Stillen

Natürlicher Körperprozess – Stillen 

dAuch wenn es sich beim Stillen um einen ganz natürlichen Vorgang handelt, muss dieser erst von den meisten Frauen erlernt werden. Während früher das Wissen über das Stillen, von Generation zu Generation weitergegeben wurde, übernehmen diese Aufgabe heute Hebammen, Säuglingskrankenschwestern und Stillberaterinnen.

Wer sich während der Schwangerschaft schon mit dem Thema auseinandersetzt, ist nach der Geburt optimal auf eine erfolgreiche Stillbeziehung eingestellt. Im folgenden Beitrag ist alles rund um das Thema Stillen zusammengefasst.

Was genau ist Stillen?
Stillen bedeutet die Ernährung des Neugeborenen sowie dem Kleinkind, an der Brust von Mutter, Amme oder einer anderen stillfähigen Frau. Die Brust beginnt bereits während der Schwangerschaft, sich auf die Milchbildung vorzubereiten. Wird gleich nach der Geburt nicht gestillt oder das Stillen unterbrochen, wird die Milchproduktion eingestellt und die Muttermilch geht zurück. Milch, die noch in der Brust vorhanden ist, wird resorbiert, ein Vorgang, der mehrere Monate anhalten kann.

Das Stillen bringt im Vergleich zur künstlichen Flaschennahrung einige Vorteile mit sich. So kann beim Stillen die Milch zum Beispiel nicht überdosiert werden und auch die Zubereitung ist nicht notwendig, da der Körper schon für alles vorgesorgt hat. Theoretisch ist es also möglich, das Neugeborene an jedem Ort und zu jeder Zeit, mit gesunder Muttermilch zu versorgen. Die Muttermilch ist stets optimal für das Baby, da die Nährstoffe an jedes Alter angepasst werden. Außerdem ist das Stillen besonders wichtig, für eine gute Mutter-Kind-Bindung.

Was ist, wenn jemand nicht stillen möchte?
Damit die Stillbeziehung harmonisch funktionieren kann, muss die Mutter die Bereitschaft, zu stillen, wirklich in sich tragen. Es gibt tatsächlich jedoch Frauen, die aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht stillen möchten. Manche Frauen haben auch einfach Angst vor dem Stillen.

Am besten ist es, sich während der Schwangerschaft Gedanken darüber zu machen, ob man stillen möchte oder nicht. Wer beim Stillen nur halbherzig bei der Sache ist, wird früher oder später wahrscheinlich scheitern. Außerdem ist es einfacher, die Milchbildung bereits vor dem Milcheinschuss zu unterdrücken.

Es ist besonders wichtig, sich nicht von der Meinung, dass stillen das Beste für das Baby ist, unter Druck setzen zu lassen. Stillen kann nur dann optimal funktionieren, wenn es für das Baby als auch für die Mutter, eine stressfreie Erfahrung ist. Wer sich zum Stillen zwingt, tut sich und dem Kind keinen Gefallen.

Funktion und Aufgabe vom Stillen

Die hauptsächliche Funktion des Stillens besteht darin, das Baby in der ersten Zeit optimal mit Nährstoffen sowie Abwehrstoffen zu versorgen. Die wertvolle Muttermilch bringt jedoch nicht nur alle Nährstoffe mit sich, die das Baby benötigt, sondern auch Immunstoffe, die keine künstliche Babynahrung ersetzen kann. Daher wird es allen Müttern nahegelegt, wenigstens unmittelbar nach der Geburt, das Neugeborene anzulegen, da die Muttermilch gleich nach der Geburt reich an wichtigen Immunzellen ist, die dem Baby Schutz vor Krankheiten geben. Daher wird allen Müttern empfohlen, dem Baby wenigstens die ersten Tage, die wichtige Muttermilch zu geben, bevor auf Flaschennahrung umgestiegen wird.

Nahezu alle Babys werden die ersten Monate ausreichend gesättigt von der Muttermilch, sodass keine Beikost anfallen muss. Ab dem sechsten Monat etwa kann es dann passieren, dass das Baby ausschließlich von Muttermilch nicht mehr satt wird und es eine nährstoffreichere Ergänzung benötigt.

Doch das Stillen dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern auch als Bonding, sprich, es entsteht eine gute Bindung zwischen Mutter und Kind. Daher ist gerade das erste Anlegen ein bedeutendes Ereignis für beide Seiten. Durch das häufige Stillen, insbesondere in der Anfangszeit, verbringen Mutter und Kind gemeinsam viel innige Zeit, wodurch die Beziehung wie von alleine intensiviert wird. Dadurch bekommt das Baby die Nähe, die es benötigt und kann Vertrauen zur Mutter aufbauen. Außerdem werden die Muttergefühle der Mutter automatisch gestärkt.

Funktionen und Aufgaben im Überblick

  • – stillen versorgt das Baby mit Nährstoffen und Immunstoffen
  • – stillen bietet Schutz vor Krankheiten
  • – stillen stärkt die Mutter-Kind-Bindung (Bonding)
  • – stillen sättigt das Baby optimal bis zum sechsten Monat etwa

Wer also nicht oder nur kurz stillen möchte, sollte also wirklich daran überlegen, seinem Kind wenigstens die ersten Tage, die wertvolle Muttermilch zu bieten, damit es die wichtigen Nährstoffe sowie Immunstoffe bekommt, die es benötigt.

Krankheiten und Beschwerden beim Stillen
Auch wenn die Stillzeit für Mutter und Kind besonders schön ist, muss sie nicht immer ohne Komplikationen ablaufen. So ist das erste Anlegen zum Beispiel für Mutter und Baby oft schwierig, da erst die optimale Stillposition gefunden werden und auch das Baby sich erst an die Brust gewöhnen muss. Mit einer erfahrenen Hebamme oder Stillberaterin lassen sich diese Probleme aber schon schnell im Krankenhaus lösen.

Außerdem kann es während der Stillzeit immer wieder mal passieren, dass das Baby sich nicht anlegen lassen möchte. Häufig ist dass der Fall, wenn das Baby beispielsweise einen Schnupfen hat oder sehr müde ist. Des Weiteren werden Babys etwa alle zwei bis drei Stunden angelegt, was besonders in der Nacht für die Mutter sehr anstrengend sein kann.

Schluckt das Baby zu viel Luft, kann sich zudem eine schmerzhafte Kolik entwickeln, welche vor allem als 3-Monats-Koliken bekannt sind. In den meisten Fällen sind sie zwar harmlos und gut behandelbar, doch für das Baby sind Koliken sehr schmerzhaft, weshalb sie auch viel schreien.

Natürlich werden in der Stillzeit die Brustwarsten sehr beansprucht, weshalb diese gereizt reagieren können. Dadurch kann es zu Rötungen und Entzündungen kommen, welche zwar schmerzhaft, aber auch ungefährlich und kein Grund zum Abstillen sind.

Folgendes kann bei gereizten Brustwarzen hilfreich sein:

  • Brustwarzen mit Muttermilch einreiben
  • – kalter Schwarzer Tee Teebeutel auf die Brustwarzen legen
  • – diverse Wollfettsalben verwenden
  • – luftdurchlässige Kleidung tragen
  • – Quarkwickel
  • – kühle Kompressen
  • – sanfte Stilleinlagen verwenden
  • – Brustwarzen an der Luft trocknen lassen

Sollten die Brustwarzen regelmäßig entzündet sein, sind die oben genannten Hilfsmittel zwar schmerzlindernt, aber die Ursache wird dadurch nicht behoben. Daher sollte immer auch danach geschaut werden, warum die Brustwarzen so gereizt sind, was verschiedene Gründe haben kann, wie

  • – ungenügendes Erfassen der Brust
  • – ungünstige Stillposition der Mutter oder des Babys
  • – falsche Saugtechnik des Babys
  • – Infektion der Brustwarze
  • – Baby hat zu kurzes Zungenbändchen.
  • – Baby nutzt Brust als Nuckelersatz

Um diese Probleme zu beheben, kann eine Hebamme oder Stillberaterin von Nöten sein.

Insbesondere in der Anfangsstiollzeit, kann es zu einem sogenannten Milchstau kommen, welhcer gut behandelbar, aber auch schmerzhaft für die Mutter ist. Typische Milchstausymptome sind:

Die Behandlung von einem Milchstau ist generell recht simple. So gilt für die Mutter in erster Linie Ruhe sowie ein Entleeren der Brust. Um die Brust zu entleeren, kann entweder das Baby angelegt, die Brust ausgestrichen oder die Milch mit einer Milchpumpe abgepumpt werden. Brustmassagen sowie Wärme fördern zudem den natürlichen Milchfluss.

Sollte der Milchstau nach drei Tagen nicht besser geworden sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da der Übergang von einem Milchstau zu einer Brustentzündung oft fließend ist. Eine Brustentzündung ähnelt einem Milchstau sehr, unterscheidet sich jedoch darin, dass das Fieber sowie Verhärtungen einfach nicht weg Gehen und es in schlimmen Fällen sogar zu eitrigem Sekret kommen kann. Bei einer Brustentzündung muss in der Regel mit Antibiotikum behandelt werden, was aber kein Problem darstellt, da es inzwischen auch stillfreundliche Medikamente gibt.

Beschwerden und Krankheiten im Überblick:

  • – Baby lässt sich nicht anlegen
  • – drei-Monats-Koliken, da zu viel Luft geschluckt wird
  • – wunde Brustwarzen
  • – Milchstau
  • – Brustentzündung
  • – zu viel / zu wenig Milch

Fragen und Antworten – rund ums StillenWas machen, wenn zu viel Milch vorhanden ist?

Nach einer gewissen Zeit hat sich die Milchproduktion eigentlich eingependelt, da die Nachfrage das Angebot bestimmt. Sollte dennoch zu viel Milch vorhanden sein, sollte nur so viel Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden, dass sich die Brust nicht mehr gespannt anfühlt. Außerdem kann es hilfreich sein, über einen Zeitraum nur an einer Brust zu stillen. Salbeitee hemmt zudem die Milchproduktion, weshalb am Tag eine Tasse getrunken werden sollte. Mit kühlen Kompressen können nicht nur Spannungen gemildert, sondern auch die Milchproduktion gedrosselt werden. Andersrum ist es, wenn die Milch zu wenig sein sollte. Hier muss das Kind lediglich öfter angelegt werden.

Wie lange sollte gestillt werden?
Wie lange gestillt werden sollte, kann pauschal schlecht beantwortet werden, da hier die Meinungen sehr auseinandergehen. Generell sollte jede Mutter versuchen, ihr Kind fünf bis sechs Monate zu stillen. Es gibt allerdings auch Langzeitstiller, bei denen die Stillzeit über das erste Lebensjahr hinaus geht. Hier wird jedoch nicht mehr vollgestillt und das Kleinkind bekommt natürlich entsprechende Beikost, an die das Baby etwa ab dem sechsten Monat schonend gewöhnt werden sollte.

Darf man in der Stillzeit Haare färben?
Auf das Haarefärben sollte während der Stillzeit verzichtet werden, da die chemischen Stoffe über die Kopfhaut aufgenommen und in die Muttermilch übergehen. Wer dennoch nicht ganz verzichten möchte, sollte maximal zu Strähnchen tendieren, wo nicht direkt die Kopfhaut mitbehandelt wird, sondern die Farbe weiter unten am Ansatz angebracht wird. Alternativ kann auch zu natürlichen Haartönungsmitteln gegriffen werden.

Unser Fazit zum Stillen
Auch wenn das Stillen ein von Mutter Natur vorgesehener Vorgang ist, muss Frau sowie Kind diesen Vorgang erst erlernen und miteinander vertraut werden. Mitunter ist eine Stillbeziehung besonders gut, für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Dennoch muss eine Stillbeziehung nicht immer harmonisch ablaufen und es kann zu Beschwerden sowie Krankheiten kommen. Generell gibt es aber wirklich nur wenige Gründe, die wirklich dafür Sprechen, das Stillen zu beenden, beispielsweise wenn die Frau sich wirklich nicht wohl fühlt dabei. Generell wird jeder Mutter nahegelegt, wengistens bis zum fünften Monat zu stillen.

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