Brackets

Brackets für makellose Zähne

 

Behandlung BracketsWer kennt sie nicht aus seiner Kinderzeit, die auffälligen Zahnspangen, die teilweise eine wahre Tortur waren.

Die modernen Einsätze, die ebenfalls ein Gleichrichten der Zähne bewirken, sind kosmetisch wesentlich ästhetischer.

In diesem Zusammenhang gelten insbesondere die sogenannten Brackets als beliebte Hilfsmittel in der Zahnmedizin.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Brackets.

 

Was sind Brackets?

 

Die Bezeichnung Brackets ist eigentlich nicht ganz exakt, denn richtig heißen diese Zahnspangen Multiband-Apparaturen mit festem Sitz. Sie werden aber im umgangssprachlichen Gebrauch häufig als Brackets bezeichnet.

Beim genauen Betrachten zeigt sich, dass es sich um Befestigungsvorrichtungen auf der Basis eines Klammersystems handelt. Der englische Begriff „Bracket“ bedeutet in die deutsche Sprache übersetzt Klammer, Feder oder Spange.

Brackets gehören zu den fest sitzenden Zahnspangen. Sie können im Unterschied zu den lockeren oder losen Komponenten von den Patienten nicht aus dem Mund genommen werden.

Sowohl das Lösen als auch das Einsetzen der Brackets übernimmt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde. Das hat den Vorteil, dass diese Korrektursegmente rund um die Uhr an den Zähnen verbleiben können. Im Gegensatz dazu werden die nicht fest eingesetzten Zahnspangen während des Schlafens aus dem Mund entfernt, um einem Verschlucken und der damit einher gehenden Erstickungsgefahr vorzubeugen.

Die Brackets sind kleine Module, die in Anlehnung an ihre Befestigungsart auch als Klebeteile definiert werden. Diese Korrekturvariante ist äußerst kostengünstig, zweckmäßig und effektiv. Deshalb zahlen die gesetzlichen Krankenkassen diesen Aufwand komplett.Die Brackets sind eigentlich nur ein Part, der typisch für die Konstruktion von Mutiband-Zahnapparaturen ist.

Der Aufbau dieser kieferorthopädischen Vorrichtungen basiert des Weiteren auf:

 

  • Bändern
  • Bogendrähten
  • Ligaturen
  • Alastics

 

Sowie bei Bedarf auf Zusatz- oder Hilfssegmenten wie:

  • Elastics beziehungsweise elastische Gummizügen
  • Druckfedern
  • Haken und Gummiringen
  • Headgear-Röhrchen

Jedes einzelne Element übernimmt wichtige Aufgaben, die im folgenden Text noch eingehend erklärt werden.

Mittlerweile werden die Brackets-Zahnspangen schon in verschiedenen Farben oder farblos angeboten. Diese entstehen durch das Einfärben der Klebekomponenten. Das machte diese Zahnspangen optisch ansprechend und sogar modisch.

Aber auch in Hinsicht auf die Formenvielfalt ist die Auswahl innerhalb der Brackets groß. Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene lassen sich einen unregelmäßigen Zahnstand deshalb mit den Brackets richten.

 

Ursprung und Entwicklung der Brackets

 

Schon in den 20er Jahren wurden die Multibandzahnspangen mit den Brackets genutzt. Allerdings mussten die Brackets zu dieser Zeit noch durch das Aufzementieren angebracht werden. Diese Zementierungssubstanzen wurden im Laufe der Zeit komplett durch die gut verträglichen und leicht zu verarbeitenden Klebstoffe abgelöst.

In den Jahren 1890 bis 1920 begann Edward H. Angle, ein Kieferorthopäde aus den USA, das Fundament für die gegenwärtig behandlungsrelevanten Brackets zu erarbeiten. Er systematisierte dazu die bis dahin möglichen kieferorthopädischen Therapien. Die Multibandapparatur wie sie gegenwärtig üblich ist, wurde von Dr. Georg Klamm, einem Görlitzer Zahnarzt erdacht. In Fachkreisen wird von diesem Hilfsmittel auch als „Elastisch offener Aktivator“ gesprochen.

 

Funktion, Wirkung und Ziele von Brackets

 

Die Aufgabe der Brackets besteht darin, die Bögen des Spanndrahtes zu halten und diese achsengerecht auf jedem einzelnen Zahn zu positionieren. Eine feste Zahnspange mit Brackets wirkt durch physikalische Gesetzmäßigkeiten in Form von Kraft. Der Zahn, auf den kontinuierlich mit Kraft gedrückt wird, weicht dorthin aus, wo der geringere Widerstand auftritt.

 

Die Zielstellung beim Einsatz von Brackets kann so beschrieben werden, dass die Zähne eine neue Stellung erhalten sollen. Damit werden Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne korrigiert. Das heißt, dass die Zähne gerade und aufrecht gerichtet werden und somit ein regelrechtes Wachstum realisierbar ist.

Eine feste Zahnspange mit Brackets gehört daher schon zu den Standardtherapien der Kieferorthopäden bei Kindern ab einem Alter von vier Jahren. Aber auch viele Erwachsene profitieren im Nachhinein von dieser Erfindung.

 

Behandlungsmöglichkeiten mit Brackets

 

Fest integrierte Zahnspangen können eine passende Lösung für die unterschiedlichsten Zahnfehlstellungen und andere kieferorthopädische Anomalien sein.

Die Indikationsstellung, ob Brackets in Frage kommen oder nicht, basiert auf einer eingehenden fachlichen Diagnostik. Erst unter dieser Voraussetzung kann geklärt werden, ob der Einsatz von Brackets begründet ist. Eine Indikation ist eine sogenannte Heilanzeige, die darüber bestimmt, welche Behandlungsform erforderlich ist.

 

Brackets sind unter anderem dann ideal, wenn:

 

  • Zähne bewegt werden sollen
  • Eine Drehbewegung um die Achse des Zahnes erreicht werden soll
  • die Zähne durch Verwindungen achsenkonform eingestellt werden sollen
  • Die ersten oder die zweiten hinteren Backenzähne oder Molaren aufgerichtet werden sollen
  • Im Erwachsenenalter ein Lückenschluss erfolgen soll
  • Im Erwachsenenalter eine Lücke geschaffen werden soll
  • Die Korrektur eines Deckbisses geplant ist
  • Eine zum offenen Biss hin gerichtetes Wachstum des Unterkiefers vorliegt
  • Im Erwachsenenalter ein Kreuzbiss ausgeglichen werden soll
  • Ein Scherenbiss im Erwachsenenalter gerichtet werden soll
  • Das Ausformen der unteren und oberen Zahnkieferbogens geplant ist

Durchführung und Wirkungsweise von Brackets

Die Multiband-Zahnspange entsteht durch das Aufkleben verschiedenartig geformter Brackets auf jeden Zahn. Durch die Schlitze in den Brackets wird nacheinander ein Draht geführt. Dieser schließt den gesamten Zahnbogen ein. Hinter dem letzten Zahn der oberen oder untere Zahnreihen wird der Draht mittels Halteband einfach umgebogen.

Der Draht fungiert als Informationsquelle oder Orientierungsbasis für jeden Bracket, wie die Stellung des Zahnes später aussehen soll. Durch seine leicht elastische, dehnbare Beschaffenheit kann der Draht Abweichungen im Zahnniveaus ausgleichen.

Bei der Verwendung von Brackets kommt es auf drei Schritte an:

 

  • Nivellierungsphase – über den Drahtbogen, Zähne und Bracketschlitze werden auf eine gemeinsame Ebene gebracht
  • Führungsphase – Zähne werden langsam am geraden Bogen entlang bewegt
  • Justierungsphase – Vorbereitung der gewünschten Abstimmung der Stellung der unteren und oberen Zähne

Bei der Bracketversorgung wird darauf geachtet, dass die Zähne permanent einer minimalen Krafteinwirkung unterliegen. Diese Bracketversorgung beinhaltet außerdem Faktoren wie die Zeitdauer sowie das Spannen und das Lockern.

Unerlässlich sind daher regelmäßige Besuche beim Zahnarzt oder beim Kieferorthopäden, damit eine zeitnahe Kontrolle und eine schrittweise Nachjustierung umgesetzt werden kann. Innerhalb dieser Termine werden außerdem die Drähte nachjustiert und bei Bedarf ausgetauscht sowie die Apparatur gereinigt.

Die Behandlungszeit bei festen Bracketzahnspangen umfasst etwa eineinhalb Jahre. Bei Kindern und Jugendlichen werden hauptsächlich die noch nicht abgeschlossenen Wachstumsschübe ausgenutzt.

 

Genauer Aufbau von Brackets

 

Die Brackets selbst sind eigentlich nur die Halterungen für die Spangenbänder, die an dieser Stelle hindurchgezogen werden. Diese Spannteile werden fachlich exakt als Bogendrähte oder Bogen deklariert. An den Brackets befinden sich die sogenannten Ligaturen. Um die Fixierung möglichst nachhaltig vornehmen zu können, nutzen die Zahnärzte und die Kieferorthopäden einen außergewöhnlichen Klebstoff.

Behandlung BracketsDas Verankern der Brackets erfolgt an unterschiedlichen Stellen im Gebiss. Das Verkleben der Brackets beziehungsweise der Zahnspange erfolgt entweder mit der Lingual- oder mit der Labialtechnik.

Bei der Lingualtechnik bilden die äußeren Flächen der Zähne eine Einheit mit den Brackets. Bei der Lingualtechnik kleben die Brackets auf den inneren Flächen der Zähne. Die Brackets, die eigentlich Klebeknöpfchen oder Klebeplättchen sind, erhalten ihre feste Position auf dem Zahn durch einen Kleber.
Der Slot oder das Bracketschloss hat die Funktion, einen gebogenen Draht zu halten. Dieser wird benötigt, um die Führung der Zähne nach dem jeweiligen erneuten Spannen oder Einstellen durch den Zahnarzt zu gewährleisten.

Die Ligaturen werden in den Flügeln eingebunden. Die Basis ist das Element, über das eine unmittelbare Verbindung zwischen der Zahnspange und den Zähnen realisiert werden kann.

 

Brackets werden unterteilt in:

 

  • Basis – wird auf dem Zahn befestigt
  • Stamm
  • Slot – ist eine Einkerbung oder eine schlitzförmige Formveränderung, der die Aufnahme des Bogens und des Flügels der Ligaturen übernimmt
  • Flügel
  • ​​​​​​​Ligaturen oder kleine Drähte – Halten des Drahtbogens in den schlitzförmigen Öffnungen der Brackets

Risiken und Nebenwirkungen von Brackets

 

Fest an den Zähnen verankerte Apparaturen können durchaus Nebenwirkungen und Komplikationen für den Träger oder die Trägerin bedeuten. Diese werden in der Regel durch die Behinderung des selbstreinigenden Effektes der Zähne verursacht. Dieser wird durch einen uneingeschränkten Speichefluss gefördert. Durch die „Aufbauten“ am Zahn ist diese Funktion stark beeinträchtigt. Als besonders gefährdete Schwachstellen gelten in diesem Zusammenhang die Bögen und die Brackets.

 

Nicht auszuschließen sind infolge dessen Auffälligkeiten wie:

 

  • Zahnbeläge oder Plaque, die die Zahnsubstanz zerstören können
  • Entstehung von Karies oder Zahnfäule
  • Entkalkung der Zähne durch lockere Zahnspangenbänder
  • Brüche oder Risse am Zahnschmelz bei der Entfernung der Zahnspange
  • Abbauprozesse an den Zahnwurzeln
  • Zahnfleischentzündung, erkennbar an der Rötung und der Schwellung sowie an einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit
  • Entzündliche Prozesse der Zahnfleischtaschen mit Zahnfleischblutungen
  • Druckstellen und Reizungen an der Schleimhaut der Wangen
  • Lockerung von Zähnen durch einen Umbau der Knochensubstanz
  • Zahn- und Kiefergelenkschmerzen durch die zunehmende Beanspruchung
  • Aspiration der Zahnspange (Einatmen in die Luftröhre)
  • Verschlucken (Eindringen der Zahnspange in den Magen-Darm-Trakt)
  • Allergische Reaktionen auf die verarbeiteten Materialien

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen von Brackets

 

Typische Kontraindikationen sind:

 

  • Wenn keine regelmäßige professionelle Reinigung der Zahnspange gewährleistet werden kann
  • Die Mitarbeit durch die Patientinnen und Patienten unzureichend ist
  • Eine Allergie oder eine Stoffwechselerkrankung vorliegt
  • Parodontitiden oder Entzündungen des Zahnhalteapparates bestehen
  • Tiefe Gingivitiden oder entzündliche Herde am Zahnfleisch beziehungsweise der Gingiva ausgeprägt sind

Mit Brackets kann nicht gearbeitet werden, wenn aufgrund einer mangelhaften Mund- und Zahnhygiene bereits diverse Defekte an den Zähnen und am Zahnfleisch vorliegen. Von einer Versorgung mit Brackets sehen die Zahnmediziner auch dann ab, wenn die Zähne zu arg zerstört und instabil sind. Dann muss unter Umständen erst eine umfangreiche Zahnsanierung vorgenommen werden.

 

Wer behandelt?

 

  • Kieferorthopäden
  • Zahnärzte

Unser Fazit zu Brackets

 

Die Vorteile der Brackets, vor allen Dingen der selbstligierenden beziehungsweise die „vorprogrammierten“ Brackets liegen auf der Hand. Sie unterstützen eine schonende Behandlung und reduzierte Therapiezeiten und sie zeichnen sich durch beste Resultate aus. Empfehlenswerter sind aber allein schon wegen der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen die normalen Edgewise-Brackets nach Standard. Aufgrund der großen Auswahl an Brackets ist eine umfassende Beratung durch den Spezialisten ratsam.

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