Prostata

Die Prostata – Das unbekannte Organ

Jeder Mann hat sie, doch ist sie für viele ein Mysterium, die Prostata. Oft ist das Thema mit Scham behaftet und findet wenig Beachtung. Dabei übernimmt die Prostata eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Und sie hat großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit eines Mannes. Dieser Artikel soll helfen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und über den Aufbau und die Funktionen dieser kleinen Drüse aufklären. Außerdem werden die häufigsten Krankheiten, die mit der Prostata in Zusammenhang stehen, beschrieben.

Was ist eine Prostata

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein Organ, das ausschließlich beim Mann vorkommt. Diese Drüse, die in etwa die Größe einer Kastanie hat, sitzt unter der Blase und umschließt die Harnröhre. Sie gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und übernimmt verschiedene Aufgaben. Zu der Hauptaufgabe der Prostata gehört die Sekretbildung. Diese beginnt erst mit der Geschlechtsreife. Das von der Prostata gebildete Sekret ist Teil des Spermas und enthält viele verschiedene Stoffe, die wiederum unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Außerdem unterstützt die Vorsteherdrüse aufgrund ihrer Lage auch den Verschluss der Harnblase. Eine weitere Funktion übernimmt die Prostata im Hormonstoffwechsel. Sie sorgt dafür, dass das Geschlechtshormon Testosteron in Dihydrotestosteron umgewandelt wird.
Da die Funktionen dieses Organs so zahlreich wie wichtig sind, sollte im Krankheitsfall schnell der Arzt aufgesucht werden. Werden Probleme mit der Prostata nicht oder erst sehr spät behandelt, können schwerwiegende Beeinträchtigungen die Folge sein. Im Falle einer Tumorerkrankung besteht sogar Lebensgefahr.

Funktionen und Aufgaben

Die wesentliche Funktion der Prostata besteht in der Produktion des Prostatasekrets, eine milchige und dünne Flussigkeit, die mit einem pH-Wert von 6,4 leicht sauer ist. Diese Flüssigkeit wird erst ab der Pubertät erzeugt. Das von der Vorsteherdrüse produzierte Sekret macht in etwa ein Drittel des Spermas aus. Ein erheblicher Anteil, im Vergleich zu dem spermahaltigen Sekret, das in den Hoden und Nebenhoden produziert wird und nur etwa 3-5 Prozent des Ejakulats ausmacht. Die Flüssigkeit der Prostata enthält wichtige Enzyme, wie das Prostataspezifische Antigen (psa), das für die Verflüssigung des Spermas sorgt. Ein weiterer wichtiger Stoff ist das Spermin. Es schützt die in den Spermien befindliche dna, also das Erbgut. Die Prostata, das so kleine und wenig beachtete Organ, hat somit wesentlichen Einfluss auf die Fruchtbarkeit eines Mannes.

Weitere wichtige Aufgaben kommen der Vorsteherdrüse aufgrund ihrer Lage zu. Bei einer Ejakulation etwa kontrahieren die Muskeln der Prostata und drücken so das Sekret in die Harnröhre. Dort vermischt es sich mit den Spermien und dem Sekret der Samenblase. Dieser Prozeß wird Emission genannt.
Die Muskulatur der Prostata sorgt gleichzeitig dafür, dass das so entstandene Sperma nicht in die Blase gedrückt wird. Umgekehrt sorgt sie außerdem dafür, das beim Wasserlassen kein Urin in den Spritzkanal gelangt.

Die Aufgaben der Prostata zusammengefasst:

  • Bildung des Prostatasekrets
  • die Prostata drückt durch Muskelkontraktion das Sperma nach außen
  • die Prostata verhindert, dass Sperma in die Blase gelangt
  • die Prostata verhindert, dass Urin in den Samenleiter gelangt

Anatomie und Aufbau

Sowohl Männer als auch Frauen haben innere und äußere Geschlechtsorgane. Penis und Hodensack gehören zu den äußeren Geschlechtsorganen des Mannes. Neben den Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen und Cowper-Drüsen gehört die Prostata zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Genauer gesagt zu den akzessorischen Geschlechtsdrüsen, die entlang des Genitaltrakts angelegt sind. Die etwa kastaniengroße Drüse mit einem Gewicht von ungefähr 20 Gramm befindet sich zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Hinter der Prostata befindet sich der Mastdarm, der mit der Prostata verbunden ist. Durch die Nähe zum Mastdarm kann die Prostata auf diesem Wege bei einer urologischen Untersuchung vom Arzt auf Veränderungen abgetastet werden.

Wie ein Ring umgibt die Prostata den Anfang der Harnröhre. Sie besteht aus einer Vielzahl von Drüsen, sowie Bindegewebe und Muskelfasern. Anatomisch lässt sich ihr Aufbau in drei Zonen unterteilen. Die zentrale Zone befindet sich im Inneren der Prostata und umschließet zusammen mit der transitionalen Zone den Harnleiter. Außerdem verlaufen die Samenleiter durch die zentrale Zone. Hauptteil der Prostata ist die außen liegende periphere Zone. Die Ausführungsgänge der Drüsen innerhalb der Prostata führen zum Harnleiter, wohin das Prostatasekret gedrückt wird. Die Samenleiter und die Ausführungsgänge der Samenbläschen ergeben zusammen die Spritzkanälchen, die durch die Prostata führen.
Die anfangs recht kleine Prostata kann in höherem Alter stark anwachsen und bis zu 100 Gramm schwer werden.

Kleines Organ, große Wirkung

Zwar hat die Prostata nur die Größe einer Kastanie, doch ihr Einfluss auf die Potenz des Mannes ist groß. Sie verflüssigt das Sperma und sorgt für die Beweglichkeit der Spermien. Ohne sie wäre die männliche Fruchtbarkeit stark eingeschränkt. Durch das Zusammenziehen der Muskel in der Prostata wird das Sperma in den Harnleiter gepresst. Sie ist also nicht nur erheblich bei der Produktion des Ejakulats beteiligt, sie sorgt auch dafür, dass das Sperma nach außen transportiert wird und die Spermien ihr Ziel erreichen können.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Solange die Prostata gesund ist und keine Beschwerden bereitet, wird sie kaum wahrgenommen. Treten allerdings Symptome auf, deutet dies auf eine Veränderung der Drüse hin. Auch wenn vielen Männern der Gang zum Urologen unangenehm ist, ist es wichtig die Scham zu überwinden und die Symptome abklären zu lassen. Nur so lassen sich Krankheiten rechtzeitig erkennen und behandeln.

Gutartige Prostatavergrößerung

Eine gutartige Vergrößerung ist die häufigste Veränderung der Prostata. Beinah jeder zweite Mann über Fünfzig leidet darunter. Die auch unter dem Namen Benige Prostatahyperplasie (BPS) bekannte Veränderung selbst stellt jedoch kein Krankheitsbild dar. Aufgrund der Lage der Prostata kann es dennoch zu unangenehmen Symptomen kommen. Da die Prostata die Harnröhre umschließt, kann diese zugedrückt werden. Dadurch entstehen Probleme beim Wasserlassen. Was sich anfänglich als abgeschwächter Harnstrahl bemerkbar macht, kann im Laufe der Zeit zu einem völligen Verschluss der Harnröhre führen. In vielen Fällen kann eine medikamentöse Therapie Abhilfe schaffen. Bleibt der erwünschte Effekt aus, raten Ärzte oft zu einem operativen Eingriff.

Prostataentzündung

Die Prostataentzündung (Prostatitis), unter der die Hälfte aller Männer ein Mal in ihrem Leben leiden, kann in verschiedenen Formen auftreten. Es gibt akute, sowie chronische Entzündungen. Außerdem unterscheidet die Medizin zwischen der bakteriellen und der abakteriellen Entzündung. Bei einer bakteriellen Entzündung der Vorsteherdrüse sind sowohl Ursachen als auch Behandlungsmethode klar. Hier sind Bakterien, die in die Prostata eingedrungen sind, schuld an der Infektion. Diese werden mit einem geeigneten Antibiotikum bekämpft.
Bei einer abakteriellen Prostatitis sind die Ursachen oft nicht ganz klar. Sie kann jedoch auch mit Medikamenten behandelt werden.
Beide Formen rufen Beschwerden wie Schmerzen im Unterleib, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang hervor.

Prostatakrebs

Im Gegensatz zu der gutartigen Vergrößerung, können auch bösartige, zumeist knotige Veränderungen an der Prostata auftreten. In diesem Fall spricht man von Krebs. Prostatakrebs ist die häufigste bei Männern vorkommende Krebserkrankung. Besonders im Alter steigt das Risiko zu erkranken. Jedes Jahr werden in Deutschland 60.000 neue Fälle diagnostiziert. Im Frühstadium löst ein Tumor meist keinerlei Beschwerden aus, was den Prostatakrebs besonders heimtückisch macht. Aus diesem Grund haben Vorsorgeuntersuchungen eine besondere Bedeutung. Hat sich ein Tumor erst einmal ausgebreitet, treten Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Samenerguss auf. Drückt der Tumor auf die Harnröhre, führt dies zu einem abgeschwächten Harnstrahl oder ruft Schmerzen beim Wasserlassen hervor.

Beste Heilungschance bei Früherkennung

Grade bei Krebserkrankungen kommt es auf ein schnelles Handeln an. Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten bei einer Therapie. Da ein Tumor im Frühstadium keine fühlbaren Beschwerden verursacht, sind Vorsorgeuntersuchungen von großer Bedeutung. Männer ab 45 sollten sich einmal jährlich vom Urologen untersuchen lassen. Dieser tastet die Prostata nach Unregelmäßigkeiten ab. Neben der Tastuntersuchung gibt es auch die Blutuntersuchung. Hierbei wird der psa-Wert im Blut gemessen. Besteht bereits der Verdacht einer Krebserkrankung, wird der Urologe die Prostata mit einem Ultraschallgerät untersuchen oder eine Biopsie vornehmen. Dazu werden kleine Gewebeproben entnommen und auf Krebszellen untersucht.

psa-Test

Der sogenannte psa-Test ist eine unter Urologen umstrittene Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs. Dazu nimmt der Arzt dem Patienten Blut ab. Das Blut wird dann im Labor auf seinen psa-Wert untersucht. Umstritten ist dieser Test deshalb, weil ein erhöhter psa-Wert kein sicherer Indikator für einen Tumor ist. Die Ursachen hierfür können auch ganz woanders liegen, manchmal haben auch völlig gesunde Männer einen erhöhten Wert. Wer dennoch einen psa-Test dürchführen lassen möchte, muss die Kosten hierfür selber tragen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Leistung nicht.

Typische & häufige Erkrankungen

 

  • gutartige Prostatavergrößerung
  • Prostatitis
  • Prostatakrebs

Fragen und Antworten

1. Ist Fahrradfahren schädlich für die Prostata?

Nein. Im Gegenteil: das Radfahren fördert die Gesundheit und vermindert somit das Risiko an Krebs zu erkranken. Sollte es zu Schmerzen beim Radfahren kommen, hilf ein bequemerer Sattel.

2. Verursacht eine Untersuchung Schmerzen?
Zu den gängisten Untersuchungsmethoden gehören das Abtasten oder die Darstellung der Prostata mithilfe eines Ultraschallgeräts. Beide Untersuchungen Gehen schnell und Laufen schmerzfrei ab.

3. Besteht bei einer vergrößerten Prostata ein erhöhtes Krebsrisiko?
Nein. Bei einer vergrößerten Prostata wachsen hauptsächlich die Zellen der Innenzone. Bösartige Tumore entstehen eher in den Randzonen. Dadurch wird deutlich, dass beide Erkrankungen nicht im Zusammenhang stehen.

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