Borreliose

Definition Borreliose

Zecken Borreliose

Die Erkrankung Borreliose kann sowohl bei Menschen, ALS auch bei Säugetieren vorkommen. Sie bezeichnet unterschiedliche Infektionserkrankungen. Auslöser hierfür sind Borrelia-Bakterien, welche zur Gruppe der Spirochäten (gramnegative, wendelförmige, sich aktiv bewegende Bakterien) gehören.

Zecken gelten als Haupt-Übertragungs-Faktor, ein Befall sämtlicher Körpergewebe kann für eine Vielzahl verschiedener klinischer Symptome verantwortlich sein. Der Begriff Borreliose leitet sich von der Gattungsbezeichnung Borrelia ab, welche ihren Namen von dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel bekam.

Steckbrief: Borreliose

  • Name(n): Borreliose; Lyme-Krankheit
  • Art der Krankheit: Infektion
  • Verbreitung: Nordhalbkugel mit regionalen Häufungen
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 17. Jahrhundert
  • Behandelbar: Meistens
  • Art des Auslösers: Zeckenbisse; Bakterien
  • Wieviele Erkrankte: Zw. 50.000 und 250.000
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Notarzt

Was ist Borreliose?

Es gibt einige Formen dieser Krankheit, zu den bekanntesten zählen die Lyme Borreliose sowie das Rückfallfieber. Als Auslöser ersterer gilt das Bakterium Borrelia burgdorferi. Ein Befall sämtlicher Gewebe und Organe ist möglich. In den meisten Fällen wird es von dem Holzbock (Zeckenart) in ausgewachsener Form, als auch von dessen Larven (Nymphen) übertragen. Seltener sind Stechmücken sowie Pferdebremsen für eine Infizierung verantwortlich. Während man den Biss eines Holzbockes meist entdeckt, ist dies bei den Nymphen nicht der Fall. Sie sind mit dem bloßen Auge nur sehr schlecht erkennbar und verschwinden meist schnell nach der unbemerkten Blutaufnahme.

Unter die Krankheitsbezeichnung Borreliose fällt gleichfalls das sogenannte Rückfallfieber. Es wird von gleichnamigen Borrelien (Rückfallfieber-Borellien) verursacht. Diese können für zwei bakterielle Infektionskrankheiten verantwortlich gemacht werden. Als Überträger kommen Läuse und Zecken in Betracht. Nachgewiesen wurde, dass die in Mitteleuropa aufgetauchten nachgewiesenen Rückfallfieber aus anderen Ländern importiert wurden. Diese Art der Borreliose kommt daher bei uns sehr selten vor, in der Regel infizieren sich die wenigen Betroffenen bei Auslandsreisen. Eine der beiden Infektionskrankheiten ist das Läuserückfallfieber.

Erreger ist hierbei Borrelia recurrentis. Sie tritt sehr selten in Erscheinung, stellt sich dann jedoch oftmals als epidemisch dar. Die zweite Entzündungserkrankung ist das Zeckenrückfallfieber. Als Verursacher hierfür gilt der Erreger Borrelia duttoni. Bisher ausschließlich bei Tieren bekannt sind die Rinder- und Pferde-, Reptilien sowie Geflügelborreliose. Auslösende Erreger sind hierbei Borrelia theileri, Borrelia coriaceae, Borrelia latyschewii sowie Borrelia anserina.

Welche Ursachen führen zu Einer Borreliose?

In Deutschland wird die Borreliose in den meisten Fällen vom gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen, welcher die Infektion in sich trägt. Die Lyme-Variante findet sich bei uns überall, im Norden allerdings tauchen etwas weniger Fälle auf als im Rest des Landes. Als praktisch zeckenfrei gelten alle Regionen, die sich über 1.500 Meter über dem Meeresspiegel befinden.

Sich eine Zecke einzufangen, ist – zumindest für Menschen, die sich gerne und viel in der Natur aufhalten – nicht schwierig. Ihr Lebensraum sind Büsche, hoch gewachsenes Gras, Hecken und Bäume (Wälder). Holzböcke stellen aber auch keine Seltenheit in Stadtparks sowie im eigenen Garten dar. Oftmals passiert es auch, dass Katzen und Hunde die Spinnentiere mit ins Haus bringen und sie somit auf den menschlichen Körper gelangen. Je nach Klimaverhältnissen ist eine Übertragung der Borreliose von Zecken auf den Mensch auch im Herbst und Winter möglich, riskanter sind jedoch die Jahreszeiten Frühling und Sommer.

Die Übertragung der Krankheit muss nicht sofort beim Einstich des Holzbockes erfolgen, da sich die Erreger im Darm desselben aufhalten. Daraus folgt, je länger das Tierchen in der Haut verbleibt, desto größer ist die Gefahr einer Ansteckung. Sollte also eine Zecke entdeckt werden, kann durch eine schnelle Entfernung das Risiko einer Ansteckung mit Borreliose vermindert werden. Dies sollte mit größter Vorsicht vor sich gehen, da es eine Quetschung des Holzbockes wahrscheinlicher macht, dass die Krankheitskeime in die Wunde gelangen.

Es gibt eine Vielzahl an Borreliose erkrankten Menschen, welche sich in keinster Weise an einen Zeckenstich erinnern können. Dies liegt oftmals daran, dass in diesem Fall kein ausgewachsenes Spinnentierchen am Werk war. Insbesondere, wenn Larven dafür verantwortlich gemacht werden können, da diese nur selten entdeckt werden. Die bekannteste Übertragungsart ist die durch Holzböcke. Sehr selten werden auch Pferdebremsen und Stechmücken dafür verantwortlich gemacht. Die Möglichkeit einer Ansteckung an Borreliose von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

Symptome & Anzeichen

Viele Menschen infizieren sich mit einer Borreliose ohne es zu merken. Es muss also nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung oder symptomatischen Erscheinungen kommen. Oftmals stellt ein Arzt bei einem Test des Blutes zufällig fest, dass ein Borrelia-Erreger vom körpereigenen Abwehrsystem abgeblockt wurde. Dies kann in manchen Fällen bereits vor einem sehr langen Zeitraum geschehen sein. In der Regel tauchen Symptome im Laufe der Erkrankung in drei verschiedenen Phasen auf. Die Beschwerden sind oftmals sehr unterschiedlich, sie variieren zwischen leicht und schwer, zudem tauchen sie nicht immer in gleicher Reihenfolge auf.

Zahlreiche Symptome der Borreliose kommen auch bei anderen Krankheiten vor, so dass eine Diagnose oftmals nur sehr schwer gestellt werden kann. Ein Test des Blutes gibt Aufschluss darüber, jedoch muss der Arzt die Auswertung richtig zu deuten wissen. Zu den allgemeinen Symptomen gehören beispielsweise Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß sowie undefinierbare Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Lyme-Borreliose wird an einer Vielzahl Körperstellen zum Ausdruck gebracht, insbesondere der Haut, den Gelenken, dem Herz und Nervensystem. Erschwerend kommt beim Erstellen einer Diagnose weiterhin dazu, dass zwischen dem jeweiligen Erscheinen von Symptomen häufig sehr lange Zeiten liegen, in welchen der Betroffene völlig beschwerdefrei ist.

Typische Symptome in der Übersicht:

  • Ausschläge: In einem Zeitraum von drei Wochen nach dem Abfallen der Zecke entstehen kreisrunde rote Verfärbungen um die Stelle des Bisses. Meist ist dieser Ausschlag (Erythema migrans), der einen Diameter von bis zu 30 Zentimetern aufweisen kann, nur mit wenigen Symptomen verbunden. Es kann jedoch zu weiteren spontanen Entwicklungen ähnlicher anmutender Ausschläge in anderen Regionen des Körpers kommen.
  • Grippeähnliche Symptome: Zunächst äußert sich die Borreliose wie eine Grippe. Hierbei können Fieber, Schnupfen, Husten und kalter Schweiß ebenso auftreten, wie generelle Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen und Gliederschmerzen sowie allgemeines Unwohlsein.
  • Anschwellen der Gelenke: Besonders in den Knien von Betroffenen bilden sich häufig Schwellungen, die auf die Gelenke drücken, nichtsdestotrotz können besagte Schwellungen aber auch in allen anderen Gelenken des Körpers auftreten. Nämliche schränken das Bewegungsmoment stark ein und führen somit zu einer Imobilität.
  • Neurologische Symptome: Borreliose-Bakterien greifen vorallem die Gehirne ihrer Opfer an. Darüber hinaus muss dies nicht direkt erfolgen, sondern kann bisweilen Jahre dauern. Ist es jedoch so weit gekommen, dann führt dies in 90% der Fälle zu einer Meningitis, aber auch Lähmungen, Taubheit der Glieder, Wortfindungsstörungen usw. sind möglich.
  • Sonstige Symptome: Oftmals treten zusätzlich zu den oben genannten spezifischen Symptomen, auch noch allgemeinere auf. Darunter zählen u.a.: Übelkeit und Erbrechen, Hepatitis (Leberentzündung), Augenentzündungen, Herzrhythmusstörungen, starke Schübe von Müdigkeit, Verwirrtheit.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Allgemein gilt es zu erwähnen, dass eine Diagnose durch die meist wenig aussagekräftigen Symptome einer Borrelien-Infektion erschwert ist. Hierbei handelt es sich in der Regel um so genannte „unspezifische“ Symptome, d.h. dass dieselben oder zumindest ähnliche Anzeichen auch so oder so ähnlich aufgrund anderen Krankheiten auftreten können. Darüber hinaus kommt noch erschwerend hinzu, dass Zecken, die hauptverantwortlichen Überträger, gleichzeitig zu der Borreliose auch noch andere Krankheiten und Leiden verursachen können. Hierdurch erhöht sich abermals die Schwierigkeit, eine klare Diagnose stellen zu können.

Auch eine Anamnese ist nicht immer hilfreich. Zwar lässt sich hierdurch ermitteln, ob der Patient viel Zeit im Freien verbringt, was die Chancen eines Zeckenbisses steigerte, dennoch sind dies reine Indizien und keine harten Beweise für eine Borreliose.

In aller Regel bedient man sich zwecks Diagnostellung daher klinischer Tests, wie beispielsweise:

  • Elisa-Test (Enzyme-linked Immunosorbent Assay): Es handelt sich beim vorliegenden Test wohl um das am häufigsten angewendete Verfahren zur Feststellung einer Borreliose. Mithilfe dieses Tests sind spezielle Antikörper im Organismus nachzuweisen, die deutlich auf eine Infektion mit den zugrundeliegenden Bakterien hinweisen. Dennoch ist die Fehlerquote dieses Verfahrens recht hoch und sollte darum lediglich als begleitendes diagnostisches Mittel Anwendung finden.
  • Westernblot-Test: Insofern der ELISA-Test das Vorhandensein von entsprechenden Bakterien bestätigen konnte, bedient man sich des vorliegenden Tests, um die Ergebnisse des ELISA-Tests zu bestätigen. Beim Westernblot Test sucht man abermals gezielt nach mit der Krankheit korrespondierenden Antikörpern. Sind nämliche abermals zu finden, kann man meist von einer Infektion mit Borrelien ausgehen.

Verlauf der Krankheit:

Der Krankheitsverlauf ist nur bedingt fallspezifisch. Zwar äußert sich jede Borrelien-Infektion anders, dennoch bleibt der Krankheitsverlauf als solcher von Fall zu Fall relativ ähnlich. Lediglich die jeweilige Dauer der unterschiedlichen Phasen, kann personenabhängig sehr stark variieren.
Phase 1 – Hautinfektion
Bildung einer kreisrunden, scharf abgegrenzten Rötung, welche bereits nach wenigen Tagen, aber auch erst nach einem Monat erscheinen kann, nach dem Zeckenstich; meist vergrößert sich der Durchmesser und es verblasst die Farbe; weiterer Name für diese Hautveränderung ist Wanderröte, bei der Lyme-Borreliose gilt sie als wichtiger Hinweis auf diese Erkrankung, taucht jedoch nur bei jedem zweiten Patienten auf; Bindehautentzündung, Fieber sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkbeschwerden kommen ebenfalls in dieser Phase vor.

Phase 2 – Übergreifen auf den Organismus
Verbreitung des Borreliose-Erregers im gesamten Körper, Dauer zwischen einem Monat und halben Jahr; Lähmungserscheinungen, Nervenschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Meningitis oder Enzephalitis (Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung) inklusive Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen; Herzrhythmusstörungen, sollte das Herz mit betroffen sein.

Phase 3 – Chronischer Verlauf / späte Symptome
Schmerzen in den Gelenken (vermehrt sind die Kniegelenke betroffen) sowie Entzündungen, diese sind auch als Lyme-Arthritis bekannt; Hautveränderungen wie zum Beispiel Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer, d.h., die Haut, insbesondere an Armen und Beinen kann dünner werden oder eine bläuliche Verfärbung annehmen; chronische Neuroborreliose (Gehirn- und Rückenmarkentzündung) mit Lähmungen. Vorgenannte späte Symptome können selbst erst nach Monaten und Jahren zum Vorschein kommen.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Gemeine Holzbock

von H. Krisp (Eigenes Werk) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Zur Häufigkeit dieser Krankheit lässt sich zunächst einmal bemerken, dass lediglich Personen, die sich auf der Nordhalbkugel aufhalten oder aufgehalten haben einer potentiellen Gefährdung ausgesetzt sind. Dies hängt mit den Temperaturen zusammen. Borrelien ziehen ein kühleres oder gemäßigteres Klima vor und gedeihen in warmen Klimata nur sehr schlecht oder gar nicht.

Grundsätzlich kann man also sagen, dass lediglich Nordamerika, Europa und Nordasien potentielle Gefahrenherde einer Ansteckung bilden. Allerdings kann das Risiko auch hier von Region zu Region stark schwanken. Denn nicht jede Zecke trägt die Borreliose in sich. Hierzu werden jedes jahr spezielle Karten mit Gefährdungsgebieten ausgegeben.

Man geht weltweit von ca. bis zu 250.000 Neuansteckungen pro Jahr aus. Diese Zahlen sind allerdings alles andere als verlässlich. Insbesondere Statistiken aus dem asiatischen Raum sind eher rar und man muss sich hier häufig an Schätzungen bedienen.

Die Diagnosedaten sind bei diesem leiden von äußerster Wichtigkeit. Dies liegt primär daran, dass die Symptome, wie bereits erwähnt, oftmals sehr uneindeutig sind. Darum ist es von größter Wichtigkeit selbst den kleinsten Indizien nachzugehen und keine der gewonnen Daten unbeobachtet zu lassen.

In aller Regel lässt sich aber behaupten, dass die Medizin dazu in der Lage ist, einen Großteil der auftretenden Fälle korrekt zu identifizieren.

Komplikationen bei der Krankheit

Insofern man eine Borreliose unbehandelt lässt, können sich folgende Komplikationen einstellen:

  • Chronische Entzündungen der Gelenke (Lyme-Arthritis)
  • Neurologische Einbußen, wie Lähmungen (des Gesichtes) und Wortfindungsstörungen
  • Kognitive Beschränkungen, wie Erinnerungslücken, Konzentrationsschwächen und Verwirrtheit
  • Herzrhythmusstörungen

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer Opfer eines Zeckenbisses wurde und infolge dessen eins oder mehrere der oben genannten Symptome entwickelt hat, sollte ohne zu zögern sofort einen Arzt konsultieren.

Zwar tragen nur die wenigsten der Zecken entsprechende Borreliose Bakterien in sich, aber dennoch sollte man einen solchen Biss nicht auf die leichte Schulter nehmen. Darüber hinaus erhöht sich Chance einer Infektion mit der Dauer, die eine Zecke in der Haut des Menschen verbleibt. In aller Regel kann man davon ausgehen, dass eine Lyme-Krankheit nicht auftritt, wenn die Zecke bereits vor dem zweiten Tag nach erfolgtem Biss fachmännisch entfernt wird.

Dennoch sollte man prophylaktisch einen Arzt aufsuchen. Nicht zuletzt deswegen, weil eine frühe Behandlung die Heilungschancen immens steigert.

Des Weiteren sollte man auch einen Arzt aufsuchen, wenn man selbst keine Symptome verspürt. Dies liegt daran, dass Infektionen mit Borreliose teilweise vollends symptomfrei verlaufen können. Das ist bisweilen besonders gefährlich, da weder die behandelnden Ärzte noch die Betroffenen etwas von einer Infektion ahnen.

Behandlung & Therapie

Die Zeit spielt bei einer Therapie gegen Borreliose eine große Rolle. Heilbar ist diese nämlich nur, wenn eine Behandlung frühzeitig eingeleitet wird. Auch tauchen weit weniger Komplikationen auf, wird die Diagnose vom Arzt baldmöglichst gestellt. Dadurch bestehen große Chancen, dass eine Ausbreitung des Krankheitserregers noch nicht im gesamten Körper erfolgt ist. Spätfolgen werden dadurch in der Regel ausgeschlossen.

Europaweit findet das Antibiotikum Doxycyclin bei der Behandlung einer Borreliose seine Anwendung. Die Tabletten werden einmal am Tag eingenommen, je eine. Dieses Medikament eignet sich nicht für Kinder, da die Gefahr eines Eingreifens in das Wachstum der Knochen sowie Zähne besteht. Aufgrund der Tatsache, dass eine antibiotische Therapie auch bei den Jüngsten notwendig ist, kommen bei diesen andere Arzneimittel zum Einsatz. Diese beinhalten oftmals die Wirkstoffe Amoxicillin, Ceftriaxon, Penicillin G sowie Makrolide. In schweren Fällen, insbesondere bei Organeinschränkungen, welche durch Borreliose verursacht wurden, kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich werden. Dort ist es möglich, das benötigte Antibiotikum über eine Infusion direkt ins Blut zu befördern.

Auch schwangere Frauen sollten auf eine Therapie durch ein Antibiotikum nicht verzichten. Wird die Borreliose nicht schnell behandelt, erhöht sich das Risiko auf Spätfolgen. Sollte das Bakterium Borrelia burgdorferi in die Plazenta gelangen, wird davon ausgegangen, dass eine Entwicklungsstörung des Kindes vorkommen kann. Ebenfalls könnten durch die Erkrankung Organschädigungen und Totgeburten möglich sein, allerdings gibt es hierzu noch keine ausführlichen Untersuchungsergebnisse. Selbstverständlich kommt hierbei nicht das bewährte Antibiotikum Doxycyclin zum Einsatz.

Zur Verfügung steht zum Beispiel Amoxicillin, welches keinerlei Risiken für das Baby beinhaltet. Auch in der Naturheilkunde wird sich mit dem Thema Borreliose befasst. Diese wird ebenfalls auf geschwächte Abwehrkräfte zurückgeführt. Eine Förderung der Selbstheilungskräfte wird dadurch bei den Patienten angestrebt, hinzu kommt das Ausleiten von Schadstoffen aus dem Körper. Von den Indianern ist bekannt, dass diese gegen Zecken-Infektionen eine Therapie durch Schwitzkuren anwendeten. Dies lässt sich gut nachvollziehen, da Borrelien große Hitzeempfindlichkeit besitzen.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Der allerbeste Weg, diese Krankheit zu vermeiden, wäre es natürlich, Aktivitäten in der Natur grundsätzlich zu unterlassen oder auf die kühleren Jahreszeiten zu verschieben. Sicherlich ist das für viele begeisterte Naturfreunde verständlicherweise keine Alternative. Darum kann es förderlich sein, einige präventive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren:

  • Angemessene Kleidung: Wer sich durch dichtes Buschwerk schlagen will, sollte dies nicht in Sandalen und Hotpants tun. Lange Hosen, langärmlige Hemden, sowie festes Schuhwerk und ggf. Kniestrümpfe sind äußert empfehlenswert. Aber nicht nur für Jäger und Förster, auch Picknicker, Wanderer und Flaneure tun gut daran, sich angemessen zu kleiden, um einem Zeckenbiss zu entgehen.
  • Schutzsprays: Auf dem Markt gibt es eine ganze Reihe mehr oder weniger effektiver Schutzsprays gegen Insekten, unter anderem auch gegen Zecken. Diese können zwar oftmals helfen, sind aber teilweise auch bekannt dafür, schwerste allergische Reaktion bei den Anwendern auszulösen, daher sollte man sich im Vorfeld über etwaige Allergien informieren.
  • Regelmäßiges Absuchen: Erwachsene sollten sich jeden Abend, insofern sie tagsüber in der Natur unterwegs waren, auf Zecken hin absuchen. Sie sollten darüber hinaus nämliches für Kinder und Haustiere tun. Entdeckt man dabei Zecken, so kann man diese mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug selbst entfernen. Ansonsten hilft hier ein Arzt weiter.
  • Impfung: Es ist tatsächlich möglich, sich gegen eine Arten von Borrelien impfen zu lassen. Hierbei handelt es sich um die ebenfalls durch Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Um einen wirklich effektiven Schutz zu bieten, sind drei Impfungen erforderlich. Diese sollten jeweils etwa mit vierzehn tagen Abstand erfolgen und bieten daraufhin für etwa ein Jahr ausreichend Schutz. Wer diesen Schutz verlängern möchte, sollte sich abermals impfen lassen. Dadurch wird man für etwa drei bis fünf Jahre immunisiert. Danach Ist das Prozedere zu wiederholen.Völligen Schutz und komplette Immunität verschafft eine Impfung einem also nicht, dennoch kann sie ein probates Mittel gegen die von den Zecken ausgehende Bedrohung sein.Besonders Urlaubern, die sich in Gebieten mit einer hohen Ansteckungsgefahr aufhalten wird vor Reiseantritt zu einer solchen Impfung geraten. Dasselbe gilt für Personen, die einen dauerhaften Wohnsitz in einem solchen Gebiet haben.

Prognose zur Heilung

Bei einer frühen Erkennung der Krankheit bestehen in aller Regel gute bis sehr gute Heilungschancen. Je später man den Ursachen für etwaige Symptome jedoch auf den Grund kommt, desto tragischer endet eine Borreliose meist.

Die durch die genannten Bakterien verursachten Leiden sind zwar häufig nicht imminent tödlich, dennoch können sie die Lebensqualität von Betroffenen oft stark mindern. Insbesondere betroffene Haustiere sind oftmals einzuschläfern. Menschen dagegen reagieren meist langsamer auf die Krankheit. Nichtsdestoweniger ist es möglich, dass auch sie massive Spätschäden davontragen, die sie zu einem Pflegefall machen können.

Darum ist eine Früherkennung absolut notwendig und man sollte nicht zögern.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel gegen Zeckenbisse gibt es viele. Manche davon helfen erwiesenermaßen tatsächlich, andere machen die Sache meist nur noch schlimmer. Darum sollte man hier als potentieller Verwender eines solchen klar abwägen, was man sich im Zweifel antun kann.

Dies beginnt schon beim Entfernen der Zwecke. Viele Menschen schwören darauf, die Zecke vor dem Entfernen mit Öl zu beträufeln. Das sollte man auf keinen Fall tun! Dieses Vorgehen löst Stress in der Zecke aus, welcher wiederum dazu führt, dass sie die in ihr lebenden Bakterien alle auf einmal in den Wirt abgibt.

Andere Hausmittel, wie Zwiebeln und Spitzwegerich dagegen sind sehr probat und können ohne Bedenken benutzt werden.


Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Hier empfiehlt sich besonders die äußere Anwendung von ätherischen Ölen. Diese dient nicht nur dazu, Zecken im Vorfeld davon abzuhalten, auf den etwaigen Wirt überzugehen, sondern hilft auch dabei, wenn dieser Fall dennoch eingetreten ist.

Oftmals jucken Zeckenbisse, ob infiziert oder nicht, sehr stark. Hier können ätherische Öle und punktuelle Massagen Abhilfe leisten.


Behandlungen

Die explizit notwendigen Behandlungen sind jeweils vom ausgewählten Heilpraktiker abhängig. Eine Beratung über nämlich ist vor Ort zu erfolgen und ist darüber hinaus nicht in die Tat umzusetzen, bevor man kein grünes Licht vom zuständigen Mediziner erhalten hat. Auf diese Weise lassen sich Komplikationen bereits im Vorfeld ausschließen und der Heilungsprozess ist ungestört zu befördern.


Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Spitzwegerich
  • Knoblauch
  • Zwiebel
  • Eukalyptus
  • Pfefferminze
  • Ringelblumen

All die oben genannten Heilpflanzen sind entweder in ihrer frischen Form in einem Mörser zu zerstoßen und daraufhin auf die Wunde aufzutragen oder in Form einer Tinktur anzuwenden. Diese kann selbst oder von einem Heilpraktiker hergestellt sein. Darüber hinaus dient das Einreiben mit Zwiebeln und Knoblauch eher der Prävention, wohingegen die anderen genannten Mittel primär der Nachsorge dienen.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Ackerminze
  • Teebaumöl
  • Kokosöl
  • Oregano
  • Grapefruit
  • Myrrhe

Anders als sonst üblich, sind diese ätherischen Öle nicht vornehmlich im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden, sondern äußerlich. Gerade deshalb sollte man vor einer Verwendung der o.g. Substanzen Rücksprache mit einem Arzt halten, um etwaigen allergischen Reaktion effektiv vorbeugen zu können.

Darüber hinaus kann man die vorliegenden Öle natürlich auch in einer dafür vorgesehenen Duftlampe anwenden. Lediglich der direkte Nutzen wird dadurch etwas minimiert.


Homöopathie

  • Apis
  • Ledum palustre
  • Caladium seguinum
  • Lachesis
  • Calium sulfuricum
  • Crotalus

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Schüssler-Salze

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Diät & Ernährung

Es gibt keine speziell gegen Borreliose entwickelten Diäten. Dennoch ist eine allgemeine gesunde und vitaminreiche Ernährung zur Stärkung des Immunsystems immer empfehlenswert.

Eine solche schützt zwar nicht vor Zeckenbissen, kann aber dem Organismus dabei helfen, eine Borreliose abzuwehren oder zu schwächen. Eine gesunde Ernährung bietet in diesem Falle also eine Hilfe zur Selbsthilfe.


Alternative Behandlungen

Alternative Behandlungen, die eine schulmedizinische Behandlung komplett ersetzen sind bestenfalls grob fahrlässig. Eine Borreliose oder die daraus resultierende Lyme-Krankheit sind schwerwiegende Gebrechen, die einer sachkundigen schulmedizinischen Behandlung bedürfen. Alles andere ist reine Selbstgefährdung.

Dennoch können Heilpraktiker unterstützend hinzugezogen werden. Insbesondere dann, wenn die Krankheit bereits besiegt wurde und man nach einer ganzheitlichen Nachsorge sucht.

FAQ – Fragen & Antworten

Lebe ich in einem gefährdeten Gebiet?

– Wie bereits erwähnt, ist nicht jede Region gleichsam stark von vorbelasteten Zecken betroffen. Ob man selbst in einer solchen Gefahrenzone wohnt, lässt sich dem Internet entnehmen. Darüber hinaus stellt die Bundesregierung jährlich neue Karten zur Verfügung, auf denen solche gebiete ausgewiesen sind.

Kann ich eine Zecke bedenkenlos selbst entfernen?
– Bedenkenlos vielleicht nicht, aber dennoch ist dies grundsätzlich möglich. Insbesondere dann, wenn man dahingehend bereits durch eine erfahrene Person eingewiesen wurde. Dennoch sollte man solche Unternehmungen nur mit größter Vorsicht starten und nicht nervös sein, wenn es einmal daneben geht. Bleibt der Kopf stecken, sofort zum Arzt!

Bin ich nach einer Borreliose-Infektion immun?
– Nein, auf keinen Fall. Es wird landläufig immer wieder angenommen, dass man nur ein einziges Mal an einer Borreliose erkranken könne. Das ist schlicht falsch. Darum gilt auch noch nach einer überstandenen Erkrankung das Gebot der äußersten Vorsicht.

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