Krankheiten durch Zecken

Krankheiten durch Zecken

Wer kennt sie nicht, diese kleinen gefräßigen Blutsauger, auch als „Vampire des Waldes“ bezeichnet, die im Hinterhalt auf Opfer lauern, diese aussaugen und mit gefährlichen Krankheitserregern infizieren?

Doch jetzt mal im Ernst:

 

Was sind Zecken eigentlich?

Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere und zur Unterklasse der Milben; es gibt ungefähr 1000 verschiedene Zeckenarten weltweit, in Deutschland sind 25 bekannt. Die hier am häufigsten vorkommende Art ist der Holzbock.

 

Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu 5 mm groß werden und ist in der Lage, das 200fache seines Körpergewichts an Blut aufzunehmen.

Wo halten sich Zecken gerne auf?

Diese Spinnentiere, die bereits bei einer Außentemperatur von 7 Grad Celsius aktiv werden und deshalb auch in einem milden Winter präsent sind, trifft man in Wäldern, auf Wiesen, in Büschen und im eigenen Garten, wo die häufigsten Zeckenangriffe stattfinden.

Die Blutsauger warten so lange, bis sie eine passende Beute gefunden haben. Mithilfe des Hallerschen Organs, das sich an ihren Vorderbeinen befindet, können sie Säugetiere und Menschen riechen. Zecken lassen sich dann auf ihr potentielles Opfer fallen und halten sich mit den an ihren Beinen befindlichen Krallen an ihm fest.

Es kann Stunden dauern, bis eine Zecke ein geeignetes weiches Körperareal gefunden hat, in das sie ihren gezackten Stachel hineinbohren kann.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Der Speichel einer infizierten Zecke kann FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder Borreliose auslösen. Wenn das Spinnentier innerhalb von zwei Stunden, nachdem es zugestochen hat, fachmännisch mit einer Zeckenzange entfernt wird, ist das Risiko einer Infektion jedoch gering.

Bei Kindern, oder wenn sich um die betroffene Stelle eine Rötung gebildet hat, sollte allerdings ein Arzt konsultiert werden. Als besonders gefährdete Gebiete mit einem relativ hohen Aufkommen infizierter Zecken gelten die südlichen Bundesländer.

Die Zahl der FSME-Neuerkrankungen pro Jahr bleibt mit durchschnittlich 400 Fällen (2006: 500, 2007: 230) eher auf einem niedrigen Niveau, sodass man von einer eher seltenen Krankheit ausgehen kann.

Mit Borreliose infizieren sich jedes Jahr ca. 80.000 Menschen. Diese Erkrankung des Nervensystems ist nicht so einfach zu diagnostizieren, da es hierfür kein standardisiertes Testverfahren gibt.

Allerdings erkrankt nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen wurde, automatisch an Borreliose.

Wer ist besonders gefährdet?

Alle Menschen (und Haustiere), die sich viel in der Natur aufhalten, sollten spezielle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Kinder, Waldarbeiter, Gartenliebhaber, aber auch Hunde- und Katzenbesitzer sind tendenziell stärker gefährdet als andere.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?

Ein Zeckenschutzspray kann die lästigen Plagegeister fernhalten, so dass es gar nicht erst zu einer Infektion kommt.

Eine Impfung hilft nur gegen die eher selten auftretende Gehirnhautentzündung FSME, gegen Borreliose ist kein Impfstoff vorhanden. Trotzdem propagiert die Pharmaindustrie eine flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung.

Bei Kindern, die sich ja meistens eher draußen aufhalten, sollte man Nutzen und Risiken besonders abwägen. Als wichtigste Maßnahme ist eine akribische Untersuchung auf einen möglichen Zeckenbefall anzusehen.

Um einer Zecke möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, sollte die Haut weitestgehend mit Kleidung bedeckt werden.

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