Mit kleinen Kindern zur Impfung

Die Möglichkeiten, Stress– und schmerzfrei zu impfen

Schon bald nach der Geburt eines Kindes stehen die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen ersten Impfungen an. Abgesehen davon, dass viele Eltern nicht gerade überzeugt sind von der Sinnhaftigkeit der Impfungen kommt häufig die Angst vor der eigentlichen Injektion hinzu.

teddybär impfungTatsächlich gelingt eine komplett schmerzfreie Injektion nur in Ausnahmefällen. Wohl aber können der behandelnde Kinderarzt und die Eltern die Schmerzempfindung erheblich reduzieren. Wenig hilfreich ist die Äußerung: „Das tut gar nicht weh“, um die Abwehrhaltung von Kindern im Kindergartenalter abzuschwächen.

Denn entweder glauben die Kinder diese Behauptung ohnehin nicht oder aber sie werden eines Besseren belehrt. Sollte Letzteres eintreten, wird es zukünftig umso schwieriger sein, das Kind mit zum Arzt zu nehmen. Ganz abgesehen davon, dass die Glaubwürdigkeit von Vater und/oder Mutter angezweifelt wird.

 

Was können Eltern tun, um einen Impftermin stressfrei zu gestalten?

Da Stillen ein schmerzmindernder Effekt nachgesagt wird, sollten noch zu stillende Kinder direkt vor und auch nach der Impfung gestillt werden. Der süße Milchgeschmack kann im Körper schmerzstillende Substanzen aktivieren. Wird das Kind nicht mehr gestillt, besteht die Möglichkeit, dem Kind noch vor der Injektion etwas Zuckerlösung zu geben.

Hilfreich ist der Kontakt zu Mutter oder Vater während der Impfung. Beispielsweise können Kleinkinder während der Impfung auf dem elterlichen Schoß Sitzen. Eine Verringerung des Schmerzempfindens ist durch leichtes Reiben der Haut im Bereich der Einstichstelle oder durch Aufbringen von Eisspray zu erreichen.

Sobald die Spritze gegeben wurde, ist vom Reiben abzusehen, um mögliche lokale Reaktionen nicht noch zu verstärken. Zusätzlich ist es hilfreich, den kleinen Impfling beispielsweise mit bunten Bildern abzulenken und die Impfung schnellstmöglich durchzuführen.

 

Kindern und Jugendlichen die Angst nehmen

 

Größeren Kindern und Jugendlichen sollten Eltern auf jeden Fall erklären, wie wichtig es ist, die empfohlenen Impfungen durchführen zu lassen. Zweckmäßig ist ein Gespräch mit dem Kind oder mit dem Jugendlichen über dessen Angst. Ist es „nur“ die Angst vor der Injektion oder steckt mehr dahinter?

Vielleicht hat das Kind in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen in der gewählten Praxis gemacht. Dann könnte ein Arztwechsel eine gute Maßnahme sein. Denn die wichtigste Voraussetzung für eine stressfreie Behandlung ist das Vertrauen zum behandelnden Arzt.

Es ist ratsam, sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Ärzten zu erkundigen, die darin geübt sind, sich auf Kinder und Jugendliche einzulassen. Schließlich bleibt es nicht nur bei einem Impftermin, sondern auch der Nachwuchs muss alle paar Jahre zu Auffrischimpfungen (zum Beispiel Tetanus und Diphterie).

 

Abgesehen von einem guten Verhältnis zum behandelnden Arzt und einer entspannten Atmosphäre kann die Aussicht auf eine kleine Belohnung nach der Impfung hilfreich sein. Die Freude auf ein Eis oder auf eine andere Belohnung nach der Injektion lässt bestenfalls die Angst vor dem Pieks schwinden; zumindest aber wird die Spritze auch mit etwas Positivem in Verbindung gebracht.

Auf gar keinen Fall sollte man als Vater oder Mutter negative Vergleiche anführen wie: „Gegenüber früher tun die Impfungen heute kaum noch weh.“ Abgesehen davon, dass die Erlebnisse anderer nicht nachzuempfinden sind, ist gerade das Schmerzempfinden etwas sehr Subjektives. Was dem einen wehtut, merkt der andere womöglich kaum.

 

Als Erwachsener mit gutem Beispiel vorangehen

Bislang waren Kinder unterschiedlichen Alters mit Impfangst das Thema. Allerdings gibt es auch relativ viele Erwachsene, die Angst davor haben, sich impfen zu lassen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlicher Art. Einerseits kann es sein, dass der Impfling im Kindesalter schlechte Erfahrungen mit Injektionen gemacht hat. Andererseits steht bei einigen Patienten auch die Furcht vor möglichen Nebenwirkungen im Vordergrund.

Es gibt Schätzungen, die die Zahl der hinsichtlich Impfungen ängstlichen Erwachsenen auf 25 Prozent beziffert. Tatsächlich kommt es dann gar nicht mal so selten zu einem Auslassen einer eigentlich notwendigen Impfung. Bevor man leichtfertig eine Impfung auslässt, gilt es, sich die möglichen Folgen (das heißt eine eventuelle Infektion mit dem jeweiligen Krankheitserreger) zu vergegenwärtigen.

 

Eltern, die für sich selbst Impfungen ablehnen, müssen selbstverständlich damit rechnen, dass ihr Nachwuchs kaum von der Notwendigkeit der Standardimpfungen zu überzeugen ist. Die Furcht vor Schmerzen durch das Geben einer Spritze und/oder vor unerwünschten Nebenwirkungen ist nur durch Aufklärung zu begegnen.

Als Informationsquellen stehen das Internet, Nachschlagewerke – vor allem aber der behandelnde Arzt – zur Verfügung. Wer selbst keine Angst vor Spritzen hat, hat die besten Chancen, diese Furcht auch anderen Personen zu nehmen.

 

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