Depression

Definition Depression / Depressionen

DepressionDepressionen sind eine Gemütskrankheit und damit organologisch nach allgemein akzeptierter Sichtweise im Gehirn beheimatet.

Weil die Psyche eine wissenschaftlich schwer fassbare Größe ist, sind Depressionen mehreren Fachdisziplinen zugeordnet.

Ärzte wie Psychiater und Neurologen kümmern sich um die Patienten, hinzu treten Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen.

Steckbrief: Depression

  • Name(n): Depression; Melancholie
  • Art der Krankheit: Psychologische Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 3;7% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychologe; Psychiater; Neurologe

Was ist eine Depression?

Depressionen sind keine Seltenheit. Beinahe jeder litt schon einmal an dieser psychologischen Störung oder kennt eine Person, die es tat. Die genauen auslösenden Prozesse, die hinter einer solchen seelischen Missstimmung stecken, sind allerdings sehr fallspezifisch und für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen. Dies ändert jedoch nicht an dem Umstand, dass man depressiven Personen gegenüber stets helfend auftreten und sie unterstützen sollte. Denn sie sind zumeist besonders schwach und können nicht mit allzu großen Belastungen umgehen, ohne in eine noch tiefere Depression zu verfallen.

Darüber hinaus kann es jeden treffen. Niemand ist gegen dieses Leiden immun. Zwar sind Menschen mit einem starken Charakter in aller Regel seltener Opfer dieses Leiden, aber nichtsdestotrotz können auch sie dahingehend erkranken. Besonders dann, wenn sich ihre Lebensumstände spontan zum Schlechten hin ändern.

Man sollte sich jedoch nicht entmutigen lassen. Depressionen sind heutzutage gut heilbar. Es stehen der modernen Schulmedizin nicht nur viele sehr probate Medikamente zur Verfügung, sondern auch Psychotherapie und Kliniken können den Betroffenen wieder auf die richtige bahn lenken. Die genaue Art der Behandlung ist jedoch von medizinischem Fachpersonal zu entscheiden und sollte nicht durch den Laien geschehen.

Des Weiteren bleibt zu erwähnen, dass es sich bei Depressionen um ein weltweites Phänomen handelt. Der genaue evolutionäre Nutzen derselben ist dabei allerdings noch ungeklärt und verbleibt Gegenstand der Forschung. Es liegen aber bereits verschiedenste Theorien dazu vor, die von Forschern aus allen Ländern immer wieder diskutiert werden. Es bleibt also abzuwarten, welche Erkenntnisse die Zukunft über die Entstehung von Depressionen birgt.

Welche Ursachen führen zu einer Depression?

Mediziner unterscheiden viele Formen der Depression. Ursachen sind oft schwer zu benennen. Neben einer genetischen Disposition sind soziale Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Eine reaktive Depression ist zumeist traumatischen Erlebnissen zuzuschreiben. Die Major Depression, früher auch endogene Depression genannt, zählt eher in den Kreis der erblich bedingten Krankheiten. Bei diesen schweren Depressionen sind keine äußeren, offensichtlichen Auslöser erkenntlich.

Hormonelle Ereignisse im Körper können auch Depressionen verursachen. Bekannt ist die postnatale Depression oder „Babyblues“, unter denen eine Mutter direkt nach der Geburt leidet. Fehlleistungen der Schilddrüse beeinflussen ebenfalls die biochemischen Vorgänge im Gehirn, wodurch Depressionen entstehen können. Hierzu eine Übersicht:

Physische Faktoren

  • Vererbung – Wie bereits erwähnt, ist es möglich, dass eine interfamiliäre Disposition zur Entwicklung einer Depression vorliegt. Dennoch gilt zu erwähnen, dass tatsächliche Fälle einer solchen vererbten Depression sehr selten sind und sich darüber hinaus nur schwer nachweisen lassen können. Selbst sog. „Zwillingsstudien“ bestätigten lediglich die Erkenntnis, dass eine melancholische Veranlagung in weniger als 10% der Fälle auch tatsächliche erbliche Faktoren zurückzuführen ist. Dieses Phänomen ist wohl eher dahingehend zu verstehen, dass man nicht die Depression per se ererbt, sondern charakterliche Eigenschaften, die das Entstehen einer solchen begünstigen.
  • Saisonale Umschwünge – Manche Menschen reagieren extrem auf Änderungen in Klima und Jahreszeit. Aufgrund dieser erhöhten Feinfühligkeit für die Großwetterlage, kommt es nicht selten vor, dass allzu „graues“ Wetter einen negativen Einfluss auf die Psyche des betroffenen Individuums hat. In diesem Falle spricht man von einer sog. Winterdepression oder Herbstdepression. Aus wissenschaftlicher Sicht ist für melancholische Tendenzen während der eher sonnenarmen Jahreszeiten der Mangel an direktem Sonnenlicht verantwortlich. Durch diesen fährt die Produktion von Vitamin D zurück, was wiederum als verstärkender Faktor zu betrachten ist.
  • Rauschgifte – Rauschgifte, Drogen und andere abhängigmachende Genusssubstanzen können ebenso mitverantwortlich für eine Depression sein. Insbesondere sog. „psychotrophe Substanzen“ wirken oftmals unvorhersehbar stark auf die Psyche des Konsumenten ein und lösen damit Veränderungen in selbigem aus, die sich bisweilen in Form einer melancholischen Missstimmung manifestieren. Dabei ist Alkohol nur eine vieler potentiell gefährlicher Substanzen.
  • Schwangerschaft – Es kommt immer wieder vor, dass Frauen nach der Entbindung keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können und das Kind darüber hinaus als einen Fremdkörper wahrnehmen und weder Liebe noch Zuneigung für selbiges empfinden. Dieses Verhalten löst oftmals starke Zweifel in der Jungmutter aus und sorgt sehr schnell für eine physische sowie psychische Überforderung. Die genauen Mechanismen hinter diesem atypischen Verhalten sind noch nicht vollends erforscht.

Psychische Faktoren

  • Zu wenig Bestätigung – Die Veranlagung mancher Personen führt dazu, dass selbige außer Stande sind, ihre Arbeit ohne Bestätigung und Anerkennung durch Dritte zu bewerkstelligen. Fehlt diese, kommt es nicht selten vor, dass sie sich nicht wertgeschätzt fühlen und in eine Depression verfallen. Diese Art von Verhalten ist als sehr kritisch anzusehen. Gerade durch als fortschrittliche geltende Erziehungsmethoden, suggerieren Eltern ihren Kindern sehr häufig, dass es von absoluter Notwendigkeit sei, stets und stetig für alles Lob zu erfahren. Das ist ein grundlegend falscher Ansatz und verstärkt im Zweifel lediglich die Anfälligkeit für Depressionen und sonstige Charakterschwächen.
  • Emotionale Intelligenz – In einigen Schriften findet man Korrelationen mit erhöhter emotionaler Intelligenz und Depressionen. Man geht davon aus, dass eine eine zu hohe emotionale Intelligenz oftmals dazu führt, dass Personen Dinge „zerdenken“, sich also zu viele Gedanken über ihr allgemeines und oder spezifisches Verhalten machen und dadurch wesentlich leichter Selbstzweifel entwickeln als andere Personen. Die Stichfeste dieser Theorie is jedoch sehr umstritten.
  • Erlernte Hilflosigkeit – Ähnlich wie bei erstgenanntem Punkt, handelt es sich hierbei um eine anerzogene Schwäche des Charakters. Diese fußt sich jedoch nicht alleine auf dem Elternhaus, sondern auch auf weiteren Umwelteinflüssen, die dazu führen, dass Betroffene sich selbst und ihre Fähigkeiten kleinreden, mit allem grundsätzlich überfordert sind und darüber hinaus selbst für die Bewältigung kleinster Aufgaben externe Hilfe benötigen. Manche Psychologen gehen davon aus, dass sich hierin ein gewisser evolutionärer Vorteil widerspiegelt. Diese These ist jedoch noch genauer zu prüfen.
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