Borreliose

Auf einen Blick

Auch bekannt als: IgM/ IgG- Borrelia burgdorferi Antikörper
Bezeichnung: Borrelien Antikörpertest
Ähnliche Tests: /
Krankheiten durch Zecken borreliose

Borrelien können, z. B. über einen Zeckenbiss, Borreliose verursachen

Warum wird auf Borreliose untersucht?

Um zu sehen, ob der Patient dem Bakterium, dass die Borreliose (Lyme Krankheit) verursacht, ausgesetzt war und um, unter Beachtung der aktuellen Symptome, Hinweise auf eine aktive Infektion zu bekommen.

Bei welchen Symptomen sollte die Borreliose untersucht werden?

Bei Symptomen der Borreliose, vor allem bei Aufenthalt in einem Gebiet, mit großen Wildvorkommen und/ oder bei Verdacht auf einem Zeckenstich.

Das Probenmaterial

Aus welchem Probenmaterial wird der Borreliose Test durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene.

Was wird untersucht?
Das Blut wird auf BorrelienAntikörper untersucht. Bei einem positiven Testergebnis kann ein Kontakt mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi, welches die Lyme Erkrankung/ Borreliose hervorruft, stattgefunden haben. Das Bakterium wird durch Zecken übertragen.

Antikörper anderer Bakterien können unter Umständen im Test schwach mitreagieren, so dass bei einem positiven Testergebnis ein zusätzlicher Test (Western Blot) erforderlich ist, der den Kontakt mit Borrelienantikörpern bestätigt und auch noch Hinweise auf die Aktivität einer bestehenden Borreliose geben kann.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Eine Blutprobe wird mittels einer Nadel aus einer Armvene entnommen.


Der Borreliose-Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Der Test wird benützt, um im Blut gebildete Antikörper gegen die Bakterien, die die Borreliose (Lyme Krankheit) hervorrufen, zu bestimmen. Die Infektion betrifft viele Körpersysteme und beginnt bei vielen Personen mit einem kreisrunden Ausschlag an der Stichstelle und grippeartigen Beschwerden.

Borrelien

Kreisförmiger Borreliose Ausschlag

Die Erkrankung kann voranschreiten und eventuell verschiedene chronische Symptome wie Entzündungen des Herzens, Arthritis und Erkrankungen des zentralen Nervensystem, welche die Meningitis einschließt, hervorrufen.

Wegen der Variabilität der Symptome von Mensch zu Mensch und dem verzögerten Auftreten der Antikörper gegen das Bakterium, unter Umständen erst 6-8 Wochen nach dem Zeckenstich, ist die Infektion schwer zu diagnostizieren. In einem Screeningtest, einem elisa, kann die Höhe der Antikörper IgM/ IgG, die sich gegen das Bakterium Borrelia burgdorferi entwickelt haben, untersucht werden.

Antikörper anderer Bakterien können unter Umständen in diesem Test schwach mitreagieren, so dass bei einem positiven Testergebnis ein zusätzlicher Test (Western Blot) erforderlich ist, der den Kontakt mit Borrelienantikörpern bestätigt und auch noch Hinweise auf die Aktivität einer bestehenden Borreliose geben kann.

Letztendlich könnte noch ein dna gestützter Test, basierend auf der Polymerase Kettenreaktion (PCR), durchgeführt werden, welcher sensitiver ist; er wird benutzt um das genetische Material des Bakteriums nachzuweisen. Der Nachweis von Borrelien-dna im Blut ist nicht sinnvoll. Es wird diskutiert, ob eine solche Untersuchung aus dem Gelenkspunktat die Diagnose unterstützen kann. Auch der Nachweis der Borrelien-dna in der Zecke selbst is möglich.

Zusammenfassend hilft der Antikörper-Test dem Arzt die Diagnose Borreliose zu bestätigen. Ist die Diagnose gestellt wird der Arzt die adäquate Therapie empfehlen.


Wann sinnvoll?

Wann könnte der Test sinnvoll sein?

Bei Zeichen eines Zeckenstiches oder bei Aufenthalt in einem Gebiet mit großen Wildpopulationen kann der Arzt diese Bluttests veranlassen, um zu sehen, ob eine Borreliose (Lyme Erkrankung) vorliegt, falls keine sicheren Krankheitszeichen einer Borreliose vorliegen, jedoch Müdigkeit, Grippeähnliche Symptome, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen bis Arthritis und ungeklärte Nerven oder Herzbeschwerden vorhanden sind.


Das Testergebnis

Was bedeutet das Testergebnis?

Ein postives Testergebnis besagt erstmal nur, dass irgendwann ein Kontakt, eine Infektion mit diesem Bakterium stattgefunden hat. In der großen Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um IgG-Antikörper, die über Jahrzehnte, möglicherweise ein Leben lang nachweisbar bleiben und nichts über eine aktuelle Erkrankung aussagen.

Sogar IgM-Antikörper können lange Zeit nach einer ausgeheilten Infektion noch nachweisbar sein, ohne dass dass eine Borreliose, d.h. eine akute Infektion vorhanden ist. Nur bei entsprechenden Beschwerden sollte eine weitere Differenzierung der Antikörperantwort mit Hilfe des sog. Borrelienblots erfolgen. Dadurch kann eine spezifischere Aussage bezüglich einer möglichen Infektion getroffen werden.

Es kann zwischen 3-30 Tage nach einem Zeckenstich dauern, bis Antikörper im Blut nachweisbar sind. Bei einem negativen Testergebnis kann daher trotzdem eine Infektion vorliegen, da der Antikörper Spiegel noch zu niedrig sein kann, um gemessen zu werden.

In diesem Fall wird man eine Behandlung aufgrund der Krankengeschichte und der typischen Symptome der akuten Borrelieninfektion (z.B. ein typisches Erythema migrans) einleiten.


Wissenswertes

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?

Borrelia burgdorferi gehört zu der Bakteriengruppe der Spirochäten. Andere Mitglieder dieser Gruppe, wie Syphilis oder Leptospirose (M. weil), können in verschiedenen Screeningtesten zu einem falsch positiven Testergebnis führen. Ein Bestätigungstest (Borrelienblot) sollte dann angeschlossen werden.

Antibiotika können das Testergebnis beeinflussen, sodass eine vor dem Test begonnene Antibiotika-Therapie dem Arzt mitgeteilt werden muss. Eine frühe Antibiotikatherapie kann die Immunantwort abschwächen und so trotz Infektion zu einem sehr schwachen oder negativen Antikörpernachweis führen.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur ist die Probe für 5 Tage stabil, während dieser Zeit können Antikörper zuverlässig bestimmt werden. Wird die Probe bei 4°C gelagert, ist sie für 4 Wochen stabil. Bei Lagerung bei -20°C können Antikörper auch nach Jahrzehnten noch nachgewiesen werden.

Referenzbereich

  • Normalerweise werden keine Antikörper nachgewiesen.
  • Referenzbereich: Negativ
  • Der Grenzwert für positive Ergebnisse kann von Labor zu Labor oder bei unterschiedlichen Methoden schwanken, da es keine Standardisierung der Referenzbereiche gibt. Die für den Befund gültigen Referenzbereiche sollten daher die im Laborbefund angegeben werden.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

Antikörper werden bevorzugt aus Serum gemessen. Die Verwendung von EDTA- bzw. Heparinplasma oder auch Citratplasma sollte nur erfolgen, wenn die entsprechenden Testsysteme dafür evaluiert wurden und dies in der Testbeschreibung angegeben ist.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle

Es besteht keine Ringversuchspflicht nach den RiLiBäk. Die Methode ist soweit möglich normiert und standardisiert. Jedoch können gerade bei der Bestimmung von Antikörpern auf verschiedenen Testsystemen oft erhebliche quantitative Titerunterschiede auftreten, sodass Titerverläufe nur auswertbar sind, wenn sie mit dem selben Test durchgeführt wurden. Qualitätskriterien sind definiert und werden in verschiedenen externen Ringversuchen geprüft.


Häufige Fragen (FAQ)

Nachfolgend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Borreliose.


Lyme – Behandlung?

Was ist die richtige Behandlung der Borreliose (Lyme Erkrankung)?

Ist eine aktive Borreliose (Lyme Erkrankung) festgestellt worden, muss mit Antibiotika behandelt werden. Häufig sind die Befunde nicht eindeutig und die Borreliose kann nicht sicher diagnostiziert werden, sodass dann eine Antibiotikatherapie unter Abwägung der möglichen Nebenwirkungen diskutiert werden kann.


Vor Infektion schützen?

Gibt es Möglichkeiten sich vor einer Infektion zu schützen?

Ja! Bei Aufenthalt im Garten oder im Wald in Zecken verseuchten Gebieten, sollte der Kontakt mit Erde, Blätter und Pflanzen vermieden werden, tragen heller Kleidung, geschlossener Schuhe und benützen von Insektenschutzmittel die DEET enthalten.

Absuchen der Kleidung und freier Hautestellen nach Zecken und sofortige Entfernung dieser. Tiere wie Hunde, Katzen, Pferde und Kühe können ebenfalls Träger der Zecken sein. Absuchen des Haustieres nach Zecken, vor allem an Kopf, Nacken, Ohren und zwischen den Zehen. Benützen eines vom Tierarzt verordneten Insektenschutzmittels.


Symptome & Erkennung?

Wie kann man die Krankheit erkennen wenn kein Ausschlag auftritt?

Zecken Borreliose

Bei Borreliose kommt es zu grippeähnlichen Symptomen

Der Ausschlag tritt nur bei 50% der Infektionen auf. Der Ausschlag kann die typische kreisrunde Rötung zeigen, kann aber auch eine blasse oder rötliche Farbe haben und mit Spinnenbissen oder Flechtengrind verwechselt werden.

Er tritt i.d.R. erst nach dem zweiten Tag bis wenige Wochen nach dem Stich auf und kann schnell wieder verschwinden. Man sollte man ein Bild des Ausschlages anfertigen und dem Arzt vorlegen, falls sich der Arztbesuch mehrere Tage verzögert.

Andere Symptome der Borreliose (Lyme Erkrankung) sind Müdigkeit, Schüttelfrost und Fieber, Kopfschmerzen, Muskel und Gelenkschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Bei vorliegen dieser Symptome ohne eine Erklärung dafür zu haben, sollte man sich vom Arzt untersuchen lassen.


Zecken – Krankheiten?

Können noch andere Krankheiten durch Zeckenstiche übertragen werden?

Ja, weitere, zum Teil schwer verlaufende Erkrankung können auch durch Zeckenstiche übertragen werden. In verschiedenen Endemiegebieten tragen die Zecken das fsme-Virus in sich und können beim Stich den Menschen infizieren.

In Gebieten hoher Verbreitung, wie z.B. ganz Österreich, wird ein Impfung empfohlen. fsme (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis) kann zu schweren Gehirnhautentzündungen führen. Erkrankungen die in Europa selten von Zecken übertragen werden, sind die Babesiose und das Fleckfieber (Rickettsiose).


Weitere Tests?

Gibt es noch andere Teste, um ein Borreliose nachweisen zu können?

Ist der Antikörpertest negativ, ist – abgesehen von der ganz frischen Infektion mit der typischen Hautrötung – eine Borreliose extrem unwahrscheinlich. Weitere Teste, wie den LTT (Lymphozytentransformationstest) oder die Bestimmung der CD57 positiven T-Zellen sind nicht ausgereift und unterstüzten die Diagnose praktisch nicht. Chronische Verläufe mit Gelenkbeschwerden zeigen fast immer hoch positive Antikörpertestergebnisse.

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