Schizophrenie

Steckbrief: Schizophrenie

  • Name(n): Schizophrenie
  • Art der Krankheit: Psychische Störung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Etwa 1% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychiater; Psychologe
  • ICD-10 Code(s): F20.0 ff

Schizophrenie – Wenn man Stimmen hört

SchizophrenieUnter dem Begriff Schizophrenie fast man eine Gruppe psychischer Erkrankungen zusammen, bei denen Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und des Affekts auftreten.

Die Schizophrenie gehört zu den endogenen Psychosen. Das Krankheitsbild einer Psychose ist gekennzeichnet durch einen Realitätsverlust mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

Man unterscheidet organische Psychosen, bei denen eine organische Ursache der Erkrankung bekannt ist, von den endogenen Psychosen ohne erkennbare organische Ursache.

Definition Schizophrenie

Es ist kaum möglich, Schizophrenien in ein Muster zu drücken, somit ist auch eine grundsätzliche Definition dieses Leidens nach festen Kriterien eher schwer vorzunehmen. Nichtsdestotrotz liegen natürlich einige Schemata vor, die beispielsweise im Rahmen eines diagnostischen Verfahrens zu Rate gezogen werden können, um dem behandelnden Arzt, zumeist einem Psychiater oder Psychologen, die Arbeit etwas zu erleichtern und dazu beizutragen, dass er nicht komplett im Dunklen steht. Grundsätzlich also ist anzumerken, dass es zwar einige grundlegende Definitionskriterien gibt, diese aber individuell oftmals so verschieden und unterschiedlich sind, dass diese eben lediglich als eher lose Richtlinien zu verstehen sind, denn als fest definierte Kriterien, die 100% für das Vorhandensein der vorliegenden Krankheit sprechen.

Wie bereits angemerkt, ist der individuelle Verlauf einer Schizophrenie von Individuum zu Individuum stark unterschiedlich. Kaum ein Verlauf gleicht einem anderen, dennoch lassen sich gewissen Grundmuster beobachten, die bei jedem Betroffenen vorkommen und per definitionem für eine Schizophrenie sprechen. Hierzu gehört unter anderem das sog. „Hören von Stimmen“. Denn tatsächlich ist beinahe jede Verlaufsform der vorliegenden Krankheit mit diesem Phänomen verbunden. Diese Stimmen können sich der betroffenen Person auf verschiedenste Arten präsentieren. Entweder als göttlich anmutende Stimme aus dem nichts, die lediglich Befehle ausspricht, lobt oder tadelt und bisweilen Situationen kommentiert. Darüber hinaus ist aber auch möglich, dass der Erkrankten mit der Stimme in seinem Kopf in einem regen Zwiegespräch steht.

Diese Stimmen können selten auch harmlos sein. Sicherlich verstörend für die Umwelt, aber alles in allem eben harmlos. Kritisch wird es dann, wenn der Betroffenen von dieser Stimme Befehle oder Weisungen erhält, die ihn dazu anstiften, Dinge zu tun, die sich im Rahmen der Illegalität bewegen. Auch können diese Stimmen einen Menschen dazu veranlassen, sich selbst schaden zuzufügen oder einen in seinem schlechten Verhalten zu bestärken. Überhaupt ist davon auszugehen, dass der Einfluss der gehörten Stimmen, gleichwohl dies nicht immer der Fall sein muss, in beinahe allen Fällen eher negativ denn positiv ist.

Auch sollte man nicht vergessen, dass viele Schizophrene von sich denken, sie stünden in direktem Kontakt mit einem göttlichen Wesen und seien daher von eben jenem ausgewählt. Dies führt nicht nur oftmals zu einer sehr starken Selbstüberschätzung, sondern auch zum Einreden eines semi-göttlichen Status und einem entsprechenden Verhalten gegenüber anderen Menschen. Es kann also im Rahmen einer Schizophrenie durchaus zur Entwicklung eines sog. „Gottkomplexes“ kommen.

Zusätzlich zu den gehörten Stimmen können sich auch noch anderen Halluzinationen einstellen, diese können sowohl im visuellen als auch olfaktorischen Bereich vorkommen. Es ist allerdings anzumerken, dass dies nur vergleichsweise selten der Fall ist.

Eine Behandlung von Schizophrene ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Selbst nach jahrelanger Therapie und medikamentöser Behandlung gibt es keine Garantie dafür, dass der Betroffene jemals wieder ein „normales“ Verhalten an den Tag legen wird. Auch können Betroffene, die als mehr oder weniger geheilt galten, jederzeit wieder in den Sog der Krankheit zurückfallen. Darum ist es für Betroffene immens wichtig, nicht nur ihre Medikamente wie angeordnet einzunehmen, sondern auch regelmäßig von Therapieangeboten Gebrauch zu machen. Alles andere wäre sich selbst und seinem Umfeld gegenüber sehr verantwortungslos.


Was ist eine Schizophrenie?

Bei einer Schizophrenie handelt es sich um eine psychische Störung, die sich durch abnormes Sozialverhalten und die Unfähigkeit einzuschätzen, was real ist und was nicht, ausdrückt. Typische Auswirkungen dieser Krankheit münden in Wahnvorstellungen, unklaren und für Außenstehende nicht nach nachvollziehbaren Gedankengängen sowie dem hören von Stimmen, die nicht existent sind. Zudem können ebenso verminderte soziale Interaktionen und Antriebslosigkeit in Folge einer solchen Erkrankung auftreten.

Es bleibt für Betroffene oftmals nicht aus, dass neben der Schizophrenie noch weitere Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit haben. Insbesondere fallen diesbezüglich Angststörungen und teils massive Depressionen ins Gewicht, die nicht selten mit einer Sucht nach Rauschgiften einhergehen.

Die Gründe, die zur Entstehung einer Schizophrenie beitragen können vielerlei Natur sein. Man geht davon aus, dass zumeist eine Mischung aus Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren als Auslöser dient. Aus diesen etwaigen Faktoren ergibt sich dann auch nicht selten die Diagnose. Hierzu ist es besonders wichtig, auch das Umfeld des potentiell Betroffenen unter die Lupe zu nehmen. Gerade Hinweise aus dem Bekanntenkreis sind oftmals ausschlaggebend für die Feststellung einer Schizophrenie.

Eine Schizophrenie wird landläufig oftmals mit der sog. „gespaltenen Persönlichkeit“ gleichgesetzt. Das ist grundlegend falsch. Die gespaltene Persönlichkeitsstörung (Multiple Persönlichkeit) ist ein eigenständiger Befund und nur partiell deckungsgleich mit dem Symptomen einer Schizophrenie.

Eine Behandlung dieses Leidens setzt sich beinahe immer aus einer medikamentöse und einer psychotherapeutischen Komponente zusammen. Dabei ist es möglich, den Patienten stationär oder ambulant zu behandeln. Dies ist vom Ermessen des zuständigen Mediziners sowie der Schwere der vorliegenden Störung abhängig. Auch Zwangseinweisungen sind bei dieser Erkrankung keine Seltenheit, insbesondere dann, wenn der Betroffene eine Gefahr für Leib und Leben anderer oder sich selbst darstellt. Ein Klinikaufenthalt kann mitunter recht lang sein, es kommt dennoch nur vergleichsweise selten dazu, dass Personen ein Leben lang in einer Anstalt verbleiben müssen. Diese Praktik gilt als überholt und obsolet.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen einer Schizophrenie sind unbekannt. Vermutet wird ein Zusammenwirken ungünstiger körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren. Unter Vulnerabilität versteht man eine individuelle Disposition, auf Belastungen unterschiedlich stark zu reagieren. Psychische Störungen werden durch das Drei-Faktoren-Modell erklärt: Vulnerabilität, Stress und bestehende Störungsbedingungen können psychische Erkrankungen auslösen.

Darüber hinaus vermuten einige Forscher, dass bestimmte Lebensumstände oder genetische Dispositionen als etwaige Auslöser für eine Schizophrene gelten können. Zu diesen Risikofaktoren gehören unter anderem:

  • Familiäre Vorbelastung: Fälle von Schizophrenie scheinen sich familiär zu häufen. Ob dies allerdings tatsächlich der Fall ist oder es lediglich so scheint, da Mitglieder derselben Familie oftmals ähnlichen Lebensbedingungen ausgesetzt sind, ist noch Gegenstand der Forschung. Nichtsdestoweniger geht die derzeitige Forschungsmeinung dazu hin, erbliche Faktoren durchaus als Indikator anzusehen. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine familiäre Vorbelastung durchaus eine Rolle spielen kann.
  • Alter der Eltern: Aufgrund einiger Prozesse, die noch nicht komplett verstanden sind, häufen sich Fälle von Schizophrenien bei Kindern von alten Eltern. Insbesondere Personen, die erst nach ihrem 40. Lebensjahr Kinder zeugen haben oftmals Nachwuchs mit der vorliegenden psychischen Störung. Hierbei scheint aber besonders das Alter des Vaters entscheidend zu sein. So ist das Ergebnis bei der Paarung „Alter Vater + Junge Mutter“ höher als bei „Alte Mutter + Junger Vater“.
  • Konsum psychoaktiver Rauschmittel: Der Konsum psychoaktiver Substanzen wie LSD, Pilze uvm. kann das Entstehen einer Schizophrenie stark begünstigen. Insbesondere die regelmäßige Einnahme solcher Drogen hinterlässt nicht selten bleibende Schäden in der Gehirnstruktur des Konsumenten und führt schließlich dazu, dass er mentale Störungen entwickelt.
  • Fehlverhalten während der Schwangerschaft: Schwangere Frauen, die sich einseitig oder mangelhaft ernähren, laufen oftmals große Gefahr, ein Kind mit Tendenzen zur Schizophrenie auf die Welt zu bringen. Darüber hinaus gilt selbiges für den Konsum psychoaktiver Drogen und dem Ausgesetzt sein diverser Toxine während der Schwangerschaft.

Wie aus den oben gemachten Ausführungen ersichtlich wird, gibt es eine Vielzahl potentieller Auslöser und Ursachen, auf die eine Schizophrenie zurückgeführt werden kann. Dennoch ist zumeist davon auszugehen, dass es sich in aller Regel nicht um singuläre Ursachen, sondern um Häufungen handelt, die im Zusammenspiel dazu beitragen, dass bei dem betroffenen Individuum eine Schizophrenie ausbricht. Darum sollte sich gerade familiär vorbelastete Menschen Rauschgiften gegenüber besonders vorsichtig verhalten. Nicht selten kommt es vor, dass scheins „normale“ Menschen, die eine erbliche Vorbelastung auf die leichte Schulter genommen haben, nach einem Trip mit psychoaktiven Substanzen Zeit ihres Lebens mit einer Schizophrenie zu kämpfen haben. Das sollte es einem auf keinen Fall wert sein.

Der beste Weg, diesem Leiden zu entgehen ist es darum, die potentiellen Auslöser und Risikofaktoren zu erkennen, nach ähnlichen Verhaltensmustern in seinem eigenen Leben zu suchen und diese, insofern man sie gefunden hat, zu eliminieren.


Symptome & Anzeichen

Symptome & Anzeichen

SchizophrenieWelche Symptome genau spezifisch einer Schizophrenie zuzuordnen sind und welche nicht, ist eine Frage, mit der sich die Wissenschaft nach wie vor auseinandersetzt. Dennoch ist es im laufe der Jahre gelungen, übergeordnete Nenner zu finden, die allgemein hin als Indikatoren für eine Schizophrenie anzusehen sind.

Hierbei gilt es weiterdings zu beachten, dass man grundsätzlich zwischen sog. „Negativsymptomen“ und „Positivsymptomen“ unterscheidet. Die Unterscheidung ergibt sich wie folgt: Alle Symptome, die grundsätzlich über das normale Verhalten herausgehen, wie z.B. das berühmte Hören von Stimmen oder Halluzinationen, gelten als Positivsymptom (auch als Plussymptome bekannt). Alle Symptome, die den Patienten jedoch grundsätzlich in seinem Verhalten einschränken, wie bspw. Depressionen, sind Negativsymptome (auch Minussymptome).

Typische Plussymptome

  • Denkstörungen – Es handelt sich hierbei um ein weites Feld etwaiger Einschränkungen der kognitiven Prozesse, die sich sowohl in einer Verkomplizierung des Denkens, als auch in Form von Zwangsgedanken manifestieren können
  • Sinnestäuschung – Die fünf großen Sinne des Betroffenen geben demselben inkorrekte Information weiter. Das heißt, dass sowohl visuelle, auditive, haptische und thermische Fehlwahrnehmungen möglich sind.
  • Motorische Störungen – Selbige können sich auf vielerlei Arten ausdrücken. Diese reichen von kindlicher Albernheit bis hin zu unvorhersehbaren Gewalttaten. Aber auch obszöne Gesten, unkontrolliertes Zittern oder schlicht bizarre Verrenkungen sind möglich.
  • Eingebungen – Betroffene Personen denken oftmals, dass die Stimmen in ihrem Kopf von einer höheren Gewalt stammen. Sie also in direktem Kontakt mit einer Gottheit oder etwas vergleichbarem stehen. Ist dieser Wahn sehr stark ausgeprägt, befolgen Patienten die durch die Stimmen ausgesprochenen Befehle meist ohne sie in irgendeiner Form zu hinterfragen und sehen ihr Verhalten zumeist noch als „göttlichen Willen“ an. So kommt es nicht selten vor, dass teils brutalste Straftaten auf Befehl der gehörten Stimmen begangen werden.
  • Verfolgungswahn – Hierbei handelt es sich um ein sehr häufig auftretendes Phänomen bei Schizophrenikern. Sie vermuten, dass man sie verfolgt, selbst wenn für Außenstehende nichts darauf hindeutet. Diese Anwandlungen sind oftmals nur schwer oder gar nicht nachzuvollziehen und steigern sich, sobald sie auf nährreichen Boden fallen. So denken betroffene Personen sich immer elaboriertere Geschichten aus, wer sie warum verfolgt und wer ihnen Schaden zufügen will. Nicht selten nennen sie hierbei Landesregierungen oder hohe spirituelle Vertreter.

Typische Minussymptome

  • Alogie – Bei der Alogie handelt es sich um eine verminderte Sprachproduktion. Betroffene dieses Symptoms geben zwar zumeist korrekte, aber dafür sehr knappe und kurze Antworten. Zumeist gehen diese nicht über ein eJa oder ein Nein hinaus.
  • Willenlosigkeit (Abulie) – Diese äußert sich darin, dass man außer Stande ist, klare Entscheidungen treffen zu können. Dies ist besonders im Umgang mit anderen Personen sehr hinderlich und kann oftmals zu Ungemacht führen. Darüber hinaus gerät über dieses Verhalten nicht selten der gesamte Alltag ins Stocken.
  • Freudlosigkeit (Anhedonie) – Das verminderte Empfinden von Freude ist oftmals ebenso ein Indikator für eine Schizophrenie.
  • Asozialität – Hierbei handelt es sich um ein schwer zu definierendes Phänomen. Häufig jedoch äußert es sich darin, dass Betroffene nicht auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen achten und diese völlig ignorieren. Bis hin zu dem Punkt, dass sie auch vor körperlichen Angriffen, insofern diese ihre eigene Agenda befördern, nicht zurückschrecken. Schizophreniker können darum bereits bei den geringsten Anlässen handgreiflich sein. Zum Beispiel beim Anstehen an der Supermarktkasse, verschaffen sie sich durch Handgreiflichkeiten den Vortritt.
  • Mangelnde Gefühlsregungen – Bisweilen kann es vorkommen, dass Schizophrenie-Patienten keinerlei Gefühlsregungen mehr verspüren und daher außer Stande sind, gewisse Situationen einzuschätzen. Dieser Verlust der Emotionen geht darüber hinaus sehr oft mit einem Mangel an Motivation und Durchhaltevermögen einher.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose einer Schizophrenie gibt es keinen Schnelltest. Die Diagnose kann nur durch eine Verlaufsbeobachtung über mindestens mehrere Monate gestellt werden. Das wichtigste Diagnosemittel ist die vom Psychiater erhobene Anamnese im Rahmen des Arzt-Patienten-Gesprächs. Nahe Bezugspersonen von Schizophrenie-Kranken können Angaben zu einer Veränderung der Persönlichkeit bzw. zu einer Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung des Erkrankten machen.

Nichtsdestoweniger gibt es einige Fragebögen, die zwecks einer schnellen Einordnung der vorliegenden Psychose zur Benutzung kommen können. Ein solcher Fragebogen könnte wie folgt aussehen:

  1. Fühlen es sich manchmal so an, als ob andere Personen Ihre Gedanken und Taten lenken oder steuern?
  2. Hören oder sehen Sie Dinge, die andere Personen nicht hören oder sehen?
  3. Empfinden Sie es als schwierig, ihre Gedankengänge in einer für andere Personen verständlichen Weise auszudrücken?
  4. Denken Sie, dass sie keinerlei Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen, ihre Familie und Freunde eingeschlossen, aufweisen?
  5. Glauben Sie, dass Sie einen Zugang zu einer Parallelwelt haben, die anderen Menschen verborgen ist?
  6. Stoßen Sie oftmals auf Ungläubigkeit, wenn Sie aus ihrem Alltag berichten?
  7. Sind Sie unsicher, ob Ihre Gedanken wahr oder falsch sind?
  8. Verfügen Sie über magische Kräfte, über die sonst niemand verfügt und deren Ursprung Sie nicht erklären können?
  9. Werden sie verfolgt?
  10. Haben Sie Schwierigkeiten damit, einen klaren Gedanken zu fassen?
  11. Behandelt man Sie ungerecht, weil andere neidisch auf ihre erhabenen Kräfte sind?
  12. Kommunizieren Sie mit anderen Personen oder Stimmen, die nur Sie wahrzunehmen imstande sind?

Ein solcher Schnelltest ist zwar von einem therapeutischen Standpunkt her eher wertlos, kann aber in vereinzelten Fällen in die richtige Richtung lenken. Sollte man eine oder mehr Fragen dieses Tests mit Ja beantwortet haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schizophrenie zumindest gegeben.

Weitere Diagnoseansätze

Es gibt des Weiteren verschiedene Kriterien, an denen man sich zwecks einer Diagnose orientieren kann. Hierzu dienen einem die sog. „ICD-10-Codes“. Es handelt sich hierbei um eine medizinische Methode der Klassifikation etwaiger Symptome, die in der vorliegenden Kombination für oder gegen eine entsprechende Erkrankung sprechen. Hierbei kann man mittels dieser Methode sowohl körperliche als auch seelische Leiden identifizieren. Im Falle der Schizophrenie gelten folgende ICD-10-Codes F20.0 – F20.6:

  1. Unfähigkeit seine Gedanken für sich zu behalten oder die Angst, dass einem die eigenen gedanken „gestohlen“ werden
  2. Glaube dazu, dass man mithilfe seiner „Kräfte“ größere Mächte manipulieren könne (z.B. das Wetter, Ausgang von Spielen usw.)
  3. Kommunikation mit nicht-existenten Stimmen
  4. Abnormes Verhalten in der Öffentlichkeit, das den Sittlichkeitsgeboten des jeweiligen Kulturraumes widerspricht
  5. Visuelle Halluzinationen
  6. Unfähigkeit einen stringenten Fluss der Gedanken zu unterhalten, deswegen häufiges Abbrechen von Denkprozessen und Benutzung und / oder Erfundung neuer Worte usw.
  7. Lähmungsartige Symptome
  8. Emotionale Abwesenheit
  9. Veränderung des individuellen Charakters zum negativen (Soziale Abgeschottetheit, Lustlosigkeit usw.)

Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Chance, dass man ein einer Schizophrenie erkrankt liegt bei etwa einem Prozent. Bei entsprechender Vorbelastung erhöht sich die Chance dementsprechend stark. Darüber hinaus können Menschen jeden Alters und jeden Geschlechts einer solchen Störung zum Opfer fallen. Nichtsdestotrotz konnte man beobachten, dass Frauen in der Regel später an einer Schizophrenie erkranken, als Männer.

Ausbrüche dieser Störung sind schon im frühesten Jugendalter möglich. Zwar zeigen sich diese währenddessen meist noch eher moderat, sind aber dennoch vorhanden und verschlimmern sich im Laufe der Zeit oft zusehends. Viele Eltern und angehörige glauben zumeist, dass das eigene Kind nur „etwas außergewöhnlich“ sei. Das mag auch sein, dennoch sollte man auf etwaige Symptome achten, die auf eine Schizophrenie hindeuten könnten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Nachwuchs einen frühen Hang zu Drogen aufzeigt und allgemeine Probleme mit der Kommunikation hat. Auch häufige Selbstgespräche während des Heranwachsens sind ein Zeichen für eine Schizophrenie.

Wie bereits erwähnt, kann es schwierig sein, eine Schizophrenie klar als solche anzusprechen bzw. zu diagnostizieren. Darum ist es umso wichtiger, dass die wenigen zur Verfügung stehenden Diagnosedaten korrekt und effizient zu nutzen sind. Hierzu muss man selbst die kleinsten Indikatoren für das potentielle Vorhandensein einer psychischen Erkrankung miteinbeziehen. Bleibt nämliches aus, kommt es nicht selten zu einer fehlerhaften Diagnose, die nicht nur gefährlich für den Patienten, sondern auch für dessen Umwelt sein kann.

Gerade deshalb ist es von äußerster Wichtigkeit, dass der behandelnde Arzt sich ausreichend Zeit nimmt und auch das Umfeld des potentiell Betroffenen in die Diagnose mit einbezieht. Die erhöht die Chancen einer genauen und unverwaschenen Erkennung der vorliegenden Krankheit und senkt zugleich die Chancen auf eine falsche Fährte zu geraten. Nicht zuletzt darum, ziehen sich psychologische Diagnosen oftmals sehr in die Länge.

Es kann aufgrund der Ähnlichkeit zwischen der Schizophrenie und anderen Leiden des Geistes häufig zu Fehldiagnosen kommen. Nicht zuletzt darum ist es von größter Notwendigkeit, dass ausreichend Tests durchzuführen sind, um aufgrund der daraus resultierenden Ergebnisse die vorliegende Erkrankung nach Möglichkeit klar und deutlich ansprechen zu können.

Leider kann sich der Prozess der Diagnosestellung, wie bereits erwähnt, sehr lange hinziehen und zudem können sehr viele Tests erforderlich sein, bis man zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangt. Dieser Umstand ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass es sich, wie nun bereits schon mehrfach erwähnt, bei der Schizophrenie um eine Erkrankung handelt, die anderen Erkrankungen sehr ähnlich ist. Es kann bisweilen sogar vorkommen, dass Ärzte erst nach einigen Jahren feststellen, welches Leiden dem Patienten tatsächlich zu schaffen macht. Darum kann es sehr empfehlenswert sein, bei Unsicherheiten nachzufragen und den Arzt auch gezielt auf die Possibilitäten anzusprechen, ob es sich bei dem vorliegenden Leiden nicht doch um eine Schizophrenie handeln könnte.

Alles in allem aber ist auch bei der Diagnose dieser Krankheit auf die moderne Schulmedizin und die moderne klinische Psychiatrie Verlass. Dasselbe gilt natürlich auch für die gewissenhafte Auswertung der diagnostischen Daten. Die heutigen wissenschaftlichen Methoden sind nicht nur sehr genau, sondern auch sehr effektiv und sorgen damit in aller Regel dafür, dass die Krankheit, trotz des teilweise recht unspezifischen Verlaufs schnell zu erkennen und also ebenso schnell und zielgerichtet in Angriff zu nehmen ist. Man tut also gut daran, sich in diesem Falle der modernen Schulmedizin zuzuwenden, wenn man auf Nummer sicher gehen will – sicherlich sind auch ganzheitliche Verfahren zwecks einer Behandlung angemessene Arten der Behandlung, nicht aber zu diagnostischen Zwecken. Diese Diagnose sollte man, wie in beinahe allen Fällen, besser einem studierten Mediziner überlassen.


Komplikationen bei der Krankheit

Verbleibt eine Schizophrenie unbehandelt, kann dies starke negative Effekte auf alle Bereiche des Täglichen Lebens haben. Typische Beispiele solcher negativen Effekte oder Komplikationen sind unter anderem:

  • Selbstmord, Gedanken über Selbstmord oder Selbstmordversuche
  • Selbstverletzung und Selbstverstümmelung
  • Depressionen
  • Sucht nach / Missbrauch von Rauschgiften, Alkoholika und psychoaktiven Substanzen
  • Unfähigkeit die Schule zu besuchen oder seiner Arbeit nachzugehen
  • Rechtliche und finanzielle Probleme sowie daraus resultierende Obdachlosigkeit
  • Allgemeine gesundheitliche und medizinische Probleme
  • Anfälligkeit für Raub, Schwindel und Betrug
  • Aggressivität nach außen hin

Wie aus diesen Ausführungen klar ersichtlich wird, kann eine Schizophrenie einen langen Rattenschwanz von Komplikationen nach sich ziehen, die nicht nur die Gesundheit des betroffenen Individuums negativ beeinflussen, sondern auch dessen gesellschaftliche Stellung massiv und auf gefährliche Art und Weise ruinieren. Selbst nach einer mehr oder weniger positiven Behandlung sind (ehemals) Betroffene kaum mehr in der Lage, in ihren ehemaligen sozialen Zirkeln zu verbleiben. Insbesondere dann nicht, wenn sie bereits öffentlich negativ auffällig wurden. Somit ist es nicht verwunderliche, dass viele Ärzte im Rahmen einer Therapie dazu raten, sich auch einen neuen Lebensmittelpunkt zu suchen und umzuziehen. Die hieraus resultierenden positiven Effekte auf die Psyche sind nicht zu unterschätzen und können wahre Wunder auf den Erfolg der Therapie wirken.

Auch sollte man sich als Angehöriger eines schizophrenen Menschen die Zeit nehmen und ihn beobachte. Dies sollte bereits schon dann erfolgen, wenn zunächst nur der Verdacht auf eine Schizophrenie vorliegt. Betroffene Personen realisieren oft nur sehr spät oder auch gar nicht, dass die an diesem psychischen Leiden erkrankt sind und reagieren darum oftmals sehr aggressiv, wenn man sie darauf hinweist. Es kann also von Vorteil sein, sie möglichst frühzeitig zu bitten, diesbezüglich einen Psychologen aufzusuchen und sich untersuchen zu lassen. Denn gerade in der Anfangsphase dieses Leidens ist es noch sehr gut in den Griff zu bekommen und Erkrankte sind in aller Regel einfacher davon zu überzeugen, dass ihnen etwas abgeht, ohne dass sie darüber allzu aggressiv werden. Auf ein weniges an Widerstand müssen sich die Betroffenen dennoch einstellen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist sofort dann zu konsultieren, wenn sich auch nur die geringsten Symptome oder Merkmale einer sich anbahnenden Schizophrenie einstellen. Da Betroffene selbst nicht merken, wie sehr sich ihr Verhalten ändert und von dem anderer Leute unterscheidet, liegt es oftmals am Umfeld der Schizophrenie-Kranken, selbige darauf hinzuweisen bzw. ihnen Hilfe in Form von Arztbesuchen usw. zukommen zu lassen. Hierbei sollte man jedoch nicht unterschätzen, inwieweit sich Betroffene gegen solche Maßnahmen sperren können. Teilweise kommt es zu gewalttätigen Szenen, wenn man auch nur einen Besuch beim Psychologen oder beim Psychiater empfiehlt.

Zwangseinweisungen sind auch keine leichte Sache. Es bedarf eines Blutsverwandten, um eine solche in die Wege zu leiten, insofern keine direkte Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen oder einer unbeteiligten Drittperson besteht. Darum sind Freunden und Bekannten von Patienten oftmals die Hände gebunden. Selbst dann noch, wenn diese kaum mehr alleine lebensfähig sind und nur noch vor sich hin „vegetieren“. Es gilt hier für eventuell besorgte Nicht-Verwandte, dass man Kontakt zur Familie des Betroffenen herstellt und diese auf das Fehlverhalten aufmerksam macht.

Eine Behandlung sollte so früh als nur irgend möglichen erfolgen, jedes Zögern, jedes Wanken bedeutet unnötiges leid für den Erkrankten und sein Umfeld. Darum ist es manchmal nicht zu vermeiden, auch rabiatere Mittel einzusetzen, um einen Schizophreniker zu einer Behandlung zu bewegen. Der Gang zu einem Psychologen kann hierbei auch weitere Informationen für das Umfeld bieten und ist sicherlich ein guter erster Schritt in Richtung Genesung.

Kurzum ist ein Doktor sofort dann zu Rate zu ziehen, wenn man an sich selbst eines oder mehrere der oben genannten Symptome bemerkt oder von Drittpersonen darauf hingewiesen wird. Darüber hinaus kann eine atypische Veränderung im Verhalten ebenso ein möglicher Indikator für eine Schizophrenie sein, dem schnellstmöglich nachzugehen ist.

Weitere Gründe einen Arzt aufzusuchen sind:

  • Atypisches Verhalten
  • Das Hören von Stimmen
  • Gereiztheit und Aggressivität ohne erkennbaren Anlass
  • Starke Stimmungsschwankungen
  • Unerklärlicher Verlust der geistigen Regheit und des Antriebs

Alles in allem ist es also von größter Wichtigkeit, einen Besuch beim zuständigen Mediziner nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern sofort bei einem solchen vorstellig zu werden. Gerade unter Bezugnahme der recht aufwendigen und damit langwierigen diagnostischen Phase. Denn es gilt an dieser Stelle, wie es ebenso für alle anderen Krankheiten gilt, dass Vorsicht besser ist als Nachsicht. Überhaupt sollte man sich stets und stetig des Umstandes bewusst sein, dass es immens förderlich für die Heilung und / oder Behandlung einer Krankheit ist, wenn man diese früh erkennt und also früh attackieren kann. Jede Minute, die verstreicht, ohne das eine Behandlung stattfindet, ist eine Minute zu viel. Diesbezüglich sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

Insbesondere Eltern sind aufgefordert, auf etwaig sich anbahnende geistige Insuffizienzen ihres Nachwuchses zu achten. Dies gilt besonders für Eltern von Kleinkinder. Zwar erkranken diese verhältnismäßig selten einer Schizophrenie, aber gänzlich auszuschließen ist es nicht. Auch Jugendliche sollten diesbezüglich überwacht werden – oftmals ist es Pudertierenden peinlich, ein psychologisches Leiden zu haben und sie verschweigen es und vermeiden einen Arztbesuch. Das ist natürlich der grundlegend falsche Ansatz. Ein gutes Zureden seitens der Eltern ist also bisweilen durchaus angebracht und kann dabei helfen, das Kind gesund zu halten. Und das sollte nicht nur im Interesse des Kindes selbst, sondern auch im Interesse der Eltern oder Erziehungsberechtigten liegen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die medikamentöse Behandlung erfolgt als Langzeittherapie mit Neuroleptika. Haldol ist ein klassisches Neuroleptikum; wegen extrapyramidaler Nebenwirkungen des Haldols werden häufig atypische moderne Neuroleptika eingesetzt. Auch Lithium und Antidepressiva können bei depressiver Symptomatik verordnet werden.

Bei fehlender Krankheitseinsicht und nicht vorhandener Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme erfolgt meist eine Zwangseinweisung, auch als Schutz vor Fremdgefährdung oder Selbstgefährdung. Schizophrenie-Kranke können einer Vertrauensperson eine Vollmacht erteilen, für den Fall dass sie selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, ihre Angelegenheiten zu regeln.

Nach dem akuten Schub ist eine begleitende Psychotherapie und Ergotherapie empfehlenswert. Bei einem Drittel der Erkrankten kommt es durch eine erfolgreiche Therapie zur Ausheilung der Erkrankung, ein weiteres Drittel kann mit zurückbleibenden Beeinträchtigungen dennoch den Alltag und das Arbeitsleben bewältigen.

Ein Drittel der Betroffenen benötigt langfristige oder lebenslange ambulante oder stationäre Betreuung. Die Betroffenen können ihre Stabilität durch eine regelmäßige Lebensführung mit ausreichend Schlaf, körperlicher Bewegung, vitaminreicher Ernährung und Entspannungstechniken wie progressiver Muskelentspannung verbessern.

Selbsthilfegruppen für Betroffene oder auch Internetforen können beim Umgang mit der Erkrankung unterstützend wirken. Auch Angehörigengruppen unter professioneller Leitung, in denen die Angehörigen von Schizophrenie-Kranken Probleme besprechen können, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen, sind zu empfehlen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Prävention bei einer Schizophrenie ist schwierig, da es keine zuverlässigen Indikatoren für eine etwaig vorliegende Tendenz zu einer solchen psychischen Störung im Individuum gibt. Darüber hinaus gibt es auch keinen nachweislichen Nutzen von frühzeitig angesetzten Interventionen familiär vorbelasteter Personen.

Es bleibt lediglich zu empfehlen, die bekannten Risikofaktoren zu vermeiden, insbesondere der Konsum von Rauschmittel welcher Art auch immer ist etwas, dass es um jeden Preis zu unterlassen gilt, wenn man sich selbst nicht der Gefahr aussetzen will, eine Schizophrenie zu entwickeln.

Dennoch kann Aufklärung dabei helfen, dass betroffene Personen ihre Krankheit selbst erkennen oder das Umfeld eine solche auszumachen imstande ist. Hierdurch kommt es darüber hinaus zu einer medizinischen Früherkennung, die positive Effekte auf den Heilungsverlauf und die Heilungschancen des Erkrankten ausübt. Hierzu bieten sich prophylaktische Gespräche mit geschultem Personal, sowie das präventive Aufsuchen von Selbsthilfegruppen usw. an.

Aufgrund der Tatsache, dass die Ursachen, die zu einem Ausbrechen dieser Krankheit führen sehr unterschiedlich und vielschichtig sein können, fällt es der Fachwelt sehr schwer, allgemein gültige Aussagen über etwaige Mittel zur Prävention zu treffen. Darüber hinaus handelt es sich bei einer Schizophrenie um eine Krankheit des geistes, wodurch auch prophylaktische Mittel nach einer „erfolgreichen“ Therapie, die der Wiederkehr des Leidens entgegenwirken sollten, nicht infrage kommen.

Es lässt sich also lediglich bemerken, dass es nach dem Stande der modernen Schulmedizin keinerlei Mittel gibt, die effektiv dazu imstande wären, gegen die Krankheit vorzubeugen. Nichtsdestotrotz ist es sicherlich kein Fehler, wenn man einen allgemein gesunden Lebensstil pflegt und dabei viel Vorsicht darauf anwendet, sich stets bester geistiger Gesundheit zu erfreuen.

Mit diesen Beschränkungen im Hinterkopfe kann man, wie gerade erwähnt, dennoch präventiv tätig werden, gleichwohl diese Prävention nicht klassischer Natur ist. Sprich eine Impfung oder ähnliches. Viel mehr muss man ein solches prophylaktisches Vorgehen als allgemeine Maßnahme zur Verbesserung des Lebensstils und der geistigen Gesundheit verstehen. Zwar kann eine grundsätzlich gesunde Lebensführung und ein Verzicht auf Rauschmittel auch keine 100%ige Garantie bieten, dass es niemals zum Ausbruch der Krankheit kommt, dennoch verringern sich die Chancen aber um ein Vielfaches.

Die meisten Menschen unterschätzen, welche maßgebliche Rolle eine gute Lebensweise für die Gesundheit spielt. Die meisten Krankheiten könnten sich vermeiden lassen, wenn die Menschen schlicht einem besseren Lebenswandel nachgingen. Darunter fallen tatsächlich auch geistige Leiden. Es schadet also nichts darüber nachzudenken, etwas an seinem Leben grundsätzlich zu verändern.

Sollte die Krankheit allerdings bereits ausgebrochen sein, ist auch noch nicht alles verloren. Durch eine gesunde und suchtfreie Lebensführung, kann man zwar keine Heilung, dafür aber ein sich verlangsamen neuer Schübe herbeiführen. Bisweilen ist es sogar möglich, die Krankheit komplett zum Erliegen zu bringen. Allerdings bedarf es hierfür eines großen Maßes an Disziplin und Willensstärke. Wer nicht in der Lage ist, diese aufzubringen, wird keine großen prophylaktischen Erfolge für sich verbuchen können. Es heißt also: Dranbleiben und den Anweisungen des behandelnden Arztes strikt Folge leisten.


Prognose zur Heilung

Schizophrenien verursachen weltweit hohe ökonomische Verluste, sowie Verluste an Humankapital. Dies liegt u.a. daran, dass die Lebenserwartung von Schizophreniekranken um bis zu 10 bis 25 Jahre reduziert ist, wobei sich diese Zahlen aus dem Umstand ergeben, dass Erkrankte sich oftmals sehr schlecht oder einseitig ernähren, viel Rauchen, Drogen und Alkohol konsumieren sowie stärker Selbstmordgefährdet sind als andere Personengruppen.

Zudem gilt eine bewiesene Schizophrenie in vielen Ländern als anerkannte Behinderung und somit als ebenso anerkannter Grund für eine Erwerbsminderung oder eine Erwerbsunfähigkeit. Dieses ist von der jeweiligen Fallstärke abhängig.

Nichtsdestotrotz können medikamentös gut eingestellte Patienten ein relativ normales Leben führen, insofern sie regelmäßig eine Therapie in Anspruch nehmen und ihre Medikamente nicht selbstständig absetzen. Man kann also davon ausgehen, dass Schizophreniekranke bei ausreichender Behandlung am normalen leben teilhaben können. Dazu gehört aber nicht nur die Therapie seitens der Ärzte, sondern auch die Bereitwilligkeit der Patienten selbst. Diese ist nicht immer gegeben, weshalb Betroffene sich nicht selten selbst im Wege stehen und nur mittels einer Zwangseinweisung auf die richtige Spur zu lenken sind.

Etwa 10% aller Schizophrenien enden in einer Selbsttötung. 40% der Fälle sind resozialisierbar und die restlichen 50% sind entweder dauerhaft stationär zu behandeln oder nur bedingt erwerbsfähig.

Alles in allem die Prognose für eine Schizophrenie vergleichsweise düster – dies liegt allerdings nicht daran, dass die Mortalitätsrate besonders hoch wäre, ist sie nämlich nicht, sondern daran, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die viele verschiedene Bereiche des täglichen Lebens negativ beeinflusst. Das heißt mehr oder weniger, dass man sie niemals komplett auskurieren kann. Alle angebotenen Therapien zielen primär darauf ab, die Symptome des Patienten zu lindern und ihm damit eine gewisse Lebensqualität zurückzugeben, die er durch die Krankheit einbüßen musste.

Kurzum lässt sich also sagen, dass Betroffene durchaus als aktive Mitglieder der Gesellschaft auftreten können und nicht außer Stande sind, sich in den Alltag zu integrieren. Gleichwohl müssen sie mit einigen Einbußen rechnen, die sie ggf. in ihrer Freiheit einschränken. Nichtsdestotrotz sollte man stets im Hinterkopfe behalten, dass dank der modernen Pharmakologie ein Leben mit Schizophrenie kein Jahre andauerndes Martyrium für die betroffenen Personen mehr bedeutet, wie es noch vor nicht allzu vielen Jahren der Fall gewesen ist. Das ist ein immenser Fortschritt und hat die Prognose deutlich verbessert.

Darüber hinaus gilt anzuführen, dass die Stärke und die Intensität des vorliegenden Leidens im Laufe des Lebens sehr starken Schwankungen unterliegt und sich niemals auf einem gleichbleibend hohen Niveau einpendelt, sodass Betroffene niemals ohne Medikamente und / oder sonstige medizinische Betreuung mit dieser Erkrankung leben können.

Man sollte dennoch niemals den Mut und die Hoffnung verlieren. Es lohnt sich am Ball zu bleiben und kämpfen. Zwar mag man das Leiden niemals komplett hinter sich lassen können, aber es ist durchaus möglich, es sehr stark einzuschränken.

Somit könnte man für die Prognose zusammenfassend sagen, dass sich die Krankheit, so sie denn einmal ausgebrochen ist, nicht mehr kurieren lässt, man aber dennoch gut damit leben kann, wenn man sich an bestimmte Maßregeln hält. Alles in allem also könnte man die Prognose dennoch als tendenziell eher positiv ansehen. Hier liegt es aber zuletzt am betroffenen Individuum selbst, was er aus seiner Krankheit, bzw. seiner Gesundheit macht.


Stimmen hören?

Für viele Menschen scheinen die Im Rahmen einer Schizophrenie auftretenden Symptome besonders bedrohlich – nicht zuletzt deswegen versetzt dieses Leiden viele Menschen in Angst. Das unfreiwillige Hören von Stimmen wirkt auf viele Menschen zurecht befremdlich und ist für nicht betroffene Individuen nur sehr schwer zu verstehen und nachzuvollziehen. Dabei ist gerade dieses Phänomen ein integraler Bestandteil der Schizophrenie.

Die vernommenen Stimmen sind jedoch ein nicht immer alleine einseitig in Erscheinung tretendes Phänomen. Bisweilen finden zwischen dem Betroffenen und der Stimme in seinem Kopf lange und für den Erkrankten profund wirkende Dialoge statt. Bei einer Mehrfachbelastung können sich sogar richtiggehende Diskussionen zwischen mehreren Parteien entspinnen. Letzteres ist allerdings nur dann der Fall, wenn der Betroffene mehrere Stimmen gleichzeitig hört,

Allerdings muss ein erkrankten Individuum nicht immer in diesem Verhältnis zu den Stimmen in seinem Kopf stehen. In manchen Fällen nimmt er diese lediglich als göttliche Stimme wahr und ist nicht in der Lage, darauf zu antworten. Besonders dieser Fall kann recht gefährlich und dies nicht zuletzt darum, da Betroffene von diesem „göttlichen“ Stimmen oftmals unreflektiert Befehle entgegennehmen und diese ausführen. Viele Mörder und Verbrecher berufen sich darauf, nur aufgrund der Stimmen in ihrem Kopf gehandelt zu haben. Man sieht also, dass dies durchaus einen negativen Effekt auf das Leben im Allgemeinen haben kann und dringend einer Behandlung bedarf.

Aber ebenso befremdlich wie es für Nicht-Betroffene ist nachzuvollziehen, wie sich das Hören von Stimmen im Kopf gestaltet, so es ist für Schizophrene auch nicht immer leicht zu verstehen, dass andere Personen nichts dergleichen wahrnehmen. Auch darum kann es bei direkten Konfrontationen oftmals zu bizarren und in Gewalt ausartenden Szenen kommen. Es empfiehlt sich also eher nicht, einen diesbezüglichen Alleingang zu wagen und Betroffene oder vermutlich Betroffene nicht im Alleingang zu konfrontieren, sondern einen Psychologen oder sonst wie Sachverständigen an seiner Seite zu haben.


Alternative Behandlungsmethoden

Hierzu bieten sich an:

  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen für Betroffene und deren Umfeld können ein sehr hilfreiches Instrument dafür sein, mit der Krankheit umgehen zu lernen.
  • Von legaler Betreuung Gebrauch machen: Man sollte sich nicht scheuen, alle einem zur Verfügung stehenden Mittel auszunutzen und sich dadurch bessere Hilfe zu verschaffen. Hierunter zählen bspw. Kuren, Klinikaufenthalte, Therapien, Besuche beim Heilpraktiker usw.
  • Stress reduzieren: Viele Symptome psychischer Erkrankungen lassen sich durch gezielte Übungen zur Reduktion von Druck und Stress merklich abschwächen. Daher sollte man selbige in Erwägung ziehen.
  • Yoga
  • Meditation
  • Tai Chi
  • Autogenes Training
  • Kuraufenthalte
  • Weiterbildende Seminare

Welche Hausmittel können helfen?

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Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Passionsblume
  • Tila
  • Anis
  • Cannabis
  • Baldrian
  • Nelkensamen

Die hier angeführten Heilkräuter sind auf keinen Fall als vollwertigen Ersatz für eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Behandlung zu verstehen, sondern lediglich als Unterstützung. Man kann sie dahingehend entweder als Tee oder Aufguss konsumieren oder in Form von Pulver und Pillen einnehmen. Der Heilpraktiker des Vertrauens verkauft überdies oftmals bereits fertige Präparate und kann darüber hinaus Auskünfte über Dosierung und Anwendung geben.

Das ebenso angeführte Cannabis ist durch Rauchen zu konsumieren. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine in den meisten Staaten der Welt illegale Droge handelt und jeder Konsument daher selbst für seinen Konsum verantwortlichen zu machen ist. Darüber hinaus ist die positive Wirkung von Cannabis Schizophrenien betreffend nicht vollständig nachgewiesen. Es bietet sich darum an, im Bedarfsfalle von der ärztlichen Schweigepflicht Gebrauch zu machen und sich dahingehend zu informieren. Absehbarerweise rät der behandelnde Arzt aber von dieser Form der Selbstmedikamention oftmals ab.

Ätherische Öle

  • Balsam Fir
  • Copaiba
  • Elemi
  • Eukalyptus
  • Fenchel
  • Kampfer

Die hier erwähnten ätherischen Öle sind im Falle der vorliegenden Krankheit ausschließlich im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden. Eine äußerliche oder gar innerliche Anwendung derselben ist zur Verbesserung der Heilungschancen oder der Symptome nicht notwendig oder gar förderlich. Zudem ist die Erkrankung selbst auch durch diese Öle nicht zu beeinflussen, sie dient lediglich der Entspannung des Patienten und ggf. als Hilfe zum „Runterkommen“ nach einer akuten Episode.

Nicht zuletzt deswegen ist eine Rücksprache mit einem Arzt unerlässlich und man sollte eine Aromatherapie nur unterstützend anwenden, nicht aber ausschließlich.

Homöopathie & Globuli

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungskonzepte, die speziell gegen Schizophrenien helfen können. Nichtsdestotrotz ist eine gesunde Ernährung nicht nur für den Körper nützlich, sondern auch für den Geist. Darum bietet sich ggf. eine Überarbeitung der persönlichen Ernährungsgewohnheiten an, insofern ein Fachmann dieselben als unausgewogen oder einseitig ansieht.

Die Konsultation eines Diätologen oder Ernährungswissenschaftlers bietet sich darum besonders an. Darüber hinaus ist besonders während der Schwangerschaft darauf zu achten, dass man sich gesund ernährt. Manche Meinungen aus der Fachwelt gehen davon aus, dass eine Fehlernährung während der Schwangerschaft ein möglicherweise begünstigend wirkender Faktor bei der Entstehung einer Schizophrenie ist.


FAQ – Fragen & Antworten

Verursacht einmaliger Drogenkonsum eine Schizophrenie?
Hierauf gibt es keine klare Antwort. Es kann so sein, muss es aber nicht. Besonders bei Überdosierungen psychoaktiver Substanzen kann bereits ein Konsum ausreichen, um das Gehirn dauerhaft zu schädigen und somit eine Schizophrenie zu bedingen. Insbesondere sog. „Horrortrips“ ziehen nicht selten eine Schizophrenie nach sich.

Wie bringe ich einen Schizophreniekranken dazu, sich um Hilfe zu bemühen?
Dies kann mitunter ein sehr schwieriges Unterfangen sein. Meistens sehen Betroffene ihre Erkrankung nicht ein und verstehen nicht, warum man sie für psychisch krank hält. Ihres Dafürhaltens nach sind sie ihrer Umwelt sogar mental überlegen. Darum kann es ein immenser Kraftakt sein, Schizophreniekranke dazu zu bewegen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gutes Zureden kann helfen, muss es aber nicht immer. In extremen Fällen hilft nur eine Zwangseinweisung.

Kann man eine Schizophrenie heilen?
Nein, kann man nicht. Dennoch ist es möglich, dass Betroffene sich wieder gut in den Alltag und in die Gesellschaft eingliedern. Dies setzt allerdings voraus, dass sie die Bereitschaft zeigen, sich behandeln zu lassen und ihre Medikamente auch ohne ärztlichen Zwang regelmäßig einnehmen. Einige grundsätzliche Verhaltensmuster bleiben aber auch trotz guter medikamentöser Einstellung erhalten. Hierunter fallen erhöhte Suchtanfälligkeit, Größenwahn und häufige Selbstgespräche.

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