandlungen und Therapien

Das gängigste Verfahren für Verbände ist die sogenannte Wundbehandlung. Kleine, mittelgroße und frische Wunden können sicher verschlossen werden. Selbst der Einsatz von speziellen Heilsalben kann in Kombination mit einem verband gut genutzt werden. Dies ermöglicht dem Patienten nicht nur eine rasche Wundversorgung sondern auch der Heilungsprozess kann damit beschleunigt werden. In Anwendung bei sogenannten Knochenbrüchen soll der Verband vielmehr eine stützende Funktion einnehmen. Die betroffenen Gelenke werden sicher ruhig gestellt und können bei Bedarf auch noch geschient werden.

Wie lange ein Verband dann aber tatsächlich getragen werden muss, entscheidet grundsätzlich der zuständige Arzt. Mal genügen für die Wundversorgung nur wenige Tage und ein anderes Mal muss der Patient mehrere Wochen in Kauf nehmen. Und obwohl der Verband oftmals als Störend empfunden wird, so ist er in der heutigen Zeit doch relativ flexibel. Das Material ist dehnbar, kann wasserdicht sein und bietet der offenen Wunde zugleich eine Schutzfunktion.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Stabilisierung von Gelenken
  • Wundbehandlung
  • Druckverband bei unkontrollierten Blutungen
  • Druckverband als Erste-Hilfe-Maßnahme
  • Vorbeugung von Sportverletzungen
  • Kontrollierte Einwirkzeit von Spezialsalben

Durchführung und Wirkungsweise:

Ein Verband kann vielfältig eingesetzt werden. Im direkten Zusammenspiel zwischen der Materialwahl und dem Anwendungsbereich muss man in unterschiedliche Verbandsarten unterscheiden. Absolut wichtig bei der Durchführung ist, dass bei dem Patienten weder Druckstellen zurück bleiben noch Hautreizungen entstehen. Das bedeutet, dass der Verband die Wundheilung nicht hemmen sondern vielmehr beschleunigen soll.

Beim Anlegen eines Verbands wird Verbandsmaterial um die betroffene Hautpartie fest herum gebunden. Hierbei spricht man von einem Umwickeln, bei dem sich die Bindengänge leicht überlappen. Der Verband bekommt dadurch ein hohes Maß an Stabilität. Geht es jedoch um eine Verletzung im Schulter-, Gelenk- oder Hüftbereich, so bedarf es einer gesonderten wickelform, die nur von Ärzten ausgeführt werden sollte.

Hilfsmittel beim Verband anlegen sind unter anderem:

  • unterschiedliche Arzneistoffe wie z.B. Wundsalben
  • Baumwollgewebe / Zellstoff für eine Hohlraumfüllung
  • Trikotschläuche
  • Klammern, Sicherheitsnadeln, Fixierpflaster

Die Wirkungsweise der einzelnen Verbandsarten:

Der Ruhigstellende Verband

Ein ruhigstellender Verband soll Knochen und Gliedmaßen fest miteinander fixieren. Die gängigste Form ist dabei der Gipsverband, welcher z.B. mit zusätzlichen metallschienen oder Kunststoffteilen zur Anwendung kommt. Kann der Verband hingegen etwas lockerer Sitzen, so nutzen Ärzte oftmals elastische Binden oder einen sogenannten Tapeverband.

Ein Kompressionsverband

In Abhängigkeit von der Art der Verletzung werden als Kompressionsverband entweder elastische Materialien (Langzugbinden) verwendet oder aber kaum dehnungsfähiges Verbandsmaterial (Kurzzugbinde).

Der klassische Wundverband

Ein Wundverband besteht nicht nur aus dem Verband selber sondern wird zugleich durch eine Kompressionsauflage ergänzt. Der feuchte Wundverband wird z.B. bei Problemwunden angewendet. Hier muss die Wunde zwar äußerlich vor Keimen und Bakterien geschützt werden, aber trotzdem darf der Verband nicht die Wunde selber verkleben. In der Medizin gibt es dafür kleine Schaumstoffauflagen, die z.B. mit Hydrokolloide oder Alginate getränkt werden.

Im Wandel der Zeit erfand man auch atmungsaktive Folien / Klebefolien die als Ersatz für die Schaumstoffauflagen dienen können. Wo man damals noch Mullbinde zur Fixierung nutzte, da greift man heutzutage eher auf elastische Verbände zurück, welche bei einer guten Bindetechnik keinesfalls als einengend zu bezeichnen sind.

Hilft gegen:

 

  • Schutzfunktion vor Keimen und Bakterien
  • soll die Wunde vor einer Austrocknung / Auskühlung bewahren
  • allgemeiner Schutz gegen UV-Strahlen
  • Ruhigstellung der Wunde
  • Überbeanspruchung des betroffenen Gelenks
  • dient zur Fixierung von Salben oder Wundauflagen
  • Verhinderung von Schwellungen an der Wunde, gefolgt von einer späteren Narbenbildung
  • Kompression: Thromboseprophylaxe oder Lymphdrainage
  • Stillung einer Blutung
  • allgemeine Schmerzlinderung und Verbesserung des Wohlbefindens
  • Sekretaufnahme

Ein Verband muss in der heutigen Gesellschaft den verschiedensten Anforderungen gerecht werden können. Doch oftmals kann die Anwendung auch als wiedersprüchig betrachtet werden. Zum einen soll der Wundverband der Abschirmung von Bakterien dienen und zum anderen soll er auch den allgemeinen Heilungsprozess beschleunigen. Ungeachtet dessen, dass der Verband auch in regelmäßigen Interwallen gewechselt werden muss. Gerade dann steht der zu behandelnde Arzt immer wieder vor der Problematik, dass sich das Verbandsmaterial keinesfalls mit der Wunde verbinden darf. Dies würde beim Wechsel nämlich zu unangenehmen Schmerzen beim Patienten führen, was eigentlich gänzlich verhindert werden soll.

Fördert und stärkt:

 

  • den körpereigenen Reinigungsmechanismus
  • die offene Sekundärheilung (Aufnahmen von Körperflüssigkeiten, Wärmeverlust)
  • die Aufrechterhaltung eines Mikroklimas, welches die Bildung von neuem Gewebe fördert
  • die Wundruhe

Ein Wundverband soll die Wunde in erster Linie vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen und gleichzeitig die Haut dazu bringen, sich selbständig zu regenerieren. Je nach Wunde bedarf es im Zweifelsfall weiterer Hilfsmittel (z.B. Salben), damit die Neubildung der Haut intern beschleunigt werden kann.

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Ein Wundverband wird z.B. gezielt als Erste-Hilfe-Maßnahme am Unfallort eingesetzt, um die Wunde ruhig zu stellen und vor Infektionen zu schützen. Dies wird als sogenannte Erstversorgung angesehen und bedarf weiterer Untersuchungsschritte.

Behandlung Verband

Eine Mullbinde als der klassische Wundverband
Shutterstock / 554726089

Der weiterbehandelnde Arzt muss demzufolge den Verband wieder öffnen und gegebenfalls wechseln. In diesem Untersuchungsstadium kann der Arzt die Wunde neu betrachten, einschätzen und zusätzliche Behandlungsschritte einleiten.

Möglich wären z.B. therapeutische Maßnahmen, das Spülen der Wunde oder aber der Einsatz von speziellen Wundsalben. Doch jede offene Wunde birgt auch gleich die Gefahr einer Infektion, die sich negativ auf den Heilungsprozess auswirken kann.

Das Gleiche gilt für eine gewisse Auskühlung der Wunde, wodurch weiteres gesundes Hautmaterial absterben kann. Keime in der Luft oder aber am Behandlungsbesteck des Arztes dürfen keinesfalls an die Wunde gelangen.

Deshalb legen Ärzte sehr großen Wert auf ein steriles Behandlungszimmer und Behandlungsbesteck. Hierfür gibt es strenge Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen.

Beim Öffnen / Wechsel eines Verbands ist auf folgendes zu achten:

  • sterile Umgebung
  • steriles Behandlungswerkzeug
  • eine zügige Untersuchung samt Neuanlegung des Verbandes

Was beinhaltet die Untersuchung?

  • Diagnose über die Wunde
  • augenscheinliche Begutachtung der Wunde
  • Einleitung weiterer Behandlungsschritte
  • Anwendung von Salben
  • therapeutische Maßnahmen
  • positive Einwirkung auf den Heilungsprozess

Risiken und Nebenwirkungen:

 

  • die Festigkeit lässt nach
  • Verschmutzung der äußeren Verbandsschicht
  • nässende Wunden können verkleben
  • ein zu häufiger Verbandswechsel kann den Heilungsprozess negativ beeinträchtigen
  • Verbandsmaterial zu Hause ist nicht steril
  • Einschränkungen in der Motorik und der Bewältigung des Alltags

Wenn man sich einen Verband betrachtet, so geht man in erster Linie davon aus, dass es keinerlei Risiken geben dürfte. Doch je länger ein Verband zum Einsatz kommt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser lösen kann. Die allgemeine Festigkeit lässt mit der Zeit nach und auch die äußere Verbandsschicht kann mit der Zeit verschmutzen. Keime und Bakterien setzen sich nieder, so dass hin und wieder ein Verbandswechsel vollzogen werden muss. All diese Kriterien sollte der behandelnde Arzt im Auge behalten, damit der raschen Wundheilung nichts entgegensteht.

Besonders schwierig wird es jedoch bei den sogenannten nässenden Verbänden. Hier sondert die Wunde dauerhaft Flüssigkeit ab, die wiederum vom Verbandsmaterial aufgefangen wird. Liegt zusätzlich eine Wundheilungsstörung vor, so muss der Verband über Wochen oder sogar Monate getragen werden. Das birgt gleichzeitig die Gefahr, dass der Verband an der Wunde festklebt und den Heilungsprozess negativ beeinträchtigt. Vorsorglich sollte man deshalb öfters den Verband wechseln, damit sich dieser gar nicht erst auf der Wunde niederlegt.

Ein Verbandswechsel ist grundsätzlich vom Arzt oder im Krankenhaus vorzunehmen, da man hier von einem sterilen Verband samt Umgebung ausgehen kann.

Legt man wiederum in Eigenregie zu Hause selber einen Verband an, so ist die Umgebung keinesfalls keimfrei und es können Bakterien auf der Wunde zurück bleiben.

Verbände, die als Stabilisierung von Gelenken dienen, schränken zudem stark die Motorik ein. Alltägliche Dinge können oftmals nicht mehr ohne Hilfe erledigt werden, was den Patienten in seiner Freiheit stark einschränkt. Derartige Verbände sind in der Regel aber nur kurzfristig, da eine rasche Heilung vonstattengeht.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen:

 

  • Reinigungsphase: Das Verbandsmaterial muss Keime, Bakterien und Sekrete aufnehmen, einschließen und den Heilungsprozess der Haut unterstützen.
  • Granulatsphase: Das Verbandsmaterial muss die Wunde feucht halten und gleichzeitig Wundsekret sicher einschließen können. Nur so kann eine Neubildung von Gefäßen und Bindegewebe erfolgen.
  • Epithelisierungsphase: Das Verbandsmaterial muss die Wunde feucht halten und eine Schorfbildung vermeiden.

Ein Verband kann in unterschiedlichen Heilungsstadien angelegt werden. Die Anforderungen an den Verband sind dabei sehr unterschiedlich und müssen den Bedingungen der Wunde kontinuierlich angepasst werden. Andernfalls wirkt man unbeabsichtigt der Wundheilung entgegen und der Verband muss länger getragen werden. Absolut wichtig bei der Anwendung von Heilsalben ist die Abklärung der Inhaltsstoffe. Viele Patienten neigen zu Allergien, die gezielt unter dem Verband sehr schwerwiegende Folgen haben können. Denn anstatt den Heilungsprozess einzuleiten würde sich die Wunde extrem verschlimmern.

Wer behandelt?

 

  • Der Patient selber: kleinere Schnittwunden unter 1 cm sowie eine reguläre Erstversorgung bevor man sich auf den Weg zum Arzt macht.
  • Der Arzt: Schnittwunden über 1 cm, Schürfwunden, großflächige Verletzungen, Platzwunden und stark blutende Wunden

Inwieweit eine Wunde behandelt werden muss, entscheidet entweder der Patient zu Hause selber oder aber der behandelnde Arzt. Kleinere Schnittwunden lassen sich z.B. leicht mit einem Pflaster selber behandeln. Wunden über 1 cm Größe sollten hingegen vorsorglich einem Arzt gezeigt werden. Schürfwunden bergen wiederum ein besonderes Risiko. Die Wundfläche ist großflächig gehalten und ist in der Regel verschmutzt und voller Bakterien.

Die Wundversorgung muss professionell und in steriler Umgebung vorgenommen werden. Zur Abdeckung der Wunde dienen eine Wundauflage und ein elastischer Verband. Verletzungen die stark bluten und sogenannte Platzwunden sollten grundsätzlich durch einen Arzt abgeklärt werden. Ein Verband kann nicht in jedem Fall ein hilfreiches Mittel sein. Manchmal müssen offene Wunden auch erst genäht werden, bevor der Heilungsprozess samt Verband eingeleitet werden kann.

Unser Fazit:

Ein Verband ist stets die beste Alternative, um eine offene Wunde vor Keimen und Bakterien sicher schützen zu können. Jedoch sollte man im Vorfeld die Verletzung genauestens untersuchen lassen, damit etwaige Folgeschäden ausgeschlossen werden können. Absolut wichtig vor dem Anlegen des Verbands ist auch die Reinigung und Desinfektion der Wunde. Dies sollte am ehesten von einem Arzt durchgeführt werden, damit die Wunde und der Verband unter sterilen Bedingungen angelegt wird.

Das Gleiche gilt für die Verwendung von speziellen Heilsalben. Ein Facharzt kann die Anwendung besser einschätzen und wählt je nach Verletzungsgrad einen geeigneten Verband. Hilfreich kann auch ein Verbandswechsel in bestimmten Wechselinterwallen sein, die der Arzt während der Behandlung festlegt.

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