Depression

  1. Depression

    Definition

    DepressionDepressionen sind eine Gemütskrankheit und damit organologisch nach allgemein akzeptierter Sichtweise im Gehirn beheimatet.

    Weil die Psyche eine wissenschaftlich schwer fassbare Größe ist, sind Depressionen mehreren Fachdisziplinen zugeordnet.

    Ärzte wie Psychiater und Neurologen kümmern sich um die Patienten, hinzu treten Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen.

    Steckbrief: Depression

    • Name(n): Depression; Melancholie
    • Art der Krankheit: Psychologische Erkrankung
    • Verbreitung: Weltweit
    • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
    • Behandelbar: Teilweise
    • Art des Auslösers: Diverse
    • Wieviele Erkrankte: Ca. 3;7% der Weltbevölkerung
    • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychologe; Psychiater; Neurologe

  2. Was ist eine Depression?

    Was ist eine Depression?

    Depressionen sind keine Seltenheit. Beinahe jeder litt schon einmal an dieser psychologischen Störung oder kennt eine Person, die es tat. Die genauen auslösenden Prozesse, die hinter einer solchen seelischen Missstimmung stecken, sind allerdings sehr fallspezifisch und für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen. Dies ändert jedoch nicht an dem Umstand, dass man depressiven Personen gegenüber stets helfend auftreten und sie unterstützen sollte. Denn sie sind zumeist besonders schwach und können nicht mit allzu großen Belastungen umgehen, ohne in eine noch tiefere Depression zu verfallen.

    Darüber hinaus kann es jeden treffen. Niemand ist gegen dieses Leiden immun. Zwar sind Menschen mit einem starken Charakter in aller Regel seltener Opfer dieses Leiden, aber nichtsdestotrotz können auch sie dahingehend erkranken. Besonders dann, wenn sich ihre Lebensumstände spontan zum Schlechten hin ändern.

    Man sollte sich jedoch nicht entmutigen lassen. Depressionen sind heutzutage gut heilbar. Es stehen der modernen Schulmedizin nicht nur viele sehr probate Medikamente zur Verfügung, sondern auch Psychotherapie und Kliniken können den Betroffenen wieder auf die richtige bahn lenken. Die genaue Art der Behandlung ist jedoch von medizinischem Fachpersonal zu entscheiden und sollte nicht durch den Laien geschehen.

    Des Weiteren bleibt zu erwähnen, dass es sich bei Depressionen um ein weltweites Phänomen handelt. Der genaue evolutionäre Nutzen derselben ist dabei allerdings noch ungeklärt und verbleibt Gegenstand der Forschung. Es liegen aber bereits verschiedenste Theorien dazu vor, die von Forschern aus allen Ländern immer wieder diskutiert werden. Es bleibt also abzuwarten, welche Erkenntnisse die Zukunft über die Entstehung von Depressionen birgt.

  3. Ursachen

    Welche Ursachen führen zu einer Depression?

    Mediziner unterscheiden viele Formen der Depression. Ursachen sind oft schwer zu benennen. Neben einer genetischen Disposition sind soziale Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Eine reaktive Depression ist zumeist traumatischen Erlebnissen zuzuschreiben. Die Major Depression, früher auch endogene Depression genannt, zählt eher in den Kreis der erblich bedingten Krankheiten. Bei diesen schweren Depressionen sind keine äußeren, offensichtlichen Auslöser erkenntlich.

    Hormonelle Ereignisse im Körper können auch Depressionen verursachen. Bekannt ist die postnatale Depression oder "Babyblues", unter denen eine Mutter direkt nach der Geburt leidet. Fehlleistungen der Schilddrüse beeinflussen ebenfalls die biochemischen Vorgänge im Gehirn, wodurch Depressionen entstehen können. Hierzu eine Übersicht:

    Physische Faktoren

    • Vererbung - Wie bereits erwähnt, ist es möglich, dass eine interfamiliäre Disposition zur Entwicklung einer Depression vorliegt. Dennoch gilt zu erwähnen, dass tatsächliche Fälle einer solchen vererbten Depression sehr selten sind und sich darüber hinaus nur schwer nachweisen lassen können. Selbst sog. "Zwillingsstudien" bestätigten lediglich die Erkenntnis, dass eine melancholische Veranlagung in weniger als 10% der Fälle auch tatsächliche erbliche Faktoren zurückzuführen ist. Dieses Phänomen ist wohl eher dahingehend zu verstehen, dass man nicht die Depression per se ererbt, sondern charakterliche Eigenschaften, die das Entstehen einer solchen begünstigen.
    • Saisonale Umschwünge - Manche Menschen reagieren extrem auf Änderungen in Klima und Jahreszeit. Aufgrund dieser erhöhten Feinfühligkeit für die Großwetterlage, kommt es nicht selten vor, dass allzu "graues" Wetter einen negativen Einfluss auf die Psyche des betroffenen Individuums hat. In diesem Falle spricht man von einer sog. Winterdepression oder Herbstdepression. Aus wissenschaftlicher Sicht ist für melancholische Tendenzen während der eher sonnenarmen Jahreszeiten der Mangel an direktem Sonnenlicht verantwortlich. Durch diesen fährt die Produktion von Vitamin D zurück, was wiederum als verstärkender Faktor zu betrachten ist.
    • Rauschgifte - Rauschgifte, Drogen und andere abhängigmachende Genusssubstanzen können ebenso mitverantwortlich für eine Depression sein. Insbesondere sog. "psychotrophe Substanzen" wirken oftmals unvorhersehbar stark auf die Psyche des Konsumenten ein und lösen damit Veränderungen in selbigem aus, die sich bisweilen in Form einer melancholischen Missstimmung manifestieren. Dabei ist Alkohol nur eine vieler potentiell gefährlicher Substanzen.
    • Schwangerschaft - Es kommt immer wieder vor, dass Frauen nach der Entbindung keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können und das Kind darüber hinaus als einen Fremdkörper wahrnehmen und weder Liebe noch Zuneigung für selbiges empfinden. Dieses Verhalten löst oftmals starke Zweifel in der Jungmutter aus und sorgt sehr schnell für eine physische sowie psychische Überforderung. Die genauen Mechanismen hinter diesem atypischen Verhalten sind noch nicht vollends erforscht.

    Psychische Faktoren

    • Zu wenig Bestätigung - Die Veranlagung mancher Personen führt dazu, dass selbige außer Stande sind, ihre Arbeit ohne Bestätigung und Anerkennung durch Dritte zu bewerkstelligen. Fehlt diese, kommt es nicht selten vor, dass sie sich nicht wertgeschätzt fühlen und in eine Depression verfallen. Diese Art von Verhalten ist als sehr kritisch anzusehen. Gerade durch als fortschrittliche geltende Erziehungsmethoden, suggerieren Eltern ihren Kindern sehr häufig, dass es von absoluter Notwendigkeit sei, stets und stetig für alles Lob zu erfahren. Das ist ein grundlegend falscher Ansatz und verstärkt im Zweifel lediglich die Anfälligkeit für Depressionen und sonstige Charakterschwächen.
    • Emotionale Intelligenz - In einigen Schriften findet man Korrelationen mit erhöhter emotionaler Intelligenz und Depressionen. Man geht davon aus, dass eine eine zu hohe emotionale Intelligenz oftmals dazu führt, dass Personen Dinge "zerdenken", sich also zu viele Gedanken über ihr allgemeines und oder spezifisches Verhalten machen und dadurch wesentlich leichter Selbstzweifel entwickeln als andere Personen. Die Stichfeste dieser Theorie is jedoch sehr umstritten.
    • Erlernte Hilflosigkeit - Ähnlich wie bei erstgenanntem Punkt, handelt es sich hierbei um eine anerzogene Schwäche des Charakters. Diese fußt sich jedoch nicht alleine auf dem Elternhaus, sondern auch auf weiteren Umwelteinflüssen, die dazu führen, dass Betroffene sich selbst und ihre Fähigkeiten kleinreden, mit allem grundsätzlich überfordert sind und darüber hinaus selbst für die Bewältigung kleinster Aufgaben externe Hilfe benötigen. Manche Psychologen gehen davon aus, dass sich hierin ein gewisser evolutionärer Vorteil widerspiegelt. Diese These ist jedoch noch genauer zu prüfen.

  4. Symptome & Anzeichen

    Symptome & Anzeichen

    Viele Menschen fragen sich im Laufe ihres Lebens, ob sie an einer Depressionen leiden? Man kann sich dann auf folgende Symptome prüfen: Niedergeschlagenheit, die länger anhält und mit Aufheiterungsversuchen nicht zu beheben ist. Typisch ist auch eine schwere Antriebsschwäche, die sich durch Konzentrationsstörungen noch verschlimmert. Bei vielen Formen der Depressionen zieht sich der Patient zunehmend aus seinem sozialen Umfeld zurück. Larvierte Depressionen gehen mit körperlichen Beschwerden einher, die den Arzt zunächst an Herzprobleme oder Magen-Darmkrankheiten denken lassen.

    Darüber hinaus gibt es auch altersspezifische Symptome für eine Depression. So weisen Jugendliche und Kinder bisweilen abweichende Anzeichen für eine Depression auf, als vergleichsweise Erwachsene und ältere Menschen es tun. Weitere typische Symptome sind hiernach:

    Allgemeine Symptome

    • Traurigkeit, Weinerlichkeit, Hoffnungslosigkeit, innere Leere
    • Wutanfälle und Gereiztheit selbst in Bezug auf Nebensächlichkeiten
    • Desinteressiertheit and bisherigen Hobbys
    • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit oder extrem hohes Schlafbedürfnis)
    • Abgeschlagenheit und Energieverlust (Kaum imstande kleinste Aufgaben zu erledigen)
    • Veränderungen in der Ernährung (Fressattacken oder stark verminderte Nahrungsaufnahme)
    • Angstzustände, Ruhelosigkeit, Aufgedrehtheit
    • Verlangsamung des Sprechens und der Gestik
    • Gefühle der Wertlosigkeit
    • Schuldgefühle für vergangene Fehlschläge (sog. Schuldwahn)
    • Konzentrationsschwäche und Erinnerungslücken
    • Nachdenken über Tod, Selbstmordgedanken oder tatsächlicher Freitod
    • Spontane physische Probleme (bspw. Rückenschmerzen oder Kopfweh)

    Typische Symptome bei Kindern und Jugendlichen

    • Traurigkeit, Gereiztheit
    • Für das alter untypische Sorgen
    • Anhänglichkeit (besonders an einen Elternteil)
    • Untergewicht
    • Ablehnen des Schulbesuches
    • Wertlosigkeit
    • Fühlt sich missverstanden und ausgestoßen
    • Konsum von Alkohol, Drogen oder sonstigen Rauschmitteln
    • Übergewicht oder Untergewicht
    • Vermeidung sozialer Interaktion
    • Übersensibel gegenüber allem

    Typische Symptome bei Erwachsenen

    • Erinnerungslücken und / oder Verlust des Erinnerungsvermögens
    • Physische Schmerzen
    • Schlafprobleme
    • Appetitlosigkeit
    • Abschottung gegenüber der Außenwelt
    • Selbstmordgedanken

    Wie aus den typischen Symptomen zu ersehen ist, kann sich eine Depression auf vielerlei Arten präsentieren. Dies erschwert bisweilen die Diagnosestellung immens. Nichtsdestotrotz ist es gut geschulten und erfahrenen Fachkräften oftmals sehr schnell und präzise möglich, eine etwaige Depression zu bestätigen oder zu negieren.

  5. Diagnose & Krankheitsverlauf

    Diagnose & Krankheitsverlauf

    Die Ursachen der Krankheit sind durch körperliche Untersuchungen ebenso zu ermitteln, wie durch Gespräche. Ein Szintigramm kann klären, ob die Schilddrüse richtig arbeitet und ein Computer-Tomogramm soll Demenzerkrankungen ausschließen. Die körperlichen Beschwerden muss der Arzt durch ein EKG oder Endoskopien untersuchen. Der Ausschluss von somatischen Befunden erhärtet dann im Umkehrschluss die Diagnose einer Depression.

    Zusätzlich zum Patientengespräch (Anamnese) oder den klinischen Tests, dienen dem behandelnden Arzt darüber hinaus noch eine ganze Reihe textbasierter Tests als diagnostisches Mittel. Im Rahmen eines solchen stellt er dem potentiell Betroffenen eine Reihe bestimmter Fragen. Anhand der Antworten kann ein erfahrener Mediziner zumeist relativ klar schlussfolgern, ob eine Depression oder zumindest Tendenzen zu einer Depression vorhanden sind.

    Ein solcher Test könnte wie folgt aussehen:

    1. Haben Sie ein stark gemindertes oder gar kein Interesse (mehr) daran, Dinge zu unternehmen, Freunde und Bekannte zu treffen oder Ihren Hobbys nachzugehen?
    2. Fühlen Sie sich oft oder ständig traurig und hoffnungslos?
    3. Haben Sie Probleme einzuschlafen oder schlafen Sie deutlich zu viel?
    4. Fühlen Sie sich ständig müde und haben trotz ausreichend Schlaf keine großen Energiereserven?
    5. Essen Sie sehr wenig oder zu viel?
    6. Fühlen Sie sich minderwertig?
    7. Empfinden Sie sich Ihrer Familie und sich selbst gegenüber als Versager?
    8. Haben Sie Konzentrationsschwächen?
    9. Hat sich Ihr Sprechtempo oder ihre Bewegungsgeschwindigkeit merklich verlangsamt?
    10. Denken Sie, dass Sie den Tod oder körperliche Leiden verdient haben?
    11. Sind Sie außer Stande Arbeitsplatz / Schule zu besuchen?
    12. Schotten Sie sich gezielt gegenüber Ihrer Umwelt ab?
    13. Ziehen Sie abgedunkelte Räume gegenüber hellen Zimmern vor?
    14. Brauchen Sie für die Erledigung gewohnter Aufgaben merklich länger als sonst?

    Dies sind nur einige der zahllosen Fragen, die ein Mediziner oder Psychologe zu Diagnosezwecken stellen könnte. Sollte der zu beurteilende Patient eine oder mehrere Fragen mit Ja beantworten, so ist davon auszugehen, dass eine Depression oder zumindest eine Tendenz zu einer solchen vorliegt.

  6. Häufigkeit & Diagnosedaten

    Häufigkeit & Diagnosedaten

    Depressionen sind ein nicht allzu seltenes Phänomen. Studien und statistische Erhebungen gehen davon aus, dass zwischen 3 und 10% der Weltbevölkerung unter Depressionen leiden. Hierbei kommt es jedoch zu lokal stark unterschiedlichen Ausprägungen und Häufungen. So sind etwa nur sieben Prozent der japanischen Bevölkerung depressiv, während in Frankreich knapp über zwanzig Prozent an dieser Krankheit leiden. Die genauen Ursachen für diese lokal doch sehr unterschiedlichen Ausprägungen sind noch ungeklärt, lassen sich aber wahrscheinlich auf soziokulturelle Gründe zurückführen.

    So gibt es Völker, die eine Art von depressiver Verstimmung oder Melancholie als Teil ihrer nationalen Identität akzeptieren und selbige somit nicht als Erkrankung, sondern als Kulturgut ansehen. Insbesondere Russen, Skandinavier und einige Völker des ostasiatischen Raumes weisen die Tendenz zu einer traditionellen Schwermut auf. Deswegen ist der Umgang dieser Völker mit dem dem Thema Depression oftmals wesentlich entspannter und weniger überspitzt als beispielsweise in Nordamerika oder Zentraleuropa.

    Diagnosedaten

    Die Diagnosedaten, die man mittels der bereits erwähnten Testverfahren ermittelt, sind zwecks der genauen Einordnung der vorliegenden Depression von äußerster Wichtigkeit. Es ist nämlich ein Leichtes, eine Fehldiagnose anhand der gewonnenen Daten zu stellen. Dieser Umstand ergibt sich meistens daraus, dass viele Krankheiten ähnliche Symptome wie eine Depression aufweisen, sich jedoch in spezifischen Details unterscheiden und nicht zuletzt darum einen anderen Behandlungsansatz erfordern.

    Typische Vertreter dieser ähnlichen Krankheiten sind u.a.: Erkrankungen der Schilddrüse, Blutarmut (Anämie), Bipolare Störung, Borderline, Dysthymie uvm.

    Es ist deswegen von allergrößter Wichtigkeit, die gewonnenen Erkenntnisse fachgerecht auszuwerten. Selbstdiagnosen führen deshalb oftmals zu Fehlern, da sie die Feinheiten der Unterscheidungen zwischen den o.g. Leiden nicht bedenken. Dennoch ist zu erwähnen, dass Ärzte zumeist die richtige Diagnose stellen und es vergleichsweise selten zu Fehldiagnosen kommt, wenngleich dies nicht auszuschließen ist.

  7. Komplikationen

    Komplikationen bei der Krankheit

    Bei Depressionen handelt es sich um eine ernstzunehmende psychische Störung, die betroffene Individuen und deren Familien und Freunde ungemein stark belasten kann. Bei schlechter, unzureichender oder vollkommen ausgelassener Behandlung verstärken sich in aller Regel die Symptome und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf den Betroffenen und sein Umfeld.

    Hierzu eine kurze Auswahl etwaiger durch eine Depressionen verursachte Komplikationen:

    • Starke Gewichtszunahme oder Adipositas, die zu Herzproblemen und sonstigen Einschränkungen der Gesundheit führen können.
    • Schmerzen und allgemeines Unwohlsein
    • Drogenmissbrauch (Alkohol, Rauschgifte usw.)
    • Ängstlichkeit, Panikattacken, Angst vor sozialer Interaktion
    • Probleme mit der Familie, dem Ehepartner, mit Freunden und Bekannten sowie Vorgesetzten und Arbeitskollegen
    • Gesellschaftliche Isolation
    • Suizidgedanken, Suizidversuche, Freitod
    • Selbstverstümmelung (Beispielsweise durch Ritzen)
    • Senkung der Lebensspanne durch Schwächung des Körpers und des Geistes

  8. Wann zum Arzt?

    Wann sollte man zum Arzt gehen?

    Wer sich deprimiert oder melancholisch fühlt, sollte so früh wie möglich einen Arzttermin vereinbaren. Wer sich aus welchen Gründen auch immer weigert oder es hinauszögert, einen Arzt oder Psychologen, aufgrund seiner psychologischen Leiden, aufzusuchen, kann dies sehr schnell bereuen. Eine Depression kuriert sich meist nicht von alleine, sondern verschlimmert sich im Laufe ihres Fortbestandes zusehends.

    Personen, denen es gerade zu Beginn schwer fällt, sich an medizinisches Fachpersonal zu wenden, sei geraten, sich zunächst an ein Familienmitglied oder Freund zu wenden und diese um Unterstützung hinsichtlich der Terminvereinbarung bitten. Diese sind oft sehr verständnisvoll und helfen gerne weiter.

  9. Behandlung & Therapie

    Behandlung & Therapie

    Man unterscheidet bezüglich einer Therapie in drei große Teilgebiete:

    1. Medikamentöse Behandlung
    2. Psychotherapeutische Behandlung (Stationär oder ambulant möglich)
    3. Experimentelle Behandlungen

    Hierzu im Folgenden nähere Einzelheiten:

    Medikamentöse Behandlung

    Zur Heilung einer depressiven Verstimmung steht dem behandelnden Arzt eine große Auswahl antidepressiv wirkender Medikamente zur Verfügung. Diese können jedoch teilweise große Nebenwirkungen verursachen, weshalb es sich lohnt, selbige im Vorfeld mit dem zuständigen mediziner zu erörtern:

    • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Medikamente mit dieser Wirkung finden besonders häufig zu Beginn einer Therapie Verwendung, da sie vergleichsweise wenige Nebenwirkungen nach sich ziehen und eher mild sind.
    • Atypische Antidepressiva: Hierbei handelt es sich weder um Serotoninhemmer, noch um Dopaminhemmer, sondern eher um eine Beruhigungsmittel. Daher sind sie zumeist abends einzunehmen und gewährleisten einen ruhigen Schlaf und einen sorgenfreien Morgen.
    • Trizyklisches Antidepressivum: Trizyklisches Antidepressiva gelten zwar als hochgradig effektiv, zeiehen aber auch sehr viele ungewollte Nebeneffekte nach sich. Aus diesem Grunde sieht der Arzt zumeist von einer Verschreibung solcher Wirkstoffe ab, insofern es sich nicht vermeiden lässt.
    • Monoaminooxidase-Hemmer: Medikamente, die sich diesen Wirkstoff zunutze machen, findet man ebenso vergleichsweise selten, da sie wie die trizyklisches Antidepressiva zwar sehr wirkungsvoll sind, aber darüber hinaus häufig starke Nebenwirkungen verursachen. Des Weiteren regieren diese Wirkstoffe sehr schlecht mit vielen anderen dem Körper zugeführten Dingen, wie Nahrung und Flüssigkeiten. Hierdurch ergibt sich für den Patienten eine strikte Diät, die es zwecks Steigerung der Wirksamkeit einzuhalten gilt.
    • Andere Wirkstoffe: Bisweilen kommen auch noch andere Psychopharmaka zum Einsatz. Dies ist jedoch stark fallspezifisch und direkt vom behandelnden Arzt zu entscheiden.

    Psychotherapeutische Behandlung

    In beinahe allen Fällen von Depression bedient man sich zwecks heilung der Psychotherapie. Diese kann begleitend zur medikamentöse Behandlung stattfinden oder im Rahmen eines Klinikaufenthaltes in nämlichen eingebunden sein. Psychotherapien können Betroffenen oftmals große Hilfe leisten und zielen meist auf folgende Effekte ab:

    • Anpassung an die die Depression auslösende Situation
    • Die Erkennung schlechter Verhaltensmuster und der anschließende Austausch derselben mit gutem und gesundem Verhalten
    • Stärkung vorhandener Beziehungen zu anderen Personen
    • Das Auffinden und Erarbeiten guter Lösungsstrategien bei Problemen
    • Die Kontrolle über sein eigenes Leben und Selbstwertgefühl zurückgewinnen
    • Das Setzen realistischer Ziele im Leben
    • Die Steigerung der Stressresistenz

    Experimentelle Behandlungen

    In besonderen Einzelfällen kann es vorkommen, dass der behandelnde Arzt experimentelle Behandlungen vorschlägt:

    • Elektrokrampftherapie: Hierbei leitet ein Sachverständiger mittels einer eigens dafür konzipierten Maschine, gezielt Elektroschocks durch das Gehirn des Patienten. Selbiges soll hierdurch an Stimuliert und Angeregtheit gewinnen. Bisweilen ist diese Therapie aufgrund des entstehenden Schmerzes nur unter Narkose durchzuführen. Des Weiteren gibt es eine ganze Reihe etwaiger Nebenwirkungen, darunter etwa Kopfweh, Verbrennungen, Schwindel, Übelkeit und mehr.
    • Transkranielle Magnetstimulation: Personen, die nicht auf Antidepressiva anschlagen, behandelt man häufig mithilfe dieser Methode. Dazu sendet man kurze magnetische Impulse durch das Gehirn des Betroffenen, in der Absicht, dass hierdurch die Stimmung desselben zu regulieren sei. Die Wirkung ist eher diskutabel. Dennoch findet diese Methode nicht selten Anwendung.

  10. Vorbeugung & Prävention

    Vorbeugung - Impfung & Prävention

    Es gibt zwar keinen sicheren Weg, wie man Depressionen sicher vermeiden kann, dennoch kann man auf einige Strategien zurückgreifen, die zumindest deren Entstehung unwahrscheinlicher machen.

    • Lernen mit Stress umzugehen - Wer lernt, wie man gut mit Stress umgehen kann, der stärkt seine charakterliche Festigkeit und steigert sein Selbstwertgefühl. Beide Faktoren helfen dabei, einer Depression zu entgehen.
    • Familie und Freunde involvieren - Wer über ein gutes soziales Netzwerk verfügt, der hat in aller Regel weniger oft mit Depressionen zu kämpfen. Darum ist ein guter und offener Umgang mit Familie und Freunden ein mögliches prophylaktisches Mittel.
    • Prophylaktische Psychotherapie - Insofern man Tendenzen zu depressiven Verstimmungen aufweist oder sich interfamiliär solche Tendenzen häufen, kann es durchaus nützlich sein, eine Therapie zu beginnen, ohne das ein spezieller Fall von Depression vorliegt.

  11. Prognose zur Heilung

    Prognose zur Heilung

    Die Prognose zur Heilung ist in aller Regel sehr gut. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass man nur erfolgreich gegen eine Depression vorrücken kann, wenn man die Lebensumstände, die diese begünstigten, ändert. Das heißt, dass man sich selbst und ggf. sein Umfeld dergestalt neu strukturiert, dass das Eintreten einer neuerlichen Depression unwahrscheinlich ist.

    Einige Betroffene, insbesondere jene, die aus einem schweren familiären Umfeld kommen, müssen bisweilen jeglichen Kontakt zu selbigem Abbrechen, um eine vollständige heilung zu gewährleisten. Hierüber berät aber der behandelnde Arzt und erarbeitet dazu etwaige Langzeit-Lösungen mit seinen Patienten.

  12. Alternativmedizin

    Alternative Medizin & Hausmittel

    Welche Hausmittel können helfen?

    Es gibt eine ganze Reihe potentieller Hausmittel, die bei einer depressiven Verstimmung Abhilfe leisten können. Hierzu gehören unter anderem:

    • Selbststudium: Es lohnt sich sehr, wenn man sich während einer Behandlung oder bereits im Vorfeld mit seiner Erkrankung auseinandersetzt. Hierdurch kann sich das Bild für den patienten aufklaren und er hat eine bessere Kontrolle über sich selbst und sein Leiden.
    • Keinen Alkohol: Alkohol verstärkt negative Emotionen oftmals. Darum führt der Konsum häufig zu einer Verschlechterung der allgemeinen psychischen Symptome. Es ist also tunlichst davon abzuraten.
    • Sich selbst etwas Gutes tun: Depressive Menschen zweifeln nicht selten an ihrem eigenen Wert und behandeln sich dementsprechend eher schlecht. Um aus diesem Teufelskreis zu entkommen, ist es jedoch wichtig, dass Betroffene lernen, sich als wertvoll anzusehen und sich hin und wieder auch mal etwas gönnen. Das stärkt Körper und Seele.

    Alternative Behandlungsmethoden

    Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

    Auch alternative Heilmittel stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Hierzu eine kurze Übersicht:

    • Omega-3 Fettsäuren: Viele Heilpraktiker schwören auf die wohltuende Wirkung dieser Präperate und benutzen sie daher zur Behandlung von Depressionen.
    • Hobbys: Wer viele Hobbys hat, der hat meist keine Zeit, über Depressionen nachzudenken. Imgrunde handelt es sich hierbei um eine Art der Beschäftigungstherapie.
    • Glaube: Nicht selten entstehen Depressionen dadurch, dass man sich verloren in der welt fühlt. Manche Menschen profitieren darum davon, wenn sie sich einer Religion zuwenden, in der sie sich geborgen und aufgenommen fühlen können.

    Behandlungen

    Etwaige alternative Behandlungsmethoden sind unter anderem:

    • Akupunktur
    • Yoga
    • Tai Chi
    • Meditation
    • Autogenes Training
    • Intuitives Malen oder Schreiben
    • Spiritualität
    • Aerobic
    • Lichttherapie

    Heilkräuter & Heilpflanzen

    • Baldrian
    • Johanniskraut
    • Kardobenedikte
    • Melisse
    • Rosmarin
    • Kirschblüten

    Die oben genannten Heilkräuter sind am effektivsten als Tee, Aufguss oder in Pillenform anzuwenden. Hierfür sind selbige zu zerstoßen und oder zu überbrühen und im Anschluss daran entsprechend weiterzuverarbeiten.

    Heilpraktiker bieten oftmals bereits fertige Präparate an. Es gilt jedoch im Vorfeld zur Anwendung etwaige Allergien zu erörtern, damit man während der Therapie mit Kräutern keine allergischen Reaktionen an sich selbst verursacht.

    Zwecks Dosierung und Anwendungsweise ist es ebenso ratsam, einen Heilpraktiker zu rate zu ziehen.


    Ätherische Öle

    Folgende Ätherische Öle können angewendet werden:

    • Basilikum
    • Bergamotte
    • Muskat
    • Rose
    • Lavendel
    • Schafgarbe

    Die genannten ätherischen Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden, das heißt, dass sie in eine Duftlampe zu geben und dort unter Zugabe von Hitze und Wasser in die Raumluft verdampfen zu lassen sind. Man sie aber auch äußerlich anwenden. Hierbei sollte man allerdings bei einige ätherischen Ölen Vorsicht walten lassen. Besonders Bergamotte kann bspw. phototoxisch wirken. Beide Methoden sind ähnlich probat.

    Die Dosierung ist in beiden Fällen von der persönlichen Präferenz abhängig, ist aber bei etwaigen Unsicherheiten mit dem zuständigen Heilpraktiker erörtern.


    Homöopathie

    • Ignatia
    • Causticum hahnemanni
    • Calcium carbonicum
    • Pulsatilla
    • Speia
    • Ambra

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


    Schüssler-Salze

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


    Diät & Ernährung

    Obgleich es keine speziellen Diäten gibt, die primär der Verhinderung oder der Behandlung von Depressionen dienten, gelten doch einige Vorgaben, inwieweit eine gesunde Ernährung positive Effekte auf eine Depression haben kann. Hierzu gehören unter anderem:

    • Kein Junkfood
    • Auf sog. "Comfort Food" verzichten
    • Viel Obst und Gemüse
    • Viel frischen Fisch
    • Auf Alkoholika verzichten

    Alternative Behandlungen

    Für einen genauen Überblick über alternative Behandlungen bietet es sich an, die oben schon angeführten abermals unter die Lupe zu nehmen.

  13. Fragen & Antworten FAQ

    FAQ - Fragen & Antworten

    Begleiten mich meine Depressionen ein leben lang?
    - Können sie, müssen es aber nicht! Hier liegt es ganz am Patienten. Ist dieser in der Lage dazu, die Gründe zur Entstehung der Depressionen führten zu erkennen, kann er diese aus seinem Leben verbannen und somit einer erneuten Erkrankung aus dem Wege gehen. Gelingt ihm das nicht, bleibt er zeit seines Lebens Opfer seiner Trägheit.

    Endet jede Depression in Selbstmord?
    - Glücklicherweise nicht. Dennoch kommt es vergleichsweise häufig vor. Gerade darum ist es wichtig, sowohl für Patienten als auch für Angehörige, dass sie versuchen, die Situation zu lösen, bevor es zu spät ist.

    Müssen Depressionen immer medikamentös behandelt werden?
    - Sicherlich nicht. Dennoch ist ein solches Vorgehen in vielen Fällen sehr hilfreich und auch nicht weiter abzulehnen. Personen, die jedoch komplett auf Medikamente verzichten wollen, können einer Depression auch in 90% der Fälle durch Psychotherapie alleine entkommen.

  14. Bilder zur Krankheit

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