Tetanus

Inhaltsverzeichnis Tetanus

Tetanus

Symptome

Ursache

Behandlung

Tetanus – gefürchtete Infektionskrankheit

Tetanus

Tetanus

Seit Jahrtausenden ist Tetanus, zu deutsch Wundstarrkrampf, gefürchtet. In der Antike beschrieb der Arzt Hippokrates von Kos die charakteristischen Merkmale des Wundstarrkrampfes als tödlichen Dreiklang von Wunde, Krampf und schließlich Tod.

Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Dieses Bakterium ist unter anderem deshalb so gefährlich, weil es sehr widerstandsfähige Sporen produziert, die lange ohne Kontakt zu einem Wirt überleben und bei Kontakt eine Person infizieren können. Außerdem kommen die Bakterien sehr häufig und an so gut wie jedem Ort vor, z.B. in Staub, Erde, an Holz oder Metall etc. Findet das Bakterium eine Wunde zum Eindringen in den Wirt, kann es sich vermehren und bildet Toxine namens Tetanospasmin und Tetanolysin, die für die typischen Tetanus-Symptome verantwortlich sind. Durch Risswunden, Schnitte, Biss- oder Brandwunden mit offenen Stellen kann Tetanus entstehen.

Ungeimpfte, die an Tetanus erkranken, haben trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten ein 10-20%iges Risiko, an der Infektion zu sterben. Bevor Tetanus-Impfungen flächendeckend durchgeführt wurden, lag die Rate sehr viel höher. Gefährdet sind alle, die keinen ausreichenden Impfschutz haben, die also entweder garnicht gegen Tetanus geimpft sind oder deren Impfung zu lange her ist und nicht aufgefrischt wurde.

Eine Erkrankung an Tetanus ist sehr schmerzhaft, qualvoll und endet unbehandelt immer tödlich. Eine Übertragung von einem Erkrankten zu einem anderen Menschen ist nicht möglich, sie erfolgt immer durch Kontakt mit dem Bakterium und dessen Eintritt in eine offene Wunde. Diese muss übrigens nicht groß sein – es genügt schon ein kleiner Schnitt oder eine Wunde z.B. bei der Gartenarbeit, wenn man versehentlich in Dornen fasst und sich die Haut verletzt.

Man unterscheidet vier Typen Tetanus: den generalisierten, den Lokalen, den zephalen und den neonatalen. Beim generalisierten Tetanus treten die Symptome am ganzen Körper auf, beim lokalen sind sie auf die Körperteile beschränkt, bei denen der Erreger eingedrungen ist. Der zephale Tetanus tritt am Gehirn auf, wenn die Wunde am Kopf entstanden ist, und der neonatale trifft nur Säuglinge, wenn die Mutter nicht geimpft ist und mangelnde Hygiene es dem Bakterium ermöglicht, meist durch den Bauchnabel einzudringen.

Muskelkrämpfe und innere Schäden – die Symptome bei Tetanus

Sichtbarstes Zeichen einer Tetanus-Infektion sind Muskelkrämpfe, die äußerst heftig und schmerzhaft auftreten. Die Krankheit beginnt meist mit Symptomen, die an Grippe erinnern: Müdigkeit, Mattheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe und Gliederschmerzen. Außerdem tritt eine Steifheit der Muskeln bis zur völligen Bewegungsunfähigkeit auf. Es kommt vor allem bei den Gesichts- und Nackenmuskeln zu Krämpfen und Steifheit, Patienten verkrampfen ihre Kaumuskeln und die Mundpartie und können ihre Muskeln nicht mehr lockern. Die sogenannte Teufelsmimik ist zu beobachten: Der Mund verzieht sich zu einer Art Grinsen, es gibt eine Mundsperre, die Augenbrauen sind konstant hochgezogen.

Schluckstörungen und eine Kiefersperre kommen ebenfalls oft vor. Auch die Muskulatur im Kehlkopf wird steif und starr, weshalb Patienten nicht mehr sprechen oder schreien können. Sie sind bei vollem Bewusstsein, können sich aber nicht äußern. Halsschmerzen, Fieber und steife Arme und Beine können auftreten, auch Fieber. Ein Anstieg des Blutdrucks und Herzrasen kommen ebenfalls häufig vor. Die Muskelkrämpfe erfassen nach und nach den gesamten Körper, der sich vor Krämpfen der Bauchmuskeln und der Rückenmuskeln geradezu durchbiegt. Es können so starke Muskelkrämpfe auftreten, dass sogar Wirbel im Rücken brechen.

Diese Zuckungen und Krämpfe werden durch geringste Reize wie Musik oder laute Geräusche, Gerüche oder Bewegungen ausgelöst, da die Erreger Nervenimpulse stoppen, die normalerweise Muskelfunktionen kontrollieren. Auch Darm und Blase können verkrampfen, sodass der Patient keinen Stuhlgang mehr hat und unter Verstopfung leidet. Schließlich setzt die Atmung aus, und der Erkrankte stirbt an Ersticken.

Bakterium und Risikofaktoren – die Ursachen für Tetanus

Ausgelöst wird Tetanus wie bereits erwähnt durch das Bakterium Clostridium tetani, das aufgrund seiner Omnipräsenz in Straßenstaub, Erde und Ähnlichem so gefährlich ist. Schon kleinste Wunden reichen, um dem Erreger eine Möglichkeit zu geben, in den Körper einzudringen.

Gefährdet sind alle, die keinen ausreichenden Impfschutz haben, die also entweder gar nicht gegen Tetanus geimpft sind oder deren Impfung zu lange her ist und nicht aufgefrischt wurde. Bei älteren Menschen bauen sich die durch eine Impfung aufgebauten Antikörper gegen die Toxine schneller ab als bei jüngeren Geimpften, es kann leichter zu einer Erkrankung kommen, wenn die Impfung nicht rechtzeitig aufgefrischt wird. Auch leiden ältere Menschen öfter unter Durchblutungsstörungen und Gefäßerkrankungen oder Krankheiten wie Diabetes, wodurch eine sauerstoffarme Umgebung entsteht, die das Bakterium begünstigt. Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzeme oder offene Wunden wie ein sogenanntes offenes Bein oder durch Brandverletzungen sind weitere Faktoren, die das Eindringen von Tetanusbakterien erleichtern.

Der neonatale Tetanus bei Neugeborenen kommt meist dann vor, wenn unzureichende hygienische Bedingungen bei der Geburt und während der ersten Lebenstage eines Säuglings herrschen. Weltweit tritt diese Form am häufigsten auf, vor allem in Ländern mit schlechten Hygienestandards und mangelhafter ärztlicher Versorgung.

In jedem Fall sorgen offene Wunden mit ausgefransten Wundrändern und Verletzungen, bei denen Wundflächen verschmutzt werden, für ein erhöhtes Risiko einer Tetanuserkrankung. Die Inkubationszeit beträgt drei Tage bis drei Wochen. Je kürzer die Inkubationszeit ist, also je schneller die ersten Symptome auftreten, desto ungünstiger ist die Prognose auf Heilung.

Impfung ist die wirksamste Therapie – die Behandlung von Tetanus

Der beste Schutz vor Tetanus ist eine vorbeugende Impfung, die regelmäßig aufgefrischt wird. Vor allem Menschen, die beruflich oder privat oft mit den Händen arbeiten und sich öfter Wunden zuziehen, z.B. durch das Arbeiten mit Werkzeugen, im Garten oder auch in der Küche, wo man sich schneiden kann, sollten sich unbedingt mit einer Impfung vor der gefährlichen Krankheit schützen.

Ein Gegenmittel gegen Tetanus gibt es nicht, wenn eine Erkrankung erfolgt ist und der Betroffene nicht geimpft ist. Man kann lediglich die Symptome lindern und versuchen, den Erreger an einer weiteren Ausbreitung zu hindern.

Eine gründliche Reinigung der Wunde durch einen Arzt ist der erste Schritt einer Behandlung. Er schneidet die Wunde großzügig aus und säubert sie, wodurch mehr Sauerstoff an die Eintrittsstelle gelangt und das Bakterium kein anaerobes Klima vorfindet. Außerdem verabreicht der Arzt dem Patienten ein Tetanus-Immunglobulin. Dieses enthält Antikörper, die das Bakterium neutralisieren und dafür sorgen, dass das Gift nicht in das Gehirn und das Rückenmark eindringt.

Hochdosierte Antibiotika und Muskelrelaxanzien lindern die schmerzhaften Muskelkrämpfe. Beruhigungsmittel helfen dem Patienten dabei, Unruhe und Angstzustände in den Griff zu kriegen. Eine intensive Überwachung im Krankenhaus, meist auf der Intensivstation, wird ebenfalls bei Tetanus durchgeführt. Außerdem werden Erkrankte in einem schallgeschützten, abgedunkelten Raum behandelt. So minimieren Ärzte die Reize von außen, die zu Muskelkrämpfen führen können.

Die beste Therapie gegen Tetanus ist nach wie vor eine vorbeugende Impfung, die regelmäßig aufgefrischt wird. Hygiene und Vorsicht bei Arbeiten mit Erde und Staub, bei denen man sich leicht verletzen kann, sind weitere Aspekte, die dabei helfen, das Risiko einer Tetanuserkrankung zu minimieren.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (33 Stimmen, Durchschnitt: 4,78 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise