Psychotherapie

Die Wirkung der Psychotherapie

Psychotherapie behandlung

Die Psychotherapie ist schon längst nichts mehr, wofür sich Menschen schämen müssen. Ein Trend aus den USA machte es vor einigen Jahren bereits vor: Fast jeder macht eine „Therapie“ und benötigt jemanden zum Sprechen.

Hinter der Psychotherapie allerdings steckt viel mehr eine einfache Gesprächestherapie, bei der man das eigene Herz ausschüttet und danach glücklich wieder nach Hause geht. Wer braucht sie wirklich und welche Risiken verbergen sich dahinter?

Was ist Psychotherapie?

Bei der Psychotherapie geht es um die Gesundheit des Geistes. Sie soll geistige Störungen behandeln, im Idealfall wenigstens lindern oder gar heilen. Eine richtige Psychotherapie wird auch nur vom Psychotherapeut durchgeführt, die mit den vielen Techniken zur Behandlung bestens vertraut sind. Allerdings ist diese Bezeichnung in Deutschland nicht geschützt. Meist suchen Menschen nach einer entsprechenden psychotherapeutischen Praxis, wenn sie sich in einer Lebenskrise befinden. Dabei spielt deren Alter keine Rolle.

Auch Kinder können bereits die Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ihre Eltern der Ansicht sind, dass sie eine Behandlung benötigen. Für Kinder empfiehlt sich eine klassische Verhaltenstherapie und kann beispielsweise dann entwicklungsbedingt nötig sein, wenn diese verhaltensauffällig sind oder gerade etwas verarbeiten mussten, das ihre Psyche womöglich überfordern könnte (Verlust eines Menschen, Trennung der Eltern, etc.)

Üblicherweise suchen erwachsene Menschen die Hilfe eines Psychotherapeuten selbst auf, allerdings kann es auch Ausnahmen geben. Ist eine Person für ihre Umwelt aufgrund ihrer psychischen Störung eine Gefahr für ihre Umwelt, dann kann eine Psychotherapie (eventuell auch mit dem längeren Aufenthalt in einem psychiatrischen Zentrum oder einer Klinik) verordnet werden. Das allerdings ist die Ausnahme. In der Regel sucht jeder freiwillig psychotherapeutische Hilfe und sollte sich nicht abschrecken lassen: Das nämlich bedeutet noch lange nicht, dass jemand einen „Schaden“ hat oder nicht mehr zurechnungsfähig ist. Häufig sind Menschen von Depressionen betroffen und möchten sich endlich wieder besser fühlen.

Funktion & Behandlung

Innerhalb der Psychotherapie dürfen Medikamente verordnet werden. Manchmal geht es nicht ohne, beispielsweise bei schweren Stimmungsschwankungen, einer starken Depression oder schlimmeren psychischen Erkrankungen (Schizophrenie, Manie, etc.). Aber natürlich funktioniert die Psychotherapie auch ganz ohne die Verordnung von Medikamenten.

Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen gehören zu den am meisten behandelten Problemen, wenn ein Psychotherapeut aufgesucht wird. Üblicherweise wird dabei auf eine Gesprächstherapie bzw. Verhaltenstherapie gesetzt, um erst einmal einen Eindruck des Patienten zu bekommen. Dieser äußert, weshalb er sich Hilfe wünscht und was ihn bedrückt und gemeinsam mit dem Patienten wird dann über eine Behandlung entschieden.

In manchen Fällen ist ein einmal wöchentliches Gespräch von wenigstens 60 Minuten bereits ausreichend, damit eine Besserung eintritt – Ganz einfach deshalb, weil es vielen Patienten bereits eine große Erleichterung ist, wenn sie über Erlebtes sprechen und ihren Gedanken freien Lauf lassen können. Auch Ängste (vor Spinnen, vor dem Fliegen oder vor anderen Menschen) und Phobien werden innerhalb der Psychotherapie behandelt.

Nicht jedem reicht das aber aus. Gemeinsam mit dem Therapeuten können Maßnahmen im eigenen Leben ergriffen werden und es findet eine permanente Begleitung im Alltag statt. Häufig können Patienten die Praxis kontaktieren und erhalten in Krisenmomenten schnell Hilfe. Auch Notfallnummern für Urlaubszeiten und das Wochenende werden vergeben. Abgeschlossen ist eine Behandlung im Prinzip erst dann, wenn der Patient selbst den Eindruck hat, ohne Unterstützung zurecht zu kommen.

Während einer Medikation beispielsweise ist eine regelmäßige Gesprächstherapie unerlässlich. Patienten können die Behandlung aber natürlich auch aus freien Stücken beenden, wenn aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht. Wer den Eindruck hat, dass ihm über eine bestimmte Lebensphase hinweg geholfen wurde und nun lieber wieder ohne entsprechende Unterstützung auskommen möchte, kann eine Therapie einfach beenden – Von heute auf morgen und ohne Absprache sollte so etwas allerdings nicht passieren.

Gefahren & Risiken

In der Psychotherapie hängt der Erfolg sehr stark davon ab, wie gut die Chemie zwischen Patient und Psychotherapeut(in) ist. Wer sich in die vertrauensvollen Hände einer Person gibt und seine tiefsten Gedanken, Sorgen und Ängste loswerden möchte, der muss vertrauen können. Dieses Vertrauen allerdings kann nicht einfach so von jetzt auch gleich entstehen und benötigt etwas Geduld – auf beiden Seiten. Empfohlen ist daher, bei einem ersten Schnuppergespräch erst einmal kritisch zu hinterfragen, ob das etwas werden könnte oder nicht.

Nicht immer ist einem sein Gegenüber sympathisch und manchmal möchte man mit bestimmten Menschen auch gar nicht ins Gespräch kommen. In diesen Fällen sollte niemand sich Woche für Woche zu einer Therapiesitzung quälen, sondern frühzeitig und ehrlich ansprechen, dass die Harmonie einfach nicht stimmt. Wer zu lange gegen den eigenen Wille eine Praxis aufsucht, weil er sich dieser aus irgendwelchen Gründen verbunden fühlt und sich nicht traut Termine abzusagen und die Behandlung anderswo fortzusetzen, dem wird vermutlich kaum geholfen werden können. Psychotherapie ist mühsam und anstregend, allerdings sollten die Patientin davon profitieren. Wie gut oder schlecht der Erfolg ist, kann tatsächlich nämlich nur der Patient selbst beurteilen.

Die Patienten müssen außerdem ehrlich sein, zu sich und vor allem zu der Person, die sie behandelt. Wer seine Gefühle und Gedanken für sich behält, dem kann nur schwer geholfen werden. Das allerdings ist die Krux an der Psychotherapie: Wer ohnehin keine Hilfe möchte oder nur anderen zuliebe eine Behandlung beginnt, kann sich dieser durch das eigene Verhalten einfach verschließen. Die Mitarbeiter der Patienten ist unerlässlich. Außerdem gibt es Erkrankungen wie das Borderline-Syndrom, das es den Patienten gar nicht ermöglicht ehrlich zu sein und permanent die Unwahrheit spricht. Ein guter Therapeut kann dies allerdings erkennen.

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