Harninkontinenz

Inhaltsverzeichnis Harninkontinenz

Harninkontinenz

Ursachen

Symptome

Diagnose

Therapie


Harninkontinenz

Was ist Harninkontinenz? Unter Harninkontinenz versteht man den Verlust der Kontrolle über den Urinabgang.

Man unterscheidet dabei unterschiedliche Schweregrade: bei der leichten Form (Grad I) geht Harn nur bei Lachen, Niesen oder Husten in aufrechter Haltung ab; bei der fortgeschrittenen Form (Grad II) geht Harn bei leichter körperlicher Belastung wie Treppensteigen ab.

Bei der schweren Form (Grad III) geht Harn im Stehen oder Liegen auch ohne körperliche Betätigung ab. Harninkontinenz kommt häufig im Alter vor, bei Frauen häufiger als bei Männern.

Bei Harninkontinenz kann eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder eine Störung der Innervation der Schließmuskulatur der Harnblase  vorliegen.

Ursachen

Inkontinenz kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, dazu gehören Beckenbodensenkung, Harnwegsinfekte, Verletzungen der Harnblase oder Harnröhre, Harnblasenüberdehnung durch ein Abflusshindernis, eine Blasen-Scheiden-Fistel, oder eine Schädigung des Rückenmarks.

Belastungsinkontinenz (oder Stressinkontinenz), also Harndrang bei körperlicher Belastung, entsteht durch eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur, z.B. nach mehreren Geburten oder infolge Östrogenmangel in den Wechseljahren.

Drang-Inkontinenz, d.h. plötzlicher Harndrang mit unmittelbar folgendem Harnabgang, kann durch Störung der Steuerung der Blasenmuskulatur entstehen, oder durch Blasenentzündung, Blasensteine, Prostatavergrößerung sowie psychisch bedingt sein.

Überlaufinkontinenz, d.h. ständiges Harntröpfeln bei gefüllter Blase, entsteht meist durch eine Verengung des Blasenausgangs, z.B. durch Blasensteine. Kindliche Harninkontinenz, das sogenannte „Einnässen“ während des Schlafs nach dem 5. Lebensjahr, ist meist auf psychische Ursachen oder rezidivierende Harnwegsinfekte zurückzuführen.

Symptome

Unwillkürlicher Harnabgang ist das Hauptsymptom. Betroffene trinken häufig zu wenig, wodurch es zu Austrocknung kommen kann, auch können durch den stark konzentrierten Harn Hautprobleme im Genitalbereich auftreten.

Diagnose

Grundlage für die Diagnose ist das Arzt-Patienten-Gespräch. Zur Objektivierung und Quantifizierung dienen Windel-Tests und das Führen eines Miktions-Tagebuchs (Miktion = Blasenentleerung). Mit Hilfe von Blutuntersuchungen kann der Östrogen-Spiegel bei Frauen bestimmt werden. Bildgebende Diagnostik wie Ultraschall dient der Abklärung von Anomalien und Erkrankungen der Harnwege.

Therapie

Zur Behandlung von Stressinkontinenz hat sich Beckenbodengymnastik bewährt. Ein nachgewiesener Östrogenmangel kann durch Zufuhr von Östrogenen behoben werden. Zur Vorbeugung oder in leichten Fällen können Frauen in den Wechseljahren pflanzliche Östrogene  einnehmen, z.B. Präparate mit Mönchspfeffer (Agnus castus).

Wenn konservative Maßnahmen nicht zu einer Besserung führen, kann eine Operation notwendig sein, ebenso wie bei Inkontinenz infolge einer Verengung des Blasenausgangs oder einer Blasen-Scheiden-Fistel.

Bei der Drang-Inkontinenz besteht die nicht-medikamentöse Therapie in einer Umstellung der Trink- und Miktionsgewohnheiten, z.B. indem man alle zwei Stunden etwas trinkt und 30 Minuten später – auch ohne Harndrang –  die Toilette aufsucht. Schmerzmittel oder krampflösende Medikamente können die Beschwerden lindern. In schweren Fällen kann ein Dauer-Katheter gelegt werden. Viele Betroffene, die inkontinent werden, neigen zu gesellschaftlichem Rückzug. Ihnen kann eine Selbsthilfegruppe beim Umgang mit der Inkontinenz helfen.

Windelhosen können wieder Sicherheit verleihen. Blasenschwäche kann man mit Tees oder Präparaten unterstützend behandeln, z.B. mit Gänsefingerkraut (Potentilla anserina), das krampflösend wirkt. Cranberry- und Kürbiskern-Präparate können die Blasenfunktion stärken. Gegen Harninkontinenz werden verschiedene homöopathische Mittel empfohlen, wie Alumina, Kalium phosphoricum oder Xerophyllum (alle D6).

Alumina ist das Mittel für den frostig wirkenden Menschen oder Menschen mit schlaffer Verstopfung. Kalium phosphoricum ist für konservativ, extravertiert  und gestresst wirkende Menschen mit allgemeinem Schwächezustand geeignet. Xerophyllum-Typen neigen zu Ekzemen und Kopfschmerzen.

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