Beckenbodentraining

Sport untenrum

Behandlung BeckenbodentrainingDas Beckenbodentraining wurde nach dem Erfinder Arnold H. Kegel benannt und wird daher auch als Kegeltraining bezeichnet.

Im Groben und Ganzen wird bei dieser Methode der komplette Bereich der Muskulatur im Beckenbereich trainiert und gestärkt.

Bei einer weniger starken Muskulatur können im Alter Probleme entstehen.
Dazu gehört beispielsweise die Harninkontinenz.

Wird das Becken ausreichend trainiert, so kann oftmals eine angenehme Abhilfe geschaffen werden.

Was ist das Beckenbodentraining?

Mit Hilfe des Beckenbodentrainings wird die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens gestrafft und trainiert. Dies sorgt dafür, dass Erkrankungen wie der Harninkontinenz entgegengewirkt wird. An sich wird der Verschluss des Anus und der Uretha (der Harnröhre) in puncto Muskulatur unterstützt.

Nicht nur die Verschlüsse profitieren vom Beckenbodentraining, sondern auch die befindlichen Organe im Bereich des Bauches und des Beckens. Somit nutzt man das Training nicht nur für die Behandlung bei Inkontinenz, sondern auch zur Vorbeugung diverser Krankheiten.

An sich sieht man den Beckenboden nicht, dennoch ist ein Training von Vorteil.

Ursprung & Entwicklung

Erfunden wurde das Beckenbodentraining von Arnold H. Kegel (1894 bis 1981). Daher ist auch die Bezeichnung Kegeltraining im Umlauf, bedeutet jedoch dasselbe.

Nachdem der Bereich des Beckenbodens erforscht wurde und auch die Ursache von Inkontinenz geklärt war, wurde eine Behandlungsmethode entwickelt, die dem vorbeugen soll. Auch eine Heilung ist in einigen Fällen mit dem Beckenbodentraining möglich.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Die Trainingsformen für das Beckenbodentraining fallen sehr verschieden aus. In einigen Methoden werden zusätzlich Hilfsmittel angewandt, die den Trainingseffekt optimal verbessern sollen. Schaumstofftampons sind nur eins dieser Dinge. Im Endeffekt werden die Hilfsmittel voll und ganz auf den Patienten angepasst. Hierbei treten schon allein zwischen dem Geschlecht und dem Krankheitsbild enorme Unterschiede auf.

Oftmals müssen die Hilfsmittel vom Patienten in der Scheide oder am Anus gehalten werden, um die Muskulatur dadurch stärken zu können. Auch der Wechsel erfolgt vom Patienten. Ziel dabei ist es, vorhandene Inkontinenzen zu mindern oder gar zu stoppen. Alternativ kann aber auch vorgebeugt werden, wenn ein Verdacht auf eine mögliche Inkontinenz besteht.

Hilfsmittel, welche vom Patienten gehalten werden müssen, sind jedoch nicht die einzige Methode. In Fitnesscentern entdeckt man beispielsweise oftmals eine spezielle Beckenbodenmaschine. Hier kommt ein geschultes Personal in das Spiel. Diese geben genaue Einweisungen, wie die Anspannungen sowie Entspannungen beim Beckenbodentraining erzielt werden müssen, um optimale Erfolge verbuchen zu können.

Eine weitere beliebte Methode ist das sogenannte EMS-Gerät. Dabei handelt es sich um eine elektrische Muskelstimulation. Physiotherapeuten übernehmen die Einweisung des Gerätes, im Anschluss können die Übungen ganz bequem von zu Hause aus durchgeführt werden. An- sowie Entspannung in Wechselbeziehung zueinander gehört zu diesen Übungen. Diese können bequem vor dem Fernseher, im Auto oder bei sämtlichen anderen Aktivitäten durchgeführt werden.

Durchführung & Wirkungsweise:

Die Durchführung erfolgt meist unter ärztlicher Absprache. In Verbindung mit einem Physiotherapeuten können ebenfalls Trainingsmethoden absolviert werden. Nach Einführung und Absprache jedoch werden die meisten Übungen von zu Hause aus vollzogen.

Behandlung BeckenbodentrainingDer erste Schritt jedoch ist eine genaue Diagnose des Krankheitsbildes oder ein eventuelles Risiko durch eine bereits erschlaffte Muskulatur oder einem Unfall, der im Vorfeld geschehen ist.

Auch eine Schwangerschaft kann zu einer Inkontinenz führen. Genau aus diesem Grund ist ein Beckenbodentraining während und nach der Schwangerschaft sinnvoll.

Sobald die genaue Diagnose gestellt wurde, kann eine geeignete Methode ausgewählt werden.

Auch die Anzahl und Wiederholungen bei den Übungen werden festgelegt, um sich nach und nach langsam steigern zu können und somit optimale Ergebnisse zu erzielen.

Somit wird die Beckenbodenmuskulatur Schritt für Schritt gestärkt und somit optimal entgegengewirkt oder sogar eine vorhandene Inkontinenz geheilt.

Hilft gegen:

 

  • Blasenschwäche
  • Darmschwäche
  • Haltungsschwächen
  • Übergewicht

Zusätzlich bei Frauen:

 

  • Vor sowie nach der Geburt
  • Bei einer Gebärmutterabsenkung
  • Nach Operationen im Beckenbereich
  • Bei einer Bindegewebsschwäche in den Wechseljahren (durch die Hormonveränderung)

Zusätzlich bei Männern:

 

  • Nach Operationen an der Prostata
  • Bei Potenzproblemen

Hauptbestandteil des Beckenbodentrainings ist die Harn- sowie Stuhlinkontinenz. Jedoch können auch weitere Probleme und Erkrankungen ausschlaggebend sein, um diese Trainingsmethode durchzuführen. Zudem wirkt das Stärken des Beckenbodens nicht nur, wenn man bereits erkrankt ist. Wer regelmäßig seinen Beckenboden trainiert, kann einigen Krankheiten ideal vorbeugen.

Fördert & stärkt:

 

  • Beckenbodenmuskulatur
  • Verschlüsse an Urethan sowie Anus
  • Einzelne Organe im Bauch- sowie Beckenbereich werden optimal gestützt
  • Lustgefühl

Diagnose & Untersuchungsmethoden

In erster Linie ist es wichtig, den Ursprung herauszubekommen, wodurch der Patient an einer Inkontinenz erkrankt ist. Auch der Grad der Erkrankung spielt eine wichtige Rolle sowie die momentan Verfassung der Beckenbodenmuskulatur.

Wurden all diese Aspekte nach einem ausführlichen Beratungsgespräch überprüft, so kann eine Behandlungsmethode ausgesucht werden. Jedoch erfolgen erst einige Untersuchungsmethoden. Dazu gehört beispielsweise ein Trinktagebuch. Hier listet der Patient all die Dinge auf, die er getrunken hat und wann er jeweils auf Toilette musste und wie viel. Aber auch Untersuchungsformen wie Ultraschall geben deutlich mehr Aufschluss.

Risiken & Nebenwirkungen:

 

  • Muskelzerrungen im Beckenbereich
  • Druckgeschwüre bei EMS-Anwendung
  • Harnwegsinjektionen

An sich bringt das Beckenbodentraining deutlich mehr Vor- als Nachteile. Dennoch verstecken sich einige Gefahren hinter der Behandlungsmethode. Wird die Trainingsmethode beispielsweise falsch durchgeführt, so kann es passieren, dass man die falschen Muskelpartien trainiert. Die Beckenbodenmuskulatur bleibt in diesem Punkt unberührt. Zudem können aber auch Muskelzerrungen eintreten, welche sich als sehr schmerzhaft erweisen.

Wird das Training regelmäßig und über einen langen Zeitraum vollzogen, so können Druckgeschwüre entstehen. Vorrangig geschieht dies bei der Anwendung eines EMS-Gerätes. Eine weitere Gefahr besteht bei Frauen, indem Keime in die Vagina eindringen. Die Folge dessen können Harnwegsinjektionen sein.

Tipp: Wird das Training regelmäßig sowie korrekt angewandt, so birgt es vorrangig nur Vorteile. In den wenigsten Fällen treten Gefahren und Nebenwirkungen ein, wenn das Beckenbodentraining richtig vollzogen wird.

Wer behandelt?

 

Je nach Krankheitsbild oder Vorbeugung fällt die behandelnde Person recht unterschiedlich aus. Während und nach einer Schwangerschaft kommt die Hebamme in das Spiel. Handelt es sich um eine Inkontinenz ohne Schwangerschaftshintergrund, so wird die Diagnose von einem Hausarzt gestellt. Durchführender Part sind meist Physiotherapeuten. Aber auch Spezialisten in Fitnesscentern können für ein optimales Beckenbodentraining sorgen.

Unser Fazit:

Das Beckenbodentraining bringt deutlich mehr Vorteile als Risiken mit sich. Somit braucht man sich bei korrekter Anwendung keinerlei Sorgen machen, Schäden davonzutragen. Zudem kann eine bestehende Inkontinenz gemindert oder gar geheilt werden.

Zur Vorbeugung einer Inkontinenz und zum idealen Stützen der vorhandenen Organe im Becken- sowie Bauchbereich ist das Kegeltraining zudem geeignet. Die Anwendungsmethoden sind verschieden und werden vom behandelnden Arzt individuell festgelegt, um das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können.

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